"Jedes Kind kann schlafen lernen"...was haltet ihr von dem buch?

Archiv des urbia-Forums Schlafen.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Schlafen

Bitte, Baby, schlaf jetzt ein: Manches Neugeborene macht die Nacht gern zum Tag. Hier könnt ihr Trost nach schlimmen Nächten finden und euch gegenseitig Tipps geben, wie euer Baby zu einem guten Schläfer wird.

Beitrag von goldhasi 21.04.10 - 20:58 Uhr

Hallo,
hab das buch empfohlen bekommen aber ich würde gerne wissen, ob ihr erfahrungen damit gemacht habt, und wenn ja, welche?

lg
goldhasi

Beitrag von hasitchen 21.04.10 - 21:02 Uhr

ich kenn es nicht aber meine schwägerin hat es gelesen und befolgt:da steht man muss das kind eine gew.anzahl v.minuten schreien lassen bevor man zu ihm geht.....das alleine kann ich nicht akzeptieren oder verstehen,wenn ein kind schreit braucht es etwas.bin der meinung dass man wenig einfluss auf das schlafverhalten hat,leider.man kann nur schauen,dass es rituale gibt und das kind viel ruhe mitkriegt und nähe,alles andere ergibt sich.lg

ps:mein kleiner ist 8m und schläft nur manchmal durch

Beitrag von anyca 21.04.10 - 21:07 Uhr

Das Buch wird leider auf "da soll man sein Kind schreien lassen" reduziert, obwohl bestimmt 50 andere gute Tipps drinstehen, und das "drei Minuten schreien lassen" nur angewendet werden soll, wenn alles andere nicht geklappt hat und man kurz vor dem Ausflippen ist ...

Aber wie ich den Laden hier kenne, folgen gleich ca. 35 "das Buch ist ja soooooo schrecklich" Postings von Leuten, die es vermutlich nie ganz (!) gelesen haben.

LG anyca,

die ihre Kinder nicht zum Einschlafen alleine schreien läßt, und aus dem Buch trotzdem nützliche Tipps bekommen hat!#pro

Beitrag von schnabel2009 22.04.10 - 11:33 Uhr

Huhu,

da schließe ich mich an. Es diskutieren meist Leute über das Buch, die es nicht kennen (ich kenne es auch nicht).
Von daher eigentlich völliger Blödsinn ;-)
Meine Freundin meinte, dass gute Tipps drinstehen.
Wenn nur drin stehen würde: Lass Dein Kind brüllen, dann wäre es ja auch ein sehr dünnes Buch *lol*

LG schnabel

Beitrag von doreensch 22.04.10 - 21:48 Uhr

Das hat nichts zu sagen das das Buch dicker ist, die Reden von Bundestagsabgeordneten dauern auch lange und ausgesagt haben sie nix..

Beitrag von alessa-tiara 21.04.10 - 21:16 Uhr

nimm lieber schlafen statt schreien...lg

Beitrag von diana1101 21.04.10 - 21:30 Uhr

Hi,

ich persönlich kenn es nicht. Und glaube auch, das ich es nicht brauche.

Schicke dir mal einen Link mit.. da kannst du dir die Meinungen durch lesen.

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=9&tid=2450418

MfG Diana

Beitrag von 98honolulu 21.04.10 - 21:32 Uhr

Ich habe es komplett gelesen, um zu wissen, was drin steht. Allerdings würde mir nie in den Sinn kommen, das anzuwenden, was darin steht.
Ich empfehle "Schlafen & Wachen" von Sears.

LG

Beitrag von dodo0405 21.04.10 - 21:44 Uhr

Ich habe es zur Geburt meiner Tochter geschenkt bekommen und finde es sehr gut, weil man die Blätter sehr gut einzeln rausreißen kann und somit vor allem im Sommer immer Papier hat um die Kohlen im Grill anzuzünden.

Ansonsten: http://www.ferbern.de/

Beitrag von perserkater 21.04.10 - 22:47 Uhr

Ich kaufe die Dinger manchmal auf dem Flomarkt nur um sie zu verbrennen.#schein

Beitrag von katejones 22.04.10 - 00:16 Uhr

Ich stelle die Bücher, wenn ich sie im Buchladen sehe, immer nach ganz hinten im Regal oder andere Bücher davor, dait sie nicht so schnell entdeckt werden #hicks

Beitrag von thala 22.04.10 - 13:40 Uhr

Daran hab ich auch schon gedacht....und in unserer Krabbelgruppe haben wir mal besporochen, ob wir nicht kleine Zettel drucken und in die Bücher legen, auf denen steht.

