Frage zur Umgangsregelung die 2. (Sorry und etwas länger)

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von chrissi0900 18.04.10 - 10:33 Uhr

Wie ist das wenn ich krank werde (z.B. Magen-Darm-Infekt) und für 1 oder 2 Tage meine Tochter nicht wie gewohnt versorgen kann.

UND

Wie ist das wenn meine Tochter krank wird, nicht in den Kiga kann und ich "nicht schon wieder" für diese Zeit komplett krank geschrieben werden kann. Bisher war es so, dass ich dann morgens ganz früh ins Büro bin, 2-4 Std. gearbeitet habe (abhängig von den Terminen meines Mannes; 2 Std. waren aber immer drin), dann meinen Mann bei der Betreuung unserer kranken Tochter abgelöst habe und er mir abends oder am nächsten Tag ermöglicht hat, die Fehlzeit nachzuarbeiten. So gab es keinen Ärger mit meinem Chef.

Kann man solche Fälle auch in der Umgangsregelung regeln oder muss ich jetzt zusehen, wie ich solche Situationen alleine organisiere?

Wie ist das, wenn einer der beiden Eltern-Teile mit dem Kind in Urlaub fahren möchte: sollte das Vorgehen bei so etwas auch bereits in der Umgangsregelung festgelegt werden oder sollte man so etwas besser "auf dem kleinen Dienstweg" regeln?

Kann man in der Regelung bestimmen, dass das Kind ohne vorherige Zustimmung des anderen Elternteils nicht bei dritten (auch wenn ein Elternteil dabei wäre) übernachten darf, und darf der andere Elternteil die Zustimmung verweigern?

Was passiert, wenn sich ein Elternteil nicht an die Vereinbarungen hält (sei es aus beruflichen oder anderen Gründen: also z.B. muss das Elternteil, dass gerade den Umgang hat, dringend arbeiten (hier meine ich solche Arbeit, für die man die Arbeitszeit selbst bestimmen kann und nicht von einem Chef "erzwungen" wird) und nimmt das Kind nicht)?

Kann man sich einen Babysitter nehmen, wenn man während der Umgangszeit (damit meine ich Vater und Mutter) für ein paar Stunden keine Zeit hat? Kann der andere dann etwas dagegen sagen?

Fragen über Fragen.

Für Antworten auf den ein oder anderen Punkt bin ich mehr als Dankbar!

Vielleicht gibt es ja auch gute Literatur oder ein Link, den mir jemand empfehlen kann, in dem dies und noch ganz viele andere Punkte bzgl. Umgangsregelung eventuell beschrieben sind.

Danke fürs Lesen und schon mal für alle Antworten

Chrissi

Beitrag von mariella70 18.04.10 - 11:45 Uhr

Hallo Chrissi,
ihr habt euch als Paar getrennt, als Eltern bleibt ihr noch die nächsten 14 Jahre ein Team. Deshalb solltet ihr direkt mit der Teambildung anfangen:
Lasst euch über euer JA einige Sitzungen zur Trennungsmediation vermitteln, dort bringt ihr all diese Punkte ein und verabredet eine Vorgehensweise bei Krankheit, Urlaub, hohen Feiertagen etc. Dies wird freiwillig aber schon verbindlich in einer "Elternvereinbarung" fixiert, die beide unterschreiben und mit der beide gut leben können.
Grundsätzlich gilt: Was das Kind beim anderen Elternteil tut, macht, anzieht, wen es sieht, wo es spielt, bei wem es übernachtet, ob es dort fremdbetreut wird von Oma, Tante, neuem Partner oder Babysitter geht das andere Elternteil nichts an, außer es würde das Kindeswohl gefährden. Dafür muss aber viel passieren. (Drogenmissbrauch, Sucht, Körperverletzung)
Er darf nicht via Kind in dein Leben reinherrschen und du nicht in seins. Beide Eltern haben die gleichen Rechte und Pflichten dem Kind gegenüber und sollten in der Lage sein, Eltern- und Bezienungsebene deutlich voneinander zu trennen. Sie sollten einander, was die Liebe zum Kind angeht, vertrauen: Der andere sorgt sich genauso um sein eigen Fleisch und Blut wie man selbst, hat die gleichen Ängste und Bedenken, tut wahrscheinlich nichts, was seinem Liebling schadet.
Dann kann sowas sehr gut laufen für alle Beteiligten. Das ist meine Erfahrung.
LG
Mariella

Beitrag von janamausi 18.04.10 - 11:53 Uhr

Hallo!

