Eifersucht und Erpressung

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von rike29 19.04.10 - 20:50 Uhr

Hallo zusammen!

Wir haben zwei Töchter, 5 Jahre und 6 Monate alt. In knapp 2 Wochen steht die Taufe unserer Kleinen an.
Heute hat mich die Große dann gefragt, ob Mama oder Papa Hannah bei der Taufe halten wird.
Mein Mann und ich hatten entschieden, dass er das macht, weil ich damals schon Amelie gehalten habe. Als ich ihr dies sagte, wurde sie furchtbar wütend und sagte, dass sie das nicht wolle. Ich muss dazu sagen, dass sie ein totales Papakind ist und ihn nur sehr ungern mit ihrer Schwester teilt. Jeden Kontakt seinerseits mit der Kleinen beobachtet sie mit Argusaugen.
All meine Erklärungen und Beschwichtigungsversuche haben nichts gebracht. Am Ende hat sie schließlich gesagt: " Wenn Papa Hannah dann hält, komme ich nicht zur Taufe!"

Normalerweise gehen wir nie auf Erpressungsversuche ein. Aber diesmal sind wir unschlüssig, weil wir Sorge haben, dass sie dann am Tauftag Theater macht und so die ganze Feier schmeißt. Ursprünglich wollte sie die Taufkerze halten und den Taufspruch aufsagen, aber das konnte sie leider auch nicht umstimmen.

Wir würdet ihr das machen?

Vielen Dank und viele Grüße,
Ulrike mit Amelie (5 Jahre) und Hannah (6 Monate)

Beitrag von marion2 19.04.10 - 21:11 Uhr

Hallo,

deine Amelie benimmt sich eigenartig.

Ihr macht irgendwas im Umgang mit Amelie grundlegend falsch... #kratz

So ein Verhalten kenn ich gar nicht - und mein Sohn hat 2 kleine Schwestern auf einmal bekommen. #gruebel

Gruß Marion

Beitrag von rike29 19.04.10 - 21:34 Uhr

Hallo Marion!

Deine Antwort hilft mir nicht wirklich weiter, wenn du nicht konkretisierst, was wir deiner Meinung nach falsch machen.

Eifersüchtig reagiert sie nur, wenn es um ihren Papa geht und das auch nicht immer so schlimm wie in diesem Fall. Ansonsten ist sie eine tolle und fürsorgliche große Schwester, die sich ganz oft intensiv mit ihrer kleinen Schwester beschäftigt.

Dass dein Sohn anscheinden nicht eifersüchtig ist, ist toll. Aber Kinder sind bekanntlich verschieden.

Der Fehler, den ich sehe, ist, dass vor allem mein Mann häufig zu inkonsequent ist und sie sehr verwöhnt. Darüber sprechen wir fast täglich, weil sein Verhalten dazu führt, dass sie ihn vergöttert und ich oftmals einfach die "blöde und strenge Mama" bin. Aber daran arbeiten wir!

Gruß,
Ulrike

Beitrag von marion2 20.04.10 - 10:01 Uhr

Hallo,

ich meine, ihr solltet euer komplettes Verhalten reflektieren.

Mein Sohn ist eifersüchtig - alles andere wäre nicht normal - aber so ein Verhalten würde er nicht zeigen. Das ginge zu weit -> so etwas würde ich nicht tolerieren.

Wo liegt denn dein Fehler?

Wenn sie so auf Papa bezogen ist, musst du auch einen machen.

Gruß Marion

Beitrag von jenx 20.04.10 - 10:15 Uhr

Sorry, aber das finde ich jetzt wirklich unverschämt von dir. Weil ihre Tochter auf den Papa fixiert ist, muss sie einen Fehler machen? Bitte!!!

Es gibt immer Kinder, die mehr auf den einen oder anderen Elternteil fixiert sind. Ich konnte als Kind wenig mit meinem Vater anfangen. Aber das lag nur daran, dass er viel unterwegs war, mir immer was mitgebracht hat, nie geschimpft hat und ein sehr ruhiger Charakter war. Und das war dann ganz bestimmt nicht der Fehler meiner Mutter!

