"Die Anderen"... Wie macht ihr das?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von lilly7686 21.04.10 - 07:26 Uhr

Einen schönen guten Morgen wünsch ich euch!

Jaja, wir waren heute schon früüüüüüüüh wach...
Und gleich beim Frühstück gabs heute ne Diskussion (wenn ihr mich fragt hätte meine Tochter noch etwas Schlaf vertragen können...).
Sie meinte, sie hätte gerne im Kindergarten heute eine Milchschnitte mit.
Ich hab ihr daraufhin gesagt, sie bekommt ein Stück Brot mit Was auch immer sie möchte mit, aber keine Milchschnitte.
Darauf sie, dass sie die eh als Nachtisch essen würde.
Ich meinte dann, sie könne gerne nach dem Mittagessen zu Hause eine Milchschnitte als Nachtisch haben, aber im KiGa hat sowas nichts verloren (sie hat seit KiGa Beginn noch nie ne Milchschnitte mitgehabt oder sonst was Süßes und das werd ich jetzt sicher nicht ändern).
Nun ja, und dann kam das Unvermeidbare: "Aber die anderen haben auch Milchschnitten mit!!!"
Schön, du bist nicht die anderen, du nimmst keine mit und Schluss.
Naja, dann hat sie geschmollt und meinte, sie müsse mit Frühstücksteller abhauen in Richtung Kinderzimmer.
Hab ihr natürlich gesagt, sie kann gerne gehen wenn sie mit Frühstück fertig ist, aber Teller bleibt da (wir essen bei Tisch! Das sollte sie nach über 6 Jahren wissen).
Natürlich wieder geschmollt. Sie hat dann aber brav fertig gegessen und es war dann auch wieder alles okay und sie hat auch akzeptiert, dass sie keine Milchschnitte mitnehmen darf.


Aber mich würde interessieren, wie ihr das handhabt mit den berühmten "anderen"? Es gibt ja unzählige Beispiele. Die anderen dürfen im KiGa naschen, die anderen dürfen jeden Tag drei DVDs schauen, die anderen dürfen Cola trinken, die anderen dürfen dieses und jenes usw. Die Liste ist ja ewig lang...

Was macht ihr in solchen Situationen? Ich denke schon, dass ich richtig gehandelt habe. Immerhin gibt es gewisse Regeln und nur weil andere Leute andere Regeln haben, heißt das ja nicht, dass ich alles übern Haufen schmeißen muss.

Wie reagiert ihr auf sowas? Und wie reagieren eure Kinder?

Beitrag von galeia 21.04.10 - 07:40 Uhr

Ich antworte genau wie du: Wir sind aber nicht die anderen! Meistens erkläre ich auch noch, warum ich etwas nicht möchte. Mittlerweile weiß mein Kind, dass jede Familie ihre eigenen Regeln hat und aktzeptiert, wenn ich nein sage.

LG H. #klee

Beitrag von maschm2579 21.04.10 - 07:43 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist erst 2 aber ich handhabe es auch so. Bei uns essen alle Kinder Milschschnitte, regelmäßig Schoki, Monte und Co...warum sollte ich es meiner Tochter geben? Sie bekommt auch mal in Gummibärchen - ganz klar - aber warum sollte ich Ihr den anderen Mist geben. Wenn sie in das Alter Deiner Tochter kommt wird sie Ihre Wünsche äußern und dann gibt es natürilch auch einen Milchschnitte.

Dafür darf meine Tochter morgens wenn ich dusche Kika gucken und Ihre Milch trinken. Das ist unser Ritual und geht niemanden etwas an.
Ca 1x im Monat darf sie bei MC Donald Ihre heißgliebten Pommes essen, auch das ist bei uns Ritual.

Meine Mutter hat immer als Gegenfrage gesagt: was die anderen machen ist mir egal, wenn die von der Brücken springen, springst Du ja wohl nicht hinterher, oder?

