Süddeutsche Zeitung Magazin heute!!!

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Forum: Medienwelt

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Beitrag von gunillina 23.04.10 - 13:48 Uhr

Ein sehr gutes Magazin bringt ein sehr wichtiges Thema zur Sprache, weil bald alle Überlebenden gestorben sein werden.

Und ja, ihr könnt tausend Mal sagen, das hätten wir zu Genüge durchgekaut.

Wenn man sich mal umsieht, auch hier bei urbia, dann ist es niemals zu Genüge durchgekaut worden, was vor mehr als 65 Jahren in Europa geschehen ist. Weil nämlich immer wieder dasselbe passieren könnte mit uns. Weil wir immer noch genau das in uns tragen: Jemand anderes vernichten, damit wir selbst besser da stehen. Setzt das mal gleich mit: Jemand anderes fertig machen, damit es mir besser geht. Das passiert hier bei urbia jeden Tag unzählige Male.

Gebt mir ein paar Gähner, regt euch auf, dass andere Herrscher gerade jetzt nicht beschrieen werden (es ist klar, dass die Japaner, die Chinese, die Russen, dass sie in ihrer Geschichte unheimlich viele Menschen haben töten lassen. Das macht das, was die Deutschen getan haben, aber nicht ungeschehen).

Ich bin Deutsche, deshalb gehört dieses Thema zu meinem Leben. Und weil mein Opa tatsächlich Bomben abgeworfen hat über England und ein Nazi war, auch.

Nein, es ist niemals "gut jetzt" mit der Deutschen Geschichte.

So viel, um dem was kommt, vorzubauen.:-)

Geht an den Kiosk und holt euch die besagte Zeitung, das Magazin ist immer lesenswert, heute ganz besonders.
IM Internet steh sicher auch was...:-)

Und von Menowin steht auch nix drin, glaube ich... Das ist doch schon mal was wert.

Beitrag von die-ohne-name 23.04.10 - 13:57 Uhr

Hallo,

danke für den Tip,

da werd ich doch gleich mal guggn gehn.

Ich finde ebenso man kann sich mit der Geschichte auseinandersetzen, es ist schließlich unsere Vergangenheit (klar auch wenn ich selbst nich dabei war...)

Durch meinen Beruf hab ich oft mit diesem Thema zu tun,
und ansich sollte es nicht in Vergessenheit geraten!

Lieben Gruß

Beitrag von freyjasmami 23.04.10 - 14:07 Uhr

Hauptsache die anderen Nationen machen das auch -glaube ich aber nicht.

Und ich beschäftige mich NICHT damit.
Ich bin 1983 geboren, in MEINER Familie waren keine Nazis, diejenigen die im Krieg waren wurden eingezogen, sind nicht freiwillig gegangen. Wir haben auch einen Toten zu beklagen (Bruder meiner Oma liegt erschossen in Russland irgendwo begraben).
Ich habe also schon allein vom Geburtsjahr nichts damit zu tun.

Ich hab was in der Schule darüber gelernt, ab und an mal etwas im TV gesehen und gut.

Ob Du jetzt hier nun propagieren willst, das man sich damit auseinander setzen sollte oder nicht - ungeschehen wird es deshalb auch nicht.

Und ich werde nen Teufel tun und deshalb als DEUTSCHE ein schlechtes Gewissen haben oder demütig meinein Kopf neigen.
Wäre ich wissentlich daran beteiligt gewesen ok, aber ich war es nicht, also wüsste ich nicht warum ich ein schlechtes Gewissen haben sollte.

Beitrag von daddy69 23.04.10 - 14:13 Uhr

Wo hat sie denn etwas von schlechtem Gewissen geschrieben? Oder von einer Kollektivschuld eines Volkes?

Es geht um das Erinnern und sich dadurch bewusst machen, dass so etwas immer wieder passieren kann. Noch leichter kann es passieren, wenn es vergessen wird.

Beitrag von freyjasmami 23.04.10 - 14:27 Uhr

Nichts anderes bedeutet doch dieses ständige in Erinnerung rufen.
Deutschland hat noch heute einen verdammt miesen Ruf - was ist mit den Amis?
Oder den Engländern und all den anderen die anderen Völkern in welchem Umfang auch immer Unrecht antaten?
Nichts davon ist so oft Thema, wie die deutsche Geschichte.(oder besser wie dieser bestimmte Teil davon )

Es wird auch so gut wie immer nur von einer Seite beleuchtet. Was ist mit all den Deutschen die Opfer zu beklagen haben oder denen Russen usw. schlimmes angetan haben?
Diese Seite wird selten gezeigt.
WENN man darüber reden will, dann bitte auch über alle Seiten.

Vergessen wird es garantiert nicht, es ist nach wie vor fester Bestandteil des Geschichtsunterrichts und wird damit also allen jungen Menschen in D nahe gebracht.

