6 Jahre und irgendwie "anders"-oder doch nicht?sehr lang

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Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von madulu 19.04.10 - 23:06 Uhr

Hallo.

Viellicht kennt das jemand? Ich mache mir Sorgen um meinen 2.Sohn(6 Jahre) Viel sagen,das er irgendwie anders ist.
Er wurde von der Schule zurückgestellt(geht also erst mit 7 in die Schule).
Er ist sehr zierlich, ca 1,10 m, 17-18 kg. also er sieht wirklich sehr dünn aus. Mussten mit ihm auch schon in die Herzklinik,weil bei der u 7 komische geräusche festegstellt wurden und er eben so dünn ist,
aber es war Zum Glück nix schlimmes,nur eine Sehne ist quer gewachsen und das macht wohl die Geräusche.
Das erstmal zur "Vorgeschichte"

Aber irgendwie ist er wohl "anders" als andere Kinder.?
Er schreibt Buchstaben,einige wörter in Spiegelschrift,und von rechts nach links.
Er ist sehr interessiert,wenn es um Lebewesen geht.
(Zitat: warum fressen große tiere ander tiere.die dürfen die doch nicht töten.. beim essen- welches fleisch ist das? warum essen wir das und warum nicht das von toten menschen? etc..)

Er singt sehr gern,sehr oft,aber nur wenn er sich unbeobachtet fühlt.
In der Kita ist er ein ziemlicher Aussenseiter.
Er will mit den anderen Kindern nicht spielen. Wenn wir fragen warum-sagt er entweder weiß ich nicht,oder weil die blöd sind#kratz

Bei der Schuluntersuchung hat er anfangs super mitgemacht-dann sagte er:ich will das nicht,ich kann das nicht,ich mach das nicht.

Das sagt er ständig. Obwohl er es kann. Er schreibt seinen namen verkehr rum und in spiegelschrift,(linkshänder) ich schreib ihm es nochmal vor und sag:schau mal,so wird dein name geschrieben. Er "tickt" völlig aus,schreit ich will das nie,ich kann das nie lass mich in ruhe etc.... und bockt. aber er fragt selber zb. Mama mit welchen buchstaben wird buch geschrieben?
er schreibt es dann auch aber ben von r. nach l. und/oder spiegelschrift.

Er will alles können,alles muss sofort klappen- gehts nicht gleich, wirft er es in die ecke und ist bockig. Man kann ihn weder trösten,noch mit ihm reden. (geh weg,lass mich in ruhe )

manchmal sitzt er da und ist "irgendwie weg".
Also er reagiert nicht auf ansprechen und starrt vor sich hin.
Er liebt es wenn man seinen Kopf streichelt,in den Haaren spielt (da ist er auch immer so wie im trance" oder so)
Aber er will sonst nicht gestreichelt werden,er ist Extrem kitzlig.

Als ganz kleines baby lag er oft im bettchen und starrte vor sich hin,die letzte mahlzeit 5 std her, er hat sehr wenig geweint.

Höre eigentlich nicht drauf was andere Leute sagen,
aber er ist schon irgendwie "anders"
Aber ist das nicht auch jedes kind?
Man soll/kann doch nicht vergleichen? Ich weiß es nicht.
Was sagt ihr.?

LG, Anja

Beitrag von binnurich 19.04.10 - 23:17 Uhr

Wenn er zurückgestellt wurde, wurde er nicht vielleicht auch getestet?
Ich meine, was würde gegen einen (nicht 100 % sicheren) IQ-Test sprechen?

Wenn er anders sein sollte, muss das doch bisher jemand gemerkt haben??

Beitrag von madulu 19.04.10 - 23:43 Uhr

Hallo,

er hatte die normalen schuluntersuchungen.
Also bei der Kinderärztin und in der Schule wo eine ärztin da war.
Dann nochmal zu so einem "Nachtest" in der Schule(nur lehrerin).

Er ist im Kindergarten sehr ruhig, wir wurden schon angesprochen,das er so Phasen hat und vor sich hin starrt und nicht reagiert.
Haben dann gesagt,das Dustin schon immer so ist,
da haben sie das so hingenommen.Auch nix mehr gesagt oder so.

Er ist aber nicht irgendwie hinterher mit der Entwicklung,
aber so auch nicht voraus, ganz normal halt.
Er war mit 3 jahren tagsüber trocken,mit 3,5 jahren nachts.
mit 2 jahren laufrad gefahren (wie ein "irrer"- berg runter ohne zu bremsen etc)
Mit 3,5 jahren fahrrad.

