Ratlos-mein Sohn "hört" nicht

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von teelicht 23.04.10 - 09:27 Uhr

Wer kann mir einen Rat geben ?`Mein Sohn wird im Juni 8 Jahre. Er war schon immer schwierig, hat die ersten 3 Lebensjahre nur geweint, keine Nacht durchgeschlafen und war super aktiv. Das Aktive hat stark nachgelassen, aber das Geschrei leider nicht, wenn es nicht nach seinem Willen geht, fängt er an zu schreien.Mittlerweile benutzt er echt asoziale Wörter dabei und ruft immer sofort nach "Mama"; der hat das und das gemacht, etc. er " petzt" also. Er redet frech zu mir und zum Papa. Ich zeige ihm immer wieder Grenzen auf,z.B. ins Zimmer, vom Spielen rein kommen etc.Situationsabhängig eben.Bei der asozialen Wortwahl sage ich ihm, dass das kein Umganston ist und er diese Wörter nicht gebrauchen soll, ich und Papa würden schliesslich auch nicht so mit ihm reden.Leider prallen alle Gesprächsmassnahmen und Konsequenzmassnahmen bei ihm ab, sobald diese aufgehoben sind, macht er weiter wie gehabt. Wir müssen ihm auch alles ca. 6 mal sagen, bis er mit irgendwelchen Sachen aufhört, die Verhaltenstechnisch nicht angemessen sind.Ich schenke ihm bewußt viel Liebe und Aufmerksamkeit, durch einzelne Zuwendung ( er hat einen jüngeren Bruder) mein Mann ebenso. Was können wir noch ändern, verbessern? Oder ist es einfach sein Charakter , den man nicht ändern kann ??Die Leherin in der Schule hat sich schon mehrmals " beschwert" jetzt neuerdings auch die Erzieherin der Betreuung. Er ärgert andere Kinder um Kontakt mir ihnen auf zu nehmen, das hat er schon immer so gemacht. Wir haben all die Jahre dagegen gesteuert und Alternativen der Kontaktaufnahmen vorgelebt. Das Ende vom Lied ist , er hat keine festen Freunde.... Wer hat einen Tipp für mich ? Ich brauche keine Diagnosestelltung, mit Medikamentengabe, sondern eine praktische Hilfe, die im täglichen Ablauf umsetzbar ist.
#dankefürs lange lesen und evtl. Tipps
teelicht

Beitrag von lisasimpson 23.04.10 - 10:18 Uhr

hallo!

Was soll dein sohn lernen, wenn er "ins zimmer" oder "vom spielen" rein muß?
Was sol ler über sich selbst denken, wen nseine mutter über ihn denkst "Er war schon immer schwierig, hat die ersten 3 Lebensjahre nur geweint", " er " petzt" ",...

So wie es sich anhört, hat dein Sohn Probleme, soziale Situationen wahrzunehmen und richtig einzuordnen - ihn also dann "ins zimmer", "zum spielen rein" zu holen wird ihm wenig helfen, diese fähigkeiten zu schulen.

Meine Meinung nach entsteht verhalten immer in einer Wechselwirkung. Jede Veränderung also, die du machst, wird auch eine Veränderung bei ihm hervorrufen. du hast bisher mit strafe gearbeitet (habe hier versucht zu erklären, warum das nicht gelingen kann:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=21&tid=2599855). da dies also bisher nicht klappte, wäre es doch geschickt, mal etwas "anders" zu probieren.
wenn dir dazu anregungen und ideen fehelen, kan nich dir einen besuch bei der Erziehungsberatung empfhelen - vielleicht gibts da die möglichkeit für euch, ein paar neue ideen rein zu bringen in euren erziehungsalltag.

