Hausgeburt/Klinik-Geburtsverletzungen-was ist anders?

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von durcheinander80 20.04.10 - 13:48 Uhr

Hallo,

ich lese interessenhalber immer wieder in diesem Forum, auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe oder schwanger bin.

Immer wieder lese ich, dass bei einer Geburt zu Hause (käme für mich leider aus gesundheitlichen Gründen nicht in Frage) es weniger Geburtsverletzungen gibt...

Warum eigentlich? Abgesehen vom Entspannen und fallen lassen können, was ist so anders in einer Klinik?

Wird da nicht der gleiche Dammschutz gemacht?

Danke für eure Antworten!#klee

Beitrag von muffin357 20.04.10 - 13:55 Uhr

ich glaube, oft ist es Panikmache oder Forendarstellung bzw. ein verzerrtes Bild, -- sowas passiert ja häufig in Foren.

aber es stimmt tatsächlich, dass es zu mehr verletzungen kommt, wenn es zu schnell geht , und hebis zuhause lassen sich wohl mehr zeit in der austreibungsphase...

abgesehen davon, dass man jede kleinste schürfung ja im KH ja auch "feststellt" und thematisiert, was eine hebi zuhause wohl nicht wirklich in diesem maße macht...

lg
tanja

Beitrag von matsel 20.04.10 - 14:42 Uhr

man hatnicht nurin der austreibungsphase mehr zeit, wie von muffin beschrieben, sondern die gesammte ss und bei geburtsbeginn.
kh:hoher blasensprung ->nach 6 std ohne wehen ->wehenfördernde maßnahmen
zuhause: mind. 36 stunden ohne weitere manahmen wenn es kind u muter gut geht
einleitung zu hause fehlanzeige
forsiertes pressen gibt es zu hause meist nicht -> langsamerer austritt des kindes
ebenso liest man auch oft: geburt eingeleitet, ging nicht, dann schmerzmittel, wehenhemmer, dann wieder wehenfördernde mittel, dieses ständige hin und her machen kind u mutter bei keiner geburt lange mit und dann muß das kind mit kristellergriff etc schnell zur welt kommen.
im kh durch die dauerüberwachung am ctg kommt es häufig zu fehlinterpretation (darüber gibt es wohl auch statistiken)
im gesamten kann man sagen das durch den zeitdruck auf die gebärende (wenn zu diesem zeitpunkt nicht das und das passiert ist, dann müssen wir das und das machen...) und das oft überschnelle handeln der ärzte viel ausgelöst wird im geburtsverlauf was zuhause eben nicht passiert.
ich will hier keine kh geburten schlec ht reden, sondern nur auf die schreiberin antworten.
lg

Beitrag von nisivogel2604 20.04.10 - 15:32 Uhr

Die Hebammen lassen zu Hause mehr Zeit für die Asutreibungsphase, Power pressen, wie es in den Kliniken gemacht wird gibt es nicht.
Dazu kommt das zu Hause mehr Frauen im Wasser gebären als in der Klinik. Wasser macht ja alles weich.

In den kliniken ist der Dammschutz oft schlechter und es wird auch gern mal sicherheitshalber geschnitten. Eine Hebamme wird nur im Notfall schneiden.

LG

Beitrag von minnie85 20.04.10 - 17:14 Uhr

Ich denke, das liegt vor allem daran, dass in der Klinik das veraltete Powerpressen immernoch vorherrscht und außerdem viel eher geschnitten wird.
Außerdem hast du viel mehr Vertrauen und Möglichkeiten und wirst daher eher eine schonende Position einzunehmen, im KKH liegen letztendes doch die meisten Frauen in der Maikäferposition.

Ich dagegen hatte eine Beleghebi, ne tolle Alternative, wenn man sich noch keine HG zutraut.

Beitrag von honolulumieze 20.04.10 - 17:15 Uhr

Habe auch gehört, dass es zu Hause weniger Komplikationen/Verletzungen geben soll. Da man dort auch eine Hebamme nur für sich hat und keine Hektik durch Schichtwechsel, andere Gebärende, Ärzte, die mit den Füßen scharren, herrscht, ist das ja auch logisch.