Ich finde das auch blöd und finde Du hast es super gemacht. Ich werde mir das als Beispiel für die "warum" Phase aufheben #schwitz

lg

Beitrag von katzeleonie 21.04.10 - 07:56 Uhr

Hi,

die anderen interessieren mich überhaupt nicht, sage ich unserer Tochter immer. Die gehen nämlich z.B. auch um 8 ins Bett, und unsere Tochter um 9, da interessiert sie das ja auch nicht. Nicht nur die Vorteile aussuchen, nee nee.

lg
Anja

Beitrag von barbarelle 21.04.10 - 08:15 Uhr

Hallo Lilly,

bei uns waren Milchschnitten und Co. im Kindergarten nicht erlaubt. Insofern gab es da keine Diskussionen.

Was die anderen machen interessiert mich kurioserweise NIE und so hat es sich wohl meine Tochter auch verinnerlicht.

Wenn wir Lust auf Mac D. haben, dann gehen wir auch hin. Dabei führe ich keine Strichliste ob es 1x im Monat/wöchentlich oder 3 x im Jahr ist.

Wenn sie mal an einem Tag länger Fern sieht und an manchen Tagen gar nicht - so what?

Insofern gab es bisher diesen Spruch "aber der oder die dürfen dies und jenes" noch nicht.
Wobei ich mir sehr sicher bin, dass das eines Tages noch kommen wird. Spätestens in der Pubertät. Da dürfen ja die anderen sowieso immer mehr als das eigene Kind ;-).

Zu deiner Frage: Ich finde du hast völlig richtig gehandelt.

Grüße
Barbarelle

Beitrag von weiblich-ueber-30 21.04.10 - 08:42 Uhr



Hallo,

richtig: die anderen interessieren nicht.

Solche Diskussionen kenne ich von meinen Kindern (11, 10 und 4) nicht.

Aber ich kann mich noch an meine Kinderzeit erinnern. Ich habe es auch oft versucht, mit den "anderen" und bekam immer von meinen Eltern zu hören: das interessiert uns nicht. Aber dann kam mein großer Tag ;-) Ich hatte eine schlechte Note geschrieben, es gab etwas Ärger zu Hause und schließlich der Spruch von meinen Eltern: Die anderen können es doch auch! :-[

Meine Antwort war: die anderen interessieren Euch doch nicht, denn ich bin nicht die anderen :-p


Sie mussten mir recht geben!


Beitrag von lilly7686 21.04.10 - 08:49 Uhr

Oh ja, ich erinner mich... Sowas kam bei uns auch öfter mal vor, das hat meine Mutter wahnsinnig gemacht :-)

Ich nehme mal an, auch unsere Kinder werden unsere Argumente irgendwann gegen uns verwenden. Naja, aber das gehört wohl dazu...

Beitrag von barbarelle 21.04.10 - 10:30 Uhr

Klar. Das kann passieren. Wobei mich die Noten der "anderen" um ehrlich zu sein nicht interessieren.
In dem Moment schaue ich, was bei meinem Kind nicht funktioniert und kümmere mich um sie.

Es gibt sicherlich Situationen in denen abgewägt wird. Z.B. will sie dieses Jahr unbedingt auf ein Kindersportfestival. Sie ist gerade 8 geworden und dieses Festival beinhaltet 2 Übernachtungen. Mir war sie um ehrlich zu sein noch zu jung, da sie hin und wieder nachts doch noch unsere Nähe sucht.

Ich habe ihr nur gesagt, dass wir es uns überlegen werden. Nachem ich sah, dass 2 ihrer Freundinen auch dürfen, habe ich sie angemeldet. Wäre sie ganz allein mit Kindern, die sie kaum kennt - hätte ich eher gesagt, sie soll noch ein Jahr warten.

In dem Fall habe ich schon geschaut, was die anderen Mütter so tun. Aber ich lasse das mein Kind nicht spüren oder das Argument ziehen "x und y dürfen da aber auch".

Wie gesagt. Noch kam der Spruch bei uns nicht.