Tun Sie das Ihren Kind bitte nicht an!
Lesen Sie lieber "Schlafen und Wachen" von W. Sears.

;-)

Was ich ja cool finde: Jako-o hat das Buch von Sears und JKKSL sucht man vergeblich :-)

Beitrag von katejones 22.04.10 - 00:12 Uhr

#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl

Danke, das war mein Lacher des Abends! #herzlich
LG,
Miri #stern

Beitrag von lea9 21.04.10 - 22:02 Uhr

Ich empfehle auch Schlafen und Wachen von Sears.

Beitrag von perserkater 21.04.10 - 22:51 Uhr

Ich kopiere mal die gute ayshe#kuss:

von Biggi Welter zum „Einschlafstillen“ und „Allein einschlafen“
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/mebboard...rum=129

http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/beitrag....d=56060

http://www.babyfreundlich.org/fileadmin/...t_Kommentar.pdf





Expertenantworten

Biggi Welter und die Kunst, sein Kind schlafen zu lassen...
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/mebboard...rum=129
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/beitrag....=101956

Gudrun von der Ohe Rezension
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/beitrag....=102109


Gehirnentwicklung
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag...63.html
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag...38.html

"Schaden durch Schreienlassen"
ein Text, übersetzt aus "The No-Cry Sleep Solution". da ist auch der Text von Jean Liedloff dabei, die beschreibt, wie sich ein so allein gelassenes wesen fühlt.

SCHREIENLASSEN
Es hört sich so einfach an: Einige Nächte schreien lassen, und dein Baby wird die ganze Nacht schlafen – jede Nacht. Wenn es nur so einfach wäre! Meine Recherchen haben ergeben, dass nur sehr wenige Eltern einen so einfachen Erfolg erleben. Viele müssen wochenlang jede Nacht mit stundenlangem Weinen (dies gilt oftmals für Baby und Eltern), fertig werden. Manche Babys schreien so sehr, dass sie sich übergeben müssen. Einige Eltern stellen fest, dass das nächtlichen Weinen das Verhalten des Kindes am Tag beeinflusst – es wird anhänglich und durcheinander. Viele bemerken, dass jede Art von Rückschlag (Zahnen, Krankheit, Ausfall eines Nickerchens, Urlaub) ihr Kind erneut zum nächtlichen Aufwachen bringt, und sie ihr Kind wieder und wieder schreien lassen müssen. Viele wenn nicht alle Eltern, die auf das Schreienlassen zurückgreifen, glauben aber, dies sei der einzige Weg, ihr Baby zum Durchschlafen zu bewegen.

Was Experten über die beiderseitige Qual des Schreienlassens sagen
(...) Dr. Paul M. Fleiss und Frederick Hodges in Sweet Dreams (Lowell House, 2000) sagen folgendes über solche Trainingsprogramme für Babys:
Babys und kleine Kinder sind eher emotionale als rationale Wesen. ein Kind kann nicht begreifen, warum Sie seine Rufe nach Hilfe ignorieren. Nicht auf die Schreie Ihres Babys zu reagieren, auch mit der besten Absicht, bedeutet, dass sich Ihr Kind im Stich gelassen fühlt. Babys haben biologische Bedürfnisse, die „Schlafexperten“ entweder ignorieren oder verleugnen. Es stimmt, dass ein Baby, dessen Bedürfnisse ignoriert werden, letzten Endes wieder einschlafen wird, aber das Problem, dass das Aufwachen eigentlich hervorgerufen hatte, bleibt ungelöst. Auch wenn die Eltern nachgesehen haben, um sicher zu gehen, dass das Kind nicht krank ist oder an sonstigem körperlichen Unbehagen leidet, wird der eigentliche emotionale Stress beim Baby bestehen bleiben, wenn sie mit ihm nicht auf eine mitfühlende Weise umgehen, es beruhigen oder stillen, bis es wieder einschläft.
Die vernünftigste und anteilnehmendste Herangehensweise ist ein sofortiges Reagieren auf das Weinen Ihres Kindes. Vergessen Sie nicht, Sie sind die Eltern. Und Ihrem Kind Sicherheit zu geben ist eine der erfreulichsten Aufgaben der Elternschaft. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, das Sie alleine die Macht haben, das Leben Ihres Babys aufzuhellen und Angst und Schmerz von ihm fernzuhalten.