nimms mir nicht übel, aber wenn ich sowas lese :"der ist es einfach sein Charakter , den man nicht ändern kann ?" im zusammenhang mit unerwünschtem verhalten, dann fällt mir immer Gerhard Polt ein, der über seinen "willy" sagen ließ :"was genetisch versaut ist, läßt sich durch prügel allein auch nicht mehr korrigieren"

lisasimpson


Beitrag von teelicht 23.04.10 - 12:04 Uhr

Weißt du, vielleicht entstseht beim lesen meines Textes der Eindruck, das ich mein Kind " bestrafe", weil der Text eben emotionslos ist und ich nicht den Rahmen sprengen möchte weil der Text durch mehr Ausführlichkeit zu lang wird. Du beziehst Dich zu sehr auf den Ausdruck " bestrafen", obwohl Grenzen aufzeigen gemeint ist.und kinder brauchen sehr wohl Grenzen, weil heutzutage in unserer Gesellschaft nichts ohne grenzen und regeln funktioniert, ist einfach so.
Selbstwertgefühl muss auf jeden fall gezielt gestärkt und gefördert werden, ganz klar. ich sage meinem Sohn auch nicht das er schwierig ist und nur geweint und nicht geschlafen hat, im gegenteil, ich bestärke ihn in seinen Stärken, all die Jahre schon und werde es weiterhin tun, dass problem sind eben die Lehrer , Erzieher und die Gesellschaft, in der er mit seinem momentanen Verhalten aneckt. ich akzeptiere ihn wie er ist. Und zu dem petzen sei soviel gesagt, mit 8 Jahren sollten Kinder in der Lage sein Kinder, sofern es Gewaltfrei zugeht, alleine Streitigkeiten lösen und regeln können, ohne einen Erwachsenen hin zu zu ziehen.
Für mich verhält sich mein Sohn nicht unerwünscht, er ist eben so.Und sehr wohl hat jeder Mensch einen ganz eigenen Charakter, den auch jeder so zu akzeptieren hat, das hat nichts mit unerwünschtem Verhalten zu tun.

Beitrag von diebina 23.04.10 - 10:27 Uhr

Liebes Teelicht, ich schließe mich lisasimpson an: sucht Euch Hilfe!!

Geht zur Erziehungsberatungsstelle oder fragt den Kinderarzt nach einem guten Kinderpsychologen.

ihr scheint überfordert zu sein und das meine ich gar nicht böse. wenn er sich weiterhin so entwickelt, dann wird es Euch spätestens mit der Pubertät über den Kopf wachsen (wenn es das nicht jetzt schon tut!)

LG
bina

Ich habe gesehen, dass ihr in PLZ 4 wohnt. Wer Euch viellecht auch helfen kann, ist die Gemeinschaftspraxis Wuttke/Sacher/Bullinger in Dortmund (eigentlich Chirotherapeuten, haben aber schon etlichen Bekannten bei unterschiedlichsten Schwierigkeiten geholfen!) - ruf vielleicht einfach mal an und lass Dir einen Termin geben (ist allerdings eine Privatleistung) - bei Fragen dazu kannst du mich auch gern über die VK kontaktieren!!

Beitrag von deoris 23.04.10 - 11:58 Uhr

Hallöchen
na ,jetzt bekommst du deinen scharfen Senf zurück !

Hast du denn nicht vor Kurzem noch manche Mütter verurteilt und das im Handicap Forum ,die ihren Kindern medikamente geben????? Hast du nicht geschrieben ,dass du alles geschafft hast ,damit es deinem Kind gut geht ohne dein Kind mit Chemie vollzupumpen!!!!
Tut mir echt leid dass ich dich jetzt hier eingreife ,aber meinst du nicht ,dass es allen Beteiligten besser gehen würde und vor allem deinem Sohn,wenn du langsam mal handeln würdest !!!! Dein Sohn ist der leidtragende ,weil es für ihn auch sehr schwer ist aussenseiter zu sein und falls er wirklich ADHS hat (das hast du ja auch geschrieben in einem anderem Forum) da helfen euch und ihm Srafen wirklich gar nicht ,in den meisten Situationen kann dein Sohn gar nichts dafür ,dass er so reagiert,er kann einfach nicht anders!!!!Und er leidet noch mehr ,wenn ihr ihn abweist ,ins Zimmer schickt oder ä.
Bei dir müssen doch mal langsam die Glocken läuten :-[,nicht dir geht es schlecht ,sondern deinem Kind am meisten.Und du sollst ihm helfen .

Vielleicht hollst du dir mal professionelle Hilfe,denn keiner kann dir bei einem verhaltensgestörtem Kind praktische Hilfe für den Alltag geben!!!!


Sorry ,aber rege mich echt gerade voll auf,mir tut dein Kind wirklich leid!!!!

