Hund und ausländische Kinder

Archiv des urbia-Forums Mein Tier & ich.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Mein Tier & ich

Welches Haustier passt zu unserer Familie? Wie oft muss ein Hund geimpft werden? Woher bekommen wir Rennmäuse? Tierliebhaber finden in diesem Forum Antworten auf alle Fragen rund um die Tierhaltung. Achtung: Über unser Forum dürfen keine Tiere weitergegeben werden.

Beitrag von jessy02 24.04.10 - 19:08 Uhr

Hallo, ihr Lieben!

Meine Überschrift könnte jetzt vielleicht falsch verstanden werden, aber ich wusste jetzt nicht, wie ich meine Frage an euch sonst beschreiben sollte....

Gleich vorweg, ich habe absolut nichts gegen ausländische Kinder, im Gegenteil, meine Kinder haben einige ausländische Freunde..

Mir ist allerdings etwas aufgefallen und ich weiß nicht, ob ihr das auch schon mal bemerkt habt...

Als ich noch Kind war bin ich öfters pro Woche mit einem Hund aus der Nachbarschaft spazieren gegangen (damals war immer ein Erwachsener dabei) und wenn wir in die Nähe von spielenden ausländischen (ganz besonders türkischen) Kindern kamen und die dann den Hund sahen, machten die, ohne mich oder den Hund zu kennen, einen Riesenbogen um uns und reagierten über alle Maßen ängstlich, ja fast schon panisch!
Ich konnte mir das nicht erklären, denn der Hund war in keinster Weise aggressiv oder sonstwie ungestüm im Umgang mit Kindern, im Gegenteil, er wollte damals nur schnuppern und Kontakt aufnehmen!
Das ist mir sehr, sehr oft, ja, fast sogar jedes Mal aufgefallen, wenn ich mit dem Hund spazieren ging und es waren auch nicht immer die gleichen Kinder.

Jetzt, etliche Jahre später, haben wir selbst einen Hund, einen Dackelmischling, der eine Schulterhöhe von etwa 25cm hat, und wenn ich mit ihm (angeleint!) spazieren gehe und auf türkische Kinder in der Nachbarschaft treffe, dann reagieren diese Kinder ganz genauso wie vor 25 oder 30 Jahren. Unser Hund liebt Kinder, sucht von sich aus Kontakt zu Kindern, lässt sich anfassen und streicheln (wenn man mich vorher fragt!).
Aber da ist immer noch die gleiche Angst und merkwürdigerweise so gut wie ausschließlich nur bei türkischen Kindern.... Ich finde das merkwürdig, wisst ihr, warum das so ist oder worin diese Angst, fast schon Panik, begründet liegt?

Und nochmal, damit ich nicht falsch verstanden werde, ich habe nichts gegen ausländische Kinder, mir ist das eben nur seit Jahren aufgefallen und mich interessiert einfach nur, warum das so ist, damit ichs besser verstehe und meinen Hund diesbezüglich noch besser anleiten kann....

Liebe Grüsse,
jessy

Beitrag von grizu99 24.04.10 - 19:19 Uhr

Meine Schwester hatte mal ein türkische Mitschülerin, die bei uns heimlich ihre Bravos "parkte" und deswegen öfters mal vorbei kam. Meine Schwester mußte unseren Hund regelrecht weg sperren, weil das Mädchen richtig Angst vor unserem Hund hatte (kleiner Mischling) Sie erzählte uns, das Hunde in der Türkei "wilde Tiere" sind und ja auch frei rum laufen und sie deswegen IMMER und bei jedem Hund so ängstlich ist. Sie wurde als Kind auch mehrmals (in der Türkei) von wilden Hunden gebissen.

Beitrag von michi0512 24.04.10 - 19:27 Uhr

hm... ich kann dir da echt keine erklärung liefern.

wir haben einen sehr multikulturellen freundeskreis. meine türkische freundin hat auch wahnsinnige angst vor unserem hund.

was bei uns das problem ist: mein hund riecht russen und polen auf weite entferung und reagiert mit gekläff.... also ist mein hund schoa irgendwie...rassistisch?

