Angst vor anderen Kindern.....

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von pollerkermit 22.04.10 - 19:53 Uhr

Meine Tochter (wird jetzt vier) ist irgendwie komisch.
Früher hat sie nie mit anderen Kindern gespielt...ich bin in Krabbel- und Turngruppen gewesen, hatte Freunde mit Kindern zu Besuch....Kinder fand sie immer doof und wollte dann nur bei Mama sein. Sie hat alles beobachtet, aber nie das geringste Interesse gehabt, mit Ihnen zu spielen. Mit zwei ist sie dann in eine Speilgruppe gekommen, drei Vormittage pro Woche ohne Mama, dafür mit zwei Erzieherinnen und sieben anderen Kindern. Ein Jahr lang hat sie sich erfolgreich gegen den Kontakt mit anderen Kindern gewehrt...sie war der Außenseiter. Als sie mit drei in den KiGa kam, haben die Erzieherin sie immer und immer wieder mit einem anderen ruhigen Mädchen spielen lassen und den Kontakt gefördert....und siehe da: die beiden sind Freundinnen.
Soweit...so gut: Ihre Freundin mag natürlich nicht nur mit meiner Maus spielen und sobald auch mal ein anderes Kind mitspielt, verkriecht sich unsere Maus in ihr Schneckenhaus. Die beiden warne diese Woche zum spielen verabredet. weil schönes Wetter war, war Ihre Freundin draußen und das Mädchen von nebenan spielte schon mit ihr im Sand. Unsere Tochter wollte nicht dableiben, also bin ich mit dort geblieben, das Nachbarskind hat die Kleine mehrfach aufgefordert mitzuspielen, meine Tochter bleib zwei Stunden auf meinem Schoß sitzen, dann sind wir gegangen. Wir besuchen die Musikschule, das macht ihr großen Spaß...nach den Sommerferien sollen die Kinder ohne Eltern kommen, dann will sie nicht mehr gehen. Heute war ich zum ersten mal mit Ihr beim Tanzen, anfangs war nur die Lehrerin da, meine Maus war ganz offen und ging gleich mit Ihr (ich wartete im Vorraum mit Glastür - sie konnte mich sehen). Je mehr Kinder zum tanzen kamen, umso schlechter ging es ihr. Kurz nach Beginn der Stunde hat die Lehrerin mich in den Raum gebeten, weil meine Maus weinte...zwei Minuten später saß sie auf meinem Schoß und hat nicht mehr mitgemacht. Sie sagt sie möchte gerne tanzen, aber ohne die anderen Kinder. Wenn ich sie darauf anspreche, warum sie nicht mit dem oder dem spielt sagt sie "weil ich das nicht möchte!". mehr ist nicht aus ihr rauszukriegen. Unsere Tochter ist Erwachsenen gegenüber total offen und auch nicht schüchtern, aber bei Kindern macht sie total zu. Als mich nun auch noch der KiGa drauf angesprochen hat, dass sie Probleme hat sich zu integrieren, bin ich echt verzweifelt. Kennt Ihr sowas und was kann ich noch tun um den Spaß am Umgang mit anderen Kindern zu fördern???

Danke,
Doro

Beitrag von cherry19.. 22.04.10 - 19:58 Uhr

hi doro,

ich bin auf antworten gespannt. ich hab auch so n exemplar daheim. mein sohn ist gestern drei geworden und möchte nur auf einen spielplatz gehen, wenn keine kinder weiter da sind. kommen dann welche auf uns zu, bekommt er regelrecht panik.. kindergarten mag er auch nich so richtig. anschluss findet er da leider auch nicht. er hat auhc richtig angst vor anderen kindern.

ich geh mit ihm auf n spielplatz, wenn andere mit dort sind und versuche, ihm diese angst zu nehmen, indem ich mit ihm gemeinsam versuche, auf die kinder zuzugehen. ich glaube, mehr kann man nicht tun.. abe rmal sehen, was noch so kommt.

unter druck setzen, denke ich, bringt gar nichts. und bei unseren sensiblen kindern werden wir wohl mit versch. maßnahmen am wenigsten weit kommen. ich glaube fast, dass es am besten ist, schritt für schritt zu machen. der spielplatz und dann versuchen, auf andere zuzugehen. und mehr erstmal nicht. zu viel des guten verunsichert sie wohl wieder zu sehr denk ich.

