Jemand Erfahrung mit DKV-Zusatzversicherung AM9 (Beim Arzt Privatpatie

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Beitrag von kiwi77 22.04.10 - 16:10 Uhr

Hallo,

hat jemand Erfahrung mit o.g. Versicherung? Wir überlegen derzeit, für unsere Kinder diesen Tarif abzuschließen. Allerdings habe ich etwas Angst, dass dann vom Arzt zu viele Leistungen erbracht werden, bei denen keine Vorleistung durch die GKV stattfindet.

Würde mich über eure Erfahrungsberichte sehr freuen!

LG kiwi77

Beitrag von kati543 22.04.10 - 16:30 Uhr

Hallo,
eines mußt du von vornherein wissen. Mit einer Zusatzversicherung bist du keinesfalls beim Arzt Privatpatient. Du bist weiterhin "nur" GKV-Versicherter. Die Zusatzversicherung bringt dem Arzt keinen Pfennig mehr (bei PKV-Vollversicherten ist das der Fall). Die Versicherung schützt dich nur vor eventuellen Mehrkosten, die die GKV nicht trägt. Welche Sachen das ganz konkret sind, steht in der Leistungsbeschreibung. Diese Leistungen musst du dann auch ganz konsequent beim Arzt/Heilberufler abrufen und einfordern. Also z.B. du willst dass dein Kind eine Akupunktur bekommt - Gesamtkosten 100€ - 80%, also 80€ zahlt die Zusatzversicherung. Du zahlst so nur 20€.
Den Arzt interessiert es nicht, ob du zusatzversichert bist, oder nicht. Ihn interessiert nur die Vollversicherung. Es gibt Ärzte, die bevorzugen Patienten der PKV (meiner Erfahrung nach sind das aber nur wenige), aber eben nur PKV, nicht Zusatzversichert. Bei uns im KH gibt es 3 Abteilungen. Die erste ist die für die normalen GKV-Patienten, die zweite ist die für die Zusatzversicherten und die 3. ist die für die PKV- Versicherten. Glaube mir, zwischen der 2. und 3. ist ein riesen Unterschied.

Beitrag von manavgat 22.04.10 - 18:23 Uhr

Meine Tochter hat diesen Tarif. Wir rechnen viel Heilpraktiker ab.

Gruß

Manavgat

Beitrag von cest-moi 19.05.10 - 23:23 Uhr

Hallo,

ich bin gesetzlich Pflichtversicherter und habe den Tarif (AM9+AMX) Anfang 2006 bei der DKV abgeschlossen. Erwähnen möchte ich, daß ich, weil bei mir einmal in 3 Jahren vor Abschluß ("Gesundheitsfragen") Bluthochdruck diagnostiziert wurde, einen 50%igen Aufschlag zahlen muß, das ist knackig.

Zur Versicherung selbst: Du bist sehr wohl Privatpatient (mit all den "Vorteilen" wie bevorzugte Terminvergabe, auch außerhalb der Sprechstunden, keine Budgetierung etc.), ambulant bei Arzt und Zahnarzt, nicht bei der stationären Behandlung im KH! Der Arzt selbst weiß nicht, daß du in GKV bist, interessiert ihn auch nicht, denn DU bist der Vertragsparter des Arztes, nicht mehr die Krankenkasse. Du brauchst also auch dein Versichertenkärtchen nicht mehr vorzulegen, nein, du darfst es sogar nicht mehr vorlegen! Der Arzt rechnet mir direkt ab, du mußt bei der Begleichung der Rechnung in Vorlage treten. Die Rechnung selbst schickst du (evtl. mit bereits verordneten Rezepten) an deine GKV (wichtig: Kostenerstattung vereinbaren!), die überweist dir den gesetzlichen Anteil (und da wirste mehr als 1x Tränen in die Augen kriegen, wie gering der ist und dich fragen, was mit deinen Krankenkassenbeiträgen passiert, aber soll dir letztlich egal sein), schickt dir die Rechnung mit Erstattungsvermerk zurück und die reichst du dann bei deinem privaten Versicherer, in dem Fall der DKV, ein. Der erstattet dann den Differenzbetrag, abzüglich des gesetzlichen Anteils, also der Praxisgebühr. Tip: Meine GKV hat die schon des öfteren mehrmals pro Quartal abgezogen, achte darauf. Und wenn du die Rechnung unmittelbar nach Eintreffen einreichst, haben GKV und Private meist schon überwiesen, bevor die Zahlungsfrist des Arztes abgelaufen ist, mußt also faktisch nicht in Vorlage treten.