LG
Barbarelle

Beitrag von gluecklich1980 21.04.10 - 08:51 Uhr

ich hoffe ihr vergesst bei solchen sätzen nicht das es bei dieser einstellung dann auch immer bleiben sollte. meine mutter hatte das damals immer so toll drauf: ´

"schau mal, xy ist so lieb und so fleißig.. da kannste dir ne scheibe abschneiden."

umgedreht dann aber wenn ich irgendwas wollte was andere auch hatten oder durften, dann hieß es: "du bist aber nicht die anderen."

aha.. sehr logisch für ein kind. vergleichen darf die mutter zu ihrem vorteil, aber die selben vorteile wie das andere kind zu haben das zählt nicht.

entweder man bleibt bei der einstellung das dass kind nicht wie die anderen ist oder man lässt es ganz sein.

lg

Beitrag von taenscher 21.04.10 - 12:46 Uhr

#pro das sehe ich genauso.

Beitrag von agostea 21.04.10 - 08:56 Uhr

Ich wäge das ab und entscheide nach Situation.

Gruss
agostea

Beitrag von 280869 21.04.10 - 09:07 Uhr

In der Situation hätte ich gebauso reagiert.

Aber ich kenne es auch anders.

Bei uns war leider nichts Verboten. Es gab 1. Frühstück von zu Hause mit und wenn das eine fette Haxe oder nur Schokolade gewesen wäre,es war egal. Als Zweites Frühstück gab es ja "zum Ausgleich" etwas Obst (3-5 Stückchen.

Meine Kinder hatten auch immer Schnitte mit mal eine Wienerle und Obst.
Einmal kam meine Tochter heulend raus,"Alle haben immer Milchschnitte und Pinguin??? (das mit Schokolade rundherum) mit und ich nie!!!!Nicht mal einen Monte bekomme ich mit!Nur doofes Brot!"

Seitdem bekam sie nun einmal die Woche eine Fruchtzwerg oder eine Milchschnitte mit und sobald ich gesehen habe das die Schnitte nicht gegessen wurde gab es das dann nichts mehr mit.

Irgendwie hat das nachgelassen, später brachte sie das Süße wieder mit.
Jetzt in der Schule will sie gar nichts Süßes.Nicht mal Apfelschorle,Sondern nur ihr Wasser,bevozugt Selter.

Aber mir tat sie so leid, als sie da heulend stand. ich kann es verstehen, ich bin auch verfressen und könnte manchmal in die Werbung springen und das Eis mopsen #mampf

VG 280869

Beitrag von marion2 21.04.10 - 09:09 Uhr

Hallo,

kläre das mit dem Kindergarten.

http://www.in-form.de/cln_099/nn_1214786/SharedDocs/Downloads/QualitaetsstandardsKita,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/QualitaetsstandardsKita.pdf

Viel Spaß beim Lesen!

Grundsätzlich reagiere ich auf solche Versuche nicht - "die anderen" ist manchmal nur einer, wenn überhaupt ;-) Also lautet die logische Antwort: "NEIN"

LG Marion

Beitrag von dominiksmami 21.04.10 - 09:25 Uhr

Huhu,

hast du doch prima gemacht...IHR seid eben NICHT die anderen, fertig.

Mein Sohn hat zum Glück überhaupt keinen "Herdenzwang", im ist manchmal erstaunlich egal was andere tun ( kann auch anstrengend sein *g*)

Wichtig ist das man selber niemals das Argument "aber das machen doch alle Kinder" braucht um sein Kind zu etwas zu bewegen!!!

Dann braucht man das nämlich auch nicht gelten lassen wenn die Kinder damit ankommen.

Meine Mutter hat immer und immer wieder geantwortet " na und...wenn die anderen von einer Brücke springen, springst du ja hoffentlich auch nicht hinterher", das hat sich mir extrem eingeprägt.
In eurem Fall hätte ich da vielleicht gesagt "schön...dann bekommen eben die anderen die Löcher in den Zähnen, du aber nicht" oder etwas in der Art.

Wichtig ist das man den Kindern auch selber vorlebt das man sich nicht einfach nur der Allgemeinheit anpasst.