Kate Allison Granju schreibt in Attachement Parenting (Pocket Books, 1999):
Babys sind Menschen, extrem hilflose, verwundbare, abhängige Menschen. Ihr Baby verlässt sich auf Ihre liebevolle Fürsorge. Wenn es weint, signalisiert es – auf die einzige Art, die es kennt – dass es Sie braucht. Sie wissen, wie es sich anfühlt, vor Angst oder Verzweiflung zu weinen. Es fühlt sich schrecklich an. Und für ein Baby ist es nicht anders. Wenn Ihr Baby weint – aus welchem Grund auch immer – erfährt es körperliche Veränderungen. Sein Blutdruck erhöht sich, seine Muskeln erhalten eine erhöhte Spannung, Stresshormone überfluten seinen kleinen Körper. (...)

Dr. William Sears (...) warnt in Nighttime Parenting (Plume, 1999), sogar vorm Schreienlassen:
Eltern, lasst mich euch warnen. Schwere Probleme in der Kindererziehung haben keine einfachen Lösungen. Kinder sind zu wertvoll und ihre Bedürfnisse zu wichtig, als dass sie zu Opfern billiger und oberflächlicher Ratschläge werden dürften.

Wie fühlt sich ein Baby, das man schreien lässt?
Niemand weiß wirklich, wie sich das Schreienlassen tatsächlich auf ein Baby auswirkt. Man kann es schließlich nicht zweimal aufziehen und sich den Unterschied ansehen. Und niemand weiß wirklich, wie sich ein Baby letztlich fühlt, wenn man es weinen lässt. Jean Liedloff präsentiert jedoch eine sehr wahrscheinliche Sichtweise in Ihrem Buch Auf der Suche nach dem verlorenen Glück (Addison-Wesley, 1977). Hier beschreibt sie das Aufwachen eine Babys mitten in der Nacht:

Er wacht auf in dem sinnlosen Schrecken der Stille, der Bewegungslosigkeit. Er schreit. Sein kleiner Körper brennt von Kopf bis Fuß vor Bedürfnis, Verlangen, unaufschiebbarer Ungeduld. Er schnappt nach Luft und schreit, bis sein Kopf nur noch ein einziges Pochen ist. Er schreit, bis seine Brust schmerzt, bis sein Hals wund ist. Er kann den Schmerz nicht mehr ertragen und sein Schluchzen lässt nach und klingt ab. Er lauscht. Er öffnet und schließt seine Fäustchen. Er rollt seinen Kopf hin und her. Nichts hilft. Es ist unerträglich. Er beginnt wieder zu weinen, doch es ist zu viel für seinen überanstrengten Hals; bald hört er auf. Er rudert mit den Ärmchen, und tritt mit seinen Beinchen. Er hört auf, leidend, unfähig zu denken. Er lauscht. Dann schläft er wieder ein.

Lösungsmöglichkeiten
Wer sein Baby dazu bewegen möchte, nachts durchzuschlafen, für den gibt es andere, liebevollere Möglichkeiten als das Schreienlassen. Durch das Erkennen, Analysieren und Bewerten der Schlafmuster des eigenen Babys können diese sanft beeinflusst und in die gewünschten Bahnen gelenkt werden. Wie das geht, steht z.B. in dem Buch The No-Cry Sleep Solution von Elizabeth Pantley, einer Elternberaterin und Mutter von vier Kindern. Hier werden verschiedene Schlaflösungen, aus denen man die für sich passenden herauspicken kann, vorgestellt, und ein tränenfreier maßgeschneiderter Schlafplan wird erstellt.


Dr. Posth
http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/beitrag.htm?id=833