Beitrag von sternenzauber24 22.04.10 - 20:10 Uhr

Hallo Doro,

Ich habe total kontaktfreudige Kinder, aber mein zweiter Sohn war genauso. Wir hatten da auch unsere Schwierigkeiten, er hatte Kinder immer total abgelehnt.
Man warf auch manchesmal Autismus in den Raume, ich war mir echt unsicher...
Was soll ich sagen, er besuchte dann den Kindergarten und Anfangs war er auch dort so.
Machte kein turnen mit, keine Stuhlkreise, stand nur am Rand und hielt sich viel an den großen Bruder, der auch den Kiga noch besucht.
Dann kam der Umkehreffekt, irgendwann bekam ich positives Feedback der Erzieher, wie toll er jetzt mitmacht, auf andere sogar allein zugeht, voher undenkbar #schock
Ich verstehe Deine Sorge, aber ich würde mich nicht all zu sehr reinsteigern, ich weis aber das es leicht gesagt ist, war ja selber in der Situation.
Klar, Du kannst natürlich unverbindlich das Gespräch mal mit dem Arzt suchen, hör Dir an was er sagt, und vielleicht gibt es eine Anlaufstelle.
Es gibt wirklich Einzelgänger, ist dein Kind evtl. weiter in der Sprache zurück oder in der Entwicklung, oder sogar weiter?
Alles Gute...
LG,

Julia

Beitrag von pollerkermit 22.04.10 - 20:23 Uhr

Naja, weiter ist sie nicht, sie ist "anders";-)) Sie wirkt auf Erwachsene sehr ausgeglichen, kann stundenlang stillsitzen und sich mit irgendetwas beschäftigen...sie ist ehr ein "Kopfmensch", spricht sehr gut, hinterfragt, blättert unzählige Bücher...dafür ist sie ein Bewegungsmuffel, rennt nie einfach so los und kann sich von anderen Kindern im gleichen Alter motorisch eine dicke Scheibe abschneiden.....

Beitrag von sternenzauber24 22.04.10 - 20:29 Uhr

Hmm, so war mein Erster Sohn damals auch, nur das er sehr aktiv und Sportlich ist.
Na das klingt doch total super, ich war ähnlich als Kind und aus mir ist auch etwas geworden.
Ich verstehe Deine Sorge, glaube aber das Deine Tochter etwas weiter zu sein scheint, und sich eben für anderes interessiert.
Und sind wir ehrlich, mehr als animieren und ihr andere Kinder schmackhaft machen kannst auch du nicht, alles andere wird sicher kommen.
Außerdem hat sie doch eine Freundin, das ist schon viel wert.
Mach Dich nicht verrückt, ich denke das kommt schon noch, und wenn du total unsicher bist rede mit dem Arzt.

LG

Beitrag von sandra7.12.75 22.04.10 - 20:14 Uhr

Hallo

Na da warte ich auch noch auf Antworten.Meiner Kleiner ist auch so.Mit seinen Schwestern geht das aber mit Kindergartenfreunden geht nichts.

lg Sandra mit Zicken und Julian (Mai 06)

Beitrag von aennsche 23.04.10 - 08:51 Uhr

Hallo

Mein großer Sohn (wird auch bald 4) ist ähnlich. Ich war aus lauter Verzweiflung schon beim Kinderarzt, was ich denn machen solle.
Auf sein anraten hin, habe ich mich mit der Kindergartenleitung zusammengesetzt und ein Bericht geschrieben, was im Kindergartenalltag auffällt und wo es Schwierigkeiten gibt. Mit dem Bericht bin ich wieder zurück zum Kinderarzt und ich wurde an eine Frühförderstätte verwiesen. In dieser sind Pädagogen, Psychologen und Therapeuten versammelt und die schicken auch Psychologen in den Kindergarten, um das Kind zu beobachten.
Zur Zeit sitz ich noch auf der Warteliste (3 Monate), aber ich erhoffe mir einiges. Noch sind die Zwerge jung genug, damit man an Ihnen vielleicht noch "drehen" kann, mir graust es nämlich jetzt schon vor der Grundschule. In dieser Einrichtung gibt es auch spezielle Gruppentherapien, ne Einzeltherapie würd in unsrem Fall ja auch nix bringen.

Die Kindergartenleitung meinte übrigens, dass Sohnemann überdurchschnittlich Intelligent wär. Also jetzt NICHT hochbegabt, aber wohl doch weiter, als die andern und er somit aber Defizite im Sozialverhalten hat. Unterm Strich ne ausgleichende Gerechtigkeit.

Sprech mal deinen Kinderarzt drauf an! Und die Kindergartenleitung/Erzieher, was sie dir raten. Ich denke, das sind die Leute vom Fach, an die halte ich mich.

Ich drück dir die Daumen, dass es besser wird!

Anne

Beitrag von alleswirdbesser 25.06.10 - 10:55 Uhr

Liebe Forumsteilnehmer, es ist beruhigend von Euch zu hören, dass es offensichtlich viele sensible Kinder gibt, die sich in Gruppensituationen auf den ersten Blick "ungewöhnlich" verhalten. Mein Kind (5 Jahr) spielt beispielsweise Zuhause sehr gerne mit bekannten und fremden Einzelkindern, manchmal auch in Gruppen bis zu 4 Personen, verweigert aber im Kindergarten das Spielen in der Gruppe. Er beschäftigt sich dort (zu?) oft allein, scheint mit sich selbst zufrieden zu sein und wird daher von den Erzieherinnen als "Sonderling" abgestempelt. Aufgrund des massiven Drucks unseres Kindergartens, habe ich mich intensiv mit der Thematik befasst. Vielleicht sind folgende Überlegungen für einige von Euch hilfreich:

