Kann das JA ein Kind zwingen zum Psychologen zu gehen ?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von claudia.1970 23.04.10 - 10:50 Uhr

Hallo zusammen

Ich hab mal eine wichtige Frage und leider muss ich dazu einiges schreiben also sorry schonmal für nen langen Text.

Es geht um meine mittlerweile 15jährige Tochter.

Sie wurde vor einigen Jahren über einen längeren Zeitraum sexuell missbraucht.

Seitdem ist viel passiert.
Bevor es rauskam war meine Tochter ein total zurückgezogenes Kind. Sie war ziemlich dick, lief "ungepflegt" rum, hatte keine Freundschaften und war ein Stubenhocker.


Seit es bekannt ist hat sie sich total verändert. Sie redet sehr viel darüber, hat sich äusserlich total verändert, hat viel abgenommen, geht viel unter Leute, ist bei einigen Organisationen Mitglied und und und.
Unter anderem ist sie bei einer Hilfsorganisation Mitglied wo die Betreuer unter anderem auch geschult sind mit Kindern umzugehen denen soetwas wiederfahren sind. Einer dieser Betreuer ist z.B. auch eine enge Vertrauensperson meiner Tochter.

Durch die ganze Sache sind wir natürlich beim JA aktenkundig und es wird häufiger mal nachgeschaut wie es meiner Tochter geht und es wurde eine Familienhelferin damit beauftragt sich noch zusätzlich zu kümmern.
Bisher gab es auch nie Probleme oder ähnliches.

Jetzt kommt der Knackpunkt.
Meine Tochter war vor Ostern im Krankenhaus weil sie gestürzt ist und auf den Kopf gefallen war.
Sie musste also einige Tage dableiben.
Dadurch das meine jüngere Tochter kurz zuvor 2 mal dort stationär über einen längeren Zeitraum lag kannte meine größere natürlich auch viele Schwestern ect. inzwischen sehr gut.
Als sie nun selbst dort lag hat sie mit einer Dame vom Kinderschutzbund gesprochen. Diese ist dort tätig als eine Art Kindergärtnerin. Sie kümmert sich vormittags um die Kids die da liegen, spielt und bastelt mit Ihnen und ist sowas wie die gute Seele.
Meine Tochter kam schon sehr gut mit ihr klar als ihre Schwester noch dort im Krankenhaus lag und besuchte die Station auch zwischendurch einfach mal um dieser Person Hallo zu sagen.
Sie hat also bei ihrem eigenen stationären Aufenthalt mit dieser Person auch über ihren Missbrauch gesprochen.

Gestern kam nun meine Familienhelferin wiedermal und berichtete mir nun das das Krankenhaus beim JA angerufen hätte. Das meine Tochter sich angeblich einer Ärtzin anvertraut hätte was mit ihr passiert sei. Man ist sich beim JA nun sicher das meine Tochter die ganze Sache nicht so bewältigen kann und will das sie wieder eine Therapie aufnimmt bei einem Psychiater.

Als ich mit meiner Tochter daraufhin gesprochen habe war sie völlig ausser sich. Sie hat niemals mit einer Ärtzin gesprochen und das glaube ich ihr. Die einzige Person mit der sie sprach war diese Dame vom Kinderschutzbund.
Ich habe die Familienhelferin explizit gefragt ob sie sich sicher sei das es um eine Ärtzin geht und das ich mir das nicht vorstellen kann weil ich ja schon damals wusste von meiner Tochter das sie nur mit der besagten Person sprach. Die Familienhelferin meinte es sei sicher denn so hat das Jugendamt ihr das gesagt.
Wie gesagt bin ich mir sicher das das so nicht stimmt denn meine Tochter redet nur mit Leuten denen sie vertraut und das passiert nicht so schnell. Und in 3 Tagen wo immer wieder andere Ärzte auf einer Station sind würde niemals einer so schnell das Vertrauen meiner Tochter erlangen.

