Vom Rota-Virus zum Hirninfarkt

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Beitrag von schmackebacke 22.04.10 - 22:41 Uhr

Ich hab so eine beschissene Woche hinter mir und hätte mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, dass sie so endet wie es jetzt der Fall ist.

Unsere Maus aß und trank seit Ende letzter Woche sehr wenig und hatte sehr viel und sehr flüssigen Stuhlgang. Da sie mit ihren knapp 6 Kilo auf 68 cm nicht sehr propper ist und sie einfach nicht ans Trinken ranwollte wurd es mir irgendwann zu heikel, so dass ich mit ihr zur KiÄ bin. Sie überwies uns ins Khs wo meine Kleine dann ersteinmal eine Infusion bekam und die üblichen Blut-/Urinuntersuchungen gemacht wurden.
In der selben Klinik (Kinderklinik) hatten wird ein paar Tage später einen Termin für einen Kopfultraschall da Mäuschens KU zu groß war. Ich habe mir diesbezüglich nie Sorgen gemacht, da sie die Kopfform ihres Papas hat, welcher mit seiner afrikanischen Abstammung einen sehr langen Kopf und sehr ausladenden Hinterkopf hat.
Na ja ... nun waren wir schonmal da, konnte man den US gleich mitmachen.

Nach der 1. Nacht wurde uns Dienstag Morgen gesagt, dass Kira sich den Rotavirus eingefangen hatte. Wie schön, dass meine Hebi mir abgeraten hatte zu impfen, da es für ein Kind das keinen Kontakt zu KiGa-Kindern hat ja nahezu unmöglich ist sich anzustecken :-(

Aufgrund des Viruses durfte ich meine Kleine nicht mehr selber wickeln. Die Schwestern wickelten sie mit Umhang und Handschuhen, was ja auch gut so ist.
In dem Zusammenhang erklärte ich aber auch, dass wir uns in physiotherapeutischer Behandlung befänden, da Kira ihr rechtes Bein nicht so gut bewegt wie ihr linkes und sie auch mit ihrer rechten Hand etwas schwächer ist. Das sollte mit ein paar Stunden und Übungen zu Hause behoben sein.

So weit so gut ... beim US des Kopfes fand die Assistenzärztin nix besonderes, was mir trotz des Nichtsorgens Erleichterung einbrachte. Der Oberarzt dem sie die Bilder vorlegte sah das schon etwas anders und sagte, dass die Bilder auffällig seien. Nach Absprache mit dem Chefarzt bekam ich die Diagnose von insgesamt vier Ärzten, dass man davon ausgehe, dass Kira unter der Geburt einen Hirninfarkt hatte, der dazu geführt habe, dass ein Teil ihres Gehirns abgestorben sei. Die Unbeweglichkeit bzw Schwäche ihrer linken Seite und die Größe ihrer Fontanelle bestätigten den VErdacht. Nun ginge es darum mit einem MRT zu klären wie groß der Schaden sei. Ob sie mit Förderung durch Physio irgendwann mal nur ihr Bein nachziehe und der Arm unbeweglich sei oder ob sie gar nicht laufen und greifen werde können.

Damit lebte ich die ganze Nacht. Ich heulte und heulte und heulte. Es war die schlimmste Nacht meines Lebens. Ich sah meine Maus schon in einem Rollstuhl, sah sie schreiend bei der Physio sitzend und mich anflehend nicht wieder dort hinzumüssen, hörte sie weinen weil sie eine Außenseiterin war und im weiteren Leben resignieren.
Ich kann nicht beschreiben was ich wirklich gefühlt habe, aber ich denke, dass viele nachempfinden können, wie scheiße es mir ging.

Und mein kleiner Engel war so quietschfidel wie eh und je ... die Infusionen schienen ihr all das wieder zu geben, was sie gebraucht hatte.

Sie heute Morgen in dieser Röhre liegen sehen machte das ganze noch schlimmer. Ich war so froh, dass die Krankenschwester mich Heulsuse in den Arm nahm aber dennoch fühlte ich mich hilflos und irgendwie auch schuldig, dass ich meiner Maus das alles antun musste und vielleicht sogar Schuld daran war, weil ich erst 3 Tage nach dem Blasensprung und nach 6 misslungenen Einleitungen in der Lage war sie zu gebären. Warum hatte ich nicht auf einen KS bestanden???
Sie hatte nicht nur die 55 Stunden Geburt und die 3 Monats Koliken mitmachen müssen, jetzt kam es noch dicker!!!

