Was mache ich denn falsch?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von dine15 20.04.10 - 10:02 Uhr

Hallo!
Mein Sohn ist jetzt 22 Monate alt. Er war von Anfang an suuuper pflegeleicht. Mich hat jeder beineidet. Auch heute ist er im Grunde sehr pflegeleicht und lieb. Aber er hört kein bisschen!
Mal eine Beispielsituation: Er geht an den Herd und dreht an den Knöpfen. Ich sage "nein". Er macht weiter, ich sage wieder "nein" und nehme ihn weg. Dann geht er wieder hin und macht weiter oder haut provozierend auf den Knöpfen rum. Dann schimpfe ich und bringe ihn in sein Zimmer und er muss dort bleiben bis er wieder lieb ist. Das interessiert ihn aber nicht die Bohne. Er kommt aus seinem Zimmer wieder raus und macht weiter. Aber ich kann ihn doch nicht aussperren. Und wegräumen kann ich den Herd auch nicht.
Bei Sachen, die ich ihm wegnehmen kann, ist es natürlich leichter. Da gibt es manchmal Theater, aber meistens interessiert ihn selbst das auch nicht.

Seit neuestem haut er viel. Meistens ins Gesicht. Manchmal aus Spaß, meistens aber, wenn er sauer ist, weil wir geschimpft haben oder so. Wir schimpfen dann und erklären ihm, dass hauen weh tut und wir das nicht möchten, dass er das tut. Interessiert ihn nicht.
Jetzt läuft es sogar so ab, dass er haut und wenn wir ihm dann die Hände festhalten während wir schimpfen und ihm erklären, dass man das nicht macht dann verteilt er Kopfnüsse #schock Wenn er nicht hört muss er auch dann in sein Zimmer - aber wie gesagt, es interessiert ihn nicht.

Ich habe noch ein Beispiel, war mir Sorgen macht: Wenn wir irgendwo draußen sind und er läuft rum und es ist vielleicht eine Straße in der Nähe (also natürlich keine vielbefahrende Straße, da würde ich ihn nicht laufen lassen) dann muss ich quasi immer aufpassen, dass er nicht auf die Straße rennt. Straße ist jetzt ein blödes Beispiel. Halt irgendwas, wo er nicht hin soll... Bei anderen Müttern fällt mir auf, dass ein lautes "stopp" reicht. Julian würde dann erstrecht loslaufen. Aber wenn ich an seinem Rockzipfel bleibe und hinterher renne, rennt er auch erstrecht vor mir weg.
Das ist jetzt irgendwie schwer zu erklären, aber vielleicht wisst Ihr was ich meine.

Was mache ich denn falsch? Was kann ich denn für Konsequenzen ziehen, wenn er nicht hört?

Würde mich über Meinungen freuen.
Schonmal Danke und liebe Grüße
Nadine

Beitrag von christianeundhorst 20.04.10 - 10:17 Uhr

Hallo Nadine,
ich kann nur ganz kurz grade,weil Frieda 21 Monate auf mich wartet. Aber ich kann Dir einige Hilfe geben.
1. Dein Kind haut nicht um jemanden wehzutun oder so, sondern um seine Wut und seinen Frust über das schimpfen oder das Verbot auszudrücken. Daher solltest Du ihn auch NICHT dafür ausschimpfen! Sag ihm, daß Du verstehst daß er wütend ist. Daß Du weißt, daß er haut weil er sooooooo wütend ist. Er lernt dadurch, daß Du seine Gefühle ernst nimmst und er seine Gefühle nicht unterdrücken braucht. DANN wird er aufmerksam und ruhig und Du kannst ihm zeigen wie er seine Wut noch anders ausdrücken kann ( z.B. mit den Fäusten auf ein Kissen hauen, mit den Füssen feste trampeln etc). Er wird sich respektiert und ernst genpmmen fühlen und Dir besser folgen, weilö er das gerne tut!