Also: Sorry, aber völliger Unsinn!

VG
Jenny

Beitrag von jenx 20.04.10 - 10:16 Uhr

Oh je, meinte mit meiner Mutter konnte ich wenig anfangen #schwitz Ich sollte auch mal versuchen nur eine Sache - und die dafür richtig - zu machen ;-)

Beitrag von marion2 20.04.10 - 11:26 Uhr

Hallo,

ihre Tochter ist nicht nur extrem fixiert sondern auch extrem eifersüchtig.

Klar macht sie da irgendwo einen Fehler. Besonders, wenn sie die Fehler NUR beim Vater sucht.

Verstehste?

Mich unverschämt zu nennen, finde ich unverschämt.

Gruß Marion

Beitrag von rike29 20.04.10 - 11:41 Uhr

Woher willst du wissen, ob meine Tochter extrem eifersüchtig ist. Bist du jeden Tag dabei?
In diesem Fall ist sie sehr eifersüchtig, das stimmt.
Ansonsten hält sich ihre Eifersucht im Rahmen, was ich wesentlich besser beurteilen kann als du. Sie beschäftigt sich viel mit ihrer Schwester, schmust mit ihr, wickelt sie und hat einfach eine Menge Spaß mit ihr.

Außerdem suche ich die Fehler nicht nur beim Vater. Ich weiß, welche Fehler ich mache und arbeite daran sie zu vermeiden.

Beitrag von jenx 20.04.10 - 12:01 Uhr

Hallo Marion,

ich finde das nicht extrem. Sondern für ein immerhin fünfjähriges Mädchen eigentlich normal. Sie geht schließlich nicht hin und kneift ihre Schwester oder schmeisst sie aus dem Fenster - DAS wäre extrem. Und auch die Fixierung empfinde ich keinesfalls als extrem.

Sie sucht die Fehler ja auch nicht nur beim Vater. Aber bei ihm hat sie einen entscheidenden Fehler gefunden. Das heißt nicht, dass sie nicht bei sich sucht.

Ich finde es heftig, dass du - nur weil du es von deinen Kindern nicht kennst - gleich andere Kinder als extrem betitelst und die Mutter als unfähig hinstellst.

Gruß
Jenny

Beitrag von marion2 20.04.10 - 13:33 Uhr

Hallo Jenny,

ich habe nirgends geschrieben, sie sei unfähig.

Meinem Empfinden nach ist das Verhalten extrem.

Gruß Marion

Beitrag von rike29 20.04.10 - 13:52 Uhr

Expressis verbis geschrieben hast du es nicht, aber herauszuhören war es schon.

Beitrag von rike29 20.04.10 - 10:48 Uhr

Wir reflektieren unser Verhalten sehr häufig!

>>aber so ein Verhalten würde er nicht zeigen. Das ginge zu weit -> so etwas würde ich nicht tolerieren. <<

Unsere Tochter muss sich uns gegenüber nicht verstellen und sie kann über alles mit uns reden.
Wenn wir eine Verhaltensweise nicht in Ordnung finden, sagen wir ihr das klar und deutlich und sie kennt auch klare Grenzen.

Wo mein Fehler liegt? Ich bin konsequenter als mein Mann und toleriere weniger als er. Ich finde es daher ganz natürlich, dass ein Kind sich dann auf den softeren Elternteil fokussiert.
Abgesehen davon ist es nicht selten, dass gerade Mädchen sich sehr an ihren Papa hängen. Ich war auch immer ein Papakind.

Ich sage nicht, dass wir keine Fehler machen. Die macht wohl jeder mal. Du nicht???

