Mutter hat schwere Depression, was tun???

Archiv des urbia-Forums Gesundheit & Medizin.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Gesundheit & Medizin

Hier könnt ihr Fragen stellen zu allen Themen rund um Gesundheit, Vorbeugung, Kinderkrankheiten, Hausmittel und Naturheilmittel. Beachtet dabei bitte, dass medizinische Empfehlungen von interessierten Laien nicht den Gang zum Arzt ersetzen können.

Beitrag von oktoberbaby2004 24.04.10 - 09:19 Uhr

Hallo zusammen,

es geht um meine Mama. Sie ist jetzt 52 Jahre und wahrscheinlich mitten in den Wechseljahren.

Seit 3 Monaten hat sie nun fast jeden Tag Panikattacken. Ihr geht es immer schlechter. Nur noch am Weinen, Druck auf der Brust und hat kein Lächeln mehr...

Sie bekommt schon Hormone seit ca. 3 Wochen wegen der Wechseljahren, bisher keine Besserung


Sie hat einen zu hohen Blutdruck, bisher Unbehandelt.

Schilddrüsenstörung wurde/wird behandelt.

Sie war bei einer Heilerin und beim Psychiater bekommt man aber sehr schlecht Termine. Zwischen zwei Terminen liegt 6 Wochen !!!!!!

Jetzt sagte Ihre Ärztin, dass sie da alleine nicht mehr rauskommt. Sie hätte 3 Möglichkeiten.

-Anti Depressiva

- Einweisung in eine Klinik für 6 Wochen

- Oder ambulante Therapie, die aber wiederrum lange Wartezeiten hat.

Gegen Tabletten hat sie eine Abneigung.

Was also tun?? Bleibt wirklich nur noch die Einweisung??? Sie hat tierische Angst als bekloppt abgestempelt zu werden.

Alle Leiden darunter, besonders natürlich meine Mama, aber auch mein Papa, weil er nicht helfen kann. Er ist hilflos

Wir reden immer mit ihr und versuchen ihr zu helfen, aber ich bin auch bald am Ende mit meinen latein. Ich glaube man kann sich auch nicht reinverstzen, wenn man noch nie eine Depression hatte.

Bitte habt ihr einen Tipp für mich.

Lg Nicole

Beitrag von danni64 24.04.10 - 10:07 Uhr

Hallo Nicole,

deine Mama soll in eine Klinik gehen,da kann man ihr helfen.Viele Kliniken haben heute reine Depressionsstationen.


Ich leide selber unter Depressionen und war auch schon in so einer Klinik.Da kann man sie auch viel besser mit Medikamenten einstellen. Man muss oft lange testen,bevor man das richtige AD gefunden hat.

Also,rate deiner Mama,sie soll in eine Klinik gehen und sich da helfen lassen.Zudem sieht sie dann auch,dass sie nicht alleine mit dem Problem ist.

LG Danni !!

Beitrag von oktoberbaby2004 24.04.10 - 10:11 Uhr

Danke für Deine liebe Antwort.

Ich glaube auch, dass es der richtige Weg ist, aber ich glaube für meine Mama wäre das so ein entgültiger Schritt, weißt Du was ich meine??? Dann würde sie offiziel gestört sein!! Das sage nicht ich, sondern meine mama.

Hast Du denn Deine Depression überwunden???

Beitrag von danni64 24.04.10 - 10:18 Uhr

Hallo,

sie muss keine Angst vor der Klinik haben,da ist es nicht mehr so,wie man es oft im Fernsehen sieht ;-) !!

Der Vorteil ist,dass sie da eine Menge bekommt,worauf man ambulant Wochen warten muss. Und je länger man wartet,desto schlimmer wird es.

Ich leide inzwischen unter immerwiederkehrenden Depressionen,weil ich auch zu lange gewartet habe und es nicht wahrhaben wollte.Ich hatte auch immer Angst vor der Klinik,bis es eben garnicht mehr ging. Ich habe aber auch zwei kleine Kinder und so hatte ich andere Gründe,warum ich es immer abgelehnt habe.