Ich kenne aber auch eine Frage, die bei der 6. Hausgeburt fast hopps gegangen wäre. Das Kind gleich mit. Das Kind war so groß und schwer, blieb stecken und kam blau raus. Da musste dann ein Chirurg nach Hause geholt werden, um sie zu nähen. Anschließend lag sie 3 Wochen im Bett, derartige Verletzungen und hohen Blutverlust hatte sie... Gibt also auch Negativbeispiele.

Beitrag von honolulumieze 20.04.10 - 17:17 Uhr

Frau meinte ich natürlich #schein

Beitrag von kyrilla 20.04.10 - 17:22 Uhr

Eine Geburt ist NIE risikolos für Mutter und Kind. Ich kenne Fälle, in denen Mutter oder Kind nach komplikationsloser Schwangerschaft im Krankenhaus verstorben sind.
Auch dort gibt es keine absolute Sicherheit.

Es steht jedoch fest, dass außerklinische Geburten mindestens so sicher sind wie klinische Geburten.

Nur der Vollständigkeit halber. ;-)

LG
Kyrilla

Beitrag von nisivogel2604 20.04.10 - 18:31 Uhr

Negativbeispiele gibts im KH doch aber viel mehr. Da wo jede 4. Frau auf dem OP Tisch landet, man jeder dritten den Damm zerschneidet und jeder Frau eine Zugang legt #zitter

Beitrag von blockhusebaby09 20.04.10 - 19:19 Uhr

Hallo

Also bevor hier weiter die Hausgeburt in den Himmel gelobt und die Klinikgeburt verteufelt wird muss man ja dazu sagen
das nur absolut komplikationslose Schwangerschaften bei denen man mit einfachen Entbindungen rechnet Zuhause gebären dürfen daher ist es ja normal das es dabei seltener zu Epis u.s.w. kommt.
Aber es gibt auch in Deutschland immer wieder Kinder die durch die ach so tolle Hausgeburt dauerhafte Schäden davon tragen weil es nun mal im Fall des Falles wesendlich länger dauert bis die Frau auf den OP-Tisch liegt als in der Klinik.
Im KH arbeiten auch Hebammen und FA die was von ihren Fach verstehen und Geburten gut begleiten auch sehen Kreisssäle Heute aus wie gemütliche Wohnzimmer und lassen der Frau kaum noch Wünsche offen.
Nur das man da die sichere Gewissheit hat geht was nicht so glatt kann dort sofort und schnell geholfen werden.
Ich hab meine 4 Kinder im KH mit netter Hebamme und FA in schöner Atmosphäre im gemütlichen KS(das 4.in der Geburtswanne) bekommen ohne Dammschnitt oder Riss u.s.w.Die Geburten waren Alle sehr schön und entspannt.
Eine Hausgeburt halte ich Heute für so unverantwortlich als wenn ich mein Kind ungesichert im Auto transportieren würde.
Das wäre fürs Kind auch viel bequemer und gemütlicher als in den engen Sitz aber wenn doch mal was passiert????
Nein da ziehe ich die Sicherheit in der Klinik vor ich könnte es nicht mit mir vereinbaren wenn meine Kinder einen Schaden davon tragen würden oder gar die Geburt nicht überleben würden nur weil ich in heimischer gemütlichkeit entbinden wöllte.Da ist mir die Gesundheit und das Leben meiner Kinder zu kostbar.
Denn gerade wenn man hier den einen oder anderen Geburtsbericht liest weiß man wie wichtig und lebensrettend das KH sein kann.

Ganz liebe Grüße#herzlich

Beitrag von alexa81 20.04.10 - 19:49 Uhr

Also, Dein Vergleich mit dem ungesicherten Transport im Auto hinkt aber gewaltig. Daran sieht man, dass Du Dich leider zu einem Thema äußerst, über das Du Dich nicht wirklich informiert hast...

Ja, es gibt zu Hause Risiken, die es in der Klinik nicht gibt - und die gibt es umgekehrt genauso. Die häufigste Komplikation in Verbindung mit Geburten ist die Infektion mit Krankenhauskeimen - und die gibt es zu Hause nicht. Ich kenne schon zwei Kinder, die diese Infektion hatten. Der eine Junge wäre fast daran gestorben, weil sie eine Hrinhautentzündung auslösten, seine Eltern sollten sich schon von ihm verabschieden, so schlecht sah es aus (sein Bruder kam genau deshalb zu Hause zur Welt...). Bei dem Mädchen hatten sich die Keime im Oberschenkel festgesetzt, es war lange nicht klar, ob sie das Bein jemals normal nutzen könnte, auch mit sechs Jahren muss sie noch wöchentlich zur Krankengymnastik.