Meine Tochter hat damals eine Therapie gemacht und diese zeigte wirklich Erfolg und es geht ihr seitdem richtig gut.
Jetzt will das JA aber nur aufgrund der Geschichte im Krankenhaus das meine Tochter eine erneute Therapie macht. Sie käme angeblich nicht mit der Situation klar, das würde man daran sehen das sie sich einer fremden Ärtzin anvertraut habe.
Man überlegt sogar meine Tochter einweisen zu lassen in eine psychiatrische Klinik.

Seit sie davon weiss ist sie total fertig. Sie hat endlich Freunde gefunden hat Freude an ihrem Leben ( was man deutlich sieht ) und nun soll sie etwas machen was sie nicht will und was sie auch ihrer Meinung nach absolut nicht mehr braucht.

Heut morgen rief mich dann auch ein Betreuer von der Hilfsorganisation an in der meine Tochter tätig ist. Er sagte mir das sie gestern abend beim Dienst total ängstlich und verstört war. Sie hat mit ihm dann gesprochen und ihm alles erzählt was das JA so vor hat. Er sagte mir das er meine Tochter noch nie so verzweifelt gesehen hat und das sie doch total aufgeblüht ist in den letzten 2 Jahren und das auch er es absolut nicht verstehen kann das das JA nun so reagiert.

Ich weiss einfach nicht was ich machen soll.
Man hat mir gesagt ich solle mit meiner Tochter reden und versuchen ihr klarzumachen das es das beste sei wenn sie eine erneute Therapie macht.
Meine Tochter sieht dies wie gesagt anders und ehrlich gesagt halte ich das auch nicht für richtig. Ich kenne meine Tochter und ich weiss das es ihr gut geht. Ich vertraue ihr und ich glaube ihr auch.
Seit die ganze Geschichte damals rauskam haben wir ein total enges Verhältnis zueinander und reden viel über das geschehene. Ich muss dazu sagen das sie erst spät mit allem rausrückte weil sie damals Angst hatte etwas zu sagen weil ich gesundheitlich nicht fit bin und sie immer Angst hatte wenn ich das erfahre könnte mir was schlimmes passieren.
Aber wie gesagt seit es raus ist hat sich das total geändert und sie redet nicht nur mit mir sondern auch mit einigen anderen Personen. Und wenn sie Probleme hat dann hat sie viele offene Ohren und das nutzt sie auch.

Das JA hat nun durch die Familienhelferin bei mir durchblicken lassen das sie sogar in Erwägung ziehen meinem Ex Mann und Mir das Sorgerecht für den Bereich Gesundheit enziehen zu lassen wenn sie es für notwendig erachten das meine Tochter eingewiesen werden muss.
( Dies hab ich meiner Tochter jedoch nicht erzählt weil ich sie nicht noch mehr runterziehen will )

Ich kann einfach nicht verstehen wie die dazu kommen. Die haben meine Tochter seit fast 2 Jahren nicht mehr gesehen oder gesprochen. Die können sich garkein Urteil darüber bilden wie es ihr geht. Und nur weil sie einer Person im Krankenhaus der sie vertraut hat davon erzählt hat was ihr passiert ist heisst das doch nicht das sie damit nicht klar kommt.

Wie seht ihr die Sache ?
Was meint ihr kann ich tun damit nicht gegen den Willen meiner Tochter gehandelt wird zumal ich sicher bin das eine zwangsweise Therapie sowieso nichts bringen würde.

Ich bin grad ziemlich ratlos und wäre für jede konstruktive Antwort dankbar.

LG
Claudia








Beitrag von frau.mecker 23.04.10 - 11:20 Uhr

Claudia,
sie mir bitte nicht böse, aber das ist das falsche Forum.

Hier antworten Laien und die Antworten fallen immer gezielt aus: Wie konnte man das nicht merken usw...