Gruß, Ulrike

Beitrag von rike29 20.04.10 - 10:56 Uhr

Meine Tochter liebt mich ebenfalls sehr, dessen bin ich mir sicher und das zeigt sie mir täglich.
Da sie aber täglich erlebt, dass ich mich um ihre Schwester kümmern muss und trotzdem sie nicht zu kurz kommen lasse, ist es für sie ganz selbstverständlich und sie kommt daher gut damit zurecht mich zu teilen.
Mein Mann hat sich aber bisher wenig um die Kleine gekümmert und mehr um die Große. Also fällt es ihr natürlich schwer ihn nun plötzlich doch teilen zu müssen.

Beitrag von frauke131 20.04.10 - 11:34 Uhr

Wenn Kinder sich zu einem Elternteil mehr hingezogen fühlen (was fast immer so ist), liegt das häufig am ähnlichen Temperament oder weil man einfach mehr miteinander harmonisiert.

Meine Kinder waren eine Zeitlang beide auf Papa fixiert, nun ist mir meine Tochter näher und mein Sohn seinem Papa- ohne das der andere abgelehnt wird.

Als Kind war ich Papakind und meine Schwester an Mamas Rockzipfel!

Beitrag von rike29 20.04.10 - 11:46 Uhr

Bei uns gibt es auch immer wieder Phasen, in denen die Große mir näher ist und es gibt bestimmte Dinge, die sie nur mit mir macht, dafür andere, für die der Papa zuständig ist. Das finde ich auch vollkommen normal.
Im Moment hat sie einfach wieder eine extreme Papa-Phase, in der ich aber auch nicht abgelehnt werde.

Beitrag von marion2 20.04.10 - 13:36 Uhr

Hallo,

das stelle ich ja gar nicht in Frage.

Nur, dass der Papa das Geschwisterkind nicht auf den Arm nehmen darf, weil das Mädel soooo auf Papa fixiert ist.

Gruß Marion

Beitrag von rike29 20.04.10 - 13:50 Uhr

Er darf sie im Alltag ja auf den Arm nehmen.

Ich denke, es geht ihr darum, dass ihre kleine Schwester dann mit dem Papa ein Erlebnis hat, das sie so nicht mehr haben wird, da sie schon getauft wurde und das auf meinem Arm.

Dass das ein abstruser Gedanke ist, ist mir doch auch klar und ich war auch nicht gerade begeistert das zu hören. Aber in Kinderköpfen gehen manchmal Dinge vor, die wir Erwachsenen nicht verstehen können. Das hat nicht immer mit Erziehungsfehlern der Eltern zu tun!

Wir haben ihr aber heute morgen klarmachen können, dass wir das nunmal wie geplant machen werden. Sie akzeptiert es und wird lernen, dass nicht nur ich nun zwei Kinder habe, sondern ihr Papa ebenfalls. Das war ihr anscheinend bisher nicht so klar, weil ich mich überwiegend um die Kleine gekümmert habe und nicht mein Mann.

Beitrag von dore1977 19.04.10 - 21:15 Uhr

Hallo,

was ich machen würde ? Mir von einer 5 jährigen nicht auf der Nase rumtanzen lassen.

Ich würde Deiner Tochter sagen das sie das nicht zu entscheiden hat wer die Lütte bei der Taufe hällt. Das geht sie NICHT S an ! Sie ist 5 Jahre alt und ich würde ihr klipp und klar sagen wen sie sich bei der Taufe nicht benimmt dann fliegt sie hochkannt raus und wartet vor der Tür. Frag eine Freundin ob sie dann mit ihr rausgehen würde.

LG Dore

Beitrag von rike29 19.04.10 - 21:39 Uhr

Hallo Dore!

Ich sehe das ja grundsätzlich ganz genauso wie du. Wir haben einfach den Fehler gemacht, diese Dinge vor ihr zu überlegen. Wir hätten von vornherein alleine darüber sprechen und es entscheiden sollen.

Ich habe ihr schon gesagt, wenn sie zu Hause bleiben möchte, finden wir jemanden, der dann auf sie aufpasst und wir gehen allein zur Taufe. Ich möchte das gerne durchziehen, mein Mann aber leider nicht.

