bin am ende

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von jeanyjulyhazel 24.04.10 - 14:47 Uhr

Hallo,

mir geht es leider nicht gut. Ich überlege, ob ich mich trennen soll. Ich weiß nicht weiter. Ich komme mit meinem Mann nicht aus. Wir streiten nur und ich hasse ihn. Wir sind so respektlos miteinander. Es ist soviel geschehen, dass kann ich alles nicht mehr aus meinem Gehirn einfach so streichen.

Es ist schlimm. Warum ist das Leben nur so schwer...

Ich weiß, niemand wird es verstehen, aber ich überlege, ob ich meinen Sohn (5 Jahre alt) bei meinem Mann lasse. Mein Sohn liebt meinen Mann über alles und sogar mehr als mich. Manchmal ist mein Sohn richtig abweisend zu mir. Ich denke, dass ist so, weil ich abweisend zu meinem Mann bin und mein Mann auch so zu mir ist und er das nachmacht.

Manchmal habe ich auch das Gefühl, ich bin für die beiden nur eine Spaßbremse mit meinen Regeln und so (ab 9 ins Bett und solche Sachen).

Ich weiß auch nicht, wie man damit leben kann, sein eigenes Kind zum Vater zu geben, aber ich bin einfach verzweifelt. Ich bin so unglücklich und das ist auch nicht gut für mein Kind. Ich bin depressiv und es ist so verrückt, weil wir materiell so gut bestückt sind, unser Geschäft so gut läuft.

Ich habe auch Angst, dass, wenn ich gehe, mein Mann erst mal nicht arbeitet und dann das Geschäft einschläft- ich meine wegen meinem Sohn- schließlich ist er doch dann für ihn verantwortlich. Es ist auch ein Haufen Arbeit, alles allein zu machen.

Ich habe Angst, vorm Alleinsein. Aber ich kann irgendwie nicht mehr mit ihm leben. Aber das habe ich schon 1000 mal gedacht und immer nur bleibe ich, weil ich so schwach bin und Angst habe, es ist falsch, was ich mache.


In der Ideallösung für eine Trennung müsste ich wenigstens in der Nähe von meinem Sohn bleiben, aber ich kann unmöglich weiterhin mit meinem Mann zusammenarbeiten, wir würden nur streiten. Was ich noch nicht erwähnt habe: wir wohnen in den USA und haben hier eine Firma zusammen aufgebaut. Und ich will nicht bei Walmart für einen Hungerslohn arbeiten. Ich sehe als einzige Möglichkeit, nach Deutschland zurückzukehren- allein. Aber ich habe Angst, manchmal denke ich, es fühlt sich so richtig an, es zu tun, Aber wenn ich dann meinen Sohn sehe, dass schmerzt es natürlich.

Aber ich glaube, es wäre noch schlimmer, wenn ich gehe und mein Sohn ist schon 16- weil das so ein schwieriges Alter ist. Ich meine, könnt Ihr Euch an etwas erinnern, als Ihr 5 warst? Ich weiß die Psyche...


Ihr denkt bestimmt, ich bin kalt. Aber es fällt mir bestimmt nicht leicht und glaubt mir, mein Sohn liebt meinen Mann mehr als mich. Wirklich! Für ihn wäre es schlimmer, von seinem Papa getrennt zu sein, als von mir.

Als ich einmal 2 Wochen in Deutschland war, hat es meinem Sohn nicht viel ausgemacht (das war so vor 6 Monaten) er hat zwar nach mir gefragt, aber es war nicht so schlimm.

Ich traue mich nicht, mit meinem Mann zu sprechen, da er die Angewohnheit hat, auszurasten, durchzudrehen,. Es ist vielleicht sogar am besten, es irgendwie heimlich zu machen. Ich weiß auch noch nicht wie, und ob ich es überhaupt kann. Aber so oft denke ich, dass ich doch noch zu jung bin um so unglücklich für immer zu sein. Ich muß doch auch mal an mich denken!

Dieses ständige respektlose Umgehen. Heute morgen sind die beiden um 5.30 aufgewacht. Als ich gesagt habe, dass sie weiterschlafen sollen (vielleicht habe ich es zickig gesagt, es war so früh!) konnte ich mir gleich wieder anhören, dass ich eine solche Fotze sei, immer würde ich meckern. Fotze ist mein Kosename um nur ein wenig anzudeuten, wie der Ton hier im Hause ist.

