Kommunion - beide Eltern ausgetreten

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Beitrag von tamago 22.04.10 - 00:03 Uhr

Hallo,
es geht hier nicht um mich, habe da noch ein wenig Zeit und wir sind beide in der Kirche.
Meine Freundin und ihr Mann sind aus finanziellen Gründen aus der Kirche ausgetreten. Der Sohn ist getauft und
sie erziehen ihn auch mit Nachtgebet, Kirchlichen Feiertagen etc. In seiner Klasse gehen einige nun bald in den Kommunionsunterricht.#schein
Sie fragen sich, ob und wie sich das machen sollen. Hier muss man ja als Eltern dann Sonntags mit in die Kirche (zumindest ist das hier auf dem Ländchen so :-) )
Und sie kommen sich da recht doof vor, da es bekannt ist, dass sie ausgetreten sind. Allerdings möchten sie ihrem Kind nicht im Weg stehen, da es mit den Freunden zur Kommunion gehen möchte.#torte
Wie sollen sie sich Verhalten - wie findet ihr die Geschichte?
Ihnen liegt selbst natürlich nichts an der Kirche und Kommunion...
Was schätzt ihr, wie wird das von aussen gesehen?
Danke und liebe liebe Grüße,
Tamago

Beitrag von imzadi 22.04.10 - 01:05 Uhr

Also ich denk mal das uns als Eltern das gleiche bevor steht, wenn nicht mit Kommunion dann Konfirmation. Irgendwie freue ich mich darauf. ;-)

Warum sollte bei dem kleinen Unterschiede gemacht werden? Weil er keine Beitragzahler vorweisen kann? Wenn unser Sohn will kann er gerne den Kirchencircus mitmachen, ich werde ihn da auch unterstützen wenn er davon überzeugt ist.

Ich würde deinen Freunden raten selbstbewusst damit umzugehen, mit den Jungen in die Kirche wenn er es möchte, aber kein schlechtes Gewissen weil man selbst kein Beitragszahler ist.

Beitrag von quickys1 22.04.10 - 08:06 Uhr

Hallo Tamago,

sorry, aber dafür habe ich überhaupt kein Verständnis.

Bezahlen wollen sie nicht, aber die Leistungen der Kirche wollen sie haben. Das geht gar nicht. Auch die Kirche ist ein Unternehmen. Und wenn ich etwas haben will, dann muß ich gefälligst auch dafür bezahlen.

Ist halt so.
Lieben Gruß

Nicole

Beitrag von diegute 22.04.10 - 08:08 Uhr

Hallo,

#pro

Ich finde das gehört verboten!!!

diegute

Beitrag von tamago 22.04.10 - 21:29 Uhr

Hallo,
ja ist eine wirklich skuriele Situation!
Wie ich auf einen anderen Post geantwortet habe, stellen sie vor dem Kind die Existenz von Gott nicht in Frage - wollen mit der Kirche, Kirchgängen und vor allem der Kirchensteuer nix zu tun haben.

Das Kind ist in der Schule im Kath. Unterricht, ist getauft und alle Freunde gehen nun auch. Dir Großeltern sind Katholisch etc etc etc.
Also ist für das Kind kein Grund da - ausser dass die Eltern nicht zahlen, sich nicht zu Gott zu bekennen, da es daran glaubt.
Ist echt eine schwierige Geschichte.
Ich selber würde das so eh nicht halten...
An sich wäre es den Eltern wirklich am liebsten, sie kämen um die Nummer herum, aber das wollen sie dem Kind nicht antun!!!
Nun haben sie halt Bedenken, dass im Dorf viel geredet wird, warum, wieso und und und.
Und sie haben keine wirkliche Idee, wie ernst das Leute beschäftigt.
ganz liebe Grüße,
Tamago

Beitrag von stumpi2 22.04.10 - 08:27 Uhr

Soll sie ihrem Sohn verbieten an Gott zu glauben nur weil sie es als Eltern nicht tun???