Beitrag von teelicht 23.04.10 - 12:15 Uhr

Ich hab doch im anderen forum meinen Senf abbekommen, dafür muss ich hier nicht schreiben;-)
und verurteilt habe ich schon gar niemanden, sondern nur meine Meinung geäußert, wenn du Dich angegriffen fühlst, dann ist das sehr schade.
ich habe darum ja jetzt dieses forum gewählt um Anregungen und Tipps zu bekommen, weil es hier angemessener ist.
Es ist immer wieder schade, in welchem umganston hier miteinander geschrieben wird.
Und leid tun braucht dir mein Sohn nicht, er ist schon getestet worden auf ADS, er hat es NICHT .
Darum bin ich auf der Suche nach alternativen.

Beitrag von deoris 23.04.10 - 12:21 Uhr

Naja ,dann frage ich mich warum du deine Meinung dazu überhaupt geäußert hast ,denn wenn dein Sohn es nicht hat ,hast du dann auch wohl nicht die leiseste Ahnung ,worum es dabei geht ,ganz schön daneben!
Allerdings, wie ich es aus deinem Beitrag rauslesen kann ,hat dein Sohn Verhaltensstörungen ,welcher Art auch immer ,daher brauchst du professionele Hilfe und keine Tipps für Alltäglichkeit.

Beitrag von teelicht 23.04.10 - 13:23 Uhr

Mein Tipp für Dich :

Versuche doch mal mit Deinen Äusserungen wertfrei zu bleiben und nicht in allem was rein zu interpretieren.

Und ich widme mich jetzt meinen kindern, solltest du vielleicht auch mal machen, anstatt hier Deine zeit zu verschwenden.

Beitrag von deoris 23.04.10 - 18:44 Uhr

Du wolltest einen Tipp haben ,denn hast du von mir bekommen ,wenn der dir nicht passt ,brauchst du gar nicht danach fragen .Mach mal die Augen auf!
Ausserdem in der Zeit wo ich mir erlaube am PC zu sitzen sind meine Kinder in der betreuung oder machen Mittagsschlaf .Also der selber am PC sitzt ,sollte nicht gleich andere dafür verurteilen,du weißt gar nicht wie mein Leben aussieht.Soviel zur wertfreien Äusserungen #augen.
Aber eigentlich brauche ich mich dafür gar nicht rechtfertigen.

Beitrag von jazzbassist 23.04.10 - 16:05 Uhr

Das Problem mit Kindern in diesem - doch schon fortgeschrittenen Alter - ist, dass die sich eigentlich nicht mehr grundlos so verhalten. Von daher ist die Lösung hier schon, herauszufinden, wo die eigentlichen Probleme liegen und wie man dieses am effektivsten eliminieren kann.

Ich kann mich leider nur ganz objektiv auf ihren Beitrag beziehen; also auf das, was Sie geschrieben haben und wie Sie es geschrieben haben. Sie werden sicher unzählbar viele Dinge vergessen habe, ich werde sicherlich sehr viele Dinge falsch oder missverständlich auffassen. Von daher würde ich Ihnen in erster Linie schon ans Herz legen, hier eine Erziehungsberatung aufzusuchen, die genau diese ganzen, einzelnen Probleme mit Ihnen gemeinsam erurieren und dann stückweise verbessern kann. Denn schon kleinste Änderungen im Verhalten können bei Kindern ganz magische Wirkungen erzielen - nur mit Stubenarrest werden Sie jenes eben nicht erreichen.

