Tut Ihr Euch auch so schwer?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von 19jasmin80 24.04.10 - 16:34 Uhr

Hi @all

Zwischen mir und meiner Schwester läufts nicht so gut. Der Grund ist ihre negative Äußerung bezüglich meiner Erziehungsmethoden.

Ok, man sollte darüber reden können, je nachdem wie das Verhältnis zueinander ist, aber sagt... gehts Euch genauso, dass Ihr von Leuten die selbst keine eigenen Kinder haben, ganz schlecht oder garkeine Kritik annehmen könnt?

Vielleicht reagiere ich empfindlich aber ich könnte an die Decke gehen, wenn mir meine Schwester Erziehungstipps geben will o. mir sagen will was ich richtig oder falsch mache und was sie nieeeeeeeeeeee machen würde bei ihrem Kind :-[:-[:-[

Ich finde das ein klein wenig unverschämt, sich über Dinge zu äußern von denen man praktisch keinen Schimmer hat.

Wie seht Ihr das?
Reagiere ich empfindlich?

Gruß Jasmin

Beitrag von chrissi937 24.04.10 - 17:10 Uhr

Naja mich ärgert das auch aber ich steh da meistens drüber ...

Denn ich mach es eh so wie ich meine und nicht wie es Papa/oma/Opa/Tante gerne hätten :-)))

Liebe GRÜSSE

Beitrag von jazzbassist 24.04.10 - 17:43 Uhr

Man muss kein Autor sein, um gute Buchkritiken schreiben zu können. Es ist oftmals gerade dieser unvoreingenommene Blick - der natürlich auch vom subjektiven Empfinden geprägt ist - der eine gute Buchkritik ausmacht. Ich würde auch nicht behaupten, dass jemand, nur weil er Bücher schreibt, deswegen gleich ein guter Buchkritiker sein muss.

Gerade, was Kinder angeht, so ist es sehr leicht, diese auf die Welt zu setzen. Das kriegen sogar 12-Jährige hin. Ich würde also nicht behaupten, dass jemand, nur weil er Sex hatte, gleich wissen muss, wie man Kinder erzieht. Ich sehe da keinen all zu großen Zusammenhang, von daher nehme ich auch gerne Kritik von jemanden entgegen, der selbst (noch) keine Kinder großgezogen hat.

Zum einen, weil dieser jemand selbst einmal Kind war und erzogen wurde. Er spricht also unweigerlich aus Lebenserfahrung; und ich kann diesem gegenüber ansehen, wie sich diese Erziehung ausgewirkt hat. Zum anderen begegnen uns Kinder in der Gesellschaft immer und immer wieder. Sei es in der Stadt, in der U-Bahn, im Restaurant, auf der Straße, im Freibad oder im Fernsehen. Also auch Menschen, die keine Kinder großziehen, werden unweigerlich mit diesen konfrontiert. Das qualifiziert sie daher schon, ihre Meinung kund zu tun und auch zu äußern, wie sie etwas lösen würden oder was sie anders machen würden, wenn es denn die eigenen Kinder wären.

Wir hatten - glaube ich mal - alle eine Idealvorstellung, wie wir unsere Kinder erziehen wollten. Ich habe mir die leider nie aufgeschrieben, daher bin ich mir gar nicht so sicher, wie weit ich von dieser Idealvorstellung bereits abgewichen bin. Von daher kann auch die Idealvorstellung von Anderen - die mit einer teils naiveren Sichtweise auf das Thema gucken - doch mal eine durchaus interessante Erfahrung sein, diese Sichtweise mal mit seiner eigenen abzugleichen. Wir können doch nichts dabei verlieren, sondern nur gewinnen. Vielleicht ist ja irgendwann mal etwas dabei, was einen anregt, oder neue Ideen/Gedankengänge vermittelt oder Betrachtungsweisen, die man so noch nie gesehen hat. Genau so funktioniert unsere Gesellschaft - man muss nicht Politiker sein, um Wählen zu dürfen. Weil wir alle eine eigene Meinung haben und die Gesamtsumme dieser Meinung das Ideal vorgibt.

