Endlose Diskussionen mit 4 Jahren, wo soll das noch hinführen???

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von maximama22 20.04.10 - 21:46 Uhr

Hallo ihr lieben,

Maximilian ist im Februar 4 Jahre geworden. Er ist schon immer ein liebes Kerlchen aber zur Zeit macht er mich echt fertig. Egal was ich sage er will genau das Gegenteil. Er diskutiert ewig, muss immer das letzte Wort haben und wenn ich ihm dann Grenzen setzt bricht er in Tränen aus und heult wie ein Schlosshund.

Heute z.B. habe ich ihn und seine Schwester von der Oma abgeholt. Habe mich noch kurz mit der Uroma unterhalten bis ich gesagt hab dass er sich jetzt anziehen soll damit wir fahren können. Das obligatorische "Nein" kam natürlich und dann fing er an zu diskutieren. Er fährt nur mit wenn wir heute noch in die Eisdiele gehen. Darauf hab ich mich natürlich nicht eingelassen. Dann fährt er auch nicht mit und bleibt hier. So ging das ewig und ich sagte ihm gefühlte 1000 mal er soll sich endlich anziehen, hab seine Sachen geholt und wollte ihn anziehen, keine Chance er hat nämlich keine Lust. Dann hab ich ihn eben an der Hand genommen und hab ihn ohne Schuhe und Jacke (Auto steht direkt vor der Tür, er musste also nicht über einen Hof laufen, Haustür auf und rein ins Auto) ins Auto gesetzt. Natürlich gabs dann großes Geschrei. Hat sich abgeschnallt wollte wieder aussteigen und hat sich aufgeführt wie Sau. Ich musste mich so zusammenreißen dass ich nicht meine Fassung verliere.
Er macht mich wahnsinnig. Ich bin ein sehr konsequenter Mensch und zeige ihm auch konsequnenzen. Durch sein Gezicke hatte er heute natürlich keine Zeit mehr Yakari anzuschauen. Ich bin im Mom nur noch am "Bestrafen" und Grenzen aufzeigen. Hab langsam keine Lust mehr und werde von mal zu mal lauter, was ich ja auch nicht will. Wielange dauert denn diese Phase?
BOCKIG,TROTZIG,ZICKIG

Sind eure Kiddies mit 4 auch so?

Liebe Grüße
Maximama

Beitrag von bine3002 20.04.10 - 22:05 Uhr

"Ich bin ein sehr konsequenter Mensch und zeige ihm auch konsequnenzen."

Ganz vielleicht bist Du ja schon ein wenig zu konsequent. D.h. vielleicht könntest Du ja eher mit Kompromissen bei ihm landen. Statt einem "Nein, es gibt kein Eis." könntest Du vielleicht sagen: "Nein, heute schaffen wir das nicht mehr. Aber morgen können wir ein Eis essen gehen, wenn Du magst."

Laut werden und immer Grenzen aufzeigen ist jedenfalls auch nicht das Wahre. Wobei ich sagen muss, dass auch meine Tochter immer wieder mal Phasen hat, wo sie mehr zickt als sonst. In der Regel ist das dann wieder irgendein Entwicklungsschub und sie kann danach wieder neue großartige Dinge. Oftmals ist sie auch müde, wenn sie besonders zickig ist. Im Großen und Ganzen aber haben wir keinen Stress und sie hört auf mich.

Beitrag von maximama22 20.04.10 - 22:17 Uhr

So versuche ich es auch aber auch das hilft nichts.

Das mit dem Eis war ja auch für morgen ausgemacht, wir treffen uns morgen mit seinem Kindergartenfreund in der Eisdiele und das wusste er auch denn ich habs ihm 2 Min vorher gesagt. Deshalb ist er ja auch erst auf die Idee mit dem Eis gekommen.

Vielleicht sollte ich wirklich ab und an etwas lockerer werden. Aber ich bin eben so jemand der sehr konsequent mit jedem ist.

Muss vielleicht ein bisschen an mir arbeiten.

