Mit 37Jahren noch ein post graduate Studium

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von jasahe 20.04.10 - 12:51 Uhr

Hallo!

Ich bin 37 Jahre alt und Mutter zweier Kinder, das jüngere ist 2,5 Jahre alt. Ich habe vor 15 Jahren mein Studium abgebrochen, habe es aber durch Ehrgeiz und Fleiß geschafft, mich ins Management eines Unternehmens hinaufzuarbeiten. Dieses habe ich vor vier Jahren als Mitglied der Geschäftsführung verlassen. Danach war ich sehr locker selbständig, soll heißen; die Aufträge kamen und gingen; ich habe es sehr genossen, mein Privatleben zu bevorzugen. Habe noch ein Kind bekommen etc. Nun ist der Kleine im Kindergarten und ich möchte mich neu orientieren. Da ich keine Wirtchaftsausbildung habe und auch schon 37 J. alt bin, habe ich so meine Zweifel, dass ich so mir nichts dir nichts eine Managementposition erreichen kann. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sobald mich die Personalisten kennengelernt haben, sind sie von mir überzeugt; aber dennoch fehlt mir die fachliche Basistheorie; habe mir alles in der Praxis beigebracht. Nun würde ich gerne ein MBA (Master of Business Administration)absolvieren. Das kann ich neben einem Job, ist aber sehr teuer (zwischen 20.000 und 24.000 €). Im Moment habe ich aber irgendwie eine Krise. Ich frage mich, ob ich nicht schon zu alt bin, so viel Geld in ein MBA zu investieren. Krieg ich das dann durch meien Jobs wieder rein. Ich komme ja bald in ein gefährliches Jobalter....Ich mache mir keine Sorgen, dass ich es nicht abschließen könnte; vier Semester schaffe ich und ich wäre auch schon angenommen, aber irgendwie....ich kann und mag nicht glauben, dass ich mit 37Jahren nichts Neues mehr beginnen kann und noch mein Leben bestimmen kann. Ich kann doch jetzt nicht mein restliches Arbeitsleben die Schiene fahren, die ich vor 13 Jahren begonnen habe, weil es keine andere Möglichkeit gibt?! Irgendwie habe ich eine Art mid life crisis. Bitte um eure Meinungen....

LG

Beitrag von lisasimpson 20.04.10 - 13:28 Uhr

hallo!

ich verstehe dein problem ehrlich gesagt nicht wirklich.
du hättest die möglichkeit den master zu machen, du bist angenommen und du hättest danach ne bessere ausgangslage, hättest dich weitergebildet und könntest dann die chance bekommen, deinen fähigkeiten nach bezahlt zu werden.
was spricht dagegen?
Klar ists ne menge geld- aber wenn du es für Urlaub, ein auto oder was weiß ich was ausgeben würdest, wärs doch genauso weg und dir bleibe vielleicht nicht so viel.

ich habe mit knapp 30 jahren eine ausbildung zur Familientherapeutin begeonnen- da war ich die jüngst. war nicht so viel geld (insgesamt denke ich um die 7000€), aber die meisten waren so um die 40, eingie sogar 50, als sie die ausbildung abgeschlossen haben.

wenn du dir zum beispiel anschaust, wie lange es braucht einen fachanwalt zu machen oder den facharzt (vor allem ,wen ndu noch auszeiten i nder elternzeit berücksichtigst), da kenn ich einige (vor allem eben frauen), die in deinem alter dann fertig wurde.

na,ja, und du mußt natürlic hauch bedneken, daß du noch 20 arbetisjahre vor dir hast (mindestens)- warum solltest du dafür nicht investieren.

Alles liebe
lisasimpson

Beitrag von jasahe 20.04.10 - 13:39 Uhr

Danke für deine Antwort! Ums Geld geht es mir nicht; ich meine höchstens darum, dass es verschwendet wäre; aber nicht dass es dafür ausgegeben wäre.
Deine Sichtweise motiviert mich; mein größtes Problem ist, dass ich mein Alter nicht einschätzen kann. Immer öfter denke ich mir, es ist zu spät, um jetzt noch an mir selbst zu arbeiten. Du hast was die erwähnten Berufsgruppen betrifft, natürlich recht.

Beitrag von lisasimpson 20.04.10 - 13:51 Uhr

aber klar.

einige meiner Kommilitonen haben nach dem studium promiviert, einige haben dann lehraufträge bekommen oder qualifizierungsstellen. Sind nun auch alle anfang/ mitte 30 und haben befristete stellen, die ein paar mal verlängert werden müssen.
bis dahin müssen dann entweder Habilitation durch sein, eine andere stelle gefunden oder raus aus der uni gegangen werden.
ein sicheres langfristiges Arbeitsverhältnis wird bei den meisten nicht vor dem 40. Geburtstag drin sein.

na, j,a dnan gabs andere, die erst mal die welt sehen wollte und wieder ander, die während des studiums Kinder bekamen...

bis auf die Lehrer (von denen es in meinem Umfeld auch genug gibt) kenne ich nicht so viele, die vor mitte 30 wirklich fest im berufsleben angekomme nwaren.
und wie gesagt- weiterbildungen, qualifizierungsmaßnahmen oder eben beruflich festgelegte ausbildungswege sind ja auch immer noch zu berücksichtigen

lisasimpson

Beitrag von fred_kotelett 20.04.10 - 13:51 Uhr

Ich denke das gerade bei deiner Berufserfahrung ein MBA Sinn macht.