Bitte wende dich an eine Familienberatung bzw wenn du unabhängig sein willst vom JA, dann versuche es evtl. bei einer anderen Beratungsstelle.

Ich wünsch euch alles Gute.
mfg

Beitrag von claudia.1970 23.04.10 - 11:32 Uhr

Hallo

Das Problem ist das ja auch Sozialdienst schon mit eingeschaltet ist.
Das ist eine Familienbaratungsstelle von der ich die Familienhelferin habe und diese arbeiten eng mit dem Jugendamt hier zusammen.
Und ich wüsste defintiv nicht an wen ich mich sonst wenden sollte.

Und auf solche fragen wie du sie angemerkt hast bin ich schon gefasst aber das belastet mich nicht denn sowas fragen immer nur solche Leute die sowas noch nicht mitgemacht haben und garnicht mitreden können. Solche die meinen hier Stunk machen zu müssen aber darauf lass ich mich garnicht erst ein. Ich lese immer nur solche Antworten die sich wirklich damit befassen was ich gefragt habe :-)

Trotzdem lieben Dank
Claudia

Beitrag von picco_brujita 23.04.10 - 11:21 Uhr

oh shit... das liebe JA tritt einfach immer dann auf die bildfläche, wenn es nicht gebraucht wird und wenn man es braucht, dann schläft es...
mein normaler menschenverstand sagt mir, dass sie das nicht machen muss, wenn sie das nicht will und vor allem wenn sie sich so gut entwickelt hat in den letzten 2 jahren. kannst du die andere betreuungsperson aus der hilfsorganisation evtl. dazu bringen mit dir zum JA zu gehen und das noch einmal erklären?

ich weis hier leider keine sichere aussage, aber wie gesagt, ich würde diesen weg gehen. aber vielleicht kennt sich jemand hier richtig gut bei sowas aus.

ich glaube nicht, dass das JA eine chance hat, euch das SR zu entziehen. es gibt ja keine anhaltspunkte für eine misshandlung in eurer familie! ihr tut ja alles, damit es ihr gut geht.

wer hat deine tochter denn sexuell misshandelt? wurde hier noch eine anzeige gemacht?

lg
brujita

Beitrag von claudia.1970 23.04.10 - 11:36 Uhr

Hallo

Wer es war tut meiner Meinung nach nichts zur Sache. Und Ja es wurde zur Anzeige gebracht vor 2 Jahren und das ganze rechtliche ect ist auch schon vorbei.

Der Betreuer der Hilfsorganisation hat mir schon angeboten sich "einzumischen" da er die stellvertretende Leiterin des JA kennt. Er meinte man könne vielleicht mehr erreichen wenn man gleich nach ganz oben geht.

Ich hab jedoch ein klein wenig Bedenken weil es eben auch Jugendamt ist. Ist ja die gleiche Stelle nur eine andere Person.
Es würde denke ich nur nutzen wenn es die Willkür der Sachbearbeiterin ist aber das weiss ich eben nicht. Es entzieht sich eben meiner Kenntnis inwieweit die Sachbearbeiter dort alleinige Entscheidungsgewalt haben.

Beitrag von kruemlschen 23.04.10 - 12:57 Uhr

Hallo,

kurz und knapp, nein das JA kann Dich nicht zwingen.

ABER das JA hat Mittel und Wege Richter schnell und ohne Verhandlung dazu zu bringen z.B. eine Zwangseinweisung unterschreiben zu lassen.

Ich würde also an Deiner Stelle folgendes machen:

1. Such Dir dringend einen Anwalt den Du vorsorglich schon einmal über den Sachverhalt informierst und der Dir die verschiedenen rechtlichen Möglichkeiten aufzeigt.

2. suche von Dir aus einen Psychologen auf und lass ihn ein psychologisches Gutachten über Deine Tochter erstellen.

Wenn Du Deiner Tochter das so erklärst, dass dieses Gutachten wichtig ist um gegen das JA vorzugehen sollte sie sich doch eigentlich dazu bereit erklären.