Macht euch doch mal im Internet schlau,wo es so eine Klinik in eurer Nähe gibt und da kann deine Mama auch erst einmal hin,um es sich anzuschauen.Man macht sowieso erst ein ambulantes Gespräch und kann sich die Klinik anschauen.

Also,ich kann deiner Mama nur dazu raten. Und eine Depression ist eine ernsthafte Erkrankung,mit der man nicht leichtfertig umgehen sollte.Je eher man sich helfen lässt,umso grösser sind die Erfolgschancen.

LG Danni !!

Beitrag von unipsycho 24.04.10 - 23:19 Uhr

"Dann würde sie offiziel gestört sein"

Das kann ich verstehen, dass einen sowas abschreckt.

Der Ruf von solchen Kliniken ist ja nun mal nicht der beste und es ist in der Tat so, dass man bei bestimmten Erkrankungen das Klinikleben als sehr bedrohlich erlebt und das dann auch gern mal verbreitet...

Es ist ne absolute Kopfsache... Auch von den Angehörigen. Vieles von dem bedrohlichen Ambiente machen die aus - meine Erfahrung ;-)

Es ist einfach so, dass man da rein kommt und erst mal nach den "Verrückten" suchen muss. Leute die mit irgendwelchen Ticks durch die Gegend laufen (zwanghaftes Wiederholen von Vorgängen) findet man recht selten. Auch nur die werden auf den ersten Blick als "unnormal" wahrgenommen. Der Rest ist "OK".
Da kommst du nicht drauf, warum die da sind.

Das kommt halt in unserer Gesellschaft nicht an.
Ich muss zugeben, dass ich bei "Psychiatrie" auch immer zuerst an "einer flog übers Kuckucksnest" denken muss. Das entspricht aber nicht der Realität. - Zumindest nicht der heutigen, in Deutschland.

Psychiatrie ist was gruseliges. Man kanns nicht angucken. Man kanns nicht unterm Mikroskop untersuchen und Psychopharmaka haben nicht bei jedem die gleiche Wirkung...
Es entzieht sich einfach unserer Kontrolle - subjektiv stärker als ein Herzinfarkt....

Leg deiner Mutter ans Herz, dass sie in einer Klink am besten aufgehoben ist. Machs behutsam. Sie wird da schon hingehen.
Sag ihr halt, dass du sie gern hast und dir wichtig ist, dass sie weiter für dich da ist - egal was sie denkt.

Beitrag von shasmata 24.04.10 - 11:25 Uhr

Eine Möglichkeit wäre ja auch eine Fachklinik für Psychosomatik. Es muss ja keine richtige Psychiatrie sein ;)

Ich war 2007 auch in einer Fachklinik für Psychosomatik, weil ich mir nicht mehr anders zu helfen wusste. Ich war 5 Wochen dort und es ging mir danach um einiges besser.
Und ein großer Vorteil war halt, dass es recht locker zuging dort. Spätestens um 22 Uhr musste man zwar in der Klinik sein, aber ansonsten konnte man weggehen, wann man wollte - solang man seine Anwendungen trotzdem eingehalten hat!

Ich habe auch lange mit mir gerungen, ob ich wirklich in eine Klinik gehen soll. Ich wollte eigentlich nicht. Aber da es dann irgendwann gar nicht mehr ging, musste ich einfach mal raus. Und das war das Beste, was ich tun konnte :-)

Beitrag von jeannylie 24.04.10 - 15:19 Uhr

Hallo,
meine Mutter (52) hat ebenfalls Depressionen, plus zusätzliche Krankheiten (Asthma etc).

Hört Deine Mutter auf Dich? Das wäre schon mal gut. Meine hat sich leider sehr verändert darüber und keiner kam mehr an sie ran. Glücklichherweise hat sie dann selber irgendwann gemerkt dass sie Hilfe braucht. Sonst machst Du nichts.

Sie nimmt seit einiger Zeit Antidepressiva - die gut helfen, aber eine zeitlang brauchen um zu wirken - und macht nun auch eine Therapie.

Ein Aufenthalt in einer Klinik ist sicher ab einem gewissen Grad auch nicht verkehrt. Wenn Sie partout nicht will, dann schleif sie erstmal zum Hausarzt. Dann ist der Anfang mmit AD schonmal gemacht.

LG

Jeannylie