Kinder schreien, um ihren Willen durchzusetzen, auf Grund unterschiedlicher Ursachen. Bekommt ein Säugling bsw. im frühesten Alter nicht sofort sein Bedürfnis befriedigt, wird sich neurologisch ganz einfach festsetzen: "Ich muss nur lange genug schreien, dann bekomme ich, was ich möchte." Man sagt hier, die Grenze liegt etwa bei dem 12 Lebensmonat. Erst danach sollte ein Kind langsam erlernen, dass es eben nicht alle Bedürfnisse sofort befriedigt bekommt. Reagiert man hier zu lange Zeit noch immer damit, sofort das kindliche Bedürfnis zu befriedigen, wird sich neurologisch ebenfalls festsetzen: "Wenn ich schreie, bekomme ich mein Bedürfnis befriedigt". Etwa mit dem 2 Lebensjahr kommt ein Kind dann in die Trotzphase - es erkennt: Ich bin ein eigenständiges Lebewesen mit einem eigenen Willen. Das Kind versucht genau diesen Willen durchzusetzen - so - wie es das als Säugling gelernt hat. Durch schreien. Ein Kind sollte hier lernen, dass dieses Verhalten nun nicht mehr angemessen ist; ein Kind kann hier aber auch lernen, dass es durch schreien eben doch Aufmerksamkeit bekommt oder durch schreien eben doch - wenn man es nur lange genug tut - seinen Willen durchgesetzt bekommt. Das Kind hat also in diesem Sinne noch nicht verstanden, dass es eben nicht alleine auf der Welt lebt. Er handelt rein narzistisch: Mein Bedürfnis muss befriedigt werden, koste es, was es wolle.

Nachdem, was Sie schreiben, scheint ihr Sohn hier - was das schreien betrifft - eben auf eine dieser Entwicklungsstufen festzuhängen. Sie müssten hier einfach mal in sich gehen und gucken, was sie am wahrscheinlichsten halten. Dann könnte man ganz gezielt schauen, wie man genau diesen Punkt angehen kann. Das menschliche Gehirn ist nämlich etwas ganz magisches - es kann bei normaler Entwicklung nichts vergessen. Es ist also völlig egal, welche Strafe ich Ihnen androhen würde - sie würden es nicht hinkriegen, das Radfahren wieder zu verlernen. Ein Kind, dass als Säugling gelernt hat, schreien zu müssen, um sein Bedürfnis befriedigt zu bekommen, kann auch dieses Verhalten nicht mehr verlernen. Man kann ihm aber langsam helfen, dieses wieder abzustellen; hier muss man aber zunächst wissen, waurm ein Kind überhaupt schreit, um seinen Willen durchzusetzen.

Das Benutzen der "asozialen" Wörter wird sich leider auch genau da angliedern. Sehen Sie ihn hier einfach - wenn er seinen Willen durchsetzen möchte und diesen nicht bekommt - als handlungsunfähiges Kind an, dass nicht weiß, was es gerade sagt oder tut, weil sein Nervensystem einzig und alleine damit beschäftigt ist, die Emotionen, die auf ihn einwirken, zu verarbeiten. Das wird also - sobald Sie das Problem mit dem Schreien abgestellt haben - ganz automatisch wieder wesentlich besser.

Grundsätzlich zu Schimpfwörtern sollte man einem Kind natürlich schon klar und bestimmt sagen, dass sie diese Worte nicht hören möchten. Bei Kindergartenkindern ist die Devise hier eher, diese Schimpfwörter hier ansonsten zu ignorieren. Da ein Kind ansonsten durch die Verwendung von Schimpfwörtern Aufmerksamkeit erlangt und die Schimpfwörter dann absichtlich einsetzt - genau um diese Aufmerksamkeit wieder zu erlangen. Zum ignorieren von Schimpfwörtern gehört natürlich auch, ein Kind zu loben, wenn es sich mal "besser" ausdrückt. Auch sollte ein Kind mit: "Gib mir was zu trinken, aber dalli" natürlich nicht durchgekommen. Auch hier sollte man ihm in der Wortwahl korrigieren und ihm das Trinken erst geben, wenn er sich "besser" artikuliert hat. Auch, wenn er das ganz von alleine macht, müssen Sie genau diesem Verhalten die Aufmerksamkeit schenken. Sehen Sie es einfach als nicht selbstverständlich an, dass er sie höflich fragt, wenn er Durst hat. Loben Sie ihn dafür. Der kindliche Schluss wird hier sein, dass er durch höfliches Verhalten mehr Aufmerksamkeit bekommt, als durch unhöfliches Verhalten. Ein Kind wird sich also zwangsläufig für das höfliche Verhalten entscheiden, weil es von Aufmerksamkeit gesteuert wird.

