Habt ihr auch dieses Gefühl des Versagens, wenn ihr Hilfe annehmt?

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Beitrag von mausmadam 22.04.10 - 01:14 Uhr

Heute habe ich das Angebot meiner Mutter angenommen.

Habe 5 Monate alte Zwillis, beide zahnen momentan, schlafen wenig, der Junge wird nächste Woche operiert, unsere Große (3) ist mitten in der Trotzphase und mein Mann die ganze Woche weg, auch nachts.
Kurz: War in den letzten Wochen oft an meine Grenze gestossen

Ich habe mich dann tagsüber des öfteren bei meiner Familie "eingenistst", damit ich etwas schlafen konnte.

Nur blieb meine Hausarbeit liegen.

Zu der komme ich kaum, nachts schlafe ich nicht, morgens bin ich total gerädert und kann mich zu nichts aufraffen.

Meine Wohnung putze ich meistens spät abends, wenn alle Kinder schlafen und bevor die Zwillis die nächste Flasche wollen und statt frischem Gemüse gibts jetzt halt Rohkost zum Essen, weils schneller geht, Gurken und Paprika zu schnibbeln als Gemüse zu kochen, naja, egal.
Die Zwillis schlafen meistens um 23 Uhr ein (vorher ist meistens Schreistunde(n) )und schlafen dann bis 1 Uhr, also habe ich dann 2 Stunden, die Bude zu putzen und aufzuräumen, das ist doch nicht wenig, oder?!

Meine Wäsche hab ich trotzdem kaum noch geschafft.

Alle 3 Kinder hatten bis vor wenigen Tagen einen Magen-Darm-Virus, mehr muss ich wohl nicht sagen.

Und heute kam meine Mutter, um mir bei der Wäsche zu helfen.

Aber als sie dann da saß und gemangelt und die Sachen gefaltet hat, während ich mich um die Kids kümmerte, kam ich mir vor wie eine Versagerin.
Andere Mütter schaffen das doch auch mit mehreren kleinen Kindern, warum ich nicht? Was mache ich denn falsch?!
Ich hatte Tränen in den Augen, weil ich so sauer auf mich war bzw bin :-(

Geht euch das auch so?

Wie macht ihr das mit mehreren kleinen Kindern?

Beitrag von schlumbiene 22.04.10 - 03:46 Uhr

Hi,

ich habe schon mehrere deiner Posts gelesen - und ganz ehrlich: ich kann dich gut verstehen. Eine Versagerin bist du sicher nicht. Im Gegenteil: ich habe totalen Respekt vor dir! Ich ziehe selbst den Hut vor allen allei erziehenden Menschen, vor Zwillingseltern...je nach Temperament der Kinder kann das Knochenarbeit sein.

Ich finde es toll, dass du um Hilfr bittest. Sei stolz auf dich und darauf, dass du eingestehen kannst, dass du an deiner Grenze bist!

Ich druecke dich und wuensche dir vom Herzem, dass es bald leichter wird.
Liebe Gruesse,
Schlumbiene

Beitrag von litz 22.04.10 - 06:14 Uhr

Das unterschreib ich auch so!!!#pro#liebdrueck

LG
Litz

Beitrag von schwilis1 22.04.10 - 07:21 Uhr

deswegen bist du doch keine Versagerin. im Gegenteil. es ist richtig und wichtig um Hilfe zu bitten, und es ist wichtig dass man dir hilfe anbietet.
Nur Mehrfachmamis koennen sich vorstellen wie das Leben mit mehreren Kindern ist. und dann noch ein doppeltes Glück... das ist der stress, die sorgen, wie auch die schönen Momente x2 :)
also nimm jede hilfe an die du bekommen kannst.
(die zwillis mama aus dem RüBi Kurs hatte ne Haushaltshilfe :) )

Beitrag von yozevin 22.04.10 - 07:59 Uhr

huhu

mit zwillingen und einem trotzendem kleinkind darf man gerne mal hilfe annehmen! was bringt es deinen kindern, wenn du dich aufopferst und irgendwann umkippst, weil die grenze erreicht ist? richtig, gar nichts.....