Außerdem würde ich an Deiner Stelle noch von Dir aus auf das JA zu gehen und um ein Gespräch bitten in dem Du sachlich um aufklärung über die Gerüchte bittest, die Eure Familienhelferin verbreitet.

LG & alles Gute
Krüml

Beitrag von manavgat 23.04.10 - 13:01 Uhr

Ich würde umgehend eine kompetente Anwältin einschalten.

Wende Dich an

www.weisser-ring.de


Man wird Euch dort weiterhelfen.

Für ein Mißbrauchsopfter ist das Vorgehen des Jugendamtes ein erneuter Übergriff.

Du musst Dein Kind schützen, notfalls mit einer einstweiligen Verfügung gegen das Jugendamt.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von claudia.1970 23.04.10 - 13:15 Uhr

Hallo

Vielen dank. Hab mir die Seite mal angesehen und find es recht interessant was die alles so tun. Werd mich da mal weiter durchwühlen und deinen Rat beherzigen wenn es hart auf hart kommt hier.

Momentan meint das JA ja das ich als Mutter eben nicht den Einblick hätte weil ich ja "involviert" sei.
Ein aussenstehender würde eben merken das meine Tochter Hilfe Psychologische Hilfe braucht und diese müsse man ihr zukommen lassen. Ich sei da eben nicht objektiv genug.

Komisch halt das auch andere Leute das so sehen wie ich die sogar Erfahrung mit dieser Problematik haben. Nur eben das JA sieht dies anders.

Sie haben mir ja bis nächste Woche Donnerstag Zeit gegeben das ich meine Tochter davon überzeuge das sie sich wieder psychologisch behandeln lässt.
Ich sehe es aber nicht ein meine Tochter von irgendwas zu überzeugen. Zumal ich es so sehe das wenn sie nicht von sich auch will bringt es eh nichts.

Ausserdem hat meine Tochter seit einigen Monaten mit schlimmen Bauchschmerzen zu kämpfen. Die Ursache dafür wird momentan geklärt. Ebenfalls am Donnerstag hat sie einen Ultraschall Termin und großes Blutbild und wenn dieses nichts bringt wird sie wohl zum Gastroenterologen und zum Gyn überwiesen da alles abgeklärt werden soll.
Und das JA nimmt jetzt auch diese Bauchschmerzen zum Anlass um mir noch klarzumachen das diese auch psychisch seien und mit dem Missbrauch zu tun haben.

Ich denke allerdings wenn dies zusammenhängen würde dann hätte meine Tochter bereits Bauchschmerzen seit das ganze angefangen hat und das war vor 8 Jahren.
Wenn es psychisch wäre würde sie doch nicht fast 2 Jahre nachdem alles raus kam und sie alles aufgearbeitet hat plötzlich mit Bauchschmerzen reagieren.

Nunja ich werd auf jeden Fall jetzt einiges in Angriff nehmen um meine Tochter vor solch einer Willkür zu schützen.

Und nochmal Danke an alle die mir geantwortet haben, ob hier oder per PN. Ihr habt mir sehr geholfen

LG
Claudia

Beitrag von nisivogel2604 23.04.10 - 17:08 Uhr

Nimm dir einen Anwalt. Schnell! Das Jugendamt darf selber gar nichts. Die dürfen beraten, aber keine solchen entscheidungen treffen. Du brauchst rechtliche Hilfe. Dringend.

lg

Beitrag von kati543 23.04.10 - 18:21 Uhr

Das Jugendamt kann niemanden gegen seinen/den Willen der Eltern irgendwo einweisen, ABER es hat die Möglichkeit das Ganze per Eilverfahren bei Gericht entscheiden zu lassen. Ergebnis wäre das selbe. Bekannten von mir ist das übrigens passiert. Der Sohn war 17, hatte einen schweren Unfall und lag im Koma. Eltern waren über die Behandlung anderer Meinung als die Ärzte. Da wurde den Eltern für die Dauer der Behandlung innerhalb kürzester Zeit das Sorgerecht im Bereich Gesundheit entzogen. Danach haben sie es wieder bekommen.