Man kann dieses auch durch ein Belohnungssystem versuchen, zu fördern. Z.b. einen kleinen Smiley-Kalender in der Küche am Kühlschrank. Jedes mal, wenn er sich "höflich" ausdrückt, darf er daran ein :-) kleben, jedes mal, wenn ihm das nicht so gut gelingt, klebt die Mama ein :-( daran. Wenn ein Kind am Ende eines Tages mehr :-) als :-( hat, bekommt er eine kleine Belohnung. Diese sollte nach Möglichkeit täglich varrieren und für das Kind immer eine Überraschung sein. Vielleicht mal eine kleine Nascherei, vielleicht mal eine extra-Geschichte am Abend, vielleicht noch mal ein kleines Kartenspiel mit der Mama im Bett. Kinder sind dann einfach besonders motiviert und so bemühen sie sich, selbst darauf zu achten, wie sie sich artikulieren. Und genau das gilt es, zu erreichen. Ein Kind also nicht zu Höflichkeit zu erpressen, weil es ansonsten ins Zimmer muss, sondern dem Kind zeigen, dass er mit höflichen Verhalten in der Gesellschaft wesentlich besser vorankommt.

Konflikte unter anderen Kindern zu lösen sollte ein Kind natürlich schon erlernen. Kinder brauchen hier einfach nur sehr viele Situationen, wo sie Erfahrungen sammeln können. Am besten sollten das Situationen sein, wo die Mama gar nicht da ist, um einen Konflikt zu lösen. Klassisch also Kindergarten oder Schule. Aber auch ein Sportverein kann hier auf Dauer wahre Wunder bewirken. Da es weiteres Konfiktpotential mit gleichaltrigen Kindern gibt. Und ein guter Trainer, der mit Kindern umgehen kann, wird hier für kindliche Konflikte ganz viele liebevolle Lösungen finden; viel bessere, als wir Eltern im Alltag überhaupt finden könnten. Ansonsten kann ich Ihnen hier nur den Tipp geben, ihrem Sohn zu helfen, diesen Konflikt alleine zu lösen. Immer und immer wieder - bis er es gelernt hat. Das mag für Sie als Mutter manchmal enttäuschend sein - sie sollten ihrem Sohn aber genau diese Enttäuschung nicht zeigen, sondern immer wieder ganz liebevoll reagieren.

Vielleicht können Sie ihm hier auch mal Abends - wenn er im Bett liegt und sich sicher und geborgen fühlt; sie noch mal lange und ausgiebig gekuschelt und geschmust haben, hier mal in Form von Rollenspielen üben. Z.B. mit Stofftieren einen Spielplatzkonflikt in einer sicheren Umgebung nachzuspielen. Für Kinder ist das eigene Bett nämlich ein Refugium, dass so stark ist, dass die Bettdecke Nachts sogar vor Monster schützen kann. Machen Sie sich diese sichere Umgebung einfach zu nutze. Auch hilft es Kindern hier oftmals, Lebenserfahrungen von den eigenen Eltern zu hören - erzählen Sie ihm mal, welche Konflikte die Mama oder der Papa hatten, als sie so alt waren wie er; wie sie die gelöst haben. Was sie heute anders machen würden. Es gibt auch viele altersgerechte Bücher, die Kinder genau so - langsam und nahe dem Leben - beibringen, wie man Konflikte am besten lösen kann. Lesen Sie diese mit ihm gemeinsam - lassen Sie sich in einer Buchhandlung mal beraten.

Eine Grenze ist eigentlich etwas, was geeignet ist, ein Kind aufzuhalten. Das aufstellen der Grenzen ist also gar nicht so wichtig - schon aber das durchsetzen der Grenze. Sie können aber eine Grenze nicht mit einer Strafe wie "ins Zimmer stecken" oder "vom Spielen rein holen" etc. durchsetzen. Darum nennen wir es ja auch Strafe - deren Ziel ist par Definition schon, ein Verhalten zu bestrafen. Die gramatikalische Auslegung sagt also schon, dass Strafen nicht helfen können, eine Grenze durchzusetzen; das wiederspräche unserem ganzen Strafrechtssystem. Jeder einzelne Paragraph des StGB besteht aus einem Tatbestand (Fehlverhalten) und Rechtsfolge (die Strafe). Die Strafe bestraft also das Verbrechen; verhindert es aber entsprechend nicht. Bei einer Grenze müssen Sie genau den Weg wählen, der geeignet ist, ein Kind notfalls an einem Fehlverhalten zu hindern, so dass es gar nicht erst entstehen kann.

