Familie

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von pepper10 21.04.10 - 18:36 Uhr

Hallo zusammen,

bin total gefrustet über meine Familie, hauptsächlich meine Mutter. Wir haben kaum jemand von der Schwangerschaft erzählt, weil ich von Anfang an kein gutes Gefühl hatte. Hat sich ja dann auch bestätigt und ich war froh, nicht vielen Menschen von der FG berichten zu müssen.
Meine Eltern wissen Bescheid und ich hatte wirklich mit Trost und Mitgefühl gerechnet - aber Fehlanzeige... völliges Desinteresse. Es ist halt passiert, kann man nix machen, weiter geht's!

Das allein hat mich schon sehr getroffen. Aber jetzt ist es so, dass meine Mutter überall von der FG rumerzählt. Sie redet nicht MIT mir, noch kein einziges Mal, sondern nur ÜBER mich! Und ich hab wirklich das Gespräch gesucht. Das tut so unendlich weh. Weil sie es selbst Menschen erzählt, die ich noch nicht mal mag und die mich nicht mögen und mit denen ich dieses Leid und die Trauer natürlich auch niemals freiwillig teilen würde. Hab sie darauf angesprochen und bin dann total explodiert. Sie wohnt ca. 300 km weit weg. Früher haben wir jeden Tag telefoniert, jetzt hab ich seit 2 Wochen nicht mehr angerufen und sie meldet sich auch nicht bei mir. Bin total enttäuscht... Was meint ihr? Was soll ich tun?

LG
Pepper

Beitrag von aldina 21.04.10 - 19:24 Uhr

Eine #kerze für dein #stern#schrei und ein dickes drückerle für Dich#schmoll..Das ist wirklich nicht nett von deiner Mama aber ich glaube ,sie weiss garnicht,wie sehr dich das belastet..Sie sieht deine Trauer ja nicht ,deine traurigen Augen und am Telefon erkennt sie es nicht..Mamas sind manchmal sehr schwierig,ich kann ein Lied davon singen,aber wir haben doch nur die eine.#schmoll .Ich hoffe ,das es dir bald wieder besser geht.





Aldina mit #stern#baby im Herzen(#kerze 03.02.2010 ,15 ssw)#schmoll

Beitrag von 444444444444444 21.04.10 - 19:35 Uhr

Hallo
Ich hatte 2003 eine Eileiterschwangerschaft.
Als ich es meiner Mutter erzählt habe sagte sie nur sei froh das es passiert ist.. um mir dann im Gegenzug zu erzählen meine Schwester ist schwanger. War da ein Jahr in Australien. Das hat echt gesessen.

Bis heute wird dieses Kind ignoriert.. War ja nicht lebensfähig und ich war ja erst in der 8 Woche. Das macht mich schon sehr traurig.

Ich denke mal das dies eine Art Verarbeitung deiner Mutter ist und ehrlich gesagt wäre ich froh darüber das meine Mutter über dieses Kind mit anderen redet. Das sie mit dir nicht darüber redet kann ich aber auf einer weisse auch verstehen. Sie hat einfach Angst davor etwas falsches zu sagen und möchte vielleicht nicht sehen wie traurig du darüber bist und sie das Gefühl hat sie kann dir nicht wirklich helfen obwohl sie es gerne würde.

Das heisst für mich.. Sie macht sich Gedanken und das Kind wird nicht ganz so in der Versenkung laufen. Denn es wissen Menschen davon.. Bei mir weiss es keiner und das finde ich schade..

Wenn ich du wäre würde ich sie wieder anrufen vielleicht hat sie einfach Angst den ersten Schritt zu tun und meldet sich deshalb nicht.

lg

Beitrag von firneregiel 21.04.10 - 22:20 Uhr

Hallo Pepper,

das was dir passiert ist, tut mir wirklich leid.

Ich hatte es Anfangs auch nicht leicht mit meinen Eltern, habe aber dann das Gespräch gesucht und ihnen auch gesagt, was in mir vorgeht. Die Reaktion von meinem Mann und ein paar Freunden fand ich noch schlimmer. Von meinem Mann bekam ich zu hören, dass man um einen Zellhaufen doch nicht so trauern kann. Er hat erst verstanden, wie es um mich steht, als ich einen Nervenzusammenbruch hatte. Nach meiner 2. ELSS war er wie ausgewechselt und hat mich wo es nur ging unterstützt.

Eine Freundin meinte zu mir: "Man kann es mit der Trauer auch übertreiben." Ich habe ihr verziehen, weil sie selbst noch keine FG/ELSS mitmachen musste, sondern gleich beim ersten mal einen "Treffer" hatte.

Wenn du jetzt nicht mit deiner Mutter sprechen möchtest, würde ich es mit einem Brief versuchen. In Briefen kann man die Gefühle meist besser rauslassen wie am Telefon. Es ist wirklich nicht schön, dass deine Mama es rum erzählt, aber vielleicht möchte sie dir den Schmerz ersparen, darüber zu reden. Ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll.

Bei meinen Eltern ist es auch so, dass das Thema unter Freunden und Bekannten totgeschwiegen wird, auch wenn ich gerne darüber reden möchte.

Versuch dich mit deiner Mama zu vertragen, wie meine Vorrednerin schon sagte: Wir haben nur die Eine ;-)

LG
firne