Ich frage mich nur, ob du ohne abgeschlossenes Studium eine Zulassung bekommen wirst.

P.s. Von den Kosten wüd ich mich nicht abschrecken lassen, ist meiner Meinung nach gut angelegtes Geld.
Ich stand nach dem Studium auch vor der Entscheidung Promotion, oder nicht. Mittlerweile bin froh das ich noch 2 arme Studentenjahre in kauf genommen habe.

Viele Grüße

Beitrag von oldma 20.04.10 - 22:51 Uhr

...meine ehrliche meinung, rausgeschmissenes geld. du wirst das auch nicht in "position" wieder rausbekommen! und dabei bleibt es erfahrungsgemäß auch nicht. du musst übrigens noch 30 jahre arbeiten, das ist eine sehr lange zeit. ich sehe es auch so, dass es für eine "sofort-position" schon fast zu spät ist. mit anfang 40 bekommt man keinen leitungsposten mehr, wenn man da nicht schon einige jahre in gleicher position nachweisen kann und zwar in den letzten jahren... es ist auch aus selbstständigkeit heraus sehr schwierig wieder angestellt arbeit zu finden. aber das solltsest du alles selbst am besten wissen. als geschäftsleitungsmitglied kennst du die personalauswahlverfahren sicher. aber der arbeitsmarkt ist noch enger geworden. gerade rücken geburtsstarke jahrgänge an, fertig ausgebildet mit 25!
ich würde nicht auf neuorientierung setzen, da schmeisst du ja alle berufserfahrungen weg, deinen besonders wichtigen vorteil gegenüber den jungen absolventen!
auch wenn du es nicht so gerne hören willst, an deiner stelle würde ich zunächst wieder fuß fassen in einem job, der deiner letzten tätigkeit ähnlich ist. die meisten betriebe bieten ihren mitarbeitern weiterbildung an. da kannst du dann erstmal sehen, was für dich dabei ist. du kannst dann aber auch etwas anderes "nachlegen" ist es im betriebsinteresse, werden die ausbildungskosten vom betrieb übernommen!allerdings bekommst du dann einen sogenannen knebelvertrag, du kannst nicht unter xxx jahren kündigen, ansonsten musst du die ausbildungskosten erstatten, ausserdem wird deine künftige position dann auch schon festgelegt.. aber darüber wirst du vielleicht nicht böse sein. aber auch das ist dir sicher alles bekannt.
......ich habe mit 40 auch mal darüber nachgedacht, ob ich mal was völlig anderes machen sollte. nun, ich bin immer noch nur betriebswirt und heute sehr glücklich darüber, mich nicht verzettelt zu haben. meine langjährigen berufserfahrungen,ohne auszeiten haben mir einen mehrmaligen jobwechsel auch in andere bundesländer recht leicht gemacht. lg.c

Beitrag von minimind 20.04.10 - 23:30 Uhr

Hallo Jasahe

haste nicht- die midlifecrisis.

Ich finde deinen Gedanken zu studieren absolut sinnvoll, nachvollziehbar und sehr gut.

Allerdings solltest du es zackig durchziehen damit du SPÄTESTENS mit 44 wieder im Job bist ( einen Jobwechsel eingerechnet )

- UND:

Erkundige dich mal dringend vorher, ob es überhaupt noch ein "post graduate" gibt ?! Ich meine, nein.

Die Studiengesetze haben sich rapide verändert:

Master machen kannste, glaube ich, vergessen ohne den Bachelor gemacht zu haben.
Bachelor allein nützt dir nix und ist schade um die Zeit weil: gilt nix.
Das sind zumindest die Auskünfte die ich erhielt als ich auf den einen Dipl.-Ing. einen 2. Dipl.-Ing. aufsatteln wollte.

Also: erkundige dich bei der Uni (oder FH) und sprich mit der zuständigen Kammer weil die am Ende Eintragungen anerkennen müssen.

lg und viel Erfolg

Petra




Beitrag von jasahe 22.04.10 - 21:24 Uhr

Hallo Petra!

Vielen Dank! Ich bin schon angenommen an einer recht guten Business School - daher geht es auf jeden Fall. Habe gestern eine Statistik angefordert, dort steht dass das Durchschnittsalter der TN an dieser Uni bei 37 Jahren liegt. Find ich witzig und fühl mich schon besser.

LG

Beitrag von jeannylie 21.04.10 - 13:00 Uhr

Hi,
also zum Studium ist es nie zu spät. Daumen hoch #pro
würde ich machen.
Was mich interessiert, du hast Dein Studium nicht abgeschlossen, jetzt willst Du den Master machen.
Braucht man da nicht vorher den Bachelor zu???

LG
Jeannylie

Beitrag von redsea 21.04.10 - 15:37 Uhr

Hallo,

grundsätzlich bin ich der Meinung das ein MBA nichts bringt bzw. nur in den wenigsten Fällen.

Eine Freundin von mir hat ihren Job gekündigt um ein jahrlang einen sau teuren MBA zu machen und nun ist sie bereits seit einem Jahr arbeitslos und die Jobs die ihr jetzt angeboten werden, da würde sie weniger verdienen als vorher. Obwohl sie bereits einige Jahre Berufserfahrung hat, wird sie wieder als "Absolvent" eingestuft.

Ich würde auch versuchen, dass du wieder in eine ähnliche Position reinkommst wie vor den Kindern. Ich glaube das deine Chance da wieder hineinzukommen durch einen MBA nicht wesentlich erhöht sind.

LG