Ich werde weiter versuchen ihn zu überzeugen.

Danke und liebe Grüße,
Ulrike

Beitrag von dore1977 19.04.10 - 21:52 Uhr

Das ihr soche Überlegungen vor den Kindern macht finde ich vollkommen ok. Das finde ich ist normales Familienleben.

Wieso Dein Mann da so quer schießt kann ich nicht verstehen. Bei uns wäre ich eher die, die "einknickt" #schein

Natürlich könnt ihr auch versuchen sie irgendwie zu bestechen aber da ihr Erpressungsversuch doch ziemlich massiv ist würde ich ihr das auf gar keinen Fall durchgehen lassen.

LG dore

Beitrag von rike29 19.04.10 - 22:00 Uhr

Ihr ist leider einfach nicht klar, dass sie unter ihrer Entscheidung zu Hause zu bleiben auch sehr leiden würde. Sie hat sich auf diesen Gottesdienst eigentlich sehr gefreut, weil er in ihrem Kindergarten in Zusammenarbeit mit dem Pfarrer vorbereitet wird und die Kinder sich mit Beiträgen beteiligen werden. Außerdem wird ihre beste Freundin dann auch getauft, die sich gewünscht hat, dass Amelie sie begleitet.
Ich habe ihr das zwar schon alles aufgezählt, aber vorhin war sie einfach nicht in der Lage das zu begreifen.
Wir werden nochmal mit ihr reden.

Ich knicke auch oft ein, aber mein Mann noch wesentlich schneller. Er hat, denke ich, ein schlechtes Gewissen, weil er so viel arbeiten muss.

Beitrag von dore1977 19.04.10 - 22:07 Uhr

Sie muss ja nicht zu Hause bleiben. Mitnehmen würd ich sie schon. Wen sie allerdings anfängt Terror zu machen muss sie die Kirche verlassen. Stell irgendjemand von Deinen Gästen ab der sich notfalls Deine Tochter unter den Arm klemmt und rausgeht.

Wen sie es auf die harte Tour haben möchte dann so. Ich wäre da ziemlich schmerzfrei.

LG Dore

Beitrag von rike29 19.04.10 - 22:18 Uhr

Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass sie in der Kirche kein Theater machen würde. Diese Blöße würde sie sich vor ihren Freundinnen und Erzieherinnen nicht geben wollen.
Eigentlich ist sie ein vernünftiges und einsichtiges Mädchen. Ich hoffe, dass sie das diesmal auch sein. Sollte das aber nicht der Fall sein, müssen wir natürlich reagieren.

Beitrag von meckikopf 20.04.10 - 23:15 Uhr

<< ... der sich notfalls Deine Tochter unter den Arm klemmt und rausgeht.>>

Das wird ja immer besser... als ob eine 5(!!!)jährige nicht (ALLEINE) LAUFEN könnte!;-):-D Meine Güte, eine 5jährige ist bereits eine VORSCHÜLERIN und KEIN BABY oder KLEINSTkind mehr, welches man raustragen; sprich unter den Arm klemmen und so mit ihm rausgehen muss! (Sie) ganz "normal" an der Hand nehmen und mit ihr rausgehen, geht auch - und ist wohl in DIESEM Alter weitaus angebrachter! Und sie würde - und "müsste" - dann schon mit rausgehen.

Nichts für ungut, aber ich fände und finde es reichlich KOMISCH, ein so großes Mädel noch unter den Arm zu klemmen!


Gruß

Beitrag von rike29 21.04.10 - 09:29 Uhr

Das würden wir so auch nie machen. Dafür ist sie wirklich zu alt. Außerdem werden alle Kinder aus dem Kindergarten dabei sein, weil sie den Gottesdienst mitgestalten. Ich würde sie also auch nie vor ihnen bloßstellen wollen. Ich bin mir aber wie gesagt sicher, dass sie vor ihnen auch nie Theater machen würde.