Ich antworte noch mal :-)

Bisher lief es ja auch, wenn euer Kind krank war. Warum willst Du dann was daran ändern? Dein Mann hat dich mit Kind geheiratet, was spricht denn dann dagegen, dass er auch Verantwortung dem Kind gegenüber übernimmt und sich mit um die Betreuung kümmert. So wie ich es verstanden habe, will doch dein Ex sich nicht um ein krankes Kind kümmern, dann ist es doch besser, wenn das Kind anderweitig betreut wird als bei jemanden bei dem es unwillkommen ist.

Dein Kind lebt bei dir und Du bist auch für die Betreuung im Krankheitsfall zuständig.

Auch hast Du doch einen Mann, der sich ja um die Betreuung von dem Kind kümmern kann, wenn Du krank bist. Ihr seit doch eine Familie, auch wenn das Kind nicht sein leibliches ist.

Wenn ihr eine Umgangsvereinbarung schriftlich machen wollt, dann könnt ihr ja reinschrieben, wie viel Urlaub der KV mit dem Kind verbringt und z.B. Absprachen, in welchen Ferien der Urlaub stattfinden soll oder z.B. reinschreiben, dass Anfang des Jahres der Urlaub abgesprochen wird.

Bei uns ist es so, dass mein Ex 3 Wochen im Sommer und 1 Woche im Winter mit unserer Tochter Urlaub verbringt. Wir sprechen uns immer Anfang des Jahres ab. Nach dem unsere Tochter dieses Jahr in die Schule kommt, ist klar, dass der Urlaub während der Ferien stattfindet. Auch davor war abgesprochen, dass er sie zu den Kiga-Schließungszeiten nimmt.

Wenn deine Tochter bei ihrem Vater ist, hast Du kein Mitspracherecht, d.h. er kann "mit dem Kind machen" was er will. Und auch jemanden besuchen etc.

Mein Ex und ich haben vereinbart, dass der Umgang um 1 Wochenende verschoben wird, wenn unsere Tochter krank ist. Wir finden es beide nicht schön, wenn unsere Tochter (die ja eh schon ihren Vater nicht täglich sieht) krank bei ihm ist und die Zeit mit ihrem Vater gar nicht richtig genießen kann. Dann kümmere ich mich lieber um unsere kranke Tochter und sie geht das Wochenende darauf zu ihm und sie können die Zeit schön genießen.

Wenn unsere Tochter aber krank wird wenn sie bei Papa ist, bleibt sie auch dort, außer sie will heim.

Mein Ex und ich haben vereinbart, dass wenn einer mal das Umgangs-Wochenende verschieben will, dass man mind. 4 Wochen vorher Bescheid sagt. Das war zumindest am Anfang so, als wir uns noch nicht so gut verstanden haben. Mittlerweile verstehen wir uns sehr gut, da läuft das auch ein bißchen lockerer ab.

Wenn der KV sein Kind eh nur paar Tage im Monat hat, finde ich es nicht gut, wenn er dann auch noch einen Babysitter nimmt. Wenn er keine Lust auf sein Kind hat, soll er lieber offen zu dir sein und Du nimmst das Kind wieder oder ihr tauscht das Wochenende.

<<Was passiert, wenn sich ein Elternteil nicht an die Vereinbarungen hält (sei es aus beruflichen oder anderen Gründen: also z.B. muss das Elternteil, dass gerade den Umgang hat, dringend arbeiten (hier meine ich solche Arbeit, für die man die Arbeitszeit selbst bestimmen kann und nicht von einem Chef "erzwungen" wird) und nimmt das Kind nicht)? <<

Dringend ist eine Arbeit doch nur, wenn sie vom Chef angeordnet wird. Wenn man eine Arbeit selbst bestimmen kann, dann kann man es doch so legen, dass man arbeitet wenn das Kind nicht da ist oder schläft.

Eine Umgangsvereinbarung macht nur Sinn, wenn es beide wollen. Wenn dein Ex nicht voll und ganz hinter der Vereinbarung steht, bringt das nichts weil er sich dann doch nicht daran halten wird.

LG janamausi

Beitrag von witch71 18.04.10 - 13:19 Uhr

Das liest sich alles echt hochkompliziert, was Du da alles festhalten willst. Und in einem halben Jahr siehts doch eh ganz anders aus, wer weiss das schon?

Setzt den minimalen Umgang fest und alles, was darüber hinaus geht, spricht man wie zwei erwachsene Menschen mündlich miteinander ab. Ich kenne genug Paare, die sich getrennt haben und gar keine schrifliche Regelung brauchen. Da sieht das Kind den Vater und umgekehrt (oder in einem Fall die Mutter) so oft es will und möglich ist.

Vor allem sind da teilweise in Deinem Posting echt merkwürdige Punkte dabei, die ich schon rein praktisch umsetzbar unmöglich finde. Die Sache mit dem Babysitter meine ich..