Beitrag von unipsycho 24.04.10 - 22:30 Uhr

#schock
#kratz
#rofl neee, neee, neee..... #rofl

Beitrag von -tinkerbellchen- 24.04.10 - 19:42 Uhr

Hallo.

Das bekommen die Kinder von den Eltern eben so mitgegeben und zieht sich dann mest von Generation zu Generation.

Beitrag von cosmicdoodle 24.04.10 - 19:50 Uhr

Hallo!

Ja, ganz genau so geht es mir auch immer, wenn ich mal mit meinen Hunden in der Fussgängerzone unterwegs bin. Die meisten der ausländischen Kinder schreien schon von weitem und drücken sich ängstlich an ihre Mütter... dabei sind meine Hunde absolute Schafe und beachten die Kinder gar nicht. Finde ich immer voll albern dieses Getue, aber letztlich ist es mir egal, ist deren Problem, wenn sie so grundlos Schiss vor Hunden haben. Solange sie meinen Hunden nichts tun, sollen sie es so machen!

Wobei, eigentlich schade für die Kinder, dass sie das von ihren Eltern vorgelebt bekommen... wäre doch schöner, wenn sie sicher an Hunden vorbei gehen könnten, ohne jedesmal in Stress zu geraten.

LG,
Cosmic

Beitrag von kja1985 24.04.10 - 20:07 Uhr

Ich habe mal ein Mädchen türkischer Abstammung gefragt, das ausnahmsweise keine Angst hatte warum das oft so ist. Sie meinte, dass Hunde in der Türkei als dreckig gelten und nur sehr selten im Haus gehalten werden. Hunde hat man dort wohl eher zur Arbeit oder zum Schutz, nicht zum Liebhaben.

Ich hatte diesbezüglich auch schon einige merkwürdige Erlebnisse, z.B. eine erwachsene Frau ausländischer Abstammung, die hysterisch kreischend zehn Meter nach hinten gestolpert ist bei dem Anblick meines damals vier Monate alten Beaglewelpen (was macht die, wenn sie nen Rottweiler sieht?).

Beitrag von julianstantchen 24.04.10 - 20:12 Uhr

Mir wurde dasselbe gesagt, dass sie als dreckig gelten und wenn man sie berührt, ist man selber verunreinigt.

Mein Hund wird von solchen Leuten "trainiert" unbedingt zu ihnen zu wollen, denn die machen jedes Mal so ein AUfhebens, dass mein 7 Monat alter Hund Türken besonders interessant findet und wenn er ein Kopftuch sieht, will er da unbedingt hin...weil die kreischen ja auch immer gleich....da muss sich Hund aufgefordert fühlen :-D

Beitrag von jessy02 24.04.10 - 23:22 Uhr

Hallo!

Ja genau!! Durch das mitunter wilde Getue und zum Teil auch Wegrennen vor unserem Hund machen sich die Kinder für unseren Hund ja erst recht interessant.
Er versteht das zum Teil als Aufforderung zum Spielen und geht erst recht auf die panischen Kinder zu...was noch wilderes Gekreische zur Folge hat!

Es ist eigentlich total schade, denn unser Hund tut echt keiner Fliege was...und Kindern schon mal gar nicht! Ich achte auch sehr darauf, wenn ich z.B. mal meinen Sohn mit Hund von der Schule abhole, dass die Kinder nicht in Scharen auf unseren Hund zu stürmen und er andererseits auch nicht auf die Kinder, aber es ändert nix an der Situation. Es gab schon ein Grüppchen türkischer Mädchen, die die Straßenseite gewechselt haben, wenn ich da mit Hund längs kam...

Liebe Grüsse

jessy

Beitrag von coronacora 24.04.10 - 20:14 Uhr

Ich habe vor langer Zeit eine Reportage gesehen... weiß gar nicht mal mehr, was das Hauptthema war #gruebel. An was ich mich aber sehr gut erinnern kann war die Aussage, dass im Islam Hunde "unreine Tiere" sind. Und in schwarzen Hunden könnte der Teufel (heißt er auch im Islam so?) wohnen. Sie sollen also möglichst gemieden werden.

