hat mal wer von euch madame bovary gelesen?

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Beitrag von pitty29 21.04.10 - 07:06 Uhr

ich dachte mal ich müßte weltliteratur lesen und habe den schmöker irgendwo bei uns im bücherregal gefunden.
habe mich bisher auf seite 90 durchgequält. und es wird und wird nicht besser. kaum dialoge und die erzählform ist auch äußerst gewöhnungsbedürftig

.es ist ausgesprochen laaaaangweilig. ich habe bisher noch gar nicht richtig rausfinden können worum es in diesem buch geht. natürlich um madame bovary is klar aber was bezweckt der autor damit frage ich mich immer wieder?

also wirds noch besser oder wieder ab ins bücherregal?

lg von pitty29, die echt belesen ist aber damit einfach nicht klar kommt

Beitrag von gretchens.armee 21.04.10 - 07:28 Uhr

Hi,

ich habe Madame Bovary vor langer Zeit gelesen, aber was mir im Gedächtnis blieb, fand ich ausgesprochen interessant, weil es meines Erachtens ein sehr psychologisches Buch ist und eine relativ nüchterne Sprache aufweist. Intention des Autors- hm, vielleicht in gewissem Sinne Romantikkritik, also Kritik an den Sehnsüchteleien und daraus resultierenden unreflektierten Leidenschaften, aber dafür müsste ich es noch einmal lesen, um das wirklich beurteilen zu können ;-).

Aber auch bei Weltliteratur muß das Geschriebene ja schließlich den Leser ansprechen und wenn das bei dir nicht der Fall ist, dann leg es lieber weg, statt dich da durchzuquälen ;-).
Ich habe sicherlich einiges an Weltliteratur "durch", aber wenn mich, salopp gesagt, die Story nicht angesprochen hat, die Erzählweise oder die Figuren, dann habe ich keinerlei Probleme damit gehabt, das wieder beiseite zu legen. Dazu gehört u.a. "Die Blechtrommel", oh weh. Am Ende ist es doch Geschmackssache!

Gruß
Gretchen

die sich trotzdem über eine Buchdiskussion in Medienwelt freut ;-)

Beitrag von birti 21.04.10 - 07:42 Uhr

Morgen,

ich hab's mal auf Französisch angefangen und kam mir vor, als hätte ich die Sprache nie gelernt. Also hab ich ins Deutsche gewechselt: siehe da, ich habe kaum mehr verstanden. Ist absolut nicht mein Fall.

Das gleiche Thema ist "lesbarer" abgehandelt in "Effi Briest" von Fontane - ich liebe dieses Buch sehr. Kennst du es? Wenn nicht, probier es aus.

b.

Beitrag von pitty29 21.04.10 - 08:05 Uhr

da muß ich mal schauen ob ichs günstig bei ebay bekomme! danke für den tipp!

da bin ich mal mal froh das ich nicht die einzige bin die das buch nicht versteht!

Beitrag von pitty29 21.04.10 - 08:11 Uhr

lies mal "der spaziergang von rostock nach syrakus"!
dieses buch ist echt wirklich ganz toll und lustig.

Beitrag von schatz20w 21.04.10 - 08:15 Uhr

nur mit dem untschied, dass eben fontane von flaubert abgeschrieben hat ;)

Beitrag von birti 21.04.10 - 09:47 Uhr

Ich habe selten etwas gegen Produktverbesserungen #freu

Beitrag von ayshe 21.04.10 - 11:34 Uhr

ist doch egal, hauptsache auch angenehm zu lesen ;-)

Beitrag von kleinessternchen05 21.04.10 - 13:41 Uhr

hallo

das "Effi Briest" von Fontane - ich liebe dieses Buch sehr." muss ich nachher meinem mann zeigen :-p

er ist deutsch lehrer und nimmt es zur zeit mit seinem deutsch LK durch. er sagt, alle schülerInnen hassen dieses buch *lach*

er wird sich sicher freuen dass es noch leute gibt, die solche bücher mögen ;-)

lg

Beitrag von schatz20w 21.04.10 - 08:20 Uhr

flaubert ging es in diesem buch darum das genre des romans zu einem literarischen status zu erheben einerseits,
andererseits aber und dies war hauptsächlich seine intention, die doppelmoral in frankreich und der gesellschaft anzuklagen, was ihn widerum in arge schwierigkeiten mit der frz. zensur in den 50er 60er jahren des 19 jh. brachte. er und sein verleger wurden für dieses buch sogar angeklagt, aufgrund der hauptfigur "mme bovary" die sich gegen die sittlichen normen einer "wohlerzogenen" ehefrau stellte und sogar die männer übertrumphen konnte. Dies wurde Flaubert als "Unsittlichkeit" angehängt und sogar als "verstoß gegen die damaligen moralvorstellungen" interpretiert. du siehst, damals gab es ein anderes gesellschaftliches verständnis von mann und frau, aber auch von literatur, die nicht wie heute, der pressefreiheit unterliegt, sondern unter der kontrolle des staates (monarchie/republik, hat ja ziemlich oft gewechselt in dieser zeit!) stand.

