Evtl. hier falsch,aber was alles deckt ein Beratungsschein ab?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von christinaf 22.04.10 - 15:27 Uhr

Hallo,

ich habe einen Beratungsschein vom Amtsgericht. Ich war bereits damit beim Anwat. Dieser hat nach 2 Beratungen ein Schreiben fü meinen ARbeitgeber aufgesetzt. Dafür muß ich jetzt mit allem 202€ zahlen. Also Schriftverkehr, MwSt und Porto, Telefon oder so stand noch drauf.

Ich dachte ein Beratungsschein deckt alles bis zu einem Prozess ab? Oder tatsächlich nur die Beratungen?

Weiß das vielleicht jemand?

lg
Christina

Beitrag von -tinkerbellchen- 22.04.10 - 18:50 Uhr

Das würde mich auch interessieren, wir haben damals nämlich eine Rechnung von knapp 1000 € bekommen (waren aber auch kurz vor Gericht)

Im Internet liest man von "Nur 1 Beratungsgespräch" bis "alles bis zum Prozess" einiges.

Beitrag von -tinkerbellchen- 22.04.10 - 18:52 Uhr

Das würde mich auch interessieren, wir haben damals nämlich eine Rechnung von knapp 1000 € bekommen (waren aber auch kurz vor Gericht)

Im Internet liest man von "Nur 1 Beratungsgespräch" bis "alles bis zum Prozess" einiges.

Aber scheinbar handelt es sich nur um die erste Beratung.

Tja, uns hat das damals auch keiner gesagt.

Beitrag von christinaf 22.04.10 - 19:52 Uhr

Ja, habe ich auch gelesen. Und mit der Aussage meiner Anwältin war ich erst einmal ziemlich verdutzt. Der beim Amtsgericht meinte damals nur, das wenn es zum Prozess kommt, man einen extra Antrag braucht......#kratz

Scheinbar komm ich so auch nicht weiter....:-(

Werde wohl mal weiter versuchen Info´s einzuholen....

Beitrag von mama2003-2009 22.04.10 - 20:41 Uhr

Hallo

Also ich hatte auch nen Beartungsschein vom Amtsgericht und mein RA hatte damals über 1 Jahr für mich "gearbeitet" mit prozess vor gericht, und ich musste nur die 10€ bezahlen und NICHTS Extra zahlen da ich ja nen Beratungschein hatte

lg

Beitrag von mel1983 22.04.10 - 21:02 Uhr

Hallo,

nur das Beratungsgespräch bzw. Erstgespräch.

Wer genau dann die Kosten zwischen B-Gespräch und Prozess übernimmt, warum das nicht übernommen wird, kann ich dir auch nicht sagen.

Ich bin nach meinem schweren VKU auch auf den Kosten nach dem B-Gespräch sitzen geblieben. Aber es waren auch nur 100 Euro, weil der Anwalt so freundlich war, mir das vorher zu sagen!

Grüße

Beitrag von mondlaus 22.04.10 - 22:03 Uhr

Hallo!

Ein Beratungshilfeschein soll theoretisch sämtliche, notwendige Beratungsgespräche bis hin zum evtl. Prozess abdecken. Aus diesem Grunde gibt es ihn auch nur einmalig pro Angelegenheit (wichtig!).
Weiterhin können über den BS lediglich um die 96,- € abgerechnet werden. Dementsprechend möchten Anwalte für darüber hinaus gehende Aufwendungen gern Rechnungen schreiben, da sie ja - verständlicherweise - auch etwas verdienen möchten.

Fakt ist aber:
Wurde man über die Rechnungsstellung ab "der und der Leistung" vorab nicht informiert, braucht man auch nicht zahlen. Denn...
Mit Mandatsübernahme nach Vorlage des BS´s verpflichtet sich ein Anwalt, für die geringe (aber eben bekannte!) BS-Pauschale bis zur "Problemlösung" tätig zu werden, insofern seine Handlungen noch keine Prozess-Vorbereitungen betreffen.

Nicht vergessen:
Anwälte sind keine Götter und schon gar nicht unangreifbar! ABER es sind oft Schlitzohren... ;-)

LG mondlaus... #blume

Beitrag von -tinkerbellchen- 23.04.10 - 07:20 Uhr

Gibts dazu irgendeinen Gesetzeslink?

Wie gesagt, wir sitzen auf ca 1000 € die wir allerdings seit 2 Jahren schon in kleinen raten abstottern.


Die Anwältin hat uns damals weder gesagt dass die beratung noch etwas kostet, noch was es dann vor Gericht kostet. (Da waren wir 10 Minuten), hätten wir das vorher gewusst, hätten wir es nämlich nicht gemacht...

Beitrag von mondlaus 23.04.10 - 20:04 Uhr

Theoretisch müßte man Euch zu dem Beratungshilfeschein auch ein entsprechendes Informationsblatt mit den Erklärungen mitgegeben haben. Ansonsten kann man das auch ohne weiteres noch vom Amtsgericht erfragen und erhalten.

Grundsätzlich unterliegt jeder Anwalt der Informationspflicht. Er darf theoretisch keine Leistungen erbringen, über dessen Folgen (auch Kosten) er vorab nicht aufgeklärt hat. Im Normalfall erfolgt eine solche Vereinbarung schriftlich, kann aber auch mündlich erfolgen.

Das Problem bei Euch ist, das ihr schon angefangen habt, abzuzahlen. Somit habt ihr Euch mit der Rechnung einverstanden erklärt. Da wird jetzt nicht mehr viel dran zu drehen sein. Die Beweislast für die nicht erfolgte Aufklärung läge bei Euch und ist kaum noch zu erbringen.

Für die Zukunft:
Bei "unerklärlichen" Rechnungen SOFORT Widerspruch einlegen und bis zur Klärung keinesfalls zahlen!
Desweiteren gilt:
Wer aus finanziellen Gründen Anspruch auf einen BS hat, erhält im Regelfall auch Prozesskostenhilfe (das wäre dann der nächste Antrag beim Amtsgericht). Diese muß aber ebenfalls vor "Tätig werden" beantragt und bewilligt worden sein. Eine Bewilligung erhält man außerdem nur, wenn "Aussicht auf Erfolg" besteht. Ansonsten muß man das Prozedere auf Risiko selbst zahlen.

LG mondlaus... #blume

Beitrag von christinaf 23.04.10 - 12:57 Uhr

Vielen Dank für die ANtworten.
Ist natürlich toll, wenn man zu der Sache ansich noch Stress mit dem Anwalt bekommt wegen den plötzlichen Gebühren.....:-(

Naja muß jetzt maln sehen was und wie ich es mache....

lg

Christina

Beitrag von hoeppy 23.04.10 - 22:36 Uhr

Hallo,

wir hatten 2008 einen Fall den wir über nen Anwalt klären lassen wollten. Wir hatten einen Beratungsschein vom Amtsgericht.
Uns wurde dort erklärt dass damit alle AUSSERGERICHTLICHEN Kosten abgedeckt wären.

Am Ende bekamen wir eine Rechnung über 1750 Euro. Ich rief beim Anwalt an und erinnerte ihn an den Beratungshilfeschein. Als er ihn in der Akte entdeckte war die Rechnung hinfällig und es wurde über diesen Schein abgerechnet.

Frag am besten bei eurem Amtsgericht nach. Die müssen es doch genau wissen.

LG Mona