Kira schlief danach noch gute 2 Stunden durch die Tropfen und ich lag wie ein Häufchen Elend auf dem Bett, als die Stationsärztin 1 1/2 Stunden, die mir vorkamen wie eine Ewigkeit, später die Tür öffnete und sagte: "Da is nix. War alles ein Irrtum."

Noch Fragen??

Wir sind seit heute wieder zu Hause und ich weiß nicht was überwiegt: Die Wut darüber, dass ich mich dazu habe hinreißen lassen mich im Selbstmitleid zu suhlen oder die Freude, dass ich ein völlig gesundes (na ja ... sie käckert noch ein bisschen) Kind zu Hause habe! Was auch immer: Der Horror ist vorbei!

Ps.: Das war mein erstes SiloPo seit ich bei Urbia bin ... erlaubt oder?

Gute Nacht!


Beitrag von xmoonlightx 22.04.10 - 22:49 Uhr

#liebdrueckAlso das war alles andere als ein SILOPO !

Mein lieber Mann, was war das denn?

Das tut mir unendlich leid das du ja da durch die Hölle gehen musstest und nun alles umsonst ZUM GLÜCK !

Mensch, ich glaub ich wäre auch sauer .
Aber auch Ärzte können sich irren. Gut das alles zu euren Gunsten ausging, die arme Maus.

Alles Liebe für euch.

#blume

Beitrag von yasmin2101 22.04.10 - 22:50 Uhr

Hey,

ich kann es NICHT nachvollziehen wie es dir ging weil es außerhalb meiner Vorstellungskraft liegt.

Wenn du an Gott glaubst dann danke ihm heute Nacht!

Mehr kann man dazu nicht sagen.

Ganz liebe Grüße
Yasmin

Beitrag von barfrau 22.04.10 - 22:57 Uhr

Ärzte!

Erst alle verrückt machen und dann mal schauen, ob die These gestimmt hat!

Da rückt der doofe Rota-Virus ganz in den Hintergrund und man meint, alles locker wuppen zu können....außer das! ;-)
Zum Glück wars ein Irrtum!!

Genieße dein Kind und wisse nun, dass du stark bist, wenn du dich mit anderen Sachen ablenkst.

Grüße von Bar+Finn :-)

Beitrag von tina4370 22.04.10 - 22:58 Uhr

Das ist wirklich kein SiLoPo.
Das macht einem (wieder mal) klar, dass ein gesundes Kind weiß Gott keine Selbstverständlichkeit ist.

Danke dafür und alles Gute! #liebdrueck
Liebe Grüße!
Tina mit Maria Elisabeth *10.09.09

Beitrag von bibi22 22.04.10 - 23:04 Uhr

#liebdrueck

Du hast dich nicht selbstbemitleided, du hast um die Gesundheit deines Kindes getrauert.

Schön, dass es "gut" ausging. #herzlich

Ich wünsche euch weiterhin viel Glück und Gesundheit!

lg bianca

Beitrag von sonne_1975 22.04.10 - 23:07 Uhr

Das ist ja echt schlimm!#schock Und ein SiLoPo war es auf keinen Fall!

Zum Glück war es ein Irrtum, aber die Stunden waren sicher ganz schrecklich...

LG Alla

Beitrag von kula100 22.04.10 - 23:08 Uhr

Na das ist mit Sicherheit kein Silopo! Was Du diese Woche durchgemacht hast wünscht man niemanden und man kann mal wieder von Glück sagen das man ein gesundes Kind hat. Zum Glück hat sich das bei Deinem ja auch als solches rausgestellt.

Lg kula100

Beitrag von janel 22.04.10 - 23:41 Uhr

Als ich deinen Beitrag gelesen habe, habe ich Tränen in den Augen gehabt. Ich konnte dir sehr gut nachfühlen... Wir hatten schon oft das eine oder andere mit den Kindern.