Meinem Sohn ists wie gesagt vollkommen egal was "die anderen" tun oder lassen, von daher habe ich da noch nicht großartig reagieren müssen.

lg

Andrea

Beitrag von wort75 21.04.10 - 10:09 Uhr

ich antworte reflexartig mit dem gleichen blöden spruch, der schon meine mutter drauf hatte (was den wahrheitsgehalt nicht schmälert) : "Wenn alle andern von der Brücke hüpfen, tust du das ja auch nicht..."

Beitrag von mel-t 24.04.10 - 15:09 Uhr

Genauso gehts mir auch , nur hieß der bei uns:

Wenn andere aus dem Fenster springen, springst du dann hinterher...

Hab mir eigentlich immer Vorgenommen, meine Kinder nicht mit diesen Weisheiten zu belästigen....;-)

Na ja,
klappt eben nicht immer so.

Mfg
Mel-t

Beitrag von rienchen77 21.04.10 - 10:13 Uhr

die "anderen" Diskussion führe ich derzeit eher mit meiner 9 jährigen...

ein Beispiel:

Mama, alle anderen haben ein WII, kann ich auch eine haben...

ich:

schön das alle eine WII haben, dann brauchen wir ja keine, kannst ja bei denen spielen...

und so weiter...

und frag mal bei den anderen nach ob das wirklcih so ist bei denen?

Beitrag von jazzbassist 21.04.10 - 10:15 Uhr

Also ich bin einfach mal inmich gegangen und habe geguckt, ob ich mit meiner "Einstellung" nicht doch falsch liegen könnte. Ich habe das eigentlich immer daran festgemacht, ob ich es hingekriegt habe, meinem Sohn etwas rational erklären zu können, warum eine "Einstellung" zustande gekommen ist. Wenn ich eine Regel nicht erklären kann, wird sie nämlich allem Anschein nach keinen Sinn machen.

Ich finde schon, dass ich einer 5-Jährigen erklären kann, warum sie eben nicht 3 DVDs am Tag gucken darf oder täglich Cola trinken darf oder oder oder. Ich muss zugeben - spätestens bei einer Milchschnitte würden mir aber die Argumente ausgehen (rein subjektiv - nicht wertend!) und ich müsste agieren - wie mein Vater öfter: "Darum!" "Wir sind nicht die anderen!" "Solange du deine Füße unter meinem Tisch stellst" ... etc. etc. etc.

Diese (Erklärungs)Armut wollte ich meinem Sohn in der Erziehung immer ersparen. Es hatte bei uns den Vorteil, dass in beiden Ausgängen der Konflikt vollständig gelöst ist, weil das Ergebnis entweder war, dass unser Sohn unsere Beweggründe verstanden hatte oder der Konflikt einfach verschwunden ist. Bei einer "Wir sind aber nicht die anderen!" Antwort erreichen Sie nichts von beidem; der nächste Konflikt ist also bereits vorprogrammiert. Ich war nie ein Freund davon, Baustellen auf's nächste mal zu verschieben.

Beitrag von agostea 21.04.10 - 10:32 Uhr

So sehe ich das auch. Und so versuche ich zu Hause zu agieren.

Gruss
agostea

Beitrag von juniorette 21.04.10 - 10:17 Uhr

Hallo,

sehr interessante Diskussion :-)

Ich finde es problematisch, pauschal zu sagen "was die anderen machen, interessiert mich nicht".

Ist das nicht eine Einladung dafür, sich egoistisch, egozentrisch und rücksichtslos zu benehmen?

"Mir doch egal, ob ich Eigentum DER ANDEREN beschädige!"

"Mir doch egal, ob mich DIE ANDEREN für unhöflich halten, weil ich kein Bitte, Danke, Hallo, Tschüß kenne!"

"Mir doch egal, ob die Leute um 3.00 Uhr nachts schlafen wollen, ich mach trotzdem eine laute Party, dass es kracht"

Usw.

Mir persönlich ist es bis zu einem gewissen Maß schon wichtig, was andere machen bzw. was andere von mir denken. Das ist meine Hauptmotivation z.B. in dieser Rubrik nachzulesen, wie andere ihre Kinder erziehen. Deswegen übernehme ich nicht alles 1:1, aber der ein oder andere gute Denkanstoß ist dabei.