Das habe ich mir gemerkt, weil wir zu der Zeit einen großen schwarzen Hund hatten, der zugegebenermaßen recht respekteinflössend war ;-).

LG,

Cora

Beitrag von pizza-hawaii 24.04.10 - 20:54 Uhr

Nicht nur Kinder, auch Erwachsene reagieren sehr ängstlich bzw. ablehnend auf Hunde!

pizza

Beitrag von jessy02 24.04.10 - 23:29 Uhr

Hallo!


Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten..!

Dass Hunde im Islam als unrein gelten wusste ich noch gar nicht. Und dass in großen schwarzen Hunden der Teufel wohnen könnte, erklärt in meinem Fall die Erlebnisse mit dem Hund aus meiner Kindheit, der war nämlich groß mit schwarzem langen Fell!

Ich wollte noch anmerken, dass es aber auch Ausnahmen gibt. Ich hab schon türkische Kinder und Jugendliche getroffen, die ohne Angst unserem Hund begegnet sind, aber das waren echt die Ausnahmen.

Liebe Grüsse,

jessy

Beitrag von skywalkerin 25.04.10 - 10:52 Uhr

Hallo zusammen,
ich habe 2 relativ kleine Mischlinge(knapp 30cm und knapp 40cm Schulterhöhe),wobei die Große genau wie ein Schäferhund aussieht(was dann bei ihrer geringen Größe recht ulkig wirkt:-D).
Die Große ist draußen ziemlich ruhig,auch andere Menschen interessieren sie nicht.
Die Kleine ist sehr quirlig und alle anderen Leute sind potentielle Spielgefährten#rofl.
Ich habe festgestellt,daß vermehrt ausländische Mädchen Angst haben sowie Jungen bis ca. zum Grundschulalter.Ist ja auch kein Problem,Hunde werden beim Vorbeigehen kurz gehalten,damit die Kleine nicht auf die Idee kommt,Kontakt aufnehmen zu wollen.
Aaaaber(jetzt bin ich gehässig und gleich werden bestimmt auch einige Steine fliegen):
Ab dem Grundschulalter gibt es genug Kinder(seien es ausländische oder deutsche),die sehen,daß ich die Hunde abrufe oder kurz halte,sich dann so sicher fühlen,daß sie meinen,es müsse sein,hinter den Hunden herzubellen,sie zu beleidigen(die Große hat nur 3 Beine) o.ä.,daß ich die Kleine ableine und sage:"Geh´mal gucken".Sie rennt dann sofort in Richtung Kinder und will spielen:-)(wir reden hier ja von 30cm Schulterhöhe,nicht vom Rottweiler).
Sobald die Kinder wegrennen,kreischen o.ä.,rufe ich sie natürlich sofort zurück,aber sowas geht mir halt auf die Nerven.
Mein Sohn ist 2 Jahre alt und weiß,daß man Hunden nicht hinterherbellt,weil sowas auch einige Hunde provoziert.
Und bevor die Steine fliegen:
Ich unterscheide dabei mit Sicherheit nicht zwischen Herkunft,Mentalität,Optik o.ä.,und ich mache sowas auch nicht,wenn Gefahr bestehen könnte,daß die Kinder auf die Straße rennen könnten oder sonstwie in einen Unfall verwickelt werden könnten#sonne

Beitrag von blaue-blume 27.04.10 - 13:27 Uhr

du bist mir ja eine :-p

Beitrag von pechawa 25.04.10 - 10:43 Uhr

http://www.islam.ch/typo3/index.php?id=72&no_cache=1&tx_articlecpl_pi1[showUid]=150

In Familien, die streng nach dem Islam leben, gilt der Hund oder sein Speichel als "unrein".
In islamischen Familien, die sich unserer Kultur angepasst haben, wird das wahrscheinlich nicht mehr so streng gesehen und es hat eine Änderung im Denken statt gefunden,

LG

Beitrag von cherymuffin80 25.04.10 - 11:06 Uhr

So ganz stimmt das nicht das im Islam ein Hund als unrein gillt.
Im Gegenteil. Im Koran werden Hunde und ihre Halter nur positiv erwaehnt. Es wird sogar als richtig angesehen, das zu essen, was der gut trainierte Hund faengt und seinem Herrn als Speise bringt.....macht das Sinn, wenn sein Speichel angeblich als unrein betrachtet wird?
Du findest Stellen im Koran, in denen gute Glaeubige mit ihren Hunden schlafen. Eine Stelle, wo beschrieben steht, Hunde gehoeren nicht ins Haus, suchst du jedoch vergeblich.
Hunde sind natuerliche Begleiter der Menschen. Dies ist auch im Koran nicht anders.