Eine Hausgeburt wird nur angestrebt, wenn keine besonderen Risiken dagegen sprechen. Unter der Geburt gibt es eine 1:1 Betreuung, was weitaus besser ist als in der Klinik, außerdem kennt einen die Hebamme bereits die gesamte Schwangerschaft. Durch diese Faktoren merkt sie sehr früh, wenn etwas nicht stimmt und die Hausgeburt wird abgebrochen. Und sollte es wirklich zum Notfall kommen, steht eine Hebamme wohl kaum mit leeren Händen da - eine Notfallausrüstung inkl. Atemmaske und Sauerstoff ist immer dabei.

Und dann gibt es schon seit Jahren eine statistische Erfassung der Hausgeburten, die klar belegt, dass diese keinesfalls gefährlicher sind.

Bevor man solche heftigen Aussagen trifft, wie Du es in Deinem Beitrag getan hast, sollte man sich umfassend über das entsprechende Thema informieren - und dabei nicht vergessen, sich die Argumente BEIDER Seiten anzuhören...

Gruß, Alex

Beitrag von blockhusebaby09 20.04.10 - 20:08 Uhr

Hallo

Sicher gibt es Vorteile bei beiden Entbindungsvarianten und jede Frau muss das letzt endlich selbst entscheiden.
In übrigen bin ich schon recht gut informiert schon aus beruflichen Gründen.Ich hab selbst schon in meiner Ausbildung im KS gearbeitet und miterlebt wie schnell aus einer beginnenden Bilderbuchentbindung ein lebensgefährlicher Notfall werden kann was überhaupt nicht vorrauszusehen ist.
Auch ist mir das Vorkommen von Nosokomialen Keimen im KH bewusst trotzdem halte ich eine Entbindung im KH für die eindeutig sichere Variante wobei ich sicher auch nicht allein auf der Welt bin mit dieser Meinung.
Welcher Vergleich meiner Meininung nach gewaltig hinkt ist der Vergleich das bei Hausgeburten ofter alles glatt geht als bei Klinikentbindungen.
Das ist ja auch nicht verwunderlich wenn sich die Hebamme die Frauen für eine HG genau aussucht und in zweifelsfall die Diese sofort abbricht wird in der Klinik nicht ausgesiebt oder abgebrochen.

LG

Beitrag von kyrilla 20.04.10 - 20:27 Uhr

Die Statistiken, die nachweisen, dass eben Klinikgeburten NICHT risikobehafteter sind als außerklinische Geburten ist bereits bereinigt.

Möchtest du wirklich noch etwas dazu lesen oder soll ich dich nicht mit Tatsachen verwirren, wenn deine Meinung schon feststeht?

Natürlich muss jede Frau da entbinden, wo sie sich sicherer fühlt, allerdings sind überall Risiken vorhanden. Die Sicherheit des Krankenhauses ist oft trügerisch.

LG
Kyrilla

Beitrag von alexa81 20.04.10 - 20:34 Uhr

**Natürlich muss jede Frau da entbinden, wo sie sich sicherer fühlt, allerdings sind überall Risiken vorhanden.**

Nur leider gibt es ja genug Frauen, die sich im KH gar nicht wohlfühlen, für die aber wegen der üblichen Totschlagargumente und dem, "was man so hört", niemals etwas anderes als eine Klinikgeburt in Frage käme...:-(

LG, Alex

Beitrag von alexa81 20.04.10 - 20:30 Uhr

**In übrigen bin ich schon recht gut informiert schon aus beruflichen Gründen.Ich hab selbst schon in meiner Ausbildung im KS gearbeitet und miterlebt wie schnell aus einer beginnenden Bilderbuchentbindung ein lebensgefährlicher Notfall werden kann was überhaupt nicht vorrauszusehen ist. ***

Nur ganz kurz, bin gerade auf dem Sprung - aber auf das Zitat oben muss ich noch schnell eingehen... ;o)

Genau deshalb habe ich ja geschrieben, man sollte nicht vergessen, sich über BEIDE Seiten zu informieren un die Argumente BEIDER Seiten anhören. Deine Sicht ist halt sehr einseitig..