Je nachdem, wie gut ihre Beziehung zu ihrer Schwester ist, wird sie es also entweder gut meinen (weil Sie ihnen helfen möchte), oder sie möchte Sie damit - aus welchen Motivgründen auch immer - nieder machen; dann würde ich raten, den Kontakt etwas einzuschränken. Ich finde also schon, dass Sie hier sehr empfindlich reagieren. Auch wenn der Schutzreflex biologischer Natur ist.

Beitrag von aliciakommt 24.04.10 - 18:33 Uhr

Lieber Herr Jazzbassist,

ich bin ein großer Fan (Jawoll!) ihrer Beiträge und lese sie quasi regelmäßig. Aber dieses eine mal bin ich ja ganz anderer Meinung.

Wenn ich ein Buch lese, oder ein Theaterstück anschaue, dann sehe ich das ganze Werk in seiner ganzen Form. Dann kann ich das, selbst als Laie kritisieren, und als Kritiker erst recht.

Bei einem Kind ist die Lage meiner Meinung nach eine andere. Der Aussenstehende sieht eine Situation und bildet sich eine Meinung, ohne den komplexen Gesamtzusammenhang zu kennen.

Als kleines Beispiel: Ein Kind weint, obwohl im Auge des aussenstehenden Betrachters kein Anlaß dazu besteht. Ich als Mutter weiss aber, dass es das macht, weil es müde ist, hungrid ist, seinen Papa vermisst. Da hilft dann auch kein "Ein Kind in dem Alter muss man auch mal heulen lassen, wenn es keinen Grund hat!"

Ich sehe Dinge, die (ausser Papa) keiner sieht.

Desweiteren können Kinderlose oft überhaupt nicht richtig einschätzen, in welchem Alter Kinder etwas für Gewöhnlich können- und wo MEIN Kind aber vielleicht auch ungeachtet dieser Gewöhnlichkeit halt aussergewöhnlich ist.

Als nur mal als Beispiel: "Mein Kind wird aber nie im Elternbett schlafen sondern von Anfang an im eigenen Bett".

Ja nu, wenn es das aber nicht tut? Dann kann ich es zwingen, ja. Oder ich warte ab und entscheide situativ.

"Mein Kind wird aber keinen Nucki bekommen".

Tja, gibt Kinder, die brauchen und wollen keinen und andere flippen halt mit 1,5 Jahren noch aus wenn man ihnen das (blöde) Ding wegnimmt.

Nein nein, von Menschen ohne Kinder lasse ich mir gar nichts sagen. Ich werde allerdings auch nicht sauer oder so. Sie wissen es halt einfach nicht besser. Und wenn sie ganz viel Glück haben, bekommen sie irgendwann die Chance, all ihre klugen Ratschläge selbst an kleinen Menschen auszuprobieren #herzlich

Beitrag von jazzbassist 24.04.10 - 19:56 Uhr

Ich muss Ihnen natürlich Recht geben, dass ein objektiver Betrachter nur eine Momentaufnahme sieht. Ich wollte mit meinem Beitrag nicht leugnen, dass es viele „unpassende“ Situationen geben wird, wo so eine Momentaufnahme fehl am Platz ist. Dann macht es aber keinen Unterschied mehr, ob dieser Betrachter nun selbst Kinder großzieht, oder nicht. Und darum schien es mir der Themenerstellerin in erster Linie zu gehen. Sie schrieb zumindest, dass es ihr um Kritik von Menschen ging, die selbst keine Kinder großziehen. Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass sie ein: „Ein Kind in dem Alter muss man auch mal heulen lassen“ in genau so einer unpassenden Situation von einer 30-Jährigen Mutter anders bewerten würden als von einer 30-Jährigen Nicht-Mutter.