Wenn man so will, sollte man sich dessen bewusst sein, das es ÜBERALL auf der Erde wieder zu ähnlichem kommen kann.
Das ist also ein allgemeingültiges Problem, kein rein deutsches.
Wobei der kleine schnäuzbärtige Herr ja bekanntermaßen Ösi war...

Beitrag von daddy69 23.04.10 - 15:39 Uhr

"Nichts anderes bedeutet doch dieses ständige in Erinnerung rufen. "

Nein. Der Meinung bin ich definitiv nicht. Hast Du Dir denn überhaupt mal die Mühe gemacht und gelesen, um welche Themen im Zeit Magazin geht?

Die Aufarbeitung dieser Jahre geschieht sehr differenziert, in vielen Bereichen.
Ein kleines Beispiel: Vor nicht allzu langer Zeit gab es Untersuchungen über Traumata der damaligen Soldaten, die heute noch leben. Sie haben es jahrzehntelang verdrängt, diese kommen jetzt aber, in ihren letzten Lebensjahren massiv wieder. Diese Ergebnisse können wertvoll sein in der Behandlung/Vermeidung von Traumata.

Und: Belege das mit dem schlechten Ruf Deutschlands doch mal mit Quellen.

Ich finde z.B. gegenteiliges. Nämlich, das Deutschland einen hervorragenden Ruf hat. Denkst Du, unser Ruf würde besser werden, wenn wir unsere Geschichte totschweigen würden? Wie es z.B. die Türken mit Armenien machen?

"Germany—rated for the first time this year—gets the most positive ratings of all countries. On
average 56 per cent say it is having a positive influence with just 18 per cent saying it is having a
negative influence. No country gives Germany a majority negative rating. "
http://news.bbc.co.uk/2/shared/bsp/hi/pdfs/02_04_08_globalview.pdf
Diese Aufarbeitung ist in vielen anderen Fällen auch interessant. Sei es aus der Sicht eines Historikers, Psychologen, Juristen, ...

Beitrag von freyjasmami 23.04.10 - 15:50 Uhr

Dann mach mal Urlaub in anderen Ländern und laß Dir "Nazis" hinterher brüllen...(ja, so etwas gibts noch)

Nächstes, vllt. auch nicht so hochwissenschaftliches Beispiel, ist der GrandPrix...warum wohl bekommt Deutschland immer so wenig Punkte? Weil die Lieder immer zu den schlechtesten gehören?
Ich glaube nicht.

Man muss keine ellenlangen Abhandlungen lesen um solche Dinge zu erkennen.

Und nein, ich habe und werde mir nicht die Mühe machen dies zu lesen.
Ich lebe heute.

Beitrag von fred_kotelett 23.04.10 - 15:54 Uhr

Ich bin sehr viel im Ausland unterwegs und wurde noch nie als Nazi beschimpft.

Ganz im Genteil haben Deutschen , meiner Erfahrung nach, im Ausland einen sehr guten Ruf.

Beitrag von freyjasmami 23.04.10 - 16:01 Uhr

Ich darf dir versichern, das dies einigen Bekannten als ganz normalen Urlaubern schon passiert ist.
Ich habe ja keinerlei Grund mir dies auszudenken.

Beitrag von daddy69 23.04.10 - 15:56 Uhr

Du musst nicht alles lesen. Ich habe nur ein entsprechendes Zitat rausgepickt und die Quelle genannt.

Aber Du kannst doch Deine persönlichen, subjektiven Erfahrungen aus dem Urlaub oder den GrandPrix als Indikator für die Beliebtheit der Deutschen im Ausland nehmen.

Letzteres ist übrigens gar nicht wissenschaftlich. Das sagt einem der gesunde Menschenverstand.

Beitrag von fred_kotelett 23.04.10 - 15:59 Uhr

Hängt ja auch immer ein bisschen vom persönl. Auftritt ab.
Ich bin ja bei Leuten mit so betont "nordischen" Usernamen eh immer etwas skeptisch.

Beitrag von freyjasmami 23.04.10 - 16:06 Uhr

Es muss doch nicht immer alles wissenschaftlich sein, oder?
Reicht das subjektive Empfinden nicht oft auch aus?

Was nützt es mir, wenn die Wissenschaft sagt, die Deutschen haben einen guten Ruf, wenn ich selbst oder andere Deutsche dies aus eigener Erfahrung aber nicht bestätigen können?

Ich will doch auch gar nicht über diese Artikel diskutieren.(sprich ob sie gut gemacht sind oder nicht)

Beitrag von fred_kotelett 23.04.10 - 16:10 Uhr

Das subjektive Empfinden mag für deine Meinung ausreichend sein.
Nicht aber für den Beleg deiner These, das die deutschen im Ausland einen schlechten Ruf haben.

Beispiel: 5 Leute sagen hier sie werden im Ausland beschimpft, 5 sagen sie werden nicht beschimpft.

Wer hat jetzt Recht?

Beitrag von freyjasmami 23.04.10 - 16:19 Uhr

Warum geht es jetzt darum wer Recht hat?