Liebe Grüße

Beitrag von bine3002 20.04.10 - 22:32 Uhr

Konsequenz ist ja auch in Ordnung. Wenn ich etwas zusage ODER verbiete, dann bleibt es auch dabei. Das Ding ist nur, dass wir hier von kleinen Kindern sprechen und die noch lange nicht die Frustrationstoleranz haben wie wir. Außerdem haben sie viel mehr Zeit als wir. Und folglich müssen wir uns manchmal in die Kleinen hinein versetzen und etwas Verständnis aufbringen.

Na ja und da muss man dann eben manchmal Dinge 1000 mal wiederholen und beim nächsten Mal wieder und wieder... bis es irgendwann fruchtet. Anstatt dann gleich "Strafen" (oder nett formuliert "Konsequenzen") anzudrohen, kann man sich auch ein dickes Fell wachsen lassen, gelassen bleiben und mit viel Geduld erreichen, was man wollte. Der Unterschied ist dann nur: Die Situation eskaliert nicht, das Kind zieht sich freiwillig an, weil es VERSTANDEN hat und man ist trotzdem konsequent geblieben (weil man ja bekommen hat was man will).

Oder Du machst aus den Dingen ein Spiel. Meine Tochter ist sehr empfänglich dafür. Sie spielt zum Beispiel gerne "Hund" (oder Baby-Tiger oder Baby-Dino oder was weiß ich). Jedenfalls nennt sie sich dann "Lilli". Und wenn ich etwas von ihr möchte, dann sage ich "Zauber Zauber Du bist jetzt Lilli". Anschließend kann ich sie herum "kommandieren" und sie macht alles, was ich möchte. Sie geht "Bei Fuß", macht "Sitz" und "Hol's Stöckchen" ;-) und dabei kann ich ihr dann wunderbar die Schuhe anziehen oder sie durch die Gegend dirigieren. Klingt vielleicht etwas seltsam, aber es funktioniert und sie hat sogar noch Spaß daran. Ich muss allerdings gestehen, dass ich auch nicht immer Lust dazu habe und mich manchmal dazu hinreissen lassen auch ungeduldig zu werden. Vor allem abends reicht es mir dann manchmal.



Beitrag von sina236 20.04.10 - 22:17 Uhr

also wir haben sie mit vier auch, diese tage. nicht immer, aber ab und zu. und ich muss sagen, meistens ist es dann, wenn ich selber schon müde, genervt bin. dann schaukeln wir uns gegenseitig hoch. dabei habe ich aber die erfahrung gemacht, dass kompromisse mit kindern gut funktionieren können. ich sehe das dann auch nciht als eingeständnis, sondern als "einigung"und sich einigen können ist doch auch wichtig im leben. ich finde sogar, es ist mindestens genauso wichtig, wie konsequenz. natuerlich funktioniert das im worst case auch nicht immer. manchmal ist es einfach so, dass meine tochter sich ausschreien muss. hinterher vertragen wir uns wieder. der leitsatz bei uns lautet "wir haben uns sehr lieb und wenn wir uns mal streiten, dann haben wir uns trotzdem lieb und nur verschiedene meinungen" ;-). so klappt es ganz gut. ich bin auch für konsequenz, aber ich bin ebenso für kompromisse. weil ich die zb auch in der 2er beziehung total wichtig finde. vielleicht musst du dich mal wieder ein wenig lockerer machen und dir sagen, er ist das kind, ich sage was gemacht wird; aber ich kann auch mal sagen, wir treffen uns auf der hälfte. das spart ziemlich viele nerven.

Beitrag von nakiki 21.04.10 - 08:57 Uhr

Hallo!

Dein Beispiel ist keine Diskussion sondern ein Erpressungsversuch. Darauf würde ich mich nie einlassen.
Und das sage ich auch so meiner Tochter.

Dann würde ihr aufzeigen, welche Folgen ihr Verhalten hat, in eurem Fall klarstellen, dass er dann keine Zeit mehr hat Fernsehen zu gucken.

Stell in vor die Wahl: Anziehen und Yakari gucken oder rumbocken, Zeit vertrödeln und kein Fernsehen. Dann lass ihn stehen, er darf entscheiden.