Wenn ich was gelernt habe in den letzten 3 Jahren, dann, vertraue erst deinem eigenen Gefühl, dann dem Gedanken des Arztes. Ich vertraue keinem Arzt mehr so leicht...
Ich freue mich sehr für euch.
Genieße jeden Tag und jede Std. mit deinem Baby und passt gut auf euch auf.

Beitrag von nisivogel2604 23.04.10 - 07:47 Uhr

Ich finde das ist absolut KEIn Silopo.

Ich kenne solche Situationen nur zu gut.

Du hast dir Vorwürfe gemacht weil du erst nach 6 misslungenen Einleitungen im Stande warst zu gebären? Sieh es mal andersrum: Diese Einleitungen haben vielleicht deinen Körper total blockiert. Vielleicht wärs ohne viel besser gelaufen. Einleitungen sind so dermassen gefährlich, das bleibt nur häufig hübsch unter dem Deckmantel des Schweigens

http://www.geburtsallianz.at/downloads/cimseinleitung.pdf

http://doula-ortenau.de/material/cytotec.pdf

Meine Tochter war nach der Geburt (herzdefekt durch Kaiserschnitt, dazu hat man ihr auch noch ein Loch in den Hinterkopf geschnitten) Herzpatientin. Ich weiß also wie es ist sein Kind weinen, schreiend vor Schmerzen (Schmerzen nur weil man die Elektroden gewaltsam von meinem Kind runter riss) da liegen zu sehen, nicht zu wissen ob sie für immer beeinträchtigt sein wird etc. Der Herzfehler hat sich zum Glück verwachsen.

Warum du wegen der Rotaviren nicht selber wickeln durftest ist mir schleierhaft. Kein fremder darf meine Kinder wickeln. Ich hatte den Rotavirus vor ein paar Wochen und keiner hier hat sich angesteckt. das Risiko ist also wirklich gering. Und selbst wenn du geimpft hättest: es gibt noch tausend andere Sachen die Brechdurchfall machen. Vor sowas kann man sich nicht wirklich schützen. Du hast NICHTS verkehrt gemacht.

Steh zu deinen Entscheidungen, hör auf deine Gefühle, deinen Instinkt als Frau und Mutter.

Und fühl dich mal gedrückt #liebdrueck Dazustehen und nicht zu wissen was passiert ist die Hölle. Mein Mann hat Morbus Crohn und eine defekte Lunge, hatte in 2 Jahren jetzt 13 Ops und nie weiß ich ob ich ihn danach lebend wiedersehen.

LG Denise

Beitrag von schullek 23.04.10 - 10:20 Uhr

hallo,

die links zu den einleitungen schau ich mir gleich mal an. ich bin an dem thema sehr interessiert. hatte selber eine einleitung und bin seither überzeugt, dass sie erstens nicht nötig war, zweitens für einigen stress danach verantwortlich war und drittens meinem kidn gar nicht gut getan hat!

aber mal ne frage: du schreibst dein kind hatte einen herzfehler durch den kaiserschnitt? habe ich das richtig verstanden? wie kommt sowas?

lg

Beitrag von nisivogel2604 23.04.10 - 11:04 Uhr

Ja, das hast du ganz richtig verstanden. Bei einer spontanen Geburt werden die Lungen, der brustkorb, die Muskulatur etc zusammengedrückt. Auch das Herz ist davin betroffen. dadurch verschliessen sich kleine Lücken in der Herzwänden. Bei einer Kaiserschnittgeburt fehlt dieser Druck, wodurch die Löcher eben offen bleiben. Das wiederum kann zu Atemproblemen, unzureichender Sauerstoffsättigung und einem wahnsinnig großen Infektionsrisiko führen, da die Viren sich gern in diesen Löchern absetzen und dann eine Herzmuskelinfektion auslösen können. Es gibt dann bei Infektionen direkt Antibiotische behandlung, was auch nicht grad schonen für das Kind ist.

Meine beste Geburt war die drittte. EIne Hausgeburt. Niemand hat mich unter Druck gesetz und so war auch das Kind nach der Geburt völlig ruhig und ausgeglichen. Mein Sohn hat nach der Geburt (Einleitung per Wehentrop mit Power pressen) 2 Tage NICHT geschlafen.

