Sohn 3,5 Jahre hört ("gehorcht") nicht

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von kati09 23.04.10 - 11:15 Uhr

Hallo zusammen,
unser Sohn ist jetzt 3,5 Jahre alt und seit einiger Zeit (ich dachte erst es wäre nur eine Phase, aber die dauert jetzt schon 1/2 Jahr) hört er keinen Deut mehr.
Egal was man ihm sagt, als Antwort kommt ein "Nein" oder er reagiert gar nicht. Wir haben nur noch Kampf, wegen jeder Kleinigkeit. Z.B. Anziehen, Hände waschen, ganz schlimm ist aufräumen,...
Bisher hat er sich bei meinen Eltern nicht getraut nein zu sagen, aber da macht er jetzt auch was er will...
Was macht ihr dann bloß? So langsam werde ich schon richtig wütend. Vor allem weil die meiste Zeit, die ich mit ihm verbringe nur noch dafür drauf geht und ich die Zeit lieber mit Spielen verbringen würde!
Vielen Dank für Eure Hilfe!
Kati

Beitrag von sternenzauber24 23.04.10 - 11:24 Uhr

Hallo,

Wie reagierst Du denn auf sein verhalten?

lg

Beitrag von kati09 23.04.10 - 11:31 Uhr

Hallo,

das ist mittlerweile das Problem.
Am Anfang habe ich ihn immer wieder freundlich gebeten, bis er dann gehört hat.
Dann habe ich versucht ihn zu ignorieren, wenn er was wollte und wenn er dann wütend wurde habe ich ihm erklärt, dass es mir auch immer so geht und dass wir das wohl beide nicht gut finden.
Dann habe ich gedroht und gesagt, wenn er das und das nicht macht, bekommt er nix Süßes, kein Sandmännchen.
Mittlerweile schreie ich ihn regelmäßig an oder schleppe ihn dann an den Waschtisch, hoe die Schuhe selber und hatlte ihn fest während ich ihn anziehe und das artet jedes Mal in eine Schreierei von beiden Sieten aus. Und das finde ich ganz furchtbar und möchte das vermeiden!.
Kati

Beitrag von sternenzauber24 23.04.10 - 11:37 Uhr

Versteh ich gut!

Weißt Du, ich würde diesen Machtkampf nicht zulassen. Probiere doch mal einfach einmal ne klare Ansage zu machen, z.B. " Wer keine Hände wäscht, kann auch nicht bei Tisch sitzen", oder wer nicht aufräumt kann auch erstmal nicht spielen denn es muß erst eingeräumt werden.
Und dann wirklich konsequent sein, ohne diskussionen.
Sandmann oder Süßes hat ja nichts mit der Situation zu tun, das kann er wohl nicht nachvollziehen...

Freundlich beten ist erstmal ok, aber auch nur einmal danach klare Ansage. Ja und wer sich nicht anzieht, kann eben auch mal nicht auf den Spielplatz etc.

Versuchs mal...

LG

Beitrag von bine3002 23.04.10 - 12:00 Uhr

Ich gebe dir jetzt mal einen praktischen Tipp zum Thema Hände waschen, der aber auf alle anderen Situationen anwendbar ist:

Einmal ganz freundlich vorher ankündigen: "Wir wollen gleich essen, wäscht Du dir dann bitte die Hände.

Dann, wenn es so weit ist, nochmals freundlich bitten: "So wir wollen jetzt essen, bitte Hände waschen!"

Dann noch einmal, mit fester Stimme: "Hallo? Hände waschen BITTE!"

Dann: "Ich möchte, dass Du jetzt deine Hände wäscht, sonst kannst Du leider nicht mitessen und bist hungrig." (Hunger ist durchaus eine vertretbare Konsequenz bei einem 3,5jährigen Kind). Alternativ kannst Du auch sagen, dass er dann alleine essen muss. Wichtig ist aber, dass er dann erst isst, wenn er sich die Hände gewaschen hat und Du nicht vorher abbrichst. Wichtig ist auch, dass er sich derweil nicht anderweitig ablenkt, sondern ganz furchtbar gelangweilt ist. Also Fernseher aus, Spielzeug wegräumen oder Kinderzimmer verschließen. Jetzt ist Essenszeit und fertig!

Er wird das vermutlich erst ignorieren, dann aber kommen und versuchen es schreiend einzufordern oder sich trotzdem mit an den Tisch setzen. Schieb seinen Teller weg bzw. ignoriere sein Gebrüll. Sag ihm nochmals: "Ich sagte doch: NACHDEM Du die Hände gewaschen hast, kannst Du essen."
Dann wird er jammern und je nachdem wie hartnäckig er ist, kann das dauern. Diese Phase solltest Du aussitzen. Du isst dein Essen in Seelenruhe.