Oder ich informiere mich im Kindergartenforum, ob das Verhaltens meines Sohnes noch "normal" ist (weil viele Kinder sich so verhalten) oder ob ich mir Sorgen machen muss.

Würde ich alles nicht machen, wenn mir egal wäre, was andere machen ;-)

Die Süßigkeitenproblematik hatte ich auch mal:
der beste Freund meines Sohnes hatte Joghurt im Kindergarten dabei, und mein Sohn wollte deswegen auch einen als Frühstück mithaben. Ich habe ihm erklärt, dass sein Freund dafür nachmittags keinen Joghurt mehr bekommt. Natürlich weiß ich nicht, ob das stimmt, aber meine Aussage war nicht mehr gelogen als wenn ich gesagt hätte "mich interessiert nicht, was die anderen machen". Es interessiert mich halt doch, wenn es um gewisse Dinge und Situationen geht.

Meine Mutter hat übrigens auch immer gesagt "es interessiert mich nicht was andere machen", aber nach jeder Klassenarbeit wollte die den Notendurchschnitt wissen und auch die Note meiner Freundinnen #klatsch
Als ich sie dann mal auf diesen Widerspruch hingewiesen habe, hat sie nie mehr behauptet, dass es sie nicht interessiert, was andere machen #cool

LG,
J.

Beitrag von dschinie82 21.04.10 - 13:22 Uhr

Finde ich sehr gut geschrieben und ich bin ganz deiner Meinung!

Beitrag von barbarelle 21.04.10 - 13:47 Uhr

Naja. Man kann es so oder eben anders sehen.

Wenn Kinder Dinge beschädigen, finde ich es gut wenn mein Kind dann kein Mitläufer wird. Wenn es ihm "egal" ist was die anderen tun und es eben nicht mitmacht.
Das was du als Beispiele aufführst ist Rücksichtslosigkeit. Das ist ein Erziehungsdefizit, das für mich nichts damit zu tun, ob es mich interessiert was andere tun oder lassen.

Die Empfindungen oder Gefühle meiner Mitmenschen, müssen mir nicht egal sein.
Was andere essen, trinken, konsumieren, arbeiten oder gar die Noten der Mitschüler meiner Tochter etc. sind mir im Gegensatz dazu herzlich egal.

Vergleiche machen für mich nur dann Sinn, wenn mein Kind in seiner Entwicklung hinterherhängt. Oder andere, ernste Probleme vorliegen. Im Kindergartenalter habe ich selbstverständlich verglichen. Wenn ein Kind mit 3 z.B. noch nicht laufen kann, sag ich freilich nicht: mir doch egal, wenn es die anderen können.

In der Schule passiert das ebenfalls, wenn ein Kind Defizite hat (LRS/Dyskalkulie u.s.w.) Solange aber alles im Rahmen liegt, ist es ok. Gerne frage ich hier nach, wenn ich mal unsicher bin oder einen Rat brauche.

Ein gesundes Selbstbewusstsein und das Wissen, man muss nicht von jedem geliebt werden sind mir wichtiger. Auch wenn mich das manchmal zum Aussenseiter macht.

Hoffe ich kann das meinem Kind so vermitteln. ;-):-)

Viele Grüße
Barbarelle

Beitrag von juniorette 21.04.10 - 14:37 Uhr

"Was andere essen, trinken, konsumieren, arbeiten oder gar die Noten der Mitschüler meiner Tochter etc. sind mir im Gegensatz dazu herzlich egal. "

Ich respektiere natürlich deine Meinung, und wenn es für euch als Familie so funktioniert, ist das toll.
Ich sage aber ganz ehrlich:
wenn mein Sohn wirklich in der einzigen Kindergartengruppe auf diesem Planeten wäre, in der es normal ist, dass wirklich jeder ohne Ausnahme was Süßes als Frühstück mitkriegt (sehr unwahrscheinlich, wie ich finde), DANN würde ich nicht auf Biegen und Brechen durchsetzen wollen, dass mein Sohn wirklich als Einziger nichts Süßes von mir mitkriegt.