Auch stimme ich natürlich mit Ihnen überein, dass Kinder ganz außergewöhnliche - einmalige - Individuen sind. Es gibt aber dennoch in der kindlichen Entwicklung viele Richtwerte, bis wann ein Kind bsw. etwas können sollte oder eben nicht. Werden diese Zeiträume überschritten, spricht man bereits von einer Entwicklungsstörung; oftmals ist hier dann die Devise: Je schneller man etwas unternimmt, des so besser wäre dies für die kindliche Entwicklung. Ich habe häufiger von Eltern ein Verhalten der Verleugnung festgestellt, dass sich darin äußerte, dass man sich andere Eltern gesucht hatte, die Kinder mit ähnlichen „Entwicklungsstörungen“ haben, um es dann ruhigen Gewissens wieder „normal“ nennen zu können. Hier würde ich die Meinung andere Eltern sogar oftmals als schädlich bewerten. Auch hier wird es sicherlich sehr viele unangemessene Situationen geben; aber eben auch völlig unabhängig davon, ob der Kritiker nun selber Kinder großgezogen hat, oder eben nicht.

Ansonsten gehöre ich eigentlich zu den selbstbewussten Menschen, die auf ein „Mein Kind wird aber nie im Elternbett schlafen“ mal ganz dreist nach einer Begründung fragen. Vielleicht war es einfach nur eine wertfreie „Bauchgefühl-Äußerung“. Vielleicht hatte dieser jemand gestern im Science Magazin einen ganz interessanten Bericht zu diesem Thema gelesen; einen, den ich selbst noch nicht kannte. Wir leben nun mal in einer Wissens- und Informationsgesellschaft. Vielleicht antwortet der andere auch: „Mein Mann schnarcht so laut, dass mein Kind dabei nie ein Auge zudrücken könnte“. Dann war es keine Kritik, sondern einfach nur eine Feststellung, über die ich mich doch nicht aufregen muss. Ich denke schon, dass Eltern (vor allem Mütter :-p) hier sehr schnell in eine Art: „Schutzreflex“ verfallen und generell auf Kritik - was Erziehung angeht - allergisch reagieren; unabhängig davon, ob der Kritiker nun selbst Kinder erzieht, oder nicht.

Meine beiden Nichten sind 18 und 20; haben beide keine Kinder; ich finde es trotzdem sehr interessant, ihre Meinungen über Erziehung zu hören. Erst Recht, ob sie meinem Sohn z.B. etwas erlauben würden oder mit etwas noch warten würden. Ich weiß nämlich, dass sich beide zu ganz tollen Persönlichkeiten entwickelt haben und noch weiter entwickeln werden. Und die wissen noch ziemlich gut (manchmal vielleicht sogar besser), wie pubertierende 11-Jährige ticken; ich habe das immer als eine Bereicherung gesehen. Mein Sohn wächst momentan in einem Haushalt mit seiner jüngeren Cousine auf; so dass es solche Situationen schon häufiger gab. Selbst ein: „Also ich durfte das mit 11 zwar, aber rückblickend … würde ich das nicht erlauben“ kam schon mal vor. Das tolle ist, sie kann mir das sogar sehr gut begründen - warum sollte ich dies also ignorieren, nur weil sie selbst noch keine Kinder hat?

Ansonsten kann man sich doch immer noch an der Hoffnung klammern, dass diese Kritiker später wirklich einmal selbst Kinder großziehen. Es ist wirklich eine ganz tolle Entschädigung, dann mal bemerken zu können: „So so, dein Kind hat also doch einen Nucki bekommen“. Das lohnt sich wirklich ;-)

Beitrag von xyz74 26.04.10 - 19:18 Uhr

Ich denke, es kommt a) auf den Ton an, der von jemanden angeschlagen wird und b) das Thema zu dem sich der andere äußert.
Zu einer Bekannten, die keine Kinder hat aber zig kluge Ratschläge zu Bereichen von denen sie Null Ahnung hat, habe ich mal folgenden Satz geäußert:

"Bevor ich Mutter war, war ich genauso ein Klugscheißer!"