Ich bin als einzigste aus unerer Familie nicht getauft und auch nicht katholisch!

Mein Mann, Mein Sohn, Meine Tochter sind alle getauft....

UND!!!! :

Ich gehe mit Ihnen auch zu Kinder- und Familiengottesdiensten!!!

Wenn die Kirche da nur ans Geld denkt, dann tut es mir Leid!!!

Beitrag von deinemudder 22.04.10 - 11:18 Uhr

"Wenn die Kirche da nur ans Geld denkt, dann tut es mir Leid!!! "

Du meinst sicher, dass die gehälter der kirchenbediensteten (hausmeister, pfarrer, reinigungspersonal, gärtner usw.), die instandhaltung und die verwaltung der liebe gott bezahlt?

"Soll sie ihrem Sohn verbieten an Gott zu glauben nur weil sie es als Eltern nicht tun???"

Oh aber bitte. Es ist ein unterschied *zu glauben* oder *gratis-dienstleistungen zu erschleichen*!!
Glauben kostet nämlich nichts - wenn man eben darauf verzichtet, andere für sich arbeiten zu lassen.

Grüße
Alex

Beitrag von phifa2003 22.04.10 - 20:27 Uhr

#pro#pro#pro#pro

Beitrag von schwarzbaer 22.04.10 - 08:36 Uhr

Sorry, aber das ist totaler Quatsch. Wir sind eine Familie von überzeugten Atheisten. Mein Neffe fing an (durch einen guten Freund, der aus einer sehr kirchlich orienterten Familie stammt) sich für die Kirche zu interessieren.
Er hat dann auch den ganzen "Kirchenzirkus" wie es eine der Vorschreiberinnen genannt hat auf eigenen Wunsch in die Wege geleitet, Taufe, Kommunion etc..
Sollen die Eltern (nach wie vor überzeugte Atheisten) jetzt in die Kirche eintreten und zahlen nur weil Sohni beschlossen hat, an Gott zu glauben? Das kann ja wohl nicht Dein Ernst sein...

Beitrag von deinemudder 22.04.10 - 11:22 Uhr

Aber selbstverständlich nicht.
Und wenn der sohn beschlossen hat, segeln zu lernen, obwohl sich die eltern nicht dafür interessieren, dann MUSS ES PFLICHT sein, es dem kind gratis beizubringen!! Will das kind klavierspielen, obwohl die eltern eher rocker sind? Nunja, soll das halt die örtliche musikschule zahlen - können ja schließlich die eltern nichts dafür.
Das kind isst gern torte, obwohl die eltern ökos sind? Tja, dann muss der konditor das eben aus eigener tasche zahlen - die eltern mögen ja schließlich keine torte.

Jetzt aber mal die frage. Was meint ihr eigentlich, wer den ganzen *kirchenzirkus* bezahlt? Der liebe gott höchstpersönlich??

Grüße
Alex

Beitrag von schwarzbaer 22.04.10 - 11:39 Uhr

meine schwägerin hätte also ihrem sohn verbieten sollen in die Kirche einzutreten weil sie nicht dran glaubt? interessante sichtweise auf die "Schäfchengewinnung" der Kirche :-)

also ehe wir als überzeugte Atheisten in die Kirche eintreten, muss schon mehr passieren als das mein Neffe beschließt in den Verein eintreten zu wollen.

Beitrag von deinemudder 22.04.10 - 11:46 Uhr

"interessante sichtweise auf die "Schäfchengewinnung" der Kirche"

Du verstehst offenbar nicht, dass es ohne *zahlende schäfchen* überhaupt keine kirche mehr geben kann.

"also ehe wir als überzeugte Atheisten in die Kirche eintreten, muss schon mehr passieren als das mein Neffe beschließt in den Verein eintreten zu wollen."

Nun, ich denke, das wäre auch eher die moralische pflicht der eltern. Ich zahle ja auch nicht für den ballettunterricht meiner nichte.