Mein Sohn soll natürlich kein dummer Mitläufer werden, aber er muss auch nicht derjenige sein, an dem ich als Mutter ein Exempel statuiere. Und schon gar nicht soll er ein Außenseiter sein, wegen Regeln, die ich ihm vorgebe.

Und ja, wenn mein Sohn mal zur Schule geht, wird mich ganz sicher der jeweilige Notendurchschnitt einer Klassenarbeit interessieren.

Die Note 3 ist als gut einzustufen, wenn der Schnitt bei 3,5 oder schlechter liegt. Die Note 3 ist eher schlecht einzustufen, wenn der Notendurchschnitt bei 2,0 liegt.

Außerdem kann ich als Mutter bei andauernd schlechten Notendurchschnitten davon ausgehen, dass nicht mein Kind ein Schulproblem hat, sondern die ganze Klasse.

Aber das ist ja ein anderes Thema ;-)

"Ein gesundes Selbstbewusstsein und das Wissen, man muss nicht von jedem geliebt werden sind mir wichtiger. Auch wenn mich das manchmal zum Aussenseiter macht. "

Wenn ich mich als Erwachsene manchmal zum Außenseiter mache, ist mir das egal. Es ist mein Problem.
Aber ich möchte mir nicht in ein paar Jahren den Vorwurf machen, dass mein Sohn durch mein Verschulden zum Außenseiter geworden ist.

Es ist ein tolles Gefühl, "anders" zu sein als die anderen, wenn man dafür bewundert wird.

Es ist aber ein Scheißgefühl "anders" zu sein und deswegen ausgeschlossen zu werden.

Natürlich ist es wichtig, seinen Kindern zu vermitteln, dass sie nicht jeden Mist mitmachen sollen, nur weil sie Angst haben, ansonsten nicht mehr beliebt zu sein. Klar.

Aber mancher Unfug, den die Gruppe als Ganzes macht, gehört einfach dazu.
Mir graust es etwas vor der Vorstellung, dass eine Gruppe Kinder gemeinsam Klingelstreich machen will und mein Sohn hebt belehrend seinen Zeigefinger und sagt "Nein, das darf man nicht!" #zitter
Dagegen:
wenn er bei der Zerstörung von fremden Eigentum sagt "da mache ich nicht mit", wäre ich sehr stolz auf ihn :-)

Ist halt schwierig.

Aber nur darauf hinzuerziehen "ist doch egal, was und wie es die anderen machen", halte ich für mich für falsch.

LG,
J.

Beitrag von barbarelle 21.04.10 - 17:32 Uhr

Hallo J.,

in den ersten beiden Schuljahren erfährt man - zumindest ist es bei uns in der Schule so - keinen Durchschnitt der Tests und Klassenarbeiten.

Wenn ein Kind in seinen Leistungen häufig aus dem Rahmen fällt, dann kümmert sich die Lehrerin darum und sucht das Gespräch mit den Eltern.

Da ich mein Kind kenne und auch weiss wo ihre Schwächen und Stärken liegen, habe ich einen Einblick in ihre Leistungen. Wo hat sie tatsächlich Probleme, wo kann sie es und war nur zu faul zum üben oder schludrig.

Bei Mathe freu ich mich über jede 3, weil sie häufig in der 2ten Klasse 4er und sogar mal eine 5 hatte. Ich weiss, dass sie sich sehr viel Mühe gegeben hat, um diese 3 zu erreichen. Andere liefern mit Leichtigkeit eine 1 ab. Da bei uns der Verdacht Dyskalkulie im Raum stand und noch leicht schwebt, kann ich sie da nicht mit anderen vergleichen.

So... nun muss ich aber los. Schönen Abend

LG
Barbarelle

Beitrag von sandra7.12.75 21.04.10 - 10:19 Uhr

Hallo

Ich mache das auch so.Ausserdem sind Milchschnitte und co. bei uns nicht erlaubt.Sagt mein Sohn.

lg

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