Ich bin da ganz ehrlich, ich wusste auch immer wie alles ablaufen müsste und hattte ganz feste Vorstellungen.
Tja, dann kam die Realität und ich wurde ganz klein mit Hut.

Ach ja,eins der Themen von denen die Dame keine Ahnung hat.
Kleine Anekdote.
Wir sind gerade dabei die whg zu verlassen um gemeinsam, inkl. meines Sohnes essen zu gehen. Er war zu dem Zeitpunkt 7Monate alt.
Ich will gerade die Tür ins Schloss ziehen als ich feststelle, dass aus dem Süden meines Sohnes eine Duftwolke Richtung meiner Nase zieht.
Ich:"Mist! Der Kurze hat ne volle Windel!"
Sie:"Na und? Lass ihn doch da drinn. Ist doch egal!"

Dass ein Kind von so was Wund wird, konnte sie überhaupt nicht glauben.
Aber davon mal abgesehen.
Wie fies ist das denn ein Baby in seinem Dreck liegen zu lassen zu wollen nur um nicht ein paar Minuten später etwas essen zu müssen.
Was ist das denn für eine lieblose und kalte Einstellung zu einem Kind?

Beitrag von 19jasmin80 26.04.10 - 19:50 Uhr

#pro#pro#pro

Der Satz: "Bevor ich Mutter war, war ich genauso ein Klugscheißer!"

... könnte von mir sein #pro

Genau das hab ich auch gesagt...

Und zur vollen Windel: Damit bestätigt sich meine Meinung #pro

Beitrag von mansojo 24.04.10 - 18:57 Uhr

Hallo,

ach einfach lächeln jaja sagen
und man spricht sich wieder spätenstens wenn die Schwester eigene Kinder aht sieht die Welt ganz anders aus

würd mich nich aufregen

LG Manja

Beitrag von 19jasmin80 24.04.10 - 19:14 Uhr

Ja das sagen wir uns auch. Sie wird wohl einiges anders sehen und einsichtiger, wenn sie mal ihr eigenes Kind vor sich hat. #schein

Beitrag von katharina1 24.04.10 - 20:08 Uhr

hi, an diesem Problem ist bei mir eine sehr tiefe Freundschaft kaputt gegangen. Ich wollte mich nicht in die Erziehung meiner freundin einmischen. Da mein Sohn aber schon unter der Tochter meiner freundin gelitten hat- so wie ich auch. Hab ich doch schweren herzens meine Meinung geäußert und gesagt das vieles bitte nicht mehr in unseren 4 Wänden stattfinden soll. Tja das wars dann.....
Man muß da schon echt abwiegen was und wie man was sagt- schade eigentlich. Ich war der Meinung das man unter " Freundinen" offen solche Gespräche stattfinden sollten- ohne eingeschnappt zu sein. Klar man ist dann verletzt, wer hört den schon kritik. Aber einfach mal drüber nachdenekn sollte zumindest drin sein.
grüße Katharina

Beitrag von nana141080 24.04.10 - 20:46 Uhr

Hallo,

nein ich sehe das ganz anders. Jedenfalls teilweise.
Wenn jemand mit mir befreundet ist, dann ist er eh ein Mensch den ich mag und dann auch zuhöre. Ganz einfach weil ich sehe was und wer dieser Mensch ist.

Meine Schwester und ich sind auch total kontrovers in unseren Erziehungsstilen. Ich bin absoluter Gonzalez` und Juul` "Anhänger" und sie wäre eher ein B.Bueb Fan#augen (wobei sie den nicht mal kennt da sie meint sie muß nix lesen...).

Doch schon als mein 1.Neffe vor 13 Jahren geboren ist war ich der Meinung ein Kind darf nicht gehauen/geklapst werden und man sollte Kinder mit Respekt und Liebe großziehen. Nicht mit Streit, Unterdrückung und Machtgehabe.
Das habe ich auch immer kundgetan und meine Mum und sie meinten immer:"jaja,bekomm erstmal selber Kinder!"