Beitrag von binnurich 21.04.10 - 08:52 Uhr

leg es weg und lies es später noch mal

habe ich so gemacht und als ich es Jahre später noch einmal gelesen habe, habe ich verstanden, weshalb "Weltliteratur"

ich denke, das ist bei vielen Büchern der Weltliteratur so, sie stellen Meilensteine dar... ob sich das dem Leser immer so erschließt in seiner Bedeutung glaube ich nicht

Beitrag von frauke131 21.04.10 - 09:17 Uhr

Wie eine TE vor mir muss ich Dir sagen, dass Literatur Geschmackssache ist! Ich habe das Buch nicht gelesen, aber einiges an Weltliteratu fan ich auch #gaehn#gruebel#augen#schock

Ich kann z.B. mit Günther Gras nichts anfangen, liebe aber Böll! Kafka finde ich auch ganz schlimm, Fontane, nunja, einiges gefiel mir, anderes nicht.

Ich lese wirklich gern und viel, lasse mich aber von Weltliteratur nur wenig und von Bestsellerlisten gar nicht beeindrucken.

Ich z.B. fand das Buch " Die Päpstin" gaaanz furchtbar. Der Schreibstil war so grottig, das hatte jemand nach der 10.klasse besser hinbekommen.

Beitrag von gretchens.armee 21.04.10 - 09:26 Uhr

Böll und Marquez! #pro

Wir scheinen einen ähnlichen literarischen Geschmack zu haben; zumal Böll ja als "sehr speziell" empfunden wird, ich kenne so viele, die mit ihm überhaupt nicht können. So wie du bekam ich keinen Zugang zu Grass, mit Kafka hatte ich später, als ich älter wurde, echt Schwierigkeiten und die Päpstin habe ich ganz schnell weg gelegt...

Beitrag von frauke131 21.04.10 - 12:00 Uhr

Hast Du Literatur studiert?

Beitrag von gretchens.armee 21.04.10 - 12:05 Uhr

Nein, ich studiere Biologie, aber ich liebe Literatur.

Beitrag von frauke131 21.04.10 - 12:11 Uhr

Ich habe Germanistik studiert, aber auch vorher gelesen, aber durch das Studium kam man mit vielen Texten in Berührung. Um Kafka kam ich nicht herum:-p

Beitrag von birti 21.04.10 - 09:49 Uhr

BÖÖÖÖÖÖÖÖLLLLLLL! JAJAJAJA!!!!

Beitrag von stefkad 21.04.10 - 10:00 Uhr

welches buch von Böll könnt ihr als Einstieg empfehlen?

Beitrag von gretchens.armee 21.04.10 - 10:09 Uhr

Als Einstieg würde ich die Kurzgeschichten aus dem Sammelband "Wanderer, kommst du nach Spa..." empfehlen,
das "Irische Tagebuch" finde ich auch toll.

Der "Klassiker" schlechthin ist natürlich "Die verlohrene Ehre der Katharina Blum", damit kannst du auch nichts verkehrt machen.

Mein "Lieblings"werk ist jedoch "Gruppenbild mit Dame", aber genau an diesem scheiden sich die Geister, also würde ich das nicht als Einstiegswerk empfehlen, obwohl es ganz, ganz toll ist!

Beitrag von frauke131 21.04.10 - 11:59 Uhr

"Die verlohrene Ehre der Katharina Blum" !Genau, ich vergaß- ein SUPERBUCH!

Beitrag von stefkad 21.04.10 - 12:00 Uhr

danke dir fuer die tipps, werd ich mir bei der nächsten amazonbestellung mal was raussuchen;)

Beitrag von frauke131 21.04.10 - 11:57 Uhr

Ich habe als erstes "Gruppenbild mit Dame" gelesen. Da war ich infiziert! Ansonsten kann ich auch "Haus ohne Hüter" empfehlen. Böll ist jetzt auch nicht so kompliziert! Man versteht ihn schon!

Beitrag von birti 21.04.10 - 12:00 Uhr

Billard um halb zehn, und
Das Brot der frühen Jahre

Vermitteln beide einen sehr schön klaren Blick auf Deutschland.

Und wenn die gepeppt haben, dann unbedingt "Gruppenbild mit Dame".

b.

Beitrag von ayshe 21.04.10 - 11:36 Uhr

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Wie eine TE vor mir muss ich Dir sagen, dass Literatur Geschmackssache ist!
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eben.
und es ist vllt auch wichtig, DAS mal zu sagen ;-)

man muß nicht alles mögen und sich quälen.


ich persönlich mag böll nicht so, billiard um halb 10 habe ich nie zu ende gelesen, aber dafür mochte ich kafka immer.

jeder soll lesen, was er mag, ganz einfach.

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