Re: Darf man ein 6 Monate altes Baby mal schreien lassen?
Liebe Sabine, Ihre Sorge, daß der kleine Fratz Ihnen auf der Nase herum tanzt, ist ziemlich unbegründet. Ein Lernen im eigentlichen Sinne, d.h. geistige Vorwegnahme eines zu erreichen Ziels, Planung einer adäquaten Handlung aus dem faktischen ("expliziten") Gedächtnis heraus und Schlußfolgerung, Annahme und Ziel auf diese Weise in Übereinstimmung zu bringen, sind von einem kleinen Säugling aus verschiedenen Gründen nicht zu leisten. a) sein faktisches Gedächtnis ist noch unreif, nachweisbar dadurch, daß das diesbzl. Zentrum im Gehirn, der Hippocampus noch nicht optimal arbeitet. b) die für planendes Handeln zuständigen Hirnrindenabschnitte im Frontalhirn des Menschen sind größtenteils noch nicht an das assoziative System angeschlossen. Beweise dafür liefern uns die Positronenemissionstomographie (PET) und die funktionelle Magnetische Resonanztomographie (fMRT). Sorry für soviel Wissenschaftlichkeit, aber wenn ich mir schon die Mühe mache, ständig das ganze wissenschaftliche "Zeug" zu lesen, dann will ich es auch mal in die Welt hinaustragen. Solche Forschungsergebnisse werden übrigens in einigermaßen lesbaren Büchern von internationalen und deutschen Forschern niedergeschrieben.
Zurück zum Thema. Wenn der Säugling also die Zusammenhänge weder verstehen noch lernen kann, was passiert dann? Unglücklicherweise funktioniert sein emotionales Gedächtnis schon, und zwar vom ersten Tag an. Dazu gibt es ein anderes Gedächtniszentrum, die Amygdala oder Mandelkerne. (Das hat man erst in den letzten Jahren entdeckt). Die liegen übrigens ziemlich in der Nähe vom Hippocampus in beiden Schläfenlappen im Gehirn. Und darüber werden nun all die frühen Gefühle (zunächt eben ohne den faktischen Hintergrund) peu a peu abgespeichert. Das hat die Natur deswegen so eingerichtet, daß der Mensch vom ersten Tag an mittels seiner Gefühlshaftigkeit eine primäre Bindung zu seiner Bezugsperson aufbauen kann. Das Gefühl verursacht die Bindung! (Ich weiß nicht, ob J.Bowlby, der die Bindungstheorie aufgestellt hat, auch schon so weit gedacht hat).
Wenn nun der Säugling in dieser "Arbeit" immer wieder heftig erschüttert wird, wird er in seiner Entwicklung Schwierigkeiten bekommen. Mal Schreien, ist sicher kein allzu großes Problem, die Natur hat Sicherungsmaßnahmen und Toleranzspielräume eingebaut, die aber "auszunutzen", damit das ganze Eltern-Kind-Konzept besser in unsere anspruchsvolle, normative Zeit paßt, das halte ich für unstatthaft.
Ich glaube, dieser Schwenk war nötig, um hier einmal mit ein paar alten (pädagogischen) Zöpfen aufzuräumen. Oder? Vielen Dank für Ihre Geduld beim Lesen

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.p...rum=155
Liebe Conny, in der Tat ist es so, daß je älter der Säugling wird, desto genauer nimmt er die Vorgänge in seiner Umwelt wahr. Und er fängt sich an zu sorgen um seine Sicherheit und sein Wohlergehen. Dazu bedarf es zunächst keiner schlimmen Vorerfahrungen. Diese Sorgen und Ängste sind ihm angeboren und rühren aus den Urzeiten der Menschheit her, den Zeiten, in denen es für einen Säugling tatsächlich lebensgefährlich gewesen ist, nicht bei seiner ihn beschützenden Bezugsperson zu sein. Mit Zunahme der Selbstbewußtheit werden diese Trennungs- und Verlustängste immer intensiver, und die bis dahin entstandene Bindung wird nun auf ihre Stärke geprüft. Hat man seinen kleinen Säugling aber zum Einschlafen in der Zeit davor häufig schreien lassen (oft ja nur auf den gut gemeinten Rat Unkundiger hin), ist die Stärke der Bindung nicht in dem Maße gegeben und die Angst beim Säugling größer.
Die logische Schlußfolgerung, gerade jetzt, wenn aus Entwicklungsgründen ein Phase der Prüfung stattfindet, viel Geduld aufzubringen, länger am Bett sitzen bleiben, bis der Säugling wirklich fest eingeschlafen ist und in der Nacht prompt zur Verfügung zu stehen, wenn der Säugling anfängt zu schreien. Das geht eigentlich nur beim gemeinsamen Schlafen (s. gezielter Suchlauf). Die Sicherheit, die er jetzt zusätzlich erfährt, wird für ihn zu einer guten Gewohnheit und schafft Bindungsstärke für weitere Prüfungen. Viele Grüße

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.p...rum=155
Sie dürfen Ihre Tochter überhaupt nicht schreien lassen, weder im Stehen noch im Liegen. Denn Schreien bedeutet Streß, und Streß ist erwiesenermaßen ungesund für die Hirnentwicklung und seelische Konstitution. Überdies wird Mutter-Kind-Bindung gestört und das Urvertrauen schwindet. Ihre Tochter braucht ein liebevolles Einschlafritual (gezielter Suchlauf!) zur geeigneten Zeit, wenn sie müde wird. Derjenige von Mutter oder Vater, der das Einschlafritual übernimmt, bleibt solange bei seinem Kind bis es fest eingeschlafen ist. Das Konditionierungsprinzip mit fraktioniertem Schreienlassen ist ungesund für die kindliche Seele und muß aus psychologischen Gründen strikt abgelehnt werden (s. Ferber-Methode im allgemeinen Suchlauf). Viele Grüße