Tja, meine 2 Söhne sind 5,2 J. und 2,5J. alt und ich denke noch genauso wie vor 13 Jahren;-). DAS ist meine größte Genugtuung:-)

VG Nana, die immer genau hinhört wer und vorallem was jemand zu mir sagt.

Beitrag von nicole9981 24.04.10 - 21:01 Uhr

Hallo!

Das ist schwierig abzuwägen. Manchmal ist es gut jemand Außenstehenden um Rat zu fragen. Die sind meist nicht so verblendet wie man selbst. Aber es gibt auch Sachen in die man sich nicht reinreden lassen sollte. Ich habe Nils z.Bsp. nie schreien lassen und er hat bei mir im Bett geschlafen. Beides Dinge die ich etwas anders sah bevor ich Mama wurde. Es war mir dann auch egal was andere dazu meinten. Für mich fühlte es sich richtig an.

Meinem Mann gebe ich öfter mal Tipps in Bezug auf seinen Sohn. Er ist nicht ganz einfach und der Papa tut sich manchmal schwer damit. Er hört sich gerne meine Vorschläge an. Ich höre auch gerne mal was andere dazu sagen wenn sich ein Problem auftut. Kommt halt auch immer darauf an wie man es sagt. Meine beste Freundin ist noch kinderlos und sie ist meine beste Ratgeberin was unseren Großen betrifft.

Ich denke man kann durchaus mal selber kritisch nachdenken und dann sehen. Manchmal haben sie vielleicht nicht ganz unrecht und wenn nicht dann steht man da halt drüber.

LG Nicole

Beitrag von cherry19.. 24.04.10 - 21:27 Uhr

ich könnt da ausflippen bei best. sachen..

wir waren auf hochzeit eingeladen. meinem mann sein bruder aht seine freundin geheiratet. ich muss dazu sagen, dass sie bereits 12 jahre auseinander waren und auf einmal unbedingt heiraten mussten, als nayla auf die welt kam. gut, man heiratet ja nur einmal. nayla war 6 wochen alt. wir sind halt hin. als ich dann gegen zehn abends meinte, wir wollen heimfahren, wurde blöd geschaut und nachgefragt, warum. ich so: nunja. mein 2,5-jähriger und meine 6 wochen alte tochter müssten dann halt nunmal heim. wir sind extra 100 km gefahren. sie meinten, sie würdne uns ein hotelzimmer buchen, aber das wollte ICH halt nicht. ich wollte lieber heim. ich hab voll gestillt. sie kam alle zwei stunden. und keanu schläft auch sauschlecht. da hätt dann einer den anderen munter gemacht und wir wären alle nicht zur ruhe gekommen. hat natürlich keine sau verstanden und ich durft mir den spruch: wenn kinder müde sind, schlafen sie überall, pressen. so kinder gibts zwar, meine sind halt da nich so!

auch so sachen von müttern, die nie gestillt haben: was??? du stillst immernoch??? willste nich langsam mal aufhören. unsere haben in dem alter schn vom tisch mitgegessen!!! oder: was???? sowas macht der??!! sowas haben unsere nie gemacht. diese vergleiche von meinen kindern und kinder, die jetzt bereits 30 jahre alt sind, kotzen mich glaub ich, aber noch mehr an!

Beitrag von 01wba056 25.04.10 - 00:17 Uhr

Bei dem Thema fällt mir ganz spontan folgende Situation ein:
Mein Sohn (jetzt 4) ist ein SEHR aufgewecktes Kerlchen. Sobald er laufen konnte, war ein Stillsitzen faktisch nicht mehr möglich. Bei einem Tagesausflug mit einem befreundeten Pärchen stellte die damals schwangere und kinderlose Freundin fest wie anstrengend und enervierend so ein Kind ist und meinte ganz ernsthaft: 'Mein Kind wird sicher anders!' Darauf ich: 'Wie? Noch ärger???'...

