Ein Leben ohne Liebe und Zärtlichkeit

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ohne alles 21.04.10 - 18:35 Uhr

Hallo,

ich bin seit 14 Jahren verheiratet und lebe nun seit ca. 4 Jahren ohne Liebe,ohne Sex mit meinen Mann zusammen. Entwickelt hat sich das Ganze, weil mein Mann Alkoholiker ist, schon Entziehungskuren alles versucht hat,aber es nicht schaffte davon wegzukommen. Ich habe schon so oft überlegt mich scheiden zu lassen,habe es aber immer nicht wegen Kind und Haus gewagt. MIttlerweile hat sich das bei uns so eingependelt, dass wir einfach so nebeneinander herleben. Es geht man kann auch ohne Sex leben, aber was mir so unheimlich fehlt sind die Zärtlichkeiten, einmal ein KUß oder eine Umarmung oder einfach nur weiß, dass es jemand gibt,der einen liebt,für den man etwas wert ist.Ich denke, ich werde es so weiterlaufen lassen bis mein Kind größer ist,dann überlegen,ob ich wirklich für immer so weitermachen will. Was mich nur auch wundert,dass mein Mann das so durchhält. Für ihn war Sex immer sehr wichtig.
Wahrscheinlich ist ihm wichtiger versorgt zu sein??
Denn ich bin immer die,die alles macht , die arbeitet,die für alles sorgt.
LG

Beitrag von ohooo 21.04.10 - 18:53 Uhr

Ich kann das jetzt nicht gut beurteilen weil die Situation habe ich nicht aber ich muss ehrlich zugeben für mich wäre das seit 4 Jahren nebenher leben nichts.
Natürlich kann ich dich verstehen das du es wegen dem Kind durchhalten möchtest so lange es geht.
Aber ich frag mich halt wie lang kann das eine Frau aushalten ohne Liebe und Zärtlichkeit bevor man sich doch nach einer Affäre oder so umsieht um genau die Zuneigung zu bekommen die einem fehlt.
Ich versteh auch deinen Mann nicht das er so neben dir her leben kann wenn er doch damit rechnen müsste das du dir das was dir fehlt irgendwann vielleicht wirklich wo anderst holst.
Aber eins muss ich zugeben ich bewunder dich ich könnte das nicht aushalten ohne Zärtlichkeit und schon gar nicht 4 Jahre ohne Sex.

Beitrag von grissemann74 21.04.10 - 19:14 Uhr

Hallo Du!

Zuallererst finde ich es toll von dir, daß du hier deine Geschichte erzählst. Du hast es momentan wirklich nicht leicht, denn du hälst eine Fassade aufrecht von einem Haus, das längst nicht mehr existiert.
Du bist diejenige, die für euer gemeinsames Kind sorgt und die sich außerdem viel mehr als alle anderen um einen sehr "speziellen" Mann kümmert, nämlich um einen Alkoholiker.
Und wo bleibst du in all den Jahren? Wer kümmert sich um dich, um deine Bedürfnisse, fragt dich wie es dir bei all dem geht?
Wie ist er denn so, wenn er getrunken hat? Ich kann dich durchaus verstehen, denn meine Mutter war Alkoholikerin, sie ist daran gestorben. Ich hab Glück gehabt, denn ich hatte noch andere Menschen, die sich um mich gekümmert haben, also ist doch noch was aus mir geworden.
Ich kann dir nur dringend ans Herz legen: bitte hol dir Hilfe bei einer Beratungsstelle (falls du es nicht sowieso schon tust) und denke doch ernsthaft über eine Trennung nach!
Was soll denn der Gedanke "ich trenn mich wegen dem Kind nicht"? Was macht denn euer Leben mit dem Kind wenn ihr zusammenbleibt? Was ist daran denn gut? Würde dein Kind nicht in einer viel entspannteren Atmosphäre aufwachsen, wenn nicht immer wieder ein alkoholisierter Vater da wäre? Dein Kind leidet. Ich hab es damals auch.
Wie - glaubst du - bist du jetzt als Mutter, wenn du ständig Sorgen wegen deines Mannes hast? Was ja ganz logisch ist.
Glaubst du nicht, daß du eine wesentlich entspanntere Mutter bist, wenn du dein eigenes Leben endlich selbst in die Hand nimmst und gehst?
Natürlich ist so ein Schritt nie leicht, deshalb ist es vielleicht eine gute Idee sich Hilfe zu holen. Rede mit einer vertrauten Person oder geh zu einer Beratungsstelle, lass dir helfen!
Die Konsequenz von einer Trennung wäre möglicherweise, daß dein Mann erst die Phase haben wird "bitte bitte komm zurück, ich ändere mich ganz sicher" und wenn du ihm (hoffentlich) nicht nachgibst, weil es sich sicher nicht ändert (er hat ja schon Entziehungskuren hinter sich) dann kann auch ein Absturz seinerseits kommen. Aber vergiss nicht: du bist nicht für deinen Mann verantwortlich! Das ist er ganz alleine für sich selbst.
Aber du bist für dein Kind verantwortlich und für dich selbst und du hast es - wie jeder andere Mensch auch - es verdient, geliebt, geachtet, getröstet und unterstützt zu werden.
Du wirst einen anderen Mann finden, der dir gut tun wird.