Beitrag von alexa81 20.04.10 - 20:04 Uhr

Gerade vergessen - hier ist der Link zu QUAG, falls Du Interesse daran hast, Dich zu informieren bzw. die statistischen Erfassungen zu Hausgeburten zu lesen:

http://www.quag.de/

Beitrag von nisivogel2604 21.04.10 - 13:16 Uhr

gerade wenn man die Geburtsberichte hier liest weiß man warum die Kaiserschnittraten so hoch sind. Da wird von vornherein in den natürlichen Gebrutsverlauf eingegriffen. mit Einleitungen, PDAs Wehenhemmern. Das die Körper der Frauen da streiken und dichtmachen wundert mich nicht. Diese Dinge bergen so viel Risiko, was in den Kliniken aber getrist unter den Teppich gekehrt wird.

Beitrag von lebelauter 21.04.10 - 11:12 Uhr

Zuhause hast Du eien 1:1 oder sogar 2:1 betreuung, im KH ist der betreuungsschlüssel meist viel schlechter.

Ausserdem wird zuhause nicht an der geburt rumgefuscht..

Im KH siehts doch oft so aus: Zuerst wird den frauen offensiv eine PDA angeboten, dadurch werden die wehen weniger, weshalb dann natürlich der wehentropf angehängt wird... dan gehts natürlich fürchterlich schnell und der damm hat keine chance, sich auf den wachsenden druck einzustellen und sich langsam auszuwalzen...

folge: tiefer riss

oder aber so:

geburt dauert dem personal viel zu lange, also wird einfach geschnitten, damits schneller geht..

LG

LL

Beitrag von blockhusebaby09 21.04.10 - 12:28 Uhr

Oh wei aus welcher Horrorklinik berichtest Du den da#zitter
Ich hab 4 Klinikgeburten hinter mir aber sowas hab ich noch nie erlebt und auch nicht von anderen Müttern gehört.
Eine PDA bekommt man nur wenn man die wirklich verlangt.
Angeboten wurde mir die nie.Die Hebis sind eh keine Freunde von der.
Bei der 2. Entbindung hab ich fast 24 h gebraucht und die Zeit hat man mir auch gelassen also nix Wehentropf u.s.w..
Auch eine Epi hatte ich nie.
Und in der Klinik hatte ich die Hebi auch immer für mich allein wenn noch eine 2.Geburt sich ankündigt wird die Bereitschaft geholt.
Was mich betrifft brauch ich die Sicherheit in der Klinik für mein Kind mehr als die heimische Atmosphäre.
Mich beruhigt es zu wissen das wenn es meinen Kind unter der Geburt plötzlich schlecht geht das der rettende OP gleich neben an ist.
Ich glaube was die Entbindungskliniken betrifft hat sich in den letzten Jahren so einiges an Positiven getan.

Liebe Grüße#herzlich

Beitrag von tomate77 21.04.10 - 13:42 Uhr

Hallo durcheinander80,

ich würde mich nicht für eine Hausgeburt entscheiden, weil ich mich im KH einfach (medizinisch) besser aufgehoben fühle.

Das so oft erwähnte "Powerpressen" kenne ich gar nicht. #kratz
Meine Geburten im KH standen nicht unter Zeitdruck. Keine Mittelchen die mir jemand andrehen wollte, keinen Schnitt und vor allem keine Hektik.
Ich habe mir selbst die Zeit genommen, die ich brauchte und das getan was mir gut tat.

Der Einzige der Stress gemacht hat, war mein Sohn. Der wollte so schnell raus, dass Hebamme und Ärztin mich angeschriehen haben, dass ich langsam machen sollte...
und der Dammschutz dort im KH war erste Sahne! Trotz der rasenden Geburt - keine Verletzung.

Ich denke aber, da wo man sich wohl fühlt (und man muss sich auch nicht reinreden lassen, sondern auf sein Gefühl hören), da ist man generell entspannter. Trotzdem keine Garantie für ausbleibende Geburtsverletzungen.

Wenn es soweit ist...mach das wo du dich wohl fühlst :-)

LG
tomate