Und das ist das seltsame: alles, was er mir vorwirft empfinde ich genauso umgekehrt: ich finde: er meckert dauernd.

Gestern waren wir am Strand. Der Strand ist so wunderschön hier und wir hatten sogar Spaß. Dann versuche ich mich wieder einzukriegen. Aber es vergeht kaum ein Tag ohne Zankerei und Mißverständnissen. Ich halte immer durch, weil ja zwischendurch auch schöne Dinge geschehen, aber die Beziehung ist tot. Mein Mann hasst mich auch. Er sagt es des öfteren (ich denke es eher- sagen tu ich es nicht). Aber er liebt mich auch. Aber ich liebe ihn nicht. Ich habe schon lange keinen Respekt mehr vor ihm.

Aber ich habe mich ja schon einmal getrennt von ihm- genau im Jahr 2000 (wir sind schon ca. 14 Jahre zusammen) war das und nach 8 Monaten bin ich reuhevoll zurückgekehrt, weil ich eingesehen habe, dass ich mich mit ihm wohl gefühlt habe. Ich fand es auch total anstrengend mit anderen Typen auszugehen.


Ich habe Angst, ich könnte wieder den gleichen Fehler machen, aber irgendwie in meinen Träumen fühle ich mich so frei, wenn ich an ein Leben denke ohne ihn. Wenn da nur mein Sohn nicht wäre.

Ich hoffe, mein Sohn bekommt keinen psychischen Knick, wenn ich ihn "verlasse". Mein Mann würde es auch niemals zulassen, dass mich mein Sohn z.B. regelmäßig in Deutschland besuchen kommen würde. Ich könnte meinen Sohn auch nicht besuchen, weil der Umgang mit meinem Mann zu schrecklich ist. Mein Mann ist einfach nicht normal und man könnte mit ihm nie neutral sprechen. Es gibt nur Hass oder Liebe- nichts dazwischen.

Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Ich weiß es nicht- ich bin einfach verzweifelt.

Mein Herz sagt mir: Gehen. Mein Verstand sagt mir: bleiben wegen meinem Sohn und auch weil ich Angst habe vor der Zukunft- vorm Alleinsein. Ich bin total labil und dabei leben wir in diesem fantastischem Haus im wunderschönen Florida. Aus der Traum- finanziell alles erreicht aber emotionell tot.


Sorry, für die anstrengende Diskussion.

Beitrag von minniemaus77 24.04.10 - 19:23 Uhr

Hallo

du schreibst du bist so deprimiert ,hast du dir schon mal Hilfe gesucht?.
Ich weiß ja nicht wie das in den Staaten so läuft ,aber wenn ihr finanziell gut gestellt seid, dürfte eine Therapie sicher kein Problem sein.

Du steckst momentan in einem körperlichen und seelischen Loch aus dem du nicht wieder raus kommst .

Deshalb empfindest du es auch so das dein Sohn dich nicht so liebt ,wie den Vater.Das er dich nicht vermisst haben soll ,als du in Deutschland warst ,kann ich mir nicht vorstellen .Er hat es akzeptiert das du hier warst und wußte gleichzeitig die Mama kommt ja wieder.

Wie sieht es mit einer räumlichen Trennung aus ,vielleicht kannst du erstmal bei Freunden unterkommen und müßte dein Mann dir Unterhalt zahlen bei einer Trennung ?
Wenn das Geschäft gut geht kann er dich doch unterstützen ,warum solltest du dann für einen Hungerlohn arbeitengehen ? Meinst du er wird dich mittellos abservieren ?
Und den Sohn würde ich mitnehmen ,er kann seinen Vater ja jederzeit sehen -aber ich würde nie nach Deutschland ziehen und meinen Sohn etliche Flugstunden von mir zurücklassen.

Beitrag von jeanyjulyhazel 25.04.10 - 00:02 Uhr

Ich könnte einfach nicht mehr mit meinem Mann zusammen arbeiten nach einer Trennung und da ich nicht einfach Geld für "Nichtstun" annehmen könnte, müsste ich natürlich woanders arbeiten. Hier in den USA verdient man aber sehr schlecht in einem 0815-Job. (In Deutschland habe ich eine Ausbildung und jahrelange Berufserfahrung und daher bessere Chancen).

