400-Euro-Job

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von wollschaf 19.04.10 - 08:01 Uhr

Hallo,

es ist mir ja schon öfters hier aufgefallen, aber momentan gerade ganz explizit bei diesem Thread mit der Pfändung vom Finanzamt, diese Empfehlung: such dir doch nen 400 Euro Job.

Ich meine, suchen gut und schön, u.U. findet man auch was, ABER bei einigen hier klingt das imemr, als brächte man nur auf die Straße gehen und schon hätte man einen! Ich weiß ja nicht , wo ihr alle herkommt, aber soooo groß ist das Angebot nun auch nicht!

Umd gerade in diesem Pfändungsthread:
Wenn man ein recht frisches Baby zu Hause hat, kein Auto zur Verfügung, nur zu bestimmten Uhrzeiten kann und eventuell noch Pausen zum Stillen/Pumpen bräuchte (ich kenne einige, die bei 400 Euro Jobs auch mal acht Stunden am Stück arbeiten!) ist man garantiert DER Liebling potenzieller Arbeitgeber!
Viele erwarten ja gerade bei den geringfügig Beschäftigten ein hohes Maß n Flexibilität, weil die nämlich Spitzen mit abfedern sollen! (So kenn ich es zumindest aus der Gastro.)

Und nicht jeder kann aus der kalten einen so jungen Säugling REGELMÄßIG woanders unterbringen!
Meine Schwiemu hätte sich schlicht einfach geweigert, meine Mutter hätte es gesundheitlich nicht gekonnt, meine Freundinnen haben a) entweder selber schon zu tun, ihre Kinder unterzukriegen bzw b) arbeiten selber unregelmäßige Schichten.
Bliebe also auch nur mein Mann... ja super, der kommt auch erst zwischen 6 und 7 abends nach Hause und hat dann auch noch ca. 1,5h zu tun. Und der Wecker klingt morgens um drei...
UND NEIN... nicht alles Babies in dem Alter schlafen die meiste Zeit!

Aber sicher wären das für einige von euch auch alles nur Ausreden...


Wie schon gesagt, sicher bin ich auch der Meinung, man muß in so einer (oder ähnlich engen) Situation sehen, was sich machen läßt. Aber tut bitte nicht so, als würden 400 € Jobs und sowas auf der Straße liegen.

LG, Das Wollschaf


PS: Wenn jemand zwar in Elternzeit ist, aber im festen Angestellten-Verhältnis, müßte der AG einem Nebenjob zustimmen!

Beitrag von tinar81 19.04.10 - 08:32 Uhr

Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen. Wenn ich dran denke, was ich alles auf mich genommen habe bei div. 400-Eur-Jobs... Da ist oft nicht mehr viel übrig geblieben.... Hab ganze 3 Jahre gebraucht, damit ich in unserer Kleinstadt einen 400 Eur-Job bekommen habe, bei dem ich nur 5 km Fahrzeit habe und einigermaßen flexibel bin aber trotzdem die Kinderbetreuung für die beiden Kiddies geregelt habe.

Es stimmt - die meissten AGs wollen unbedingt immer flexible Mitarbeiter - nicht nur in der Gastro sondern vor allem auch im Verkauf.... Da meine Schwiegereltern beide noch voll arbeiten, meine Freundinnen selber genug zu tun haben und mein Mann auch voll arbeitet, meine Familie fast 40 km entfernt ist, hatte ich die Hoffnung auf einen 400 Eur-Job bei dem ich nicht nachts arbeiten muss schon fast aufgegeben. Bin vorher nämlich einfach 20 km gefahren, Arbeitszeit von 23-06 Uhr bzw. von 17-23 Uhr - und das obwohl ich nicht unbedingt arbeiten müsste, sondern weil ich einfach nicht komplett aus dem Berufsleben raus sein möchte.

Jetzt hab ich seit Oktober letzten Jahres endlich eine Stelle im Verkauf bekommen, da die Händeringend jemand brauchten - und somit auch Kompromisse bezüglich der Flexibilität eingegangen sind. Ich kann nämllich unter der Woche meisst nur nachmittags und halt Samstag vormittag wenn mein Mann daheim ist. Naja, jedenfalls hat mein AG bemerkt, dass es auch geht wenn man nicht soooo flexibel ist. Wir kriegen unsere vorraussichtlichen Arbeitspläne immer für fast 12 Wochen, so dass mir für Ausnahmesituationen immer Zeit bleibt eine Betreuung für die Kinder zu organisieren.

Wären alle AGs ebenso flexibel wie sie es von ihren ANs erwarten, dann würden viel mehr junge Mütter wieder arbeiten gehen...... Aber leider beruht die Flexibilität immer nur auf einer Seite...

Und auf der Straße liegen diese Jobs wirklich nicht. Grad die Mini-Jobs gehen meisst schon unter der Hand weg, weil jeder immer jemand kennt, der dringend so nen Job suchen würde....