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.p...rum=155
Liebe X, das hier ist kein!Schlafforum. Aber ich will Sie nicht enttäuschen.
Die "Ferber-Methode", wie auch immer genannt, ist ein Konditionierungsprogramm, das Methoden anwendet, die auch bei Tieren wirksam sind. Ein unerwünschtes Verhalten wird als falscher Reiz bezeichnet, und zwar von dem, der die Macht dazu hat. Dieser nutzt nun seine Macht dahingehend aus, daß er den "unerwünschten Reiz" mit einer unerwünschten Reaktion seinerseits koppelt. In praxi heißt das, der Erwachsene erhört das Bedürfnis nach Zuwendung des Kindes eine Zeitlang nicht, damit dieses durch in sich anwachsende Unlust sein unerwünschtes Verhalten reduziert, schließlich aufgibt. Da der Mensch ein sehr anpassungsfähiges Wesen ist, funktioniert dieses Prinzip über kurz oder lang praktisch immer. Damit das ethische Problem bei dem Zwang zu Unlust nicht allzu groß wird, wählt man geschickterweise eine zeitlich fraktionierte Methode, das System funktionierte aber auch, wenn man gar nicht hinginge zum schreienden Kind und es durchschreien ließe, womit wir wieder da sind, wo wir bereits vor 30 oder 40 Jahren standen.
Warum soll man etwas anderes, auch noch viel Anstrengenderes tun, wenn das alte Prinzip, Tür zu und schreien lassen, bis das Kind aufgibt, auch funktioniert? Kurze, lange Antwort: Weil der Mensch eine Seele hat und ihn sein Instinkt dafür weitestgehend verlassen hat. Da die Seele aber ein Unterbewußtsein (Zugang höchstwahrscheinlich das Limbische System über die Amygdala/Mandelkerne)besitzt, in das alle schmerzlichen Gefühle hinein verdrängt werden, um den Moment des Leids auszuhalten, ist sie sozusagen "nachtragend", will heißen, das Unterbewußtsein erinnert einen Menschen immer wieder, z.B. bei ähnlichen Spannungssituation im ganzen nachfolgenden Leben. Das Problem dabei ist aber, daß je weiter der Mensch im Leben sich von den Ursprüngen seiner Leidesgeschichte entfernt hat, desto schwieriger wird es für ihn durch Überlagerungen an eben diesen Ursprung noch einmal zurück zukommen, um etwas dann doch noch zu bewältigen. Folge, er leidet unterschwellig sein Leben lang, weiß teilweise nicht einmal mehr warum eigentlich und wird nun alles für ihn Nützliche tun, den Level dieses Leid möglichst tief zu halten. Dabei ist er zu Vielem bereit im Guten wie im Bösen.
Was also tun? Gehen Sie, wenn sie es nicht sowieso bei sich haben, nachts zu Ihrem Kind, wenn es wirklich weint oder gar schreit, nicht bei jedem Knüttern. Bleiben Sie einfach bei ihm streicheln es, trösten es mit Worten und Gesten, geben ihm vielleicht den Beruhigungssauger oder sein Schmusetuch/ Püppchen/Teddy und warten Sie geduldig, bis es wieder schläft. Die Aufwachzeiten werden mit der Zeit 100% immer weniger, vor allen dann, wenn Sie das Kinderbett mit im Schlafzimmer haben und gar nicht erst aufstehen müssen. Voraussetzung ist, daß das Kind gesund ist, nicht gerade Zähne bekommt, etc. Voraussetzung ist allerdings eigentlich auch, daß das Kind bei den sogenannten 3-Monatskoliken oder "Schreiattacken" in den ersten Lebenswochen auch nicht einfach hat schreien müssen, sondern getröstet und beruhigt wurde. Sehen Sie, wir reden hier über ein, zwei Jahre im Leben eines Menschen, wahrscheinlich mit seine wichtigsten (auch wenn doppelt kluge Psychologen dieses Paradigma derzeit wieder in Frage stellen). Aber der ganze "Rest" dieses Lebens wird Sie weiter und weiter beschäftigen. So, dieses statement war wohl wichtig, sozusagen ein Anti-Ferber-statement. Viele Grüße und viel Erfolg