a) Ungewohnte Situation
- die heutige Kindergenertion wächst nicht mehr in einer Gruppensituation auf. Sie haben meistens kein oder ein, höchstens zwei Geschwisterkinder und leben in einer kleinen Kernfamilie. Die Lebhaftigkeit großer Gruppen kennen sie nur als kurzes Zwischenspiel in Vereinen, Kindertreffs, Ausflug auf den Spielplatz. In der Krabbelgruppe oder im Kindergarten ist die Unruhe plötzlich stundenlang da. Und wird nicht von einer altersgemischten Familiengruppe verursacht, sondern von einer Vielzahl etwa gleichaltriger Kinder, die um Aufmerksamkeit konkurrieren. Die hohe Lärm- und Stressbelastung von Erzieherinnen wird oft thematisiert. Könnte sich diese Belastung nicht auch auf ein sensibles Kleinkind auswirken…?

b) Neurologisch bedingte Verhaltensauffälligkeiten
ADS, ADHS, Asperger Syndorm / leicht autistische Züge… manche Beeinträchtigungen des Sozialverhaltens haben einen Namen und können im gewissen Masse klinisch erfasst werden. Wenn Euer Kinder oder Ihr das Gefühl habt, dass Euer Leben durch die Verhaltensauffälligkeit beeinträchtigt ist, solltet Ihr einen Kinderarzt bitten, Euer Kind an ein SOZIALPÄDIATRISCHES ZENTRUM zu überweisen. Die Terminvergabe dauert manchmal Monate. Dafür erlangt Ihr Klarheit darüber, ob das Verhalten Eures Kindes medizinische Ursachen haben könnte. Wenn solche nachgewiesen werden, hat das den Vorteil, dass ihr z.B. in Eurem Kindergarten eine integrative Betreuung beantragen könnt und Euer Kind stärker und gezielter gefördert werden kann. Angenehm ist eine solche Diagnose natürlich im ersten Moment trotzdem nicht.

c) Hochbegabung
Auch hochbegabte Kinder zeigen häufig ein sehr eigenes Sozialverhalten. Eine Hochbegabung von Kindergartenkindern zu prüfen ist jedoch wenig zuverlässig. Test geben nur Trends wieder und sind insgesamt wenig aussagefähig. Eine Hochbegabung führt nicht zum Anspruch auf eine integrative Betreuung. Aber erklärt Euch und der Umwelt die Motive des Kindes.
Tipp: Das Testergebnis muss man übrigens nicht an Schule und Kindergarten weiter leiten, falls man eine „Sonderbehandlung“ vermeiden will.

Wir haben im Gespräch mit dem Kinderarzt die Vermutung "Hochbegabung" und "sensibles Kind" heraus gearbeitet. Wir werden trotzdem auch noch ein Sozialpädiatrisches Zentrum besuchen, um sicher zu sein und ggf. gegenüber dem Kindergarten besser argumentieren zu können.

*************Diese Argumentation in Prosaform :-) **********

Es gab einmal eine Zeit, da hatten die Tiere eine Schule.
Der Stundenplan bestand für alle Tiere aus Rennen, Klettern, Fliegen und Schwimmen.

Die Ente
war gut im Schwimmen, besser sogar als ihr Lehrer. Im Fliegen war sie durchschnittlich, aber im Rennen war sie ein völlig hoffnungsloser Fall. Weil sie darin so schlechte Noten hatte musste sie nachsitzen und das Schwimmen ausfallen lassen, um das Rennen zu üben.
Das tat sie so lange, bis sie im Schwimmen nur noch Durchschnitt war.
Da aber durchschnittliche Noten akzeptabel sind, machte sich niemand ausser ihr darüber Gedanken.

Der Adler
erwies sich als Problemschüler. Weil er auf seiner eigenen Methode bestand, wurde er unnachsichtig und streng gemaßregelt, obwohl er im Fliegen alle anderen schlug.

Der Hase
war anfänglich im Laufen an der Spitze der Klasse. Aber er bekam einen Nervenzusammenbruch wegen des Nachhilfeunterrichts im Schwimmen und musste von der Schule abgehen.

Das Eichhörnchen
war Klassenbester im Klettern. Aber sein Fachlehrer lies es immer vom Waldboden nach oben klettern, anstatt vom Baumwipfel nach unten. Das Hörnchen bekam einen riesigen Muskelkater und dadurch immer mehr "Dreien" im Klettern und "Fünfen" im Rennen.

Die Präriehunde,
mit viel Sinn fürs Praktische begabt, liessen ihre Kinder vom Dachs privat unterrichten, weil das Schulamt es ablehnte, das Fach Buddeln in den Stundenplan aufzunehmen.

Am Ende der Schulzeit hielt ein anormaler Aal, der gut schwimmen und etwas rennen, klettern und fliegen konnte, als SCHULBESTER die Festansprache.