"meine schwägerin hätte also ihrem sohn verbieten sollen in die Kirche einzutreten weil sie nicht dran glaubt?"

In keinster weise. Aber für die dienstleistung wenigstens in form von kirchensteuer bezahlen - DAS wäre anständig!

Grüße
Alex

Beitrag von schwarzbaer 22.04.10 - 12:31 Uhr

wieso? mein neffe ist inzwischen 20 und zahlt SEINE Kirchensteuer für SEINE Kirche. Kein anderer Mensch aus unserer Familie hat was damit zu tun und will was damit zu tun haben - sein Leben, nicht unseres.

Er kann jetzt den Rest seines Lebens seine "Schulden" bei SEINER Kirche in Form von Kirchensteuer abtragen.

Ich sehe immer noch nicht, wieso die Eltern dafür in einen Verein hätten eintreten sollen, dem sie absolut negativ gegenüber stehen. Nochmal: wir sind (ganze Familie, bis auf 1) überzeugte Atheisten, nicht getauft, nie was mit Kirche am Hut gehabt. Ich lüge doch nicht und handle gegen mein Gewissen, nur weil ein Kind den Spleen hat in einen Verein einzutreten, mit dem ich nichts zu tun haben will...

Du hast Ideen, also wirklich...

Beitrag von deinemudder 22.04.10 - 13:38 Uhr

"Ich sehe immer noch nicht, wieso die Eltern dafür in einen Verein hätten eintreten sollen, dem sie absolut negativ gegenüber stehen."

Musst du ja auch nicht. Und dann verbietest du das eben auch deinem kind - ist doch ganz einfach.

"Ich lüge doch nicht und handle gegen mein Gewissen, nur weil ein Kind den Spleen hat in einen Verein einzutreten, mit dem ich nichts zu tun haben will... "

Genau! Wenn es gegen dein gewissen ist, dein kind in die kirche zu lassen, dann lässt du es nicht hingehen. Wenn du es doch hingehen lässt, lässt sich der kirchenglaube dann ja offenbar doch mit deinem gewissen vereinbaren, dann ist es eben auch anständig, dafür zu bezahlen - ebenfalls ganz einfach.

Und dass dein neffe ein erwachsener mann ist, hättet du vielleicht erwähnen sollen, es ging ja tatsächlich darum, ob man als eltern für seine *kinder* zahlen soll. Kinder im sinne von *unmündig* und ohne verdienst. Unfassbar dass ich das jetzt noch eigens erwähnen muss.

Alex

Beitrag von schwarzbaer 23.04.10 - 08:29 Uhr

als er eingetreten ist war er 12 - also nicht erwachsen

Beitrag von deinemudder 23.04.10 - 08:32 Uhr

Tja, für anständige menschen wäre es sicherlich ehrensache gewesen, für die von den eigenen kindern in anspruch genommenen dienstleistungen zu zahlen - ohne dafür selbst *an die kirche glauben* zu müssen. Macht man ja für andere *vereine* stets gerne.

Alex

Beitrag von schwarzbaer 22.04.10 - 12:32 Uhr

b.t.w.: wenn es keine Kirche mehr gäbe wär' mir das auch nicht schlimm, siehe oben...

Beitrag von deinemudder 22.04.10 - 13:41 Uhr

Himmel. Ist doch alles super, und dagegen hat doch keiner was. Du verstehst offenbar nicht recht, was ich schrieb. Deswegen schreibe ich es nochmal ganz langsam und in kurzen, verständlichen sätzen her:

Dienstleistung in anspruch nehmen: zahlen.

Kein interesse an der dienstleistung und sie daher nicht in anspruch nehmen: nicht zahlen.

Alles klar?

Beitrag von schwarzbaer 23.04.10 - 08:29 Uhr

es gibt aber einen kleinen Unterschied:
wenn meine Tochter in den Schwimmverein geht - tritt sie ein, nicht ich. ich zahle die Beiträge, bin aber selber kein Vereinsmitglied.