Hallo, wie Sie bestimmt längst wissen, wird in meinem Forum die Methode des Schreien-lassens als ein frühe Form der Kindesvernachlässigung abgelehnt. Daß in der Bevölkerung immer noch die Uraltsitten der rigiden Säuglingsbehandlung grassieren, ist eigentlich beschämend angesichts der Tatsache, daß in Deutschland immer mehr Kindesmißhandlungen bekannt werden. Auf der einen Seite haben wir in Deutschland immer weniger Kinder und auf der anderen Seite werden die wenigen Kinder, die noch existieren, in ihren natürlichen Bedürfnisse vielfach mißachtet.
Ein Säugling, der schreit, hat ein elementar wichtiges und nur durch den sicheren Kontakt zur Bezugsperson zu stillendes Bedürfnis. Das kann sein Hunger, Schmerz, Angst, Gefühle von Einsamkeit und Unheimlichkeit. Schließlich kommt der kleine Mensch in eine Welt, von der er noch nichts, absolut nichts weiß. Er braucht also dringend eine ganz zuverlässige und liebevolle Bezugsperson, die ihn in diese Welt sicher begleitet. Zu ihr baut er eine lebenslange vertrauensvolle Bindung auf, die primäre Bindung. Ablehnung, Schreien-lassen, Nichtbeachten gefährdet diese Bindung nachhaltig, beeinträchtigen die Gehirnentwicklung und schaffen einen gefährlichen Boden für spätere psychische Störungen.
In meinen 3 Langtexten und in diversen Stichworten, zu finden über den gezielten Suchlauf, z.B. Säuglingsschreien finden Sie die Grundhaltungen, die hier im Forum vetreten werden und nach Möglichkeit Anwendung finden sollen. Wenn Ihnen irgendetwas beim Lesen unklar bleibt, bitte wieder schreiben. Viele Grüße

und noch was:
Hier mal ein Zitat:
>>In größeren Städten schießen zur Zeit "Schreiambulanzen" wie Pilze aus dem Boden. Dort arbeiten Kinderärzte und Psychologen oder Pädagogen, um Eltern mit Schreikindern zur Seite zu stehen. Was sind Schreikinder? Babies, die Dreimonatskoliken in extremer Form über den dritten Monat hinaus haben. Es besteht also ein Bedarf, an Beratung im Umgang mit Kindern, die für ihre Eltern mit unerträglicher Ausdauer schreien, schreien und noch einmal schreien. Ich habe einmal einen Arztbrief aus einer Schreiambulanz bekommen und war maßlos schockiert. Dort wurde in psychologisierender Form abgewägt, ob es sich bei dem Schreien des 4 Monate alten Babies um "instrumentalisiertes Schreien" handele, ob das Baby also ein Ziel verfolge. Es wurde dann letztendlich angeraten, den Kontakt zum Kind eher einzuschränken, das Kind nicht mit Reizen zu überfluten, es durchaus schreien zu lassen. Übersetzt hieß dies: liebe Eltern, ihr habt ein Schreikind, aber nehmt es nicht persönlich, laßt Euer Kind halt schreien, laßt Euch nicht unter Druck setzen. Im Prinzip exakt das, was die Oma auch sagt: "Schreien ist gut für die Lunge", also Tür zu, Kopfhörer auf und eine CD in Stereo genießen. Freud, der uns ja einen gewissen Einblick in unsere seelischen Abgründe gezeigt hat, würde dies eine Rationalisierung nennen: Man/frau sucht einen möglichst logisch und einleuchtenden Grund, der vernünftig klingt, und begründet damit, weshalb man/frau sich so verhalten darf, wie es einem in den Kram paßt. Also: Am Schreien des Babies ist nur das Kind schuld, die Eltern werden der Verantwortung enthoben, sie brauchen sich auch nicht weiter um Auswege zu bemühen, stattdessen sollen sie sich in ihrem Leben nicht durch das Schreien beeinflussen lassen.

Dies ist aber fürs Baby nichts anderes als eine Mißhandlung: nicht im körperlichen Sinne, man sieht ja die blauen Flecken der Seele nicht, aber die Folgen dieser Verletzung heilen lange nicht so leicht aus wie ein Hämatom, eine Schramme oder Beule. Stellen Sie sich vor: Jetzt, und zwar sofort, also so, wie Sie zur Zeit angezogen sind, werden Sie ohne Erklärung an den Südpol versetzt ("gebeamt"). Dort finden Sie sich jetzt zwischen Eisblöcken bei minus 30° C in Konfrontation mit Pinguinen, Seelöwen und ---- Eisbären wieder. Sie frieren, Sie haben Angst, sie geraten in Panik, weil Sie nicht wissen, wie Sie dorthin geraten sind, ob Sie jemals wieder dort wegkommen, oder ob Sie sich mit dem Leben dort anfreunden werden, Sie wissen nicht einmal, ob Sie die nächste Nacht überleben können. Da, plötzlich sehen Sie am Horizont ein Licht, Sie gehen darauf zu, ja, Sie entdecken plötzlich, daß es sich um ein bergisches Fachwerkhaus handelt, das Sie dort sehen. Die schwarz-weißen Wände, das Grün der Schlagläden läßt Sie plötzlich warme Gefühle empfinden. Sie rennen los, erwartungsvoll schreiend: Macht mir auf! Laßt mich herein! An der Tür empfängt Sie eine mütterlich aussehende Person: Ihr Herz wird erfüllt mit Wärme, Sie frieren schon gar nicht mehr so sehr. Die Frau öffnet den Mund und sagt: "Frieren härtet den Organismus ab!" und schließt die Tür. Sie stehen draußen, stutzen, glauben nicht, was Sie gerade erlebt haben und schreien los, Sie schreien und schreien --- und erwachen NICHT! aus dem Alptraum.