LG

Beitrag von schullek 23.04.10 - 11:54 Uhr

au weia. das wusste ich noch nicht. also dass die organe zusammengepresst werden bei einer normalen geburt schon. aber die gefahren durch das fehlen kannte ich nicht. sehr interessant un gut zu wissen. geht es denn deiner tochter heute gut?

der sohn eines verwandten hatte 4 jahre lang ein loch im herzen, das nicht erkannt wurd. weitere 4 jahre später hätte es zu spät sein können. er wäre eins der herzinfarkt kinder in dl geworden, die dabei auch so gut wie immer versterben. eine kia hat es jetzt erkannt und er wurde erfolgreich operiert.

ich hatte wie gesagt eine einleitung, da ich verrückt gemacht wurde wegen den herztönen meines sohnes. im nachinein seh ich das klar, aber damals, erstes kind, waren wir wohl beide einfach überfordert. ich hätte beim zweiten irgendwann auch gerne eine hausgeburt. vielleicht komm ich ja dann mal auf dich zurück, wenn ich darf (wenn s soweit ist :-)).

lg

Beitrag von nisivogel2604 23.04.10 - 14:20 Uhr

Meiner Tochter gehte es heute zum Glück gut. Nun bleibt nur die Narbe auf dem Kopf wo sie sie geschnitten haben, aber die kann man mit etwas Geschick gut überdecken. Mädchen empfinden sowas ja schnell mal als Makel.

Du darfst gern jederzeit auf mich zurückkomenn wenns so weit ist.

LG

Beitrag von schullek 23.04.10 - 10:16 Uhr

oh mein gott.
im ersten moment warst du sicher so glücklich, dass du nicht daran gedacht hast die ärzte zu fragen, wie sie sich so dermaßen irren konnte.

da sieht man mal wieder, was alles passieren kann, wenn man einmal in die ärztemaschinerie geraten ist.
zu meiner feindiagnostik wurde mir eröffnet, dass sie keinen magen sehen. eine welt brach für mich zusammen. eine woche später sollte ich nochmal kommen zum nochmal nachschauen. eine woche später! ich verweigerte und bestand auf einen termin am nächsten tag. in der nacht hatte ich starke wehen auf grund des schocks. das hätte schief gehen können. natürlich war der magen da. man sagte mir erst danach, dass es öfters vorkommt, dass man den n icht sieht....

als ich vor ein paar jahren wegen eines hartnäckigen magenproblems für ein paar tage im krankenhaus war (mir ging es miserabel, die magenprobleme waren vor allem psychosomatisch) mir ging es so schlecht, ich hätte alles mit mir machen lassne. udn das wurde auch kräftig ausgenutzt. weil meine eine niere (ich war wegen dem magen dprt...) irgendne auffälligkeit hatte, wurde ich von kopf bis fuß geröntgt, während eine flüssigkeit durch meien nieren geschickt wurde. war nat. alles in ordnung, aber ich hatte ne portion strahlung mehr intus. als es mir besser ging und darüber nachdachte, hätt ich mich selbst ohrfeigen können.

mit anfang 20 hatte ich bauchschmerzen und wurde ins kkh überwiesen, wo sich rausstellte, es sie mein blinddarm. am nächsten tag war ich fertig nach hause zu gehen, keine schmerzen mehr, mir ging es super. da meinte man plötzlich, es sie ernst, sie müssten sofort operieren #kratz
tja, jung und dumm wie ich war, liess ich mir angst machen. und den bläöden blinddarm rausmachen. als ich danach fragte, wie er denn aussah, was war, meinte so ein assistenzarzt, war wohl unauffällig. de oberarzt sagte eine stunde später: es war knapp... doppel#kratz
meine theorie: ein paar junge ärzte brauchten wohl op praxis...

aber wie auch immer: hauptsache deinem kind geht es gut.

zur impfung: nicht die hebamme ist verantwortlich, sondern du. sie hat dir ihre meinung gesagt. du hättest dich doch umfassend informieren können udn dann entscheiden können.
zumal deine tochter ja in bezug auf den rota virus nicht in gefahr war, oder? du sagst ja selbe, dass irh die zugeführte flüssigkeit geholfen hat.

lg

Beitrag von schnabel2009 23.04.10 - 11:13 Uhr

Puh, das ist ja superheftig!
Ich freu mich für Euch, dass doch alles OK ist.

LG schnabel