Nun, ihr heute 2 jähriges Töchterchen hat es faustdick hinter den Ohren und ich necke die liebe Mama immer wieder gerne mit dem Spruch: 'Du hast ja gesagt, daß Dein Kind ganz anders wird :)'

Ich glaube, Kinderlose stellen sich manchmal alles sehr leicht vor und glauben, daß jede Eigenschaft anerzogen ist. Aber so ist es nicht. Auch ist es natürlich einfach zu Theoretisieren. Wenn man persönlich involviert ist, sieht vieles ganz anders aus.
Auf der anderen Seite sollte man als Mutter auch nicht alles gleich persönlich nehmen. Oft sieht man ja wirklich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und eine konstruktive Kritik von einer aussenstehenden Person kann dann schon mal angebracht sein - auch wenn sie kinderlos ist - und dann sollte man die auch annehmen können. Aber wie gesagt, die Betonung liegt auf KONSTRUKTIV!

Beitrag von barbarelle 25.04.10 - 07:23 Uhr

Hallo Jasmin,

bei kinderlosen denke ich innerlich: "Ja, ja, red du nur".

Mich nerven eher diejenigen mit Kindern, die das Glück haben ein Musterkind zu haben und das alles auf andere Kinder übertragen.

Mein Mann und ich erziehen - und ja, wir geben uns verdammt viel Mühe. Doch manchmal laufen die Dinge nunmal anders als erwartet.

Lass dir die schöne Zeit mit deinem Kind nicht durch so etwas vermiesen.

LG
Barbarelle

Beitrag von caitlynn 25.04.10 - 09:24 Uhr

Hihihi kenne ich kenne ich...

Meine Schwester und ihr derzeitiger Freund sind beide kinderlos und lernen beide Erzieher #augen
Was bedeutet, dass alles Wissen und Unwissen was gelernt wird an meinem kleinen mittlerweile 14 Wochen alten Wurm getestet wird.
Bisher hat er nie das gemacht, was er laut irgendwelchen Büchern hätte tun müssen und ich finde das eher witzig.
Natürlich kommen da auch nonstop Erziehungstipps, wie man was und wann am besten tut...
Lernt ihr das mal *grins*
Meine Schwester hat mal 30min auf den kleinen aufgepasst damals war er 5 wochen alt und ein absolutes schreikind aufgrund von koliken, ich war nur eben pizza holen.
Als ich zurückkam war meine arme kleine Schwester völlig fertig mit den Nerven weil John nonstop geschrien hat und all ihre schön erlernten Beruhigungsmethoden versagt haben.
Seitdem zollt sie zumindest meinem Nervenkostüm enormen Respekt und meinte: du machst dat schon.:-)


Nerviger ist da der ältere Teil meiner Familie, also mein Vater und meine Omas....
Weil:
- Daaaamals haben wir das soooo gemacht (beispiel einfügen)
- schreien stärkt die lungen
-betüdel ihn doch nicht so
in dem alter hast du schon Brei bekommen (10 wochen...ahaaa)
-jaja hab ich mir gedacht: duu bist eine übermutter
- wie ihr wollt um 19 uhr gehen? der kleine kann doch bei uns im bett schlafen... (neeeeh)


usw...


einfach Ohren auf durchzug.


lg cait

Beitrag von 19jasmin80 25.04.10 - 10:29 Uhr

Danke für die zahlreichen Antworten.
Mich beruhigt es, dass es einigen von Euch ähnlich geht.

Sicher lass ich Kritik zu aber es kommt immer drauf an, WIE man sie äußert und gelegentlich auch WER.

Ich denke, jemand der uns alle 3-4 Wochen mal sieht, selbst keine Kinder hat, kommen und gehen kann wann er will, kann in keinster Weise beurteilen ob ich mein Kind gut oder schlecht erziehe.

Unser Sohn ist ein aufgewecktes Kerlchen der seine Kindheit frei erleben darf und auch soll denn das finde ich enorm wichtig, aber dazu gehören eben auch Regeln denn auch ich lasse mir von meinem 4jährigen Sohn nicht auf der Nase rumtanzen.