Der Vergleich muß, denke ich, nicht erläutert werden, oder??

Seien Sie daher bitte sehr vorsichtig bei Sprüchen, die einleuchtend klingen, aber dem Kind augenscheinlich viel zumuten, wie zum Beispiel; Nimm das Kind auf gar keinen Fall mit in Dein Bett, sonst kriegst Du es nicht mehr los.
<<

http://kinderarzt-gl.de/ef6.htm#Sieben%20goldene%20Regeln

LG

PS: Verbrenn es darussen, es qualmt fürchterlich#drache

Beitrag von ayshe 22.04.10 - 09:00 Uhr

jaja, jetzt habe ich tatsächlich mal wieder NICHt vorher die antworten gelesen #klatsch

Beitrag von marysa1705 21.04.10 - 22:58 Uhr

Hallo,

ich halte nichts davon und auch der deutsche Kinderschutzbund lehnt die Haltung, das Menschenbild und die Tipps in diesem Buch ab:

"Wir kennen das Buch, "Jedes Kind kann schlafen lernen". Es gibt eine ganze Reihe in der Serie: "Jedes Kind kann ... lernen". Diesen Büchern steht eher ein verhaltenstheoretisch orientiertes Erziehungsmodell des Konditionierens zu Grunde.

Wir im Kinderschutzbund empfehlen diese Bücher nicht. Weder die Haltung noch das Menschenbild, noch die Tipps, die in diesen Büchern zu finden sind, entsprechen der Haltung, die wir im Kinderschutzbund und in unseren Elternkursen, "Starke Eltern - Starke Kinder®" haben.

Für uns ist eine Anleitung zur Erziehung, die die Bindung und Beziehung zwischen Kindern und Eltern stärkt, die die Kompetenzen der Eltern und Kinder heraus zu finden hilft und die auf Klärung der eigenen Werte- und Erziehungszielvorstellungen setzt, wichtig. Bei uns kommt es auf die Achtung von Bedürfnissen und Gefühlen von Kindern an, aber später auch, wenn Kinder größer sind, sollen Eltern sich auch nicht bloß ohne Ende für die Kinder aufopfern müssen.

Weiterhin sind bei uns wichtig: der sensible aber auch humorvolle Umgang und klare Kommunikation miteinander, gegenseitiger Respekt, Zuneigung, Anerkennung, Vertrauen und Annahme. Wir unterstützen Eltern bei der Suche nach den Wegen Konflikte und Probleme zu lösen, die die unterschiedlichen Bedürfnisse und Werte möglichst berücksichtigt.

Auch die Kinderrechte spielen bei uns in den Elternkursen eine wichtige Rolle.

Ein genaueres Bild über unsere Haltung und Inhalte in den Elternkursen gibt Ihnen, wenn Sie möchten, der von Paula Honkanen-Schoberth geschriebene Elternratgeber:

"Starke Kinder brauchen starke Eltern", erschienen in der Urania Verlag, für 12.90 €. Sie ist auch die Mitautorin der Elternkurskonzeption, Familientherapeutin und langjährige Mitarbeiterin im Kinderschutzbund.

Elternkurse werden inzwischen in vielen Orten, bei unterschiedlichen Trägern angeboten, die Kinderschutzbund-Ortsvereine vor Ort sind in der Regel informiert, wo die Kurse laufen.