Als nächstes wird er auf sich aufmerksam machen, indem er z. B. an dir rumzuppelt oder irgendwas macht um dich zu nerven (an den Tisch tritt oder so). Fordere ihn auf, das zu lassen, geh aber nicht weiter darauf ein. Andernfalls begibst Du dich in eine Spirale und vergisst das eigentliche Thema "Hände waschen vor dem Essen".

Wenn er den Kontakt zu dir sucht und schreit und jammert, dann solltest Du die Schallplatte auflegen: "Du bekommst ja was zu essen, aber ich möchte, dass Du dir die Hände wäscht!" Und nach einer gewissen Zeit kannst Du dann sagen "Soll ich mitkommen und dir helfen?" Das wirkt dann meistens, manchmal muss man das auch zwei/drei Mal anbieten.

Wenn er es dann gemacht hat, würde ich ihn erst mal trösten und dabei ganz doll loben: "Ich finde es ganz prima, dass Du dich überwunden hast. So und jetzt essen wir, ja?" Auch später kannst Du ihn nochmal dafür loben. Vertragt Euch ordentlich, das ist ganz wichtig.


"Dann habe ich versucht ihn zu ignorieren, wenn er was wollte und wenn er dann wütend wurde habe ich ihm erklärt, dass es mir auch immer so geht und dass wir das wohl beide nicht gut finden."

Ich verstehe, was Du damit erreichen willst, es ist aber Unsinn, weil Du dich damit auf seine Ebene begibst und dich kindisch verhälst. Verhalte dich erwachsen und reagiere prompt. Du musst nicht gleich springen und kannst sagen: "Ich komme gleich zu dir!", aber Du solltest immer reagieren. Du bist das VORBILD!!! Solche Schlussfolgerungen wie "Siehst Du, so fühle ich mich auch immer, wenn Du...." kann er nicht wirklich verstehen.

Beitrag von nijura 23.04.10 - 11:30 Uhr

Hallo,

zum einen sucht er sicher nach nach Grenzen die ihr im stecken solltet.

Bsp: Du magst deine Zähne nicht putzen - dann gibt es xxx nicht oder nicht mehr.

Bsp Anziehen: Wenn du dich nicht anziehst oder anziehen lässt, kannst du nicht mitgehen. Funktioniert natürlich nur, wenn du keinen dringenden Termin hast.

Kompromisse anbieten. Wir putzen jetzt deine Zähne, danach lese ich dir eine tolle Geschichte vor.

LG
Ela

Beitrag von n.b.82 23.04.10 - 11:31 Uhr

genauso machen wir es auch und halten die Strafen/Verbote auch durch - hilft aber auch nicht - gibt nur großes geheul... ist schon schwierig haben wir auch seit Wochen das Problem!

lg

Beitrag von bine3002 23.04.10 - 12:13 Uhr

"genauso machen wir es auch und halten die Strafen/Verbote auch durch"

Das Ding bei all der Konsequenz ist, dass das Kind ja keine Chance mehr hat, sein vorheriges Fehlverhalten rückgängig zu machen. Was bleibt da noch außer Gebrüll.

Ich persönlich finde es wichtig, dass man dem Kind die Chance gibt, sich doch noch anders zu besinnen und die Konsequenz abzuwenden bzw. rückgängig zu machen. Manchmal ist das nicht möglich, auch als Erwachsener oftmals nicht mehr (habe ich getrödelt ist der Bus eben weg), aber als Kind ist das doch noch meist etwas anderes.

Man muss halt gut überlegen, welche Konsequenz man androht und manchmal ist eine kurze Auszeit auf der Bank besser als gleich den Spielplatz zu verlassen.

Beitrag von n.b.82 23.04.10 - 13:32 Uhr

Es gibt Kinder, die sich auf eine Auszeit auf der Bank nicht einlassen oder die wenn man schimpft nicht hören oder die es immer immer wieder machen auch wenn man es schon hundertmal in Ruhe erklärt haben.

Mein Sohn ist so einer! Tja ... wir gehen jetzt mal zur Ergo und holen uns Tipps ...

LG Nina

Beitrag von bine3002 23.04.10 - 11:37 Uhr

Wie ist denn Eure familiäre Situation:
Geschwister, Schwangerschaft?
Alleinerziehend, Krankheit, Scheidung?
Betreuung (Kindergarten, Großeltern), wie oft, wie lange?

Gab es sonst Veränderungen, wie z. B. Umzug, Streitigkeiten etc., die relevant sein könnten?

Beitrag von anyca 23.04.10 - 11:44 Uhr

Manchmal hilft es, Dinge spielerisch zu machen, z.B. habe ich heute morgen meiner Tochter gesagt, ich sei bestimmt schneller mit Schuhe anziehen fertig als sie, und habe dann ganz gekränkt getan, als sie schneller fertig war ... ;-)

Ansonsten hilft nur Konsequenz, was nicht weggeräumt wird, wird eben einkassiert.