Sicher hät ich ihn nur ne Stunde am Tag bei mir und in der Stunde wär er der liebste Bub (ohne Flausen im Kopf) dann kann ich doch nicht den Erziehungsstil beurteilen, oder?

Vieles was ich vor seiner Geburt gesagt habe, ist in der Umsetzung gescheitert aber UNS gehts dabei gut, meinem Sohn gehts dabei gut. Und ich denke das ist die Hauptsache.

Beitrag von salem511 25.04.10 - 18:04 Uhr

Bei dem Spruch "das würd ich niiieee so machen" muss ich innerlich grinsen und denke mir meinen Teil. Das wird sich zeigen.

Ich hab auch früher oft gedacht "das machst Du anders", und als es dann soweit war, hab ich's nicht anders gemacht.

Beitrag von ayshe 25.04.10 - 19:49 Uhr

also leute, die selber keine kinder haben, wissen definitiv nicht, wie es wirklich ist.
da können sie auch erzieherinnen sein oder sonstwas.
SIE haben nicht das kind zuhause.


und das sage ich denen dann auch.
also daß man sich eben manches einfach anders vorstellt, als es wirklich ist und fertig.

Beitrag von 19jasmin80 25.04.10 - 21:01 Uhr

Danke Euch zwei. Ist doch sehr aufbauend zu lesen, nicht allein mit der Meinung zu sein.

Beitrag von perserkater 25.04.10 - 21:10 Uhr

Hallo

Nein, auch mir kann kein Mensch erzählen er wüsste auch nur annährend über das Zusammenleben mit Kindern Bescheid wenn er nicht selber 24h ein eigenes Kind um sich hat. Kinderlose Menschen dürfen mir gerne ihre Sicht der Dinge erläutern aber sie sollten dies ohne dieses abfälligen oder überheblichen Tonfall tun

Mein Bruder ist da auch so ein Exemplar, er hat allerdings einen Sohn. Er ist das beste Beispiel dafür, dass Kinder verscheiden sind und das man nicht sein Schema F auf ein anderes übertragen kann. Ich könnte weder seinen Erziehungsstil übernehmen noch er meinen.( auch wenn es aus unterschiedlichen Gründen ist) Und trotzdem versucht er mir seinen schmackhaft zu machen. Ich sage da aber nicht viel zu, jedliche Kritik nimmt er nur sehr schlecht für sich auf. Leider folgt er meinem Beispiel nicht und fügt hemmungslos seine Kommentare an meinen Erziehungssituationen.

Ich komme also zu dem Schluss, egal ob kinderlos oder nicht, niemand hat genau meine Familienkonstellation und kann mir also nur schwer sagen, was er am meiner Stelle machen würde.

LG#katze

Beitrag von pizza-hawaii 26.04.10 - 09:26 Uhr

Das kommt wohl drauf an worum es genau geht.

Ich finde jazzbasist hat das toll formuliert, man kann durchaus auch eine Meinung dazu haben obwohl man noch kein Kind hat!

Mein Mann und ich haben uns im Vorfeld oft darüber Gedanken gemacht wie wir unsere Kinder später mal erziehen wollen. Ich finde es macht Sinn schon vor der Geburt auf einen Nenner gekommen zu sein ;-)

Wir hatten also einen Leitfaden und an dem hangeln wir uns jetzt so durch, sind ja erst seit gut sechs Monaten Eltern. Natürlich werden wir dem nicht immer 100% folgen (können), dennoch gibt es so Themen wo ich nicht davon abweichen werde, die sind mir wichtig und zu solchen Themen hab ich auch als kinderlose Frau schon was gesagt.