Wennman ihm vorliest hört er entweder ganz gespannt zu und kann auch erzählen,um was es in der Geschichte ging, oder er ist eben wieder so "träumerisch" und hat dann eben nicht zugehört.

Ach ich weiß auch nicht. Irgendwie denk ich,es ist ganz normal,und dann wieder- er ist eben doch irgendwie anders.
Aber ob er nun anders ist oder nicht,wird mir wohl nur ein Arzt sagen können.

Mache morgen gleich mal ein Terminfür ihn, meine "große" muss eh zum doc.

Danke dir nochmal.

LG, Anja

Beitrag von binnurich 20.04.10 - 07:27 Uhr

Es gibt doch so SPZ, vielleicht kannst du dort mal vorsichtig anfragen.

Dieses "er ist eben doch irgendwie anders" - das kennt sicher jede Mutter einwenig. Vielleicht auch schon deshalb, weil man sein Kind immer mit anderen vergleicht und irgendwie ist eben jedes Kind anders.
Ich frag mich manchmal ob mein Kind ADS o. ä. haben könnte, einfach weil sie sehr lebhaft ist.
Ich weiß aber auch, dass ich sehr lebhaft war. Also ist es irgendwie auch normal.

Aber wenn dein Bauchgefühl sagt, da könnte was sein, dann ist es sicher sinnvoll sich mal zu kümmern.
Aber sei vorsichtig, es wird auch manchmal vorschnell mit Diagnosen gehandelt.

Beitrag von natascha88 20.04.10 - 07:31 Uhr

Hm, schwierig.

Hast du schonmal was von Absencen gehört? Ich kenn mich da nicht so gut aus, vielleicht googlest du mal dannach und schaust, ob das bei euch so ist, wie beschrieben.

Ich will dir aber keine Angst machen. Klär das am besten mit dem Kinderarzt, der hat hoffentlich Ahnung. Ich finde das alles klingt schon z.T. etwas ungewöhnlich, ob das zur normalen Bandbreite der charakterlichen Unterschiede bei Kindern gehört oder besorgniserregend ist, kann ich dir beim besten Willen nicht sagen.

Liebe Grüße und alles Gute,

Natascha

Beitrag von nanoukaladar 20.04.10 - 07:52 Uhr

Ferndiagnosen sind zum Glück unmöglich.
Dennoch würde ich den Kinderarzt zumindest mal auf Hochbegabung und/oder Aspergersyndrom ansprechen.
Alle von dir geschilderten Beobachtungen können in beiden Fällen auftreten.

Egal ob und was dein Sohn hat: so wie du ihn beschreibst klingt er nach einem besonderen, sensiblen , liebenswerten und bestimmt faszinierendem Kind!

Beitrag von quickys1 20.04.10 - 08:34 Uhr

Hallo Anja,

also, irgendwie hört sich dein Kind fast an wie meine Große.

Sie hat auch viel in Spiegelschrift geschrieben. Das ist bei Linkshändern absolut normal. Sie ist jetzt in der 1. Klasse und hin und wieder sind immer noch gerade Zahlen verkehrt herum.

Sie ist auch oft sehr verträumt und schaut in der Gegend rum. Heute morgen z. B. sollte sie sich anziehen. Sie saß dann eine viertel Stunde nackig im Bett und hat sich ihre Decke angesehen.
Sie ist auch sehr neugierig. Wissen macht Ah ist z. B. ihre Lieblingssendung. Sie möchte auch immer wissen was wir essen, wie das gefangen wurde und und und.

Der Unterschied ist, sie ist bei so ziemlich jedem sehr beliebt und geht sehr offen auf alle zu. Sie würde sich z. B. nie beim Arzt verweigern oder sonst was. Sie ist sehr liebevoll und lässt sich sehr gut was erklären. Okay, sie macht es dann trotzdem nicht, aber sie gibt mir wenigstens das Gefühl, das sie mich verstanden hat.

Im Kiga haben sie immer gesagt. Sie ruht in sich und ist so zufrieden mit der Welt. Sie haben sie sehr darum beneidet.

Mach dir nicht zu viele Gedanken. In der Schule ändern sich die Kinder nochmal ganz extrem. Nimm deinen kleinen Mann einfach so wie er ist und hilf ihm in seiner Entwicklung.

Liebe Grüße


Nicole

Beitrag von manavgat 20.04.10 - 09:46 Uhr

Wie schon von jemand geschrieben: wende Dich an ein SPZ.

Vielleicht ist gar nichts, vielleicht ist Dein Sohn ein Aspie. Ich habe immer Mühe damit, wenn gleich von "Syndromen" die Rede ist.