Beitrag von bine3002 23.04.10 - 12:22 Uhr

"Ansonsten hilft nur Konsequenz, was nicht weggeräumt wird, wird eben einkassiert. "

Ich möchte zu bedenken geben, dass das keine Konsequenz sondern eine Regel ist.

Dieser kleine Unterschied ist entscheidend, denn eine Regel wird willkürlich bestimmt. Sie könnte ebenso lauten: "Erst Puzzle wegräumen und dann was anderes spielen." und wäre genauso gut.

Entscheidend ist aber die Konsequenz, also das Verhalten bei Verletzung dieser Regel. Und die Konsequenz wäre dann in diesem Fall: "Bevor das Puzzle nicht an seinem Platz ist, wird auch wirklich nichts anderes gespielt." sowie alles was danach noch kommt, also die Reaktion auf bocken, treten, hauen, schreien, jammern usw.

Verstehst Du was ich meine?

Ansonsten gebe ich dir absolut recht, dass man vieles auch spielerisch lösen kann.

Beitrag von alinashayenne 23.04.10 - 13:14 Uhr

Hallo!
Musste grad schmunzeln, - den Trick hab ich schon bei meinen Geschwistern immer angewendet - mit Erfolg. Bei meinem Sohn hat das aber nie geklappt, - der hat sofort (und da war er erst 2 Jahre alt) gesagt: Ach, dann mach du - ich weiß doch,dass du schneller bist!:-D

Beitrag von nudelmaus27 23.04.10 - 13:23 Uhr

Hallo!

Ich habe auch so ein anstrengendes Exemplar allerdings weiblich und bei uns geht diese Phase schon über ein 1/2 Jahr (aus dem Bekanntenkreis weiß ich auch, dass es woanders auch so ist und das diese Phase wohl sehr lang ist).

Du schreibst du drohst ihm an z. B. wenn er dies oder das nicht macht gibt es keinen Sandmann. Ziehst du das dann auch durch oder nicht? Wenn nicht MEGAFEHLER! Kündige nur das an, was du auch umsetzt bzw. umsetzen kannst.

Ansonsten:

> Hände waschen: Wer sich die Hände nicht wäscht kann nicht mitessen!

> Anziehen: Wer sich nicht anzieht, geht eben im Schlafzeug raus!

> Zähne putzen: Wer sich keine Zähne putzt, bekommt auch nichts süßes! (bei uns hilft auch: dann kommt der Zahnteufel und macht die ganzen Zähne kaputt)

Meine Tochter hatte heute Morgen auch die Mega:-[Laune und wollte sich wieder nicht waschen. Ich habe gesagt, gut wenn du dich nicht sofort wäschst, gehst du halt ungewaschen und stinkig in die Kita. Sie heulte und meinte nein sie wolle nicht stinken und hat sich dann auch gewaschen. Vor der Tür dann wollte sie ihren Rucksack nicht nehmen, da habe ich gesagt da bleibt er eben stehen, tja da rannte sie hin und hat ihn doch genommen.

Ich weiß ist manchmal total nervig aber du kannst nur Grenzen setzen, Konsequenzen androhen und durchsetzen. Manchmal wenn es bei uns ausartet und sie total durchknallt und rumschreit und heult, dann kommt es auch vor, dass ich sie dann einfach festhalte und in die Arme nehme und ihr sage, dass jetzt Schluss ist. Meist hört sie dann auf...! Fakt ist selbst wütend werden ist schlecht, das bringt rein garnichts, weder deinem Kind was dann noch weiter provoziert noch dir weil du immer ungehaltener wirst und du es nachher noch bereust.

Übrigens mit ca. 4 Jahren soll es wohl besser werden ;-).

Alles Gute,
Nudelmaus

Beitrag von mami05-08 23.04.10 - 20:22 Uhr

Da liegst du leider daneben ;-)

Mit 4 geht es erst richtig los #schein

Beitrag von nudelmaus27 24.04.10 - 10:40 Uhr

Danke, dass du meine Hoffnungen zerstörst #heul!

Mein Kind ist anders, wirst sehen........ ;-)

Beitrag von sarah1971 23.04.10 - 16:25 Uhr

Hey :-)
das hört sich an wie bei uns zu Haus :-[
Dachte es liegt daran, dass er bald ein Brüderchen bekommt und nun "entthront" wird aber vielleicht ist es auch einfach nur die Trotzphase, die kommt bei uns grade mit der Fragephase zusammen, wenn er also nicht "nein" sagt, dann sagt er "warum" :-p
Mir hilft oft nur noch Galgenhumor und die Gewissheit, dass es irgendwann auch mal wieder anders wird ...

Bei mir hat sich konsequent bleiben, jetzt ein paar mal schon ausgezahlt, aber ist als schon anstrengend #schwitz
Grade wenn er auf der Strasse so eine show abzieht und Hinz und Kunz blöd schauen #augen
und ich dann die böse Mama bin :-[

Ein Patentrezept habe ich leider nicht! #liebdrueck