Ich wünsch dir viel Kraft und alles Gute

Sabine

Beitrag von fast_genauso 21.04.10 - 19:39 Uhr

auch hallo,
ok, mein problem liegt etwas anders, aber ist ähnlich. Kinder sind schon aus dem haus und wir sind nohc ein wenig länger zusammen, als du und dein mann.
auch hat mein mann kein alkoholproblem. vor ungefähr einem jahr hats angefangen.ich meine, er war noch nie der große küsser oder einer, der einen mal einfach so inden arm genommen hat. ich habe immer versucht, alles locker und mit humor zu nehmen.
jetzt geht mir aber mein humor flöten. wenn ich abends nachhause komme ist er meistens shcon da. begrüssung`? fehlanzeige. ich gehe dann hin und hole mir ein küsschen ab. wenn ich glück habe, bekomme ich auch eins, wenn ich pech habe, werde ich einfach zur seite geschoben, weil er gerade was interessantes liest oder schaut.
mit ihm reden funktioniert nicht, das wird ein monolog meinerseits.
am samstag ist er einfach nachmittags weg. ich höre die tür und schaue zum fenster raus, da fährt er mit dem fahrrad weg. er macht gerne ne kleine runde mit dem fahrrad, aber man kann doch wohl vorher bescheid sagen, ehe man weggeht, oder? habs ihm dann als er daheim war gesagt und er meinte nur, dass ich ja gesehen hätte, dass er mit dem fahrrad weg ist.
klasse antwort, oder?
aber wir essen immer abends zusammen abendessen. das heisst, ich decke schön den tisch und räume hinterher auch alles wieder weg.
gestern aber nicht. ich bin nachhause gekommen, habe ihn nihct begrüsst und mich auch an den pc gesetzt. er fragte dann, ob wir nicht essen wollen. ich hab gesagt, dass ich keinen hunger habe. ich bin dann ins bad zum duschen und in der zeit hat er sich selbst was gemacht.
den ganzen abend übre herrschte dann schweigen.
heute abend bin ich wieder nachhause, er sass am pc, ich mich ebenfalls an meinen pc rangesetzt. er fragte wieder von wegen abendessen, da hab ich gesagt: du kannst dir doch selbst was machen.
ich hatte aber hunger und bin dann auch gleich hinterher in die küche. er hatte sich schon brot abgeschnitten und wieder in die tüte geräumt. ich gehe richtung kühlschrank, hole mir was raus und er fragt. Ja wasn jetzt? und ich hab gesagt: na jeder für sich und du hast deine ruhe, so gefällt es dir doch, oder?
keine antwort hab ich erhalten. er hat sich brote geschmiert und ist wieder an den pc. ich hab in der küche gegessen.
dass wir seit über einem halben jahr keinen sex mehr hatten, brauch ich wohl nicht zu erwähnen. ich hab auch keinen bock mehr, mir immer und immer wieder ne abfuhr zu holen.
aber mir gehts wie dir: ohne umarmung oder wenigstens das gefühl, dass es schön ist, dass ich da bin, nein das ist auf dauer nichts.
mal gespannt, was passiert. irgendwann muss er doch mal zum reden bereit sein, oder?
ich werde die sache langsam steigern und mich so verhalten, wie er sich verhält. morgen abend werde ich wortlos aus dem haus gehen. zwar nur bis zur sparkasse und mir kontoauszüge ziehen, aber mal sehen, wie er reagiert. ob er überhaupt reagiert.