Ich empfehle Dir auch das Buch "Das glücklichste Kleinkind der Welt. Wie sie ihr Kind liebevoll durch die Trotzphase begleiten" von Dr. Harvey Karp.
Dort sind viele gute Tipps!

Mehr dazu schreibe ich später, ich muß wieder mit Frieda weitermachen.

Bis nachher,
Chris mit Frieda Lina 21 Monate

Beitrag von mille82 20.04.10 - 10:17 Uhr

Huhu,
ich habe genau das selbe Problem.Als Baby war mein Sohn ein Bilderbuchkind.Es war alles richtig schön,so wie man es sich vorstellt.Tja und nun ist er so schlimm,dass man kaum noch irgendwo mit ihm hin gehen kann.Er macht alles kaputt,geht überall dran wo er nicht dran soll.Dann haben wir Schränke extra mit Schranksicherungen versehen,tja leider hat er raus wie man sie auf bekommt.Seit neustem müssen wir alle Türen abschliessen,da er sie auf bekommt.Er ist 17 Monate und ein richtiger Teufel.Meine Tochter ist 6 Jahre alt und ist schon so weit,dass sie Ihn wirklich hasst.Sie will mit ihm nichts zutun haben und hat sogar Angst vor ihm.Letztens musste mein Mann mit unserer Tochter ins KH weil unser lieber Sohn sich absichtlich vor Wut mit dem Kopf auf die Nase unserer Tochter geschmissen hat.Verdacht:Nasenbeinbruch.Ich krieg hier bald ne Kriese weil ich nicht weiss was ich machen soll.
Mit dem Ofen das kenn ich auch.Ist sogar passiert das ich mich schon verbrannt habe.Und zur Krönung kommt noch dazu,dass er absolut nicht durchschlafen will.

Ich kann dich sehr gut verstehen,nur einen Rat habe ich leider nicht,da ich selber auch das Problem habe.Aber du bist nicht alleine damit

Liebe Grüße und fühl dich gedrückt

Sabrina

Beitrag von dschinie82 20.04.10 - 10:18 Uhr

Hallo Nadine,

mein Sohn ist zwar erst 18,5 Monate, aber die Situationen kenne ich teilweise auch.
Bei uns ist das so, dass ich Tim wirklich aus der Situation raus nehmen muss bzw. von der Sache weg nehmen muss, an die er nicht soll. Dein Beispiel Herd: Wenn Tim da ran geht, sage ich 2x "nein". Dann geh ich hin, sage "Nein" und nehme ihn weg, versuche ihn abzulenken, gehe mit ihm zusammen in ein anderes Zimmer und spiele mit ihm. Wenn er dann wieder hinrennt, dann mache ich das gleiche Spiel wieder. Und immer immer wieder. Irgendwann wird es ihm zu langweilig und er lässt es. So hat er schon bei einigen Sachen gelernt, dass er das nicht soll. Und er geht dann auch nicht mehr ran. Mit ins Zimmer sperren erreichst du, glaub ich, gar nichts. Merkst du ja auch selber.

Zu dem Thema hauen kann ich nicht so viel sagen. Tim macht es auch ab und zu und wir sagen dann "Aua" und das es uns weh tut. Meistens hört er dann auch auf.

Wenn Tim mit mir draußen ist und wir gehen zu Fuß, dann muss er an die Hand, sobald er nicht hört und Richtung Straße läuft. Meistens habe ich einen Buggy dabei. Und wenn er gar nicht hört, dann kommt er da rein und ich fahre weiter. Ich erkläre ihm natürlich auch, dass da Autos fahren und wenn er da rauf läuft, dass sie ihn überfahren und er ein ganz großes AuA hat. Meistens hilft das.

Hoffe, ich konnte dir wenigstens ein bisschen helfen...

LG
Dschinie

Beitrag von sunflower.1976 20.04.10 - 10:47 Uhr

Hallo!

Ich schreibe einfach mal, wie ich es mache. Das ist mit Sicherheit keine "Musterlösung" und es gibt auch mal Knatsch. Aber im großen und ganzen klappt es bei meinen beiden Jungs gut.