Ich darf genauso bei meiner Meinung bleiben wie Du.
Von "Recht" war von meiner Seite nie die Rede.

Beitrag von fred_kotelett 23.04.10 - 16:21 Uhr

Du darfst gern bei deiner Meinung bleiben.

Aber daddy69 hat deine Meinung ja hiermit schon objektiv wiederlegt.

"Germany—rated for the first time this year—gets the most positive ratings of all countries. On
average 56 per cent say it is having a positive influence with just 18 per cent saying it is having a
negative influence. No country gives Germany a majority negative rating. "
http://news.bbc.co.uk/2/shared/bsp/hi/pdfs/02_04_0...iew.pdf
Diese Aufarbeitung ist in vielen anderen Fällen auch interessant. Sei es aus der Sicht eines Historikers, Psychologen, Juristen, ...

Beitrag von echtjetzt 23.04.10 - 15:45 Uhr

Ja, vor allem die Amerikaner haben diesbezüglich ja einen hervorragenden Ruf. :-)

Warum vergleichst du überhaupt mit anderen Ländern?!

Und woher weisst du, dass nichts davon so oft Thema ist?! Frag mal einen (am besten Süd!-)Amerikaner, ob Sklaverei bzw. der Amerikanische Bürgerkrieg bei denen ein Thema ist, an das sie ständig erinnert werden.

Beitrag von freyjasmami 23.04.10 - 16:00 Uhr

Ich meine nicht, was nationial Thema ist, sondern international.
Wann gedenken denn andere Nationen den Sklaven oder den Indianern?
Oder den Menschen die in den früheren Kolonien versklavt wurden usw.?

Hast Du schon mal gesehen das Frau Merkel oder andere dafür irgendwo Kränze niederlegen?
Also ich nicht.

Beitrag von daddy69 23.04.10 - 16:05 Uhr

Nö. Darum gehts doch gar nicht. Aber das Sklaven- oder Indianerthema wird auch hier und in anderen Ländern aufbereitet.

Aufbereiten heißt nicht, mit schlechtem Gewissen Kränze niederlegen.

Ich glaube, Du hast Deine schlechten Erfahrungen aus der Schulzeit noch nicht abgelegt. Uns wollten sie auch immer einreden, dass wir eine "Schuld" tragen. Aber ich denke, das wird immer weniger.

Beitrag von zeitblom 23.04.10 - 15:46 Uhr

Und weil es ein allgemeingültiges Problem (ein doch allzu harmloses Wort für das bürokratisierte Töten )ist, meinst Du, man brauche sich nicht (mehr) damit beschäftigen?

Beitrag von freyjasmami 23.04.10 - 15:56 Uhr

Was bitte soll ich daran ändern können, das diese Gefahr besteht?
Meinst Du wenn ich jetzt die Süddeutsche lese, wird sich dieses Problem in Luft auflösen?

Beitrag von daddy69 23.04.10 - 15:59 Uhr

"Was bitte soll ich daran ändern können..."

Das haben viele nach dem Krieg auch gesagt. Was sie denn hätten ändern können. Ups...

Beitrag von freyjasmami 23.04.10 - 16:10 Uhr

Na, nun sag mir doch was ICH JETZT NOCH daran ändern soll?
Oder was kannst DU mit deinen 41 Jahren JETZT noch daran ändern?

NICHTS.

Und genau darum geht es mir. Es ist vergangen. Es ist ein bedauerlicher Teil unserer Geschichte, der durch nichts mehr ungeschehen gemacht werden kann.

Punkt und Ende der Diskussion.

Beitrag von daddy69 23.04.10 - 16:16 Uhr

Ehm... auch wenn ich manchmal etwas einfältig scheinen mag, ist es mir schon klar, dass es mir nicht darum geht, Vergangenes zu ändern. Geht ja auch schlecht.

Es geht darum, das sowas nicht nochmal passiert. Dass sich nicht alle rausreden mit dem Spruch "Was kann ich als einzelner schon tun".


"Punkt und Ende der Diskussion. "

Soll ich den Thread vom Team jetzt schließen lassen, oder wie stellst Du Dir das vor?

Beitrag von fred_kotelett 23.04.10 - 16:03 Uhr

Ehrlich gesagt glaub ich hätten wir ein paar Probleme weniger wenn manche Leute mal öfter die Süddeutsche lesen würden.

Disclaimer:

Es gibt auch andere gute Zeitungen.

Beitrag von freyjasmami 23.04.10 - 16:14 Uhr

Süß.

Ich spreche davon, das diese Artikel nichts ungeschehen machen können und du schreibst wir hätten (aktuell) weniger Probleme, wenn mehr Menschen diese Zeitung lesen würden....

Ich habe übrigens NICHTS gegen die Süddeutsche gesagt. Ich lese sie zwar nicht, schaue mir aber ab und an Süddeutsche TV an.;-)

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