Beitrag von grissemann74 21.04.10 - 20:40 Uhr

Hi!

Na du bist ja eine brave Ehefrau, so wünscht sich das der Mann!
Warum sollte er reagieren, wenn du wortlos zur sparkasse gehst - ich glaub, da kannst du lange warten.
Schon mal drüber nachgedacht, daß er eine andere haben könnte?

LG Sabine

Beitrag von fast_genauso 21.04.10 - 21:00 Uhr

natürlich hab ich da schon drüber nachgedacht. aber du kannst es mir glauben, dafür ist er zu faul. Da müsste der herr egoist sich ja mal bemühen. ich warte gespannt einfach mal ab und halte ihm weiterhin einen spiegel vor. sein geschirr von heute abend steht noch genauso da. ob es den weg in die spülmaschine findet? ich jedenfalls mache es jetzt so wie er: mein eigenes ding.
wie war das aber doch gleich? männer sind zu einfach gestrickt, die raffen es nicht, wenn sich frau genauso verhält, wie mann es tut.

Beitrag von grissemann74 22.04.10 - 10:59 Uhr

Da hast du vollkommen recht: die raffen es nicht! Deshalb glaub ich auch, daß deine Bemühungen ob er deinen Unmut bemerkt bei ihm absolut im Sande verlaufen werden.
Das einzige was helfen könnte: rede mit ihm. Mach ihm klare Ansagen. Das ist das einzige was Männer verstehen können.

LG S.

Beitrag von k_a_t_z_z 21.04.10 - 22:40 Uhr




#pro

Beitrag von lichtchen67 22.04.10 - 08:04 Uhr

Dein Mann ist krank, Alkoholiker, schafft es nicht davon wegzukommen wie Du schreibst. Er ist sich selber nichts wert in dieser Situation, wie kann er Dir da zeigen, dass Du ihm was wert bist?

Du hältst die Fassade aufrecht.... Bist Du selber in einer Co-Abhängigen Gruppe? Wenn nicht wäre das vielleicht anzuraten.

Lichtchen

Beitrag von ttr 22.04.10 - 08:08 Uhr

irgendwann lernst du nen anderen kennen und wirst dich spätestens dann trennen....
jetzt machst du es nur aus bequemlichkeit nicht...bist ja scheinbar sonst auch gut versorgt

Beitrag von jabb 22.04.10 - 08:27 Uhr

#pro

So ist es. Ich hätte es nicht glauben wollen, aber so ist es! Das weiß ich jetzt auch.
Die TE wirds erkennen, wenn die Leidensgrenze ihren Höhepunkt erreicht. Aber diese Leidensgrenze kann ins Unermessliche wachsen, das kann man sich vorher gar nicht vorstellen.

LG

Beitrag von hä? 22.04.10 - 08:47 Uhr

Lieber aus den richtigen Gründen alleine, wie aus den falschen zu zweit!!

Warum müssen Frauen immer freiwillig Opfer spielen?