Wahrscheinlich hat mein Sohn mich deshalb nicht so lieb, wie den Papa, weil ich so depressiv bin.

Leider habe ich solche "nahen" Freunde hier nicht in den USA, wo ich hinziehen könnte. Es geht hier alles etwas anders zu. Sehr oberflächlich. In Deutschland hingegen hätte ich (obwohl ich seit 4 Jahren weg bin) sofort mindestens 3 Freundinnen an der Hand, bei denen ich Unterschlupf finden könnte.

Vielleicht geht es mir deshalb auch so schlecht- weil ich kaum Freunde habe. Wenn dann der Mann noch rummeckert, bringt es das Faß zum Überlaufen.

Ich danke Dir trotzdem für die Antwort!

Beitrag von ann-mary 24.04.10 - 22:32 Uhr

"Geld alleine macht nicht glücklich!"...

Wenn man depressiv ist meint man, alle Welt, sprich auch dein Sohn würde dich nicht mehr lieb haben.

Doch das hat er, aber wahrscheinlich weiß er nicht so recht wie er sich verhalten soll. Kinder haben sehr feine Antennen und bemerken sofort wenn die Eltern sich nicht mehr lieb haben.

Kannst du dir keine professionelle Hilfe suchen, sprich mal zum Neurologen gehen. Der kann dir ein Medikament verschreiben, um die Depressionen in den Griff zu bekommen. Besser wäre vielleicht noch eine Kur. Weg erstmal vom Ehemann, vom Geschäft...DU mußt erstmal mit dir selbst ins Reine kommen und klar wissen, was du willst.

Ich wünsche dir alles Gute und wünsche dir mit deinem Sohn ein schönes Leben.

HG ann

Beitrag von jeanyjulyhazel 25.04.10 - 00:08 Uhr

Ich danke Dir sehr für Deine Antwort.

Mein Sohn sagte letztens zu meinem Mann: Die Mama liebt Dich nicht, aber mach Dir keine Sorgen, ich hab dich lieb.

Ich weiß nicht, ob er das gesagt hat, weil mein Mann ständig vor dem Kleinen zu mir sagt: Du liebst mich nicht. Oder weil er feine Antennen hat.

Ist es nicht schlimm, wenn das eigene Kind sowas sagt, obwohl noch nicht einmal ich das zu meinem Mann gesagt habe.

Als ich vor ca. 6 Monaten in Deutschland war für 2 Wochen, habe ich meinen Mann nicht vermisst. Meinen Sohn habe ich natürlich vermisst- aber Gott sei Dank gibt es ja Skype (Online telefonieren mit Bild).

Beitrag von ann-mary 25.04.10 - 21:10 Uhr

Klar hat dein Sohn seinen Vater lieb, aber dein Sohn hat dich genauso gerne lieb. Dein Mann manipuliert deinen Sohn ganz schön und wenn er solche Sachen zu hören bekommt, quatscht er diese irgendwann einmal nach ohne überhaupt zu wissen, was die Worte bedeuten!!!

Wohnen deine Eltern bzw. Verwandten in Deutschland. Wie wäre es wenn du mit deinem Sohn erstmals eine Zeit bei denen wohnst bzw. Urlaub bei ihnen machst ?

Deine Verwandten können sich dann ausgiebig um deinen Sohn kümmern und du versuchst dein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Sprich Trennung/Scheidung vom Gatten, neuen Job, neue Wohnung, neues Leben MIT DEINEM SOHN. Lass ihn bitte nicht bei so einem Vater ...

HG ann

Beitrag von janamausi 25.04.10 - 12:32 Uhr

Hallo!

Ich glaube nicht, dass dein Sohn einen psychischen Knick bekommt, wenn Du deinen Mann verlässt, sondern ich denke, dass dein Sohn schon einen psychischen Knick hat, weil Du deinen Mann nicht verlassen hast.

Du schreibst ja selber, dass dein Sohn mehr zu seinem Vater steht und dich schon genauso respektlos behandelt wie dein Mann. Das brauch dich nicht wundern. Kinder schauen sich vieles von den Eltern ab...

Du solltest nicht wegen deinem Sohn bleiben, sondern wegen deinem Sohn gehen!

Die ersten Jahre prägen die Kinder. Auch wenn man sich an vieles später mal nicht erinnern kann.