Angst, daß der Arzt "zu viele" Leistungen erbringt, brauchst du keine zu haben, zumindest nicht aus finanzieller Hinsicht. Die Private bezahlt die Differenz zwischen Rechnungsbetrag und Erstattung der GKV immer, außer der Praxisgebühr. Wenn die GKV also nix erstattet, bezahlt die Private 100%, war bei mir auch schon 2x der Fall (die Rechnung natürlich trotzdem bei der GKV einreichen, kommt dann zurück mit Erstattungsvermerk über 0,00EUR). Lediglich der Tarif AMX für die Arzneimittel ist bei mir noch nie zum Tragen gekommen. Der greift nämlich erst, wenn dein Eigenanteil, also Preis abzgl. Erstattung der GKV, 300EUR im Jahr übersteigt, war bei mir noch nie der Fall, obwohl ich schon oft die teuereren Medikamente veschrieben bekomme...aber (noch) brauch ich's net grad im Monatsrhythmus, dann käm ich vielleicht auf den Betrag.

Bisher hatte ich noch nie Probleme, bekam anstandlos alles erstattet, außer...und jetzt kommt's. Letztes Jahr bekam ich, nach einem Bänderabriß, viele Massagen und Krankengymnastik verschrieben, die der Masseur auch privat abgerechnet hatte, so weit so gut. Aber, nachdem die GKV erstattet hatte, wollte die DKV nicht den tatsächlichen Betrag erstatten, sondern nur den "in Deutschland üblichen" Betrag, wobei sie sich dabei an den Beihilfesätzen für Beamte orientiert. Mittlerweile liegt die Sache beim Rechtsanwalt, die Wahrscheinlichkeit daß ich gewinne, ist sehr hoch, denn es gab schon viele, für den Versicherten positive Urteile über diese Problematik. Das ist aber nicht ein ausschließliches DKV-Problem, auch andere private Versicherer versuchen so, ihre Kosten zu drücken...sei gewarnt.

Beim Abschluß damals kam es mir auf folgende Kriterien an:
- (Echter) Privatpatient beim Arzt, also keine Ergänzungsversicherung, mit der ich weiterhin mit meiner Versichertenkarte abrechnen müßte.
- Erstattung von Arzthonoraren auch über den Höchstsatz der GÖÄ (3,5fach)

Damals, und wenn ich richtig informiert bin, auch heute, gab's nur 2 Tarife die das abdeckten und auch die Lücke zu 100% erstatten: AM9+AMX von der DKV sowie die Tarife 182+185 von der ARAG. Ich hab mich für die DKV entschieden, weil bei der ARAG die Kosten für Hilfsmittel nicht drin sind. Mittlerweile würde ich mich aber wohl für die ARAG entscheiden. Bei der hab ich übrigens auch die stationäre Versicherung 261 abgeschlossen. Bei dieser Gestaltung bist du sowohl ambulant als auch stationär Privatpatient, Folge: Da du das Kostenerstattungsprinzip für ambulante, für stationäre als auch für beide Behandlungen vereinbaren kannst, mußt du dein Versichertenkärtchen der GKV abgeben...brauchst es ja nicht mehr :-)

Hoffe geholfen zu haben...und ein Tip: Ich würde es für die Kinder auf jeden Fall abschließen, deren Tarife sind nämlich besonders günstig. Und dann mit 18 weiterführen, um dann lebenslang einen günstigen Tarif zu erhalten. Ich finde, dies ist besser als eine reine Privatversicherung, die man im Alter nicht mehr bezahlen kann.

Gruß

Beitrag von manavgat 20.05.10 - 10:35 Uhr

Meine Tochter hat AM8, Heilpraktiker (ohne Deckel!), Brille. Den Heilpraktiker haben wir schon oft gebraucht, die zahlen 80 %. Sie hat noch SM9, allerdings haben wir ihn noch nie gebraucht. Das ist die Versicherung für Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer.

Die anderen haben Recht: gesetzlich + Zusatzversicherung ist nicht das gleiche wie privatversichert.

Deine Ängste sind unbegründet, Du wirst bei jeder Leistung aufgeklärt und musst eine Vereinbarung unterschreiben. Da kann man bei der DKV anfragen, ob das gedeckt ist.

Gruß

Manavgat