Beitrag von daisy2.2. 23.04.10 - 18:53 Uhr

Hallo,

OH MANN - das JA unserer Heimat - ich kann da ja leider auch nicht viel Gutes berichten.

ich schreib Dir über VK!

Sanne

Beitrag von ..fruchtzwerg.. 23.04.10 - 22:57 Uhr

ich würde vorschlagen du hast ja einen Kinderarzt oder Hausarzt der deine Tochter ja auch kennt und es denke ich etwas mitverfolgen konnte..
mit dem würde ich mal reden das der ein gutachten macht und dem JA zukommen lässt das es sich wohl nicht mehr für nötig hält das sie sich super zum positiven verändert hat..
und das der Herr von der Hilfsorganisation eventuell auch mal fragen den der kennt sich wohl mit Kindern und mit deiner Tochter aus und der soll die Sache auch mal schriftlich schildern das es ihr vorher soooo gut ging und seid dem das schreiben ins haus Kamm die (jetzt wieder) total verstört sei..
und wenn das nix bringt wirklich sofort zum Anwalt.,. wenn nicht jetzt schon..

Beitrag von windsbraut69 24.04.10 - 09:53 Uhr

Es ist möglich, dass ich komplett daneben liege, ABER mich wundert, dass Deine Tochter einen kurzen KH-Aufenthalt nutzt, um dort über dieses (schon etwas zurückliegende) Thema zu sprechen....

Mich wundert aber auch, dass sie sich so an die Dame vom Kinderschutzbund "gehängt" hat, mti der sie vorher ja nur sehr indirekt Kontakt hatte.

Offensichtlich hat sich schon noch großen Bedarf über das Geschehene mit anderen als den bisher involvierten Personen zu sprechen. Deshalb würde ICH mich nicht komplett gegen die Vorschläge des Jugendamtes sperren.

LG und alles Gute,

W

Beitrag von ..fruchtzwerg.. 25.04.10 - 17:38 Uhr

ich muss sagen bin da leicht anderer Meinung den wenn man drüber reden kann auch mal mit ( fremden ) sieht man schon das sie es verarbeitet hat sonst würde sie da gar nicht so frei drüber reden können..
wenn ich etwas nicht verarbeitet hab kann ich gar nicht drüber reden zumindest nicht mit Leuten die ich nicht 100% kenn und vertraue..

Beitrag von sneakypie 26.04.10 - 14:21 Uhr

Wenn man eine Sache verarbeitet hat, dann besteht auch keine Notwendigkeit, mit jedem darüber zu reden. Dann kann man ganz gepflegt Zeit, Ort und Person selber wählen- oder auch gar nicht mehr drüber reden. Wozu auch? Wenn doch im Innern schon alles geklärt, sortiert und abgehakt wurde.

Aber wenn mit Personen drüber geredet wird, die man kaum kennt.. ich seh es wie meine Vorschreiberin und auch k.w.d. Das deutet schlichtweg auf einen Hilfeschrei hin, auf ein "Da gärt was in mir und ich brauche Hilfe! Egal von wem! Von den Personen in meiner Umgebung bekomme ich die nicht oder ich will sie nicht damit belasten, also versuche ich es bei jedem, der nur ansatzweise ein offenes Ohr zeigt!"
Und nein, ich spreche nicht aus der Luft heraus, sondern aus persönlicher Erfahrung.

An Stelle der TE würde ich dem Ratschlag des JA Folge leisten, statt über einen Anwalt nachzudenken. Diese Abwehrhaltung finde ich auch reichlich krass- deutet eher darauf hin, dass auch die Mutter das Ganze (verständlicherweise) noch nicht ganz verwunden hat.