Die Vorurteile gegen Hunde beruhen auf einigen missverstandenen Hadithen und daraus entstandener Tradition. Wirkliche Islamkenner haben kein Problem mit dem von Gott geschaffenen natuerlichen Begleiter des Menschen.
Einige der besten Hunderassen der Welt sind im islamischen Raum zu finden, z.B. der anatolische Kangal.

Beitrag von pechawa 25.04.10 - 13:12 Uhr

Zitat:"Wirkliche Islamkenner haben kein Problem mit dem von Gott geschaffenen natuerlichen Begleiter des Menschen"
#pro
Du hast recht!
Wahrscheinlich ist es mit dem Koran genauso wie mit der Bibel: Vorurteile beruhen auf Missverständnissen und daraus entstandener Tradition!

LG

Beitrag von hexenwesen25 25.04.10 - 13:49 Uhr

Hallo Jessy,

diese Angst wird von generation zu generation weiter gegeben. Oft haben die Herkunftsländer dieser Menschen, es sind nämlich auch sehr viele Erwachsene die Angst vor Hude haben, ein Problem mit Straßenhunden. Straßenhunde sind gegenüber Menschen sehr oft sehr aggressiv dadurch das sie geschlagen, getreten und mit Steine beworfen werden. Man muss sich das so Vorstellen das viele Straßenhunde in den (überwiegend) südlichen Ländern ein ähnliches Leben führen wie hierzulande Ratten. Wie viele Menschen in Deutschland haben angst vor Ratten, die wirklich höchst selten auf Menschen los gehen. Die Hunde ernähren sich dort auch von Müll und vermehren sich ohne ende. Eine agressive Hündin erzieht auch ihre Welpen aggressiv. Da ist es kein Wunder das die Menschen einfach angst haben. Klar müsste da ein umdenken stattfinden.
Lg Nicole

Beitrag von -b-engel 26.04.10 - 07:06 Uhr

das fällt mir allgemein oft bei Kindern auf !

Aber wir haben gegenüber nen Türkischen bub. Er kommt mit seiner Schwester zum Hund streicheln. Die sind beide so süß. Der junge ist ein Freund von meinem mittleren.Die Schwester ist schon in der 2. Klasse.
richtig süß wie sie meine Holly streicheln und mit ihr spielen. Vorallem das Mädchen ist vernarrt in sie !!!!!



Mich regt es immer etwas auf wenn Leute so überängstlich reagieren.... mein HUnd ist brav und die Leute hier haben es nun geblickt#pro Anfngs hatten sie panik-jetzt nach ner Zeit ist Holly der liebe Schäferhund !!!#huepf#herzlich

Beitrag von cloud07 26.04.10 - 14:41 Uhr

Huhu, bin ja selbst die Frau eines Türken *G*
und kann mich vielen Berichten hier anschließen. Die Kinder bekommen diese "Angst" eingetrichtert.
Schon als Baby lernen sie das Hunde "Gefährlich" sind und beißen! Schon Stofftier werden dazu "missbraucht" und werden von Eltern/Großeltern nie als "lieber Hund" bespielt sondern sind immer böse.
Die Kinder selbst sind neugierig, haben aber zum einen fast nie die Gelegenheit mit Hunden näher in Kontakt zu kommen und bekommen zum Anderen immer die Angst ihrer Eltern schon zu spüren.
Hunde als Haustiere sind leider bei Muslimen "verpönt" als Unrein und eben auch als Gefahr für Kinder.
Das es nicht stimmt hat mein Mann erst bei uns gelernt!
Unsere Tochter wäschst mit unserem "Viehzeug" und dem meiner Familie auf ohne Angst und Schrecken!