Grundsätzlich wäre hier der Tipp, zunächst einmal nicht alles auf einmal zu wollen. Sie können leider nicht von heute auf morgen ein ganz artiges Kind "herzaubern". Setzen Sie sich einfach mal Abends mit einem Glas Rotwein ins Wohnzimmer und schreiben einfach mal auf einen Blatt Papier alle ganz tollen Eigenschaften ihres Sohnes auf, und danach alle weniger schönen Verhaltensmuster, die sie am liebsten ändern würden. Dann priorisieren Sie eben genau diese Punkte. Kümmern Sie sich zunächst um den Punkt, der Ihnen persönlich am wichtigsten ist und versuchen, herauszufinden, wie konnte es zu diesem "Problem" kommen (was waren also die Ursachen) und - wie kann man das Problem am besten "korrigieren". Der Grundsatz ist hier ganz einfach: Ihr Sohn macht alles RICHTIG, denn er REAGIERT nur auf Ihre ERZIEHUNG/VERHALTEN. Ziel ist also herauszufinden, was man am Verhalten/Erziehung ändern kann, um genau dieses Problem zu lösen. Das geht leider nicht mit dem Ausdenken von Strafen.

Wenn Sie das Problem behoben haben, gehen Sie halt zum nächst-weniger wichtigem Punkt über. Sie werden hier ganz schnell etwas ganz magsisches feststellen. Sobald die 1-2 größten Baustellen weg sind, scheint der Rest meistens nur noch wie eine Banalität. So banal, dass sie viele der Punkte, die ganz unten auf ihrer Liste stehen, einfach streichen können. Denn - je weniger Konflikte es gibt, des so eher ist ein Kind gewillt, mit den Eltern zu kooperieren. Sie können ihm also einfach mal etwas sagen, und - er befolgt das dann auch - nur um Ihnen einen Gefallen zu tun und nicht, weil er ansonsten Stubenarrest bekäme. Und genau das klappt eben um so besser - je besser die allgemeine Stimmung ist; und im Regelfall gibt es immer nur 1-2 Punkte, die die Stimmung in der Erziehung so weit kippen können, dass selbst die lächerlichsten Banalitäten in Katastrophen ausarten.

Grundsätzlich sollten Sie einmal alles, was Sie ihrem Sohn sagen, was er "unterlassen" soll, zunächst einmal reflektieren. Ist das unterlassen wirklich nötig? Oder ist es gerade einfach nur nicht schön aber auch kein weiterer Weltuntergang. Geht es gar nur darum, einen Konflikt bewusst zu provozieren? Ich habe häufiger bei Eltern, die gerade mit ihren Sprösslingen etwas mehr Schwierigkeiten haben - Verhaltensmuster festgestellt, wo selbst Banalitäten unbewusst provoziert wurden, dass es in der Küche wörtlich explodierte. Einfach nur, weil man dem Kind ja irgendwelche Grenzen setzen muss, koste es, was es wolle, egal, wie lächerlich die Grenze ist. Das Problem dabei ist, dass dabei die Stimmung so sehr kippen kann, dass es gar nicht mehr möglich ist, sich um die eigentlichen - die wichtigen Probleme - zu kümmern. Hier muss man manchmal etwas Toleranz erweisen - ein Kind kann sich - wie beschrieben - nicht von heute auf morgen ändern.

Bei Sachen, wo Sie sich absolut sicher sind, sollten Sie entsprechend Konsequent handeln. Einem Kind 6 Mal zu sagen, etwas zu unterlassen, heißt für das Kind, etwas 5 Mal gedurft zu haben. Das mag banal klingen, aber, wie soll ein Kind hier erkennen, dass er das eigentlich schon beim ersten mal nicht durfte? Ein Kind braucht hier schon die Sicherheit, dass Mamas Wort Gesetz ist. Das wird es für ein Kind entsprechend nur, wenn es die Sicherheit hat, dass, wenn Mama sagt, dass er XYZ nicht tun soll, Mama das nicht nur ganz genau so meint, sondern ihn notfalls auch daran hindert, das einfach zu tun.