Gruß
Sneak

Beitrag von hannah696 28.04.10 - 12:25 Uhr

Das sehe ich ganz genauso! Ich arbeite mit Jugendlichen, die psychisch erkrankt sind. Darunter sind auch etliche Missbrauchsopfer und stark traumatisierte Jugendliche.
Keine Frage, ich habe in diesem Rahmen auch schon negative Erfahrungen mit dem Jugendamt gemacht, aber in diesem Fall würde ich mich den Vorschlägen nicht vollständig verweigern.
Wenn man etwas verarbeitet hat, verspürt man normalerweise nicht mehr den Drang, das Geschehene wahllos preiszugeben.

Gerade in der Zeit der Pubertät (in der sich deine Tochter ja jetzt befindet) und sich ihre eigene Sexualität entwickelt, können solche Missbrauchsgeschichten wieder präsent werden.

Alles Gute.

Beitrag von king.with.deckchair 26.04.10 - 09:01 Uhr

Zur rechtlichen Geschichte haben die anderen schon geantwortet.

Ich sehe es allerdings ähnlich wie das Jugendamt!

Ich möchte zu bedenken geben, dass die Tochter evtl. mal lernen sollte, dass man nicht Krethi und Plethi diese Geschichte erzählt. Denn erstens kann sie dabei durchaus an den/die Falsche/n geraten (es gibt durchaus Menschen, nicht nur männliche, die ein solches Wissen als "Waffe" und "Druckmittel" benutzen können, ich spreche da aus einer gewissen Erfahrung) und zweitens denke ich, dass Reden zwar prinzipiell bestens ist; aber daran, dass sie offenbar allen möglichen Leuten, zu denen sie sowas wie "Vertrauen fasst", davon erzählt, sieht man, dass sie eben nichts verarbeitet hat.

Da will immer noch was raus aus ihr, egal wo. Und das finde ich schon bedenklich. Weiß auch nicht, wie ich das besser beschreiben kann. Ich empfinde es jedenfalls so.

Und vielleicht hinterfragst du mal, ob DU nicht ganz gerne hättest, dass dieser Zustand des vermeintlich "gut Gehens" (ich bin sicher, dass ist nicht ganz so, wie sie es nach außen zeigt) deiner Tochter gern aufrecht halten möchtest. Im Prinzip ist Threapie ja "Pandoras Büchse Öffnen". Unbequem, bängstigend, alte Wunden aufreißend, anstrengend. Ihr beide wollt sie lieber zu lassen, verständlich. Aber ab und an bricht sich doch Bahn, was in der Pandorabüchse deiner Tochter an Monstern rumort. Manchmal ist es IMHO besser, den Kampf doch noch mal aufzunehmen. Jetzt. Und nicht erst, wenn die Depressionen kommen.

Ihr denkt JETZT, es ginge ihr gut. Ich denke, das tut es nicht. Verarbeitet hat man eine Sache, wenn man nicht mehr allen möglichen Leuten davon berichten muss.

Just my two cents. Laienhaft, aber mit einer gewissen persönlichen Betroffenheit.

LG
Ch.

Beitrag von christinamarie 26.04.10 - 15:12 Uhr

Hallo Claudia,

deine Tochter signalisiert ganz klar, dass sie Redebedarf mit Außenstehenden hat. Anstatt ihre traumatischen Erlebnisse beliebigen Erwachsenen anzuvertrauen, sollte sie mit einem erfahrenen Therapeuten sprechen. Würde es ihr tatsächlich und nicht nur scheinbar gutgehen, dann hätte sie nicht diesen Rededruck.

Ich verstehe nicht, warum du dich grundsätzlich gegen eine ambulante Therapie sperrst. Deine Tochter scheint - in meiner (laienhaften) Interpretation ganz klare Zeichen/Hilferufe zu setzen.

Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es nur meine Meinung ist. Ich bin keine Therapeutin oder psychologisch/pädagogisch ausgebildet.

Alles Gute
Christina