ich fühle mich nicht als versager, weil ich hilfe annehme, im gegenteil! ich weiß, ich würde irgendwann versagen, wenn ich es nicht tun würde! denn dann würde mir irgendwann auch alles zuviel werden und ich könnte mich gar nicht mehr um meine beiden kümmern! also nehme ich (wenn auch im moment seltener) die hilfe meiner familie in anspruch! häufig lasse ich auch bei dem wetter haushalt haushalt sein und fahre mit den beiden mäusen zu meinen eltern in den garten! hier sieht es momentan auch fürchterlich aus.... aber ich habe mittlerweile gelernt, damit zu leben! das einzige, was wirklich gemacht werden muss, sind die wäsche (maschine wäscht zum glück alleine und für den rest habe ich jetzt einen wäschetrockner #huepf) und die flaschen, die mein mann abends abwäscht und durchsterilisiert in der mikro.... sonst hätten meine mäuse weder was zum anziehen noch was zum futtern.... aber das ist wirklich das einzige MUSS! sonst kann ich mal was tun, wenn ich dazu komme....

ich finde, wenn hinter dem haushalt ein KANN steht und kein MUSS, ist es schon viel einfacher! nimm etwas druck bei dir raus, sonst leiden deine kinder irgendwann drunter.... spätestens, wenn du nicht mehr kannst! und nimm hilfe an, wenn sie dir angeboten wird.... oder frag direkt nach! es ist halt schon eine harte situation mit 3 kleinen kindern..... das sieht sicher auch deine familie, die schließlich auch nicht wollen, dass dir was passiert! also werden sie helfen.... der schritt, um hilfe zu bitten, ist schwer und es kann nicht jeder, aber wenn man den erst mal hinter sich hat, kommt der rest von alleine....

lass dich mal #liebdrueck ich kann mir nur in etwa vorstellen, wie es dir geht, ich habe halt nur 2 kinder, dafür beide unter 2! Ohne hilfe geht es nun mal manchmal nicht.....

LG Yoze

Beitrag von xyz74 22.04.10 - 08:47 Uhr

also....

1. ist man kein Versager wenn man Hilfe annimmt.
Ganz im Gegenteil. Versager haben es nötig, jedem zu beweisen, dass und was sie alles allein schaffen.
Starke Menschen haben das Selbstbewusstsein so was nicht nötig zu haben. Die wissen wo menschliche Grenzen liegen.

2. Was Du beschreibst ist eine ganz stinknormale Familiensituation, so wie es über Jahrtausenden in Familienverbänden zu ging. Da hat die ganze Familie der jungen Mutter unter die Arme gegriffen.
Das war völlig normal.
Denn es war klar, dass wenn man eine Mutter im Stich lässt udn ihr nicht hilft, wird sie nicht lange überleben.
Spätestens bei der nächsten und übernächsten Geburt sterben. Was nämlich nicht so bekannt ist, ist das viele Frauen bei zweit oder drittgeburten gestorben sind, weil sie einfach völlig entkräftet waren. Es waren immer die, die niemanden hatten...

Freu Dich also, dass jemand da ist der Dir unter die Arme greift!

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Andere Mütter schaffen das doch auch mit mehreren kleinen Kindern, warum ich nicht? Was mache ich denn falsch?!
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Und woher weißt DU was andere schaffen?
Kannst Du anderen in den Kopf gucken?
Sicher nicht, oder? Sondern nur bis zur Stirn ;-) wie es dahinter aussieht weißt Du nicht.
Die sitzen sicher auch oft genug zu Hause und weinen sich die Augen aus, weil sie nicht mehr wissen wie sie alles schaffen sollen. Nur reden kaum jemand darüber.
Frau hat ja angst sonst als Versager da zu stehen.

Beitrag von smurfine 22.04.10 - 08:57 Uhr

Hallo,

ich verfolge Deine Posts schon länger. Ich hab nur ein Kind und meine Tochter war die ersten sechs Monate ein 24 Stunden-Baby. Mein Mann mußte Elternzeit nehmen, ich bin hinterher nämlich nichtmehr aufgewacht wenn sie geschrien hat, so übermüdet war ich. Und wie der Haushalt da teilweise aussah kannst Dir denken..

Wenn ich mir überlege, dass Du 3 Kinder hast und unter der Woche alleine bist damit.... - Du da komm ICH mir wie eine Versagerin vor!

Nimm alle Hilfe die Du kriegen kannst!

LG;
fina

Beitrag von kleenerdrachen 22.04.10 - 09:01 Uhr

Andere Mütter schaffen das, weil sie sich nicht schämen, Hilfe anzunehmen. Dafür hat man doch eine Familie, dass man Hilfe bekommt, wenn man sie braucht. Wenn deine Mutter Hilfe bräuchte, würdest du sie ihr doch auch anbieten!