In Situationen die ich als Mutter dieses Kindes nun besser beurteilen kann, sag ich halt einfach das mein Kind gerade nörgelt weil es müde ist, bricht man sich ja keinen Zacken aus der Krone. Allerdings ziehe ich dann auch die Konsequenz und sehe zu das mein Kind die Ruhe bekommt.
Ich hab es schon erlebt das Eltern das nörgel/schreien/zicken ihrer Zwillinge zwei Stunden mit dem Kommentar "die sind müde" rechtfertigten aber nicht auf die Idee gekommen sind einfach mal nach Hause zu fahren damit die Kinder ins Bett können. Ich finde das kann auch anders laufen!


pizza

Beitrag von frauke131 26.04.10 - 09:44 Uhr

Kinderlose können zwar nicht einschätzen, wie kräfteraubend das Zusammenleben mit Kindern ist, aber dennoch können sie beurteilen, ob Kinder ungezogen sind!
Man empfindet manche Kinder als anstrengend, weil sie ständig dazwischen quatschen, in Museen rumrennen und schreien, Leute anpöbeln...und da kann man sehr wohl sagen, dass die Erziehung schief läuft! Es gibt Normen, die auch für Kinder gelten, auch wenn viele heute meinen, Kinder sind Kinder und könnten sich benehmen, wie sie wollen! Von daher können auch kinderlose beurteilen, ob ein Kind erzogen ist oder eben nich!

Die meisten Eltern haben ja auch nicht Pädagogik studiert oder Erzieher gelernt und beanspruchen für sich, erziehen zu können.
Wenn Situation mit Kindern aus dem Ruder laufen und total schief gehen, sind es doch gerade außenstehende manchmal aufzeigemn, an welcher Stelle ein Fehler war!

Kinder sind verschieden, das bedeutet aber nicht, dass man temperamentvolle Kinder einfach machen lässt! Manche Kinder brauchen mehr Erziehung als andere!

Beitrag von kathrincat 26.04.10 - 11:56 Uhr

naja, sie sieht es nun mal nicht als mutter was auch gut ist, sie steht aussen vor und kann bestimmt einiges beurteilen, was nun mal nicht so toll ist.
klar weis sie was sie nicht machen würde, war bei mir auch so und ich habe es auch nicht mit meinen kind gemacht, weil ich es nicht gut fand, so was kann man vorher auch beurteilen,

Beitrag von sassi31 26.04.10 - 12:54 Uhr

Hallo,

ich habe (noch) keine Kinder, aber durchaus bereits einige Erfahrungen in der Kinderbetreuung gesammelt. Das macht mich jetzt nicht zur perfekten Erzieherin, aber ich würde mich auch nicht als völlig ahnungslos abstempeln. Das nur mal vorab.

Es ist doch so, dass jeder Mensch eine gewisse Vorstellung von Erziehung hat. Diese muss sich nicht mit der Vorstellung anderer Personen decken. Dennoch finde ich es nicht verkehrt, sich mal eine andere Meinung anzuhören. Zumal deine Schwester als Beobachterin und Außenstehende eine völlig andere Sicht der Dinge haben wird und diese nur wegen ihrer Kinderlosigkeit ja nicht verkehrt sein muss.

Mir ist aufgefallen, dass Eltern mit ihren Kindern oft wieder und wieder die gleichen Situationen durchlaufen. Es gibt die gleiche Diskussion und die gleiche Reaktion. Das Ergebnis davon ist, es wird genauso wieder vorkommen. Zumal die Kinder die Reaktionen der Eltern ja vorab schon kennen und einschätzen können. Warum dann nicht mal eine andere Erziehungsmethode ausprobieren? Vielleicht ist der Tipp einer außenstehenden Person genau der Richtige, um diesen immer wiederkehrenden Situationen ein Ende zu setzen?

Ich selber mische mich nicht in die Erziehung anderer ein. Klar sage ich auch mal meine Meinung, wenn ich mit Eltern über ihre Erziehungsmethoden spreche. Letztendlich müssen aber sie mit ihren Kindern klar kommen und nicht ich. Nachvollziehen kann ich aber trotzdem nicht alles, was Eltern so dulden (oder auch verbieten).

Gruß
Sassi

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