Momentan machen Sie daraus für ein Kind natürlich ein spannendes Spiel: "Wird Mama mich noch ein x-stes Mal ermahnen, oder wird Sie nun endlich handeln?" Solche Machtkämpfe würde ich bei wichtigen Dingen nicht anfangen, und bei unwichtigen Dingen gar nicht erst provozieren. Dann schlürft ein Kind halt mal einen Mittag beim essen die Suppe. Wenn er merkt, dass er damit keine Aufmerksamkeit mehr bekommt, wird er das wahrscheinlich auch lassen, ohne, dass sie ihm das verbieten. Mit den meisten Banalitäten wird das genau so sein. Eltern spüren es eigentlich problemlos, was Banalitäten sind und was nicht. Wenn man jedoch emotional etwas aufgewühlt ist, weil man das Gefühl hat, dass gerade alles schief läuft - und irgendwie so interpretiere ich Ihren Beitrag (ohne das böse zu meinen) - übersieht man diese Dinge eben sehr schnell und macht damit alles nur noch schlimmer.

Auch sein Verhalten, wie er versucht, an andere kinder "heranzugehen", kann man z.B. durch Rollenspiele abends mal erspielen; außerdem sollte ein Kind hier einfach nur viele weitere Möglichkeiten bekommen, mit anderen Kindern "üben" zu können. Denn soziale Interaktion ist nur Übung - nämlich - sozial zu interagieren. Außerdem findet ein Kind so unter Umständen neue Freunde; z.b. in einem Sportverein. Je glücklicher ein Kind ist, des so weniger "Streit" wird es mit den Eltern anfangen. Von daher hat ein Verein oder ähnliches den Vorteil, dass Sie beide mal ein wenig mehr Abstand gewinnen können. Das Kind ist trotzdem glücklich, sie können sich mal ein wenig erholen und Kraft für die wichtigen Dinge sammeln und ein Kind - dass den ganzen Tag glücklich draußen gespielt hat - ist eigentlich wesentlich pflegeleichter als ein Kind, dass einem von morgens bis abends auf die Pelle rückt und aus langeweile provoziert. Und, nachdem es schon 30 mal am Tag angeschrienen wurde, weigert es sich aus Frust dann schon, selbst bei Banalitäten noch zu koopiereren.

Beitrag von lisasimpson 24.04.10 - 07:19 Uhr

kann mich nujr anschließen (bis auf das tokensystem mit den :-D und :-( - aber da hab ich einfach ne andere Meinung zu:)

ansonsten ist hier (wider mal) sehr schön beschrieben, wie die wechselwirkung von statten geht

lisasimpson

Beitrag von jazzbassist 24.04.10 - 10:53 Uhr

Mir gefällt daran, dass man es als Elternteil sehr leicht und ohne großen Aufwand anwenden kann. Könnte man diesen Ansatz denn irgendwie umgestalten, um ihn besser zu machen?

Beitrag von lisasimpson 24.04.10 - 23:55 Uhr

Na,ja, ich habe viele bednaken gegen den infaltionären gebrauch von token-systmen.
Richtig angewendet, können sie aber zumindest kurzfristg das verhalte nänder nund eine positivere Kommunikation ermöglichen.

dazu dürfen allerdings NUR die positiven (erwünschten) smilies auftauchen.
wenn man erwägt ein solches programm einzuführen, hat sich ja ein bestimmtes verhalten schon engeschliffen. es ist also nicht einfach durch ein gespräch, überzeugung oder sosntwas zu verändern, es hat sich auch nicht verändert als mutter es doof fand und die Lehrer und erzieher es angemahnt haben
ALSO kann ich davon ausgehen, daß dieses Verhalten anderweitig versärkt wird (also seine belohnung in sich trägt oder jedenfalls außerhalb von mutters einfluß).
wenn ich nun also etwas verändern will, muß ich etwas entegen setzten, was diese verstärkung (die ich ja nicht beeinflussen kann) überwiegt.