Lass dir helfen und frag vielleicht mal bei deiner Krankenkasse nach, mitunter steht dir auch eine Haushaltshilfe zu! Lass dich nicht gleich abschrecken, oft muss man Widerspruch einlegen und um sein Recht kämpfen.

LG Steffi

Beitrag von fascia 22.04.10 - 09:21 Uhr

Wow, jadaskennichauch, mausmadam -

und ich hatte (habe) nur zwei Kinder, keine Zwillinge außerdem.
Keine Familie weit und breit.

Und immer das Gefühl, es reiche hinten und vorne nicht, weder die Zeit noch ich selbst. Was ich auch tat, immer hatte ich das Gefühl, es ist nichts Halbes und nichts Ganzes...
Kam mir vor wie Sisyophos...

Manchmal hab ich mir meine Mama oder Schwiegermama herbeigewünscht. V.a., wenn ein Kind oder ich selbst krank waren. Dann wieder war ich froh, dass sie zu weit weg leben, so dass sie den Zustand des Haushalts nicht sehen konnten. Dabei war es doch nicht sooo schlimm. Ich war nur so empfindlich geworden. Schon weil die Zeiteinteilung ja so unüberschaubar war: Wann ist das Kind wach, kann ich während es schläft dies oder jenes schaffen? Kann ich dies oder jenes wirklich erledigen, während es wach ist? Dann kommt ein verflixter Telefonanruf, der mich genau die zehn Minuten kostet, die ich noch gebraucht hätte, um fertig zu werden. Und promt bleibt der Rest für die nächsten Stunden liegen und wurmt mir durch Hirn und Nerven. Dabei hätt ich doch gern meinem Mann ein gescheites Essen bereitet, der so viel arbeitet usw, usw... Grrr!

Für einige Monate habe ich dann mal im Kalender genau notiert, wie die Tage (Nächte) abliefen. Da stand dann schwarz auf weiß, was für ein stattliches Pensum ich absolviert habe. Das hat mir geholfen, vor mir selbst nicht wie eine Versagerin dazustehen.
Wenn man jeden Tag von 24 Stunden 18 Stunden im Volleinsatz ist, den Rest in Bereitschaft, kaputt und müde, außerdem gerade ein "Sorgenkindchen" - ja, da kannst du Hilfe annehmen ohne dich schlecht zu fühlen. Da hast du Grund, stolz zu sein, weil du das durchgehalten hast soweit! Sag dir das immer wieder!


Ich hab auch immer gedacht, "alle anderen schaffen das doch auch oder besser". Stimmt doch gar nicht. Man bekommt nur nicht mit, wie es bei anderen zugeht. Man guckt da ja nicht ins Schlafzimmer, in die Waschmaschine, in die Schränke oder unter das Klavier... Und wenn, dann würd es einen nicht so stören, wie in der eigenen Bude!


Auch denken wir, wir Mütter müssten das alles immer allein schaffen, schließlich hatten es unsere Mütter auch nicht leicht...und haben es auch hingekriegt.
Aber die Zeiten sind andere. Für sie war früher manches schwerer, anderes dafür einfacher.
Und: noch ein bisschen früher lebten mehrere Generationen unter einem Dach und teilten sich die diversen Aufgaben. Das war oft viel ökonomischer. V.a. war es normal und natürlich.
Warum nicht auch jetzt? Sich gegenseitig helfen. Im Moment hilft deine Mama dir.
Es kommt der Tag, da wird es umgekehrt sein.
Für deine Mutter wird es dann leichter sein, deine Hilfe gelassen und ohne "Versagergefühl" anzunehmen, wenn du ihr dann sagen wirst: "Oh Mama - weißt du noch, als die Kinder klein waren? War ich fertig! Wenn du mir da nicht geholfen hättest... war ich froh, dass du da warst!"


Lass dir mal erzählen, wie es deiner Mutter früher manchmal ging. Von meiner hab ich inzwischen Einiges gehört. Sehr interessant und irgendwie entlastend.


Sei nicht so streng mit dir...
und viel Glück mit deinen drei kleinen Wundern,
fascia.

Beitrag von jurbs 22.04.10 - 09:57 Uhr

welche Mutter mit 3 Kleinkindern schafft das? hab ich noch nie gehört! Es ist völlig normal, dass Du Hilfe brauchst! Und Du hast ja offenbar auch ne Mutter, die sie Dir gern gibt - nimm sie an - irgendwann hilfst Du ihr dann, wenn sie vielleicht pflegebedürftig ist o.ä. ....