Als mein Neffe in die Kirche eingetreten ist, was meinst Du, wer ihm das Geld gibt, was er in die Kollekte einzahlt, solange er noch kein eigenes Geld verdient hat? Was Du erwartest, ist das die Eltern "Vereinsmitglieder" werden, darüber brauchen wir einfach nicht weiter diskutieren.

Das Geld was mein Neffe für die Kollekte bekommen hat, dürfte im übrigen die Kirchensteuer manches anderen deutlich übertropffen haben - eben weil wir akzeptieren, daß mein Neffe sich so entschieden hat wie er sich entschieden hat.

Beitrag von diegute 22.04.10 - 14:10 Uhr

Hallo Alex,

DANKE für Deine Antwort! Sehe ich auch so!!!

LG diegute

Beitrag von quickys1 22.04.10 - 16:45 Uhr

Hallo,

wenn jemand wie ihr, Atheist oder wegen eines anderen Glaubens aus der Kirche austritt sehe ich auch kein Problem.

Bei der Titelschreiberin hieß es aber, nur aus Geldgründen sind sie aus der Kirche ausgetreten.

Dann kann man auch keine Leistung mehr erwarten.

Gruß

Beitrag von sweathu 22.04.10 - 10:00 Uhr

*kopfschüttel*

erstmal muß ich schmunzeln. Dieses ganze Gehabe um die Kirchensteuer etc.

es gibt Leute die es einfach nicht wollen, aber jeder geht doch seinen eigenen Weg, und wenn das Kind der Meinung ist, es WILL diesesn Weg gehen, warum soll es nach benachteiligt weren nur weil die Eltern diesen Weg nicht gehen.?!

Außerdem haben die Eltern ja nicht gesagt sie WOLLEN daß er das macht, sondern wollen im nur die Möglichkeit lassen..

Beitrag von deinemudder 22.04.10 - 11:39 Uhr

"es gibt Leute die es einfach nicht wollen"

Es gibt leute, die alles, was es umsonst gibt, an sich raffen wie die irren und im laufe der zeit finden, diese gratisdienstleistungen stünden ihnen in irgendeiner weise zu. Zur not werden halt *die kinder* vorgeschoben, denn *die kinder* sollen doch allein entscheiden können.

Ich finde diese alles-gratis-mentalität einfach nur unanständig - nichts weiter.

Alex

Beitrag von deinemudder 22.04.10 - 11:24 Uhr

Ich finde es stets zum kreischen, wenn ich meinungen von leuten lese, die meinen, das kostet alles nichts und sich dann allen ernstes noch *ausgebeutet* fühlen, wenn sie die paar euro kirchensteuer zahlen sollen.

Grüße
Alex

Beitrag von imzadi 22.04.10 - 16:04 Uhr

Ist ja nicht so das die Kirche sagt, du zahlst Kirchensteuer und bekommst alles umsonst. Die erwarten neben den Monatlichen Gebühren sogar noch Spenden für Extraleistungen wie Beerdigung, Taufe ect. Sogar beim Gottesdienst wird noch extra geschnorrt.

Mein Sohn war in einem evanglischen Kindergarten, den gab es auch nicht umsonst. Wir durften jeden Monat 165 Euro bezahlen, wie die Kirchensteuerzahler auch.

Überhaupt, wenn mein Sohn das will heisst das noch lange nicht das wir das auch wollen. Im gegenteil, mir wär es lieber er verschwedet keine Zeit mit so einem Blödsinn und konzentriert sich auf Sachen mit Zukunft.

Falls er aber wirklich dem Haufen beitreten will kann die Kirche ja meinetwegen eine einmalige Gebühr von uns verlangen für die Prozedur ist es OK, aber wieder in die Kirche eintreten kommt nicht annähernd in Frage. Nur weil er Judo macht ist bei uns auch nicht die ganze Familie in den Verein eingetreten.