Ich versuche möglichst wenig "nein" zu sagen. Wir haben klare Regeln. Aber Verbote werden positiv formuliert.
Im Fall mit dem Herd:
"Lass den Herd los!" anstatt von "nein", also eine klare Anweisung WAS mein Kind tun soll und nicht, was es nicht tun soll. Ich ermahne meine Kinder ein Mal, beim zweiten Mal "drohe" ich eine Konsequenz an, die beim dritten Mal ausgeführt wird. Würde mein Kind an den Herd gehen, würde ich ungefähr so handeln:
Beim ersten Mal: "Lass den Herd los!"
Beim zweiten Mal: "Lass den Herd los, sonst gehen wir ins Wohnzimmer/musst Du in den Hochstuh!" (das würde ich davon abhängig machen, ob ich koche oder nicht).
Beim dritten Mal würde ich die Konsequenz ausführen.

An der Straße muss mein kleiner Sohn an der Hand gehen (und auch mein großer, wenn er ein Mal Quatsch machen sollte). Solange ich weiß, dass mein kleiner Sohn an der Straße nicht hört bzw. erst recht losläuft, müsste er an der Hand bleiben, auch wenn wenig Verkehr ist. An der Straße gilt unsere Regel mit dem zwei Mal ermahnen nicht. Schon beim ersten Mal "nicht hören" folgt die Konsequenz, also an die Hand gehen, im Buggy sitzen oder auch direkt nach Hause gehen (bei meinem großen Sohn, was aber schon lange nicht mehr nötig ist).
Einem Kind ain Straßennähe hinterhergehen ("am Rockzipfel bleiben") halte ich für sehr riskant. Das wird vom Kind schnell als Spiel aufgefasst und es spielt fangen. Dein Kind muss BEI DIR bleiben (notfalls an der Hand). Laufen wohin es will, darf es im Park, im Garten o.ä., also da, wo wirklich kein Risiko besteht.

Ich stelle es mir für ein Kind sehr frustrierend vor, sehr häufig "nein" zu hören. Ich hab das ein Mal bei der Krabbelgruppe bewusst beobachtet, weil es mich interessiert hat. Einige Mütter sagen häufiger "nein" als dass sie ihr Kind anlächeln, es loben o.ä. Kein Wunder, dass manche Kinder auf Durchzug schalten, wenn sie "nein" hören. Damit warst nicht Du persönlich gemeint, denn ich weiß ja nicht, wie Du Dich sonst verhältst.

LG Silvia

Beitrag von guppy77 20.04.10 - 16:57 Uhr

schließe mich hier mal an..das kind hört sonst 1000mal nein, nein geht in ein ohr rein und ins andere raus. deshalb sagen was man vom kind will..: lass den herd los oder eben ähnliches

mein sohn klettert gerne auf sein duplotisch und gelangt so an die jalousien, wenn ich nein sage lacht er mich an. sage ich: komm da runter ! steigt er sofort runter, klappt also ganz gut.

lg guppy

Beitrag von dine15 20.04.10 - 11:23 Uhr

Danke für Eure Antworten!
Da waren auf jedenfall schon ein paar gute Tips bei!
Mit dem an der Straße hinterherlaufen habe ich mich falsch ausgedrückt. Wenn er zu Fuß mit mir unterwegs ist, klappt es sehr gut und da muss er auch an die Hand oder halt in den Kinderwagen, wenn er nicht hört. Ich meinte eher so Situationen, wie wenn man im Park ist und er läuft zu weit weg und da ist dann irgendetwas, wo er nicht dran soll. Da reicht bei anderen Müttern immer ein "stopp" und bei mir bewirkt das "stopp" immer genau das Gegenteil. Und das Hinterherlaufen endet dann im "Fangenspielen"...
Aber es ist auf jedenfall schon mal beruhigend, dass es anderen Müttern doch ähnlich geht.
Danke nochmal!
Dine