Und nun möchten wir Ihnen und Ihrem Baby alles Liebe und Gute wünschen, achten Sie auf die positiven Seiten ihres Kindes, und auf die in Ihnen selbst, dies würde Ihnen auch das Motto des ersten Kursabends empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Beata Hoffmann

Fachreferentin"

http://www.eltern.de/foren/stillforum/144385-jedes-kind-kann-and-kinderschutzbund.html


LG Sabrina

Beitrag von ayshe 22.04.10 - 08:58 Uhr

http://www.continuum-concept.net/familienbett/ferber_moni.html

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.php3?step=1&range=20&action=showMessage&message_id=21045&forum=155

http://www.rund-ums-baby.de/nachdergeburt/mebboard.php3?step=0&range=20&action=showMessage&message_id=35557&forum=110

http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/mebboard.php3?step=0&range=20&action=showMessage&message_id=3370&forum=129

http://www.ferbern.de/index.php?page=experience_ferbern&m=8

Kinderschutz gegen ferbern bzw. Jkksl
Da wir's ja letztens von der Neuauflage des "Schlaflern-Buchs" hatten, hab ich mal beim Kinderschutzbund nachgefragt, was die davon eigentlich halten.

Heute kam folgende Antwort:

Sehr geehrte Frau XY,

einen schönen Dank für Ihre Email.


Wir kennen das Buch, "Jedes Kind kann schlafen lernen". Es gibt eine ganze Reihe in der Serie: "Jedes Kind kann ... lernen". Diesen Büchern steht eher ein verhaltenstheoretisch orientiertes Erziehungsmodell des Konditionierens zu Grunde.

Wir im Kinderschutzbund empfehlen diese Bücher nicht. Weder die Haltung noch das Menschenbild, noch die Tipps, die in diesen Büchern zu finden sind, entsprechen der Haltung, die wir im Kinderschutzbund und in unseren Elternkursen, "Starke Eltern - Starke Kinder®" haben.

Für uns ist eine Anleitung zur Erziehung, die die Bindung und Beziehung zwischen Kindern und Eltern stärkt, die die Kompetenzen der Eltern und Kinder heraus zu finden hilft und die auf Klärung der eigenen Werte- und Erziehungszielvorstellungen setzt, wichtig. Bei uns kommt es auf die Achtung von Bedürfnissen und Gefühlen von Kindern an, aber später auch, wenn Kinder größer sind, sollen Eltern sich auch nicht bloß ohne Ende für die Kinder aufopfern müssen.

Weiterhin sind bei uns wichtig: der sensible aber auch humorvolle Umgang und klare Kommunikation miteinander, gegenseitiger Respekt, Zuneigung, Anerkennung, Vertrauen und Annahme. Wir unterstützen Eltern bei der Suche nach den Wegen Konflikte und Probleme zu lösen, die die unterschiedlichen Bedürfnisse und Werte möglichst berücksichtigt.

Auch die Kinderrechte spielen bei uns in den Elternkursen eine wichtige Rolle.

Ein genaueres Bild über unsere Haltung und Inhalte in den Elternkursen gibt Ihnen, wenn Sie möchten, der von Paula Honkanen-Schoberth geschriebene Elternratgeber:

"Starke Kinder brauchen starke Eltern", erschienen in der Urania Verlag, für 12.90 €. Sie ist auch die Mitautorin der Elternkurskonzeption, Familientherapeutin und langjährige Mitarbeiterin im Kinderschutzbund.

Elternkurse werden inzwischen in vielen Orten, bei unterschiedlichen Trägern angeboten, die Kinderschutzbund-Ortsvereine vor Ort sind in der Regel informiert, wo die Kurse laufen.

Und nun möchten wir Ihnen und Ihrem Baby alles Liebe und Gute wünschen, achten Sie auf die positiven Seiten ihres Kindes, und auf die in Ihnen selbst, dies würde Ihnen auch das Motto des ersten Kursabends empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen
Beata Hoffmann
Fachreferentin
Nachzulesen unter:
http://familiennetz.eltern.de/foren/showthread.html?t=144385


Expertenantworten

Biggi Welter und die Kunst, sein Kind schlafen zu lassen...
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/mebboard.php3?step=1&range=20&action=showMessage&message_id=56060&forum=129
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/beitrag.htm?id=101956

Gudrun von der Ohe Rezension
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/beitrag.htm?id=102109

Beitrag von 3wichtel 22.04.10 - 11:03 Uhr

Ich finds gut und hilfreich.
2 meiner 3 Kinder haben damit schlafen gelernt (ohne ein Trauma davonzutragen. Der Grosse ist schon 8 und schläft noch immer gerne und gut!)

Bei einem meiner Kinder hat es nicht geklappt. Da mussten wir den Versuch leider abbrechen.
Er hat noch heute (6 Jahre) Schlafprobleme. Daher zählt er wohl nicht zu den "normalen" Kindern, bei denen es funktioniert.