Wirklich beantworten kann Dir das nur eine gute Kinder- und Jugendpsychiaterin. Geh halt hin und wenn es nur ist, um Dich zu beruhigen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von sora76 20.04.10 - 10:06 Uhr

Hallo!

An deiner Stelle würde ich einfach mal alles testen lassen.
Das kann Vieles sein, oder auch gar nichts.
Da jetzt zu spekulieren würde dir auch nichts bringen.
Lass ihn einfach mal von Fachärzten untersuchen.

Ich kann nur von mir sagen: Ich bin Linkshänderin und habe nie etwas in Spiegelschrift oder von Rechts nach Links geschrieben.


LG Sonja

Beitrag von madulu 20.04.10 - 11:55 Uhr

Hallo.

Vielen Dank für die Antworten.
Wollte eigentlich heut mit meiner Tochter zum Arzt, hatte heut morgen angerufen,aber wir haben erst für morgen vormittag einen Termin bekommen.
Dann werde ich das mal ansprechen, sie wird mir da hoffentlich weiterhelfen.

Danke nochmal.

LG, Anja

Beitrag von fascia 21.04.10 - 10:11 Uhr

Hallo Anja,

bist hin- und hergerissen.
Nicht vergleichen - doch vergleichen...

Du siehst deinen Jungen und vermutest, er sei "anders". "Mehr anders" oder "anders anders".
Ich denke, dein Gefühl trügt nicht.

Eigentlich stellt sich ja auch eher die Frage, ob im "Anderssein" Chancen und /oder Hindernisse für deinen Sohn verborgen (oder offen) liegen. Und welche das sind und sein werden...


Du hast ja schon den Verdacht, dass er verschiedene Dinge nicht so sortieren und umsetzen kann, wie du es für "normal" hältst. Und dass er, wenn er auf ein Problem stößt (, das er sogar als solches erkennt (per se schonmal positiv)), "zumacht".
Ich bin sicher, er spürt selbst, dass er sich von anderen Kindern unterscheidet - und sich schützen muss. Er setzt sich dann ab von ihnen. Eine normale, natürliche Reaktion.


Sicher handelst du klug, wenn du versuchst, mit professioneller Beratung mehr Klarheit zu bekommen.
Damit ihr zusammen Strategien entwickeln könnt, mit denen dein Sohn seinen zweifellos vorhandenen Stärken entdecken und nutzen kann. Und um zu vermeiden, dass er sich in ein sozieles Abseits befördert.


Für dich ergibt sich die Schwierigkeit, dass du ihn zugleich fordern und fördern musst, so wie du es ja die ganze Zeit tust - aber nicht riskieren darfst, dass er sich dagegen verschließt und seine Offenheit dir gegenüber verliert (weil du ihn forderst). Ein Eiertanz.
Es scheint aber, als wärst du da mit der geeigneten Sensibilität ausgestattet.


Gab es (gibt es) eine Zeit, da dein Sohn sich deine Hand nahm, um sie sich auf den Kopf zu legen? Ist ihm der Kontakt am Kopf am liebsten, wenn er nicht nur hauchzart ist, sondern ein etwas deutlicherer Kontakt? (Die Berührung am liebsten richtig in der Schädelmitte obendrauf und etwas nach den Seiten herab?).

Hast du ihn mal gefragt, was er empfindet, wenn er "abwesend" ist? (Du könntest sagen: "Du siehst so schön aus, wenn du so ruhig dasitzt. Das würde ich auch gern können. Wie machst du das nur?" Dann setzt du dich bei Gelegenheit einmal dazu und fragst ihn: " Was muss ich jetzt machen? Woran denkst du jetzt? Merkst du was?")



Besonderheiten können Segen und Fluch zugleich sein.
Leider gilt in Schule und Gesellschaft v.a. die Fähigkeit, sich einordnen zu können. Individualität hat es nicht leicht in vielen Bereichen.
Daher wird es wichtig sein, dass du dich um Erkennen und Aufklärung deinerseits (professionelle Hilfe) bemühst.
Nicht, um deinen Sohn zu "verbiegen", sondern um kompetent mit Lehrern (und anderen Menschen) für deinen Sohn sprechen zu können. Das erhöht ihre Bereitschaft zur Mitarbeit.
Damit dein Sohn seine Stärken und Persönlichkeit frei entfaltet kann.


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An meine Kinder

Wilder Watz und freches Frätzchen,
stilles Wasser, sanftes Kätzchen;
Kind, was Du bist,
das werde!
Denn Vielfalt ist
das Salz der Erde.

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Ein Korn Salz - das ist dein Sohn! Wertvoll und unverzichtbar.
Viel Glück euch,
fascia.