LG Martina

Beitrag von bruchetta 19.04.10 - 09:04 Uhr

Entschuldige, aber einen kleinen Job kann man auch mit Baby oder Kleinkind immer einbauen.
Morgens Zeitungen austragen, wenn der Mann noch da ist oder abends was machen wenn der Mann wieder da ist oder Wochenende.
Ich bin nebenberuflich beispielsweise 6 Jahre abends noch Pizza gefahren.
Oder Tankstellen suchen am Wochenende immer wieder mal.

P.S.: Dann muß der AG eben zustimmen, sollte doch kein Problem sein, der AN steht ihm ja eh momentan nicht zur Verfügung.

Ich habe meistens noch irgendwas nebenbei gemacht und keiner meiner AG hatte je ein Problem damit.

Beitrag von manavgat 19.04.10 - 09:19 Uhr

Ich würde erst aktiv suchen und dann erzählen, dass es - eventuell nicht geht!!!!!

Es gibt jede Menge Putzjobs, die kann man morgens erledigen - da hütet dann eben der Ehemann. Oder auch abends (z. B. Banken). Es gibt Jobs in Privathaushalten. Hier bei uns ist es fast unmöglich, eine Haushaltshilfe/Putzhilfe zu finden. Auch für die Bügelwäsche findet sich hier niemand. Kann man das mit Baby auch nicht?

Was ist mit abends/Wochenende in der Kneipe? Am Erdbeer/Spargelstand? etc.

Wie gesagt, es gibt Jobs.

und ehrliche Meinung?

ich bin allein erziehend und habe es immer irgendwie geschafft irgendwas zu arbeiten. Es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen!

Gruß

Manavgat

Beitrag von wollschaf 19.04.10 - 09:29 Uhr

Ich hab jetzt nicht geguckt, wo du herkommst. Hier ist es nicht sooo ausgeprägt mit Arbeiten im Privathaushalt.
Mein Cousin hat eine und auf die Anzeige haben sich ungelogen fast 50! Frauen gemeldet. Ähnlich sieht es bei anderen geringfügigen Beschäftigungen aus.
Ich denke mal, es ist eben regional auch unterschiedlich. Und wenn ich als AG die Wahl hab, zwischen jemandem, der nur am WE oder nur von dann bis dann... und jemanden der deutlich flexibler ist... nunja, da ist es doch recht logisch, wie es ausgeht.

Und ich hab hier noch nie erlebt, das auf einen Job nicht mehrere Bewerber kommen, eine Freundin von mir arbeitet bei der Agentur, die schicken zu jeder freien Stelle mehrere Leute.

LG, Das Wollschaf

Beitrag von liesschen_1980 19.04.10 - 10:33 Uhr

Hallo,
ich kann mich Dir nur bedingt anschliessen, hier gebe ich Dir Recht
"Wie schon gesagt, sicher bin ich auch der Meinung, man muß in so einer (oder ähnlich engen) Situation sehen, was sich machen läßt."
aber da muss ich aus eigener Erfahrung (und der vieler Bekannter) einfach widersprechen:
"Aber tut bitte nicht so, als würden 400 € Jobs und sowas auf der Straße liegen."

Selbst hier bei uns auf'm Dorfe bekommt man einen Minijob, wenn man sich kümmert.
(Und vielleicht hat man in EZ auch die Möglichkeit/das grosse Glück, bei seinem AG wieder stundenweise einzusteigen z.B. als als Urlaubsvertretung.

Eine Nachbarin verdient sich z.B. zusätzlich im Privathaushalt als (nennen wir es mal) Gartenpflegerin etwas dazu. Desweiteren gibts 3 km weiter in der nächstgrösseren 'Stadt' zwei Discounter, bei einem hat sie auch ausgeholfen (ist mit dem Putzwagen durch die Gänge gefahren). Und zusätzlich arbeitet sie von zu Hause aus in ihrem eigentlichen Beruf als technische Zeichnerin (gut, das Glück hat nicht jeder, das sowas möglich ist).
Eine andere hat beim Rewe kassiert auf 400 €-Basis, den Job bekam sie sozusagen hinterhergeschmissen. Dann ahts ie am WE z.B. auf dem Weihnachtsmarkt Crepes gebacken.
Ich wasche für einen Verein die Fussballwäsche und arbeite nebenher auch wieder stundenweise bei meinem eigentlichen AG (entgegengesetzt der Arbeitszeiten meines Mannes, wir haben auch niemanden, der sonst aufpassen könnte).
Mein Mann hat nebenher früher Pizza ausgefahren (abends und am WE).
Geld stinkt ja nicht ;)
Man kann ja auch am WE Zeitungen/Prospekte ausgetragen (auch schon mal kurzzeitig gemacht), Regale auffüllen im Supermarkt spätabends, im Solarium fragen, Tankstelle/Spielothek....

Wenn man tatsächlich auf das Geld angewiesen ist (so wie es in dem Fall war, auf den Du Dich beziehst), dann sollte man sich -notgedrungen- bemühen. So bitter das mit Baby zu Hause auch ist. Das das nicht leicht fällt kann ich verstehen;
und dann dann kann man immernoch sagen, dass man nichts findet, wenn man denn auch gesucht hat.
Dann habe ich dafür auch Verständnis.

Das ist meine Meinung zu dem Thema.

LG Anne