Einen richtigen Tip kann ich dir nicht geben wie alles weiter gehen soll, aber eins ist sicher: Du mußt dich trennen, sonst wird alles noch schlimmer!

Alles Gute
janamausi

Beitrag von jeanyjulyhazel 25.04.10 - 14:02 Uhr

Ich danke Dir.

Ich sehe es auch so, wie Du.

Und auch wenn ich manchmal ganz klar sehe in meiner Entscheidung, so fehlt mir irgendwie die Kraft, es durchzuziehen.

Und ich weiß nicht, ob ich es schaffe, mir mein Leben lang von meinen Freundinnen anhören zu müssen, was ich getan habe. Die haben ja auch alle Kinder und können so eine Entscheidung garantiert nicht verstehen.

Ich weiß auch nicht, wie ich das machen soll mit dem Kontakt zu meinem Sohn: Soll ich den Kontakt total abbrechen, oder anrufen? Mein Mann würde ihm bestimmt irgendwelche Lügen erzählen über mich so daß mich mein Sohn bestimmt sowieso bald verachtet. Das Problem ist eben so groß, weil ich allein nur die Möglichkeit sehe, nach Deutschland zurückzukehren, aber mein Sohn weiterhin in den USA leben würde. Wie gesagt: mein Mann erlaubt garantiert nicht, dass mich mein Sohn in Deutschland besuchen käme.

Beitrag von jamefe 26.04.10 - 23:20 Uhr

Als ich deinen Beitrag gelesen habe, musste ich mir vorstellen wie ich mit 5 jahren wach werde und meine Mama ist weg.

Weg für immer. Ich würde sie hassen, ganz egal welche Gründe sie dafür hätte.

Mutter sein heist Verantwortung. Überlege es dir gut.

Manche fehler kann man nie Rückgangig machen.

LG

Beitrag von jeanyjulyhazel 27.04.10 - 15:05 Uhr

Aber meinst Du, es ist besser, wenn mein süsser Sohne ständig miterleben muß, wie häßlich die Eltern streiten?

Beitrag von xx77xx 12.05.10 - 02:19 Uhr

Hmm ich bekomme zwar erst im Oktober mein erstes Kind und keine Frage man hat dann für dieses Kind für eine sehr lange Zeit die Verantwortung zu tragen.
Nur sehe ich es nicht so, dass man in solch einer Ehe weiterhin leben sollte und menschlich zu Grunde geht aufgrund der Tatsache, dass Kinder im Spiel sind. Ganz ehrlich...man lebt nur 1x !!!
ich denke, dass Du komplett durch die mittkerweile unerträgliche Situation völlig negativ eingestellt bis und erlebst täglich Höhen und Tiefen und hälst Dich seit sehr langer Zeit damit über Wasser, Dich an den positiven Dinge, die ihr erlebt habt über Wasser zu halten in der Hoffnung das er sich vielleicht doch noch ändert Dir gegenüber.... und dann ist da noch Dein Sohn... man hat nicht den Mut sich endgültig zu trennen und sicherlich Angst vom Alleine sein...diese Schwäche haben leider sehr viele ;O(...auch ich... bin gerade dabei mich zu trennen und dazu noch im 5 Monat schwanger.... muss mir auch in regelmäßigen Abständen Fiesheiten anhören und bekomme immer mehr zu spüren, das nichts wichtiger ist als sein Sohn aus 1. Ehe... das tut sehr weh und ich habe es mehrmals probiert nur habe ich jetzt aufgegeben. Vieles was man gesagt bekommt sitzt tief. Hmm ähnlich wie eine Waage, wenn die bricht kannst Du sie "kleben" aber die Risse bekommst Du nicht weg...
Ich wünsche Dir alles Gute...einen Tipp kann man,denke ich, nicht geben, da ich Dich nicht kenne...deinen Mann etc. und vor allem sind bei mir keine Gefühle vorhanden die einen ja nun mal leiten.... nur steht für mich fest, dass auch wenn Kinder da sind, es für mich keinen Grund gibt, eine Ehe oder eine Beziehung nur deswegen aufrecht zu erhalten um den Schein vor den Kindern zu waren... auch keine Lösung und die Kinder sind ja nun auch nicht dumm... wie gesagt alles, alles Gute....
LG#blume