Ich habe gelernt, dass man in dem Alter nicht zuviel diskutiert, sondern mit der Wahlmöglichkeit am besten fährt.

Die Phase dauerte bei uns bis zum 5. Geburtstag, dann hatten wir ein halbes Jahr Ruhe und dann ging es wieder los. Diesmal aber nur kurz.

Gruß nakiki

Beitrag von brittipelinda 21.04.10 - 09:02 Uhr

Guten Morgen Maximama,
es ist schon interessant wie viele im Moment Kinder in dem Alter um 4 haben und eigentlich die gleichen "Probleme".
Bei uns ist es nämlich genauso!!
Wir reden uns im Mom auch den Mund fusselig und unser Junior macht, oder versucht es zumindest, was er will. Nur Diskussionen, nur Dickkopf, nur "Nein". Immer das Gegenteil von dem was er soll.
Und wenn es dann Konsequenzen hagelt (was im Mom oft der Fall ist) ist das Geschrei um so größer. Aber keinen Schritt auf uns zu.
Es ist für mich und meinen Mann sehr schwer, da wir immer viel mit ihm reden und erklären und ihn doch immer sehr großzügig haben laufen lassen. Grad mein Mann -der immer so gutmütig ist - fällt es besonders schwer konsequent auch mal nein zu sagen und nicht ewig zu diskutieren über Sachen die einfach so sind wie sie sind.
Aber es beruhigt schon ungemein, dass nicht wir etwas verkehrt gemacht haben in der bisherigen Erziehung, sondern eine Phase, die wieder vorbei geht und wir unseren "alten" Ole haben.
Man merkt ja auch wie er sich oft selbst im Weg steht und dann tut es einem sogar leid.
Es gehört halt so einiges zum groß werden dazu.
Tschüß und einen langen Atem an alle
Britta und Ole-Oscar (im Mai 4 Jahre)

Beitrag von kate75 21.04.10 - 09:09 Uhr

Hallo & guten Morgen,

Konsequenz ist gut, aber nicht das Allheilmittel.

Ich persönlich differenziere zwischen Dingen, die unbedingt durchzusetzen sind, wie z. B. alles was mit Sicherheit/Gesundheit zu tun hat, und Dingen, die man auch mal mit Kompromissbereitschaft angehen kann - wie z. B. Deine geschilderte Situation mit dem Wegfahren von der Oma.

Die Kinder verstehen in dem Alter sehr wohl, davon bin ich überzeugt, wenn man ihnen sagt, dass etwas aus (zeitlichen) Gründen nicht mehr geht und man ihnen daher einen anderen "Termin" für z. B. das Eis essen anbietet. Schließlich nehmen sie ja den (geregelten) Tagesablauf schon sehr bewusst wahr.

Außerdem biete ich Benni alternativ immer an, dass er - bei Nichtakzeptieren meines Vorschlags - halt ganz verzichten darf (muss). :-p

Ehrlich gesagt habe ich mir schon sehr, sehr zeitig angewöhnt, vorhersehbare Stresssituationen auf eine bestimmte Art und Weise "abzuwickeln": Ich gebe Benjamin immer 2 Möglichkeiten, eine Situation aufzulösen: Eine, die so ist, wie ich das gerne hätte und eine, die für Benjamin noch viiieeel blöder ist, so dass ich im Grunde genommen vorher ziemlich genau weiß, dass er sich für meine Wunschvariante entscheiden wird. Wenn auch nicht ohne Protest und Meckern. ;-) #schein

Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel, aber im Allgemeinen funktioniert das prima.

Es gibt ganz klar sogar Situationen, in denen ich auf die Uhr schaue, meine Zeitplan nochmal nachrechne und - wenn die Wunscherfüllung nicht zu umständlich/zeitintensiv ist und es passt - dann halt einen kleinen Umweg radle, um Benni doch mal auch zeitnah ein bisschen zu verhätscheln. Je nach Situation, Stressfaktor und Tageslaune.
UND: Es sind Ausnahmen. Und auch das weiß Benjamin und weiß es von daher durchaus zu schätzen.

LG Kate