also ein beisiel: Angenomen ich würde zu viele süßigkeiten essen und möchte nun gerne abnehmen und meinen süigkeitenkonsum einschränken. nun möchte ich dsa über einen versärkerplan machen. süßkram essen und ungesundes zeug hat aber aber einen sehr hohen belohnungsfaktor.
Wenn ich nun immer wieder die rückmeldung bekomme (über die :-( smilies), was ich alles an einem tag nicht geschafft habe (und vielleicht beginnt meine verhaltensänderung eher schleppend und die ersten tage schaff ich es nicht ganz so gut- vielleicht hält der elan aber ne woche an und dann brinchts ein..) jedenfalls immer dann wenn ich dsa, was ich eigentlich als "ersatzbelohnung" gewünscht hatte, ausfällt, werde ich eher wieder zu meinem gewohnten verhalten zurückkehren und mich dadurch "selbst belohnen".
Nur wenn ich sicher sein kann, daß die Belohnung attraktiver ist , werde ich auf das ander verhalten verzichten können.
da wir auch hier nicht alle faktoren im griff haben können, müssen wir jedoch zumindest versuchen ALLES was selbstwertschädigend ist, aus der Verstärkung rauszuhalten (denn dann sag ich doch: ach, diät ist blöd und die neuen klamotten, die ich mir kaufen wollte, wenn ich 5 kilo geschafft habe interessieren mich doch überhaupt nicht... und verfalle in mein altes muster)..

Von daher- wenn ein token-program mdann nur mit serh viel positiver versärkung, mit einer veränderung der kommunikation weg vom "probelmverhalten", hin zum zielverhalten. thematisiert wird dabei hauptsächlich das, wo´s gut läuft- und dies wird versärkt.
meist ist das Problemverhalten ja schon so ein riesen thema geworden (in schule, hort, zu hause,..), so daß das so bestimmten wurde in der kommunikation.
wenn nun auch noc hdeutlich sichtbar die traurigen smilies zeugnis geben vom wieder so schlimmen Sohnemann, der es mal wieder nicht geschfft hat- dann ändert das nichts an der kommunikation und daher sicehr nichts am verhalten!

ich hoffe ich konnte meine bdenken (zumidnest gegne diese hier::-( darlegen..)

Grundsätzlich denke ich jedoch, daß es sehr viel disziplin braucht um so einen verstärkerplan umzusetzen, wenn er denn richtig gemacht werden soll und nicht nach ner woche im sande verlaufen, so daß ich denke, daß da eher die fallstricke liegen..


lisasimpson

Beitrag von jazzbassist 26.04.10 - 12:28 Uhr

#herzlich#danke

Beitrag von teelicht 26.04.10 - 08:38 Uhr

Danke für Ihre Wertfrei und kompetente Antwort!

ich habe jetzt mal die sämtliche Nachbarskinder aus dem Garten verbannt und die Lage hat sich etwas " entschäft", der umgang macht dann scheinbar auch super viel aus.Viele andere punkte von Ihnen habe ich habe ich schon instinktiv erfolgreich eingesetzt und/oder mir erlesen.

Vielen Dank!

Beitrag von marion2 23.04.10 - 19:54 Uhr

Hallo,

wenn Kinder nicht hören, liegt dies häufig an den Ohren.

Geht zum Ohrenarzt.

Hörtests beim Kinderarzt sind unzureichend.

Das Verhalten deines Sohnes ließe sich mit einem Frequenzausfall gut begründen.

Gruß Marion

Beitrag von teelicht 26.04.10 - 08:36 Uhr

Auch ein gutes Argument;-)

Beitrag von marion2 26.04.10 - 11:39 Uhr

Hallo,

gut oder nicht gut ;-) ich würde beim Ohrenarzt testen lassen.

LG Marion

Beitrag von kati543 24.04.10 - 11:34 Uhr

Hast du denn mal mit deinem KiA darüber gesprochen? Schau mal, wir alle hier kennen weder dich, noch deinen Sohn, eure Art zu Leben und seine falschen/richtigen Verhaltensweisen. Wir können dir nur Tipps in eine Richtung geben. Und da dein Sohn noch im Alter ist, wo man "relativ" leicht korrigieren kann, wäre es besser, ihr holt euch einfach Hilfe.
Woher hat dein Sohn denn diese Wörter?

Beitrag von teelicht 26.04.10 - 08:41 Uhr

Ja, die KiÄ weiß Bescheid und hat über die jahre schon entsprechende Massnahmen ueingeleitet und Tipps gegeben.

Die Wörter kommen definitiv aus Schule und Nachbarskindern.