Wer hat wirklich so früh "geferbert"? Erst 8 Monate, Erfahrungen?

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Forum: Schlafen

Bitte, Baby, schlaf jetzt ein: Manches Neugeborene macht die Nacht gern zum Tag. Hier könnt ihr Trost nach schlimmen Nächten finden und euch gegenseitig Tipps geben, wie euer Baby zu einem guten Schläfer wird.

Beitrag von t.frosch 25.04.10 - 13:42 Uhr

Hallo Ihr LIeben,

unsere Maus schläft nur auf dem Arm ein. Vorzugsweise auf dem von Papa ;-)

Unser Kinderarzt hat gesagt, wir sollen sie wach in ihr Bett legen. Sie würde zwar weinen, aber nach drei Tagen wäre es vorbei und sie könnte allein einschlafen.

Hat wirklich jemand sooo früh geferbert? Wir haben das Buch mittlerweile schon so oft empfohlen bekommen.

Liebe Grüße


Tani mit Lasse & Ida

Beitrag von schnabel2009 25.04.10 - 13:45 Uhr

Alleine im Bett einschlafen lassen bedeutet ja nicht gleich ferbern....
Du kannst sie wach ins Bett legen und dann bei ihr bleiben bis sie schläft.
Oder Du gehst raus und falls Protest kommt gehts Du rein und tröstest.
Meine Kinder habe ich immer wach ins Bett gelegt und habe sie nie weinen lassen.
Der Kleine braucht nur sein Kopfkissen zu berühren und pennt schon ein :-)

LG schnabel und 3 Jungs

Beitrag von t.frosch 25.04.10 - 14:06 Uhr

Hi Schnabel,

wir sollen uns an die Ratschläge von "Jedes Kind kann schlafen lernen " halten. Das ist doch die Ferber-Methode.

Lg. Tani

Beitrag von schnabel2009 25.04.10 - 14:26 Uhr

Huhu,

ich kenne das Buch nicht, ich kann Dir nur sagen wie wir es gemacht haben.

LG schnabel

Beitrag von koerci 25.04.10 - 14:04 Uhr

<<<Hat wirklich jemand sooo früh geferbert?>>>

Was heißt hier "soooo früh"?? Man ferbert überhaupt nicht, egal wann!!


Und wach ins Bett legen, heißt doch nicht automatisch, dass eure Kleine weinen muss.
Bleibt bei ihr bis sie schläft.
Wozu denn hinlegen, rausgehen und weinen lassen?

Beitrag von t.frosch 25.04.10 - 14:08 Uhr

Sie fängt schon an zu brüllen sobald man sich zum hinlegn über das Bett beugt. Sobald sie liegt, dreht sie sich auf den Bauch und brüllt und protestiert, weil sie nicht hoch genommen wird.

Beitrag von koerci 25.04.10 - 14:31 Uhr

Habt ihr es überhaupt schonmal probiert einfach neben ihr zu bleiben, bis sie sich beruhigt hat?
Wie Schnabel oben schrieb: das geht auch ohne sie ALLEINE weinen zu lassen.

Ansonsten schläft sie halt noch ne Weile auf dem Arm ein und wird dann hingelegt. Bis sie in die Schule geht, wird sie das sicher nicht machen.

Beitrag von ayshe 25.04.10 - 19:54 Uhr

ja, auf dem arm oder dem schoß oder nebeneinander im bett, egal wie, nur nicht allein.

Beitrag von under30 25.04.10 - 14:31 Uhr

Hallo,

ferbern sollte man nie, ausser man stellt selbst ein Gefahr für das Kind dar und das Kind ist bereits über ein Jahr. Gefahr bedeutet man würde zB das Kind würgen, weil man selber nicht mehr kann, und das Kind kann nicht einschlafen. Das war der ursprüngliche Ferbergedanke.

Ich denke bei Euch wird es nicht so sein. Nur weil Euer Arzt keine Ahnung hat, müsst Ihr es nicht so machen.

Ihr könnt es langsam versuche, wenn Ihr es unbedingt wollt, erst mit Kind im Arm hinsetzen, dann wenn es sich dran gewöhnt hat mit ihr hinlegen usw.

Bei uns war es so, dass sie irgendwann nicht mehr auf dem Arm einschlafen konnte, weil es ihr unbequem war. Von da an ist sie nur in unserem Bett eingeschlafen.

Wir waren mit ihr aus anderen Gründen beim Entwicklungspsychologen auch aus schlaftechnischen Gründen. Der hat uns geraten, es so zu machen, dass es uns allen damit gut geht. Mit viel Geduld unsererseits schläft sie jetzt super. Wir haben ihr aber auch die Zeit gegeben, bis sie selbst einen Schritt nach dem anderen getan hat. Sie schläft immer noch bei uns im Elternbett, aber ich denke im Sommer wenns bei uns zu heiß ist, wandert sie wieder in ihr Bett. Hat sie letzten Sommer auch getan.

Also, Fazit:

Macht es so, dass es allen gut damit geht. Einem Kind welches schreien muß aus Schlaferziehungstechnischen Gründen geht es allerdings nicht gut.

LG
Theresa

Beitrag von perserkater 25.04.10 - 17:32 Uhr

Hallo Tani

Alles lässt sich ändern, es kommt aber darauf an, wie man es macht. Leg dich erst mal ihr hin und hab sie auf dem Arm und dann versuche sie langsam in deine Armbeuge zu rollen. Das kann ein paar Tage dauern bis sie diese Einschlafweise aktzeptiert. Sie kann auch dabei weinen aber der wichtige Punkt ist, dass du oder der Papa bei ihr ist und bei ihr bleibt!

Warum ferbern auch mit 80 Jahren nicht angebracht ist kannst du hier nachlesen: http://www.ferbern.de/

LG

PS: Wechsel den Kinderarzt. Geh aber noch mal hin und sag ihn klar und deutlich, dass du wechselt weil er zu solche qualvollen Praktiken rät.

Beitrag von ayshe 25.04.10 - 19:20 Uhr

nein, sowieso niemlas, weil es einfach völlig scheiße ist.

Kinderschutz gegen ferbern bzw. Jkksl
Da wir's ja letztens von der Neuauflage des "Schlaflern-Buchs" hatten, hab ich mal beim Kinderschutzbund nachgefragt, was die davon eigentlich halten.

Heute kam folgende Antwort:

Sehr geehrte Frau XY,

einen schönen Dank für Ihre Email.


Wir kennen das Buch, "Jedes Kind kann schlafen lernen". Es gibt eine ganze Reihe in der Serie: "Jedes Kind kann ... lernen". Diesen Büchern steht eher ein verhaltenstheoretisch orientiertes Erziehungsmodell des Konditionierens zu Grunde.

Wir im Kinderschutzbund empfehlen diese Bücher nicht. Weder die Haltung noch das Menschenbild, noch die Tipps, die in diesen Büchern zu finden sind, entsprechen der Haltung, die wir im Kinderschutzbund und in unseren Elternkursen, "Starke Eltern - Starke Kinder®" haben.

Für uns ist eine Anleitung zur Erziehung, die die Bindung und Beziehung zwischen Kindern und Eltern stärkt, die die Kompetenzen der Eltern und Kinder heraus zu finden hilft und die auf Klärung der eigenen Werte- und Erziehungszielvorstellungen setzt, wichtig. Bei uns kommt es auf die Achtung von Bedürfnissen und Gefühlen von Kindern an, aber später auch, wenn Kinder größer sind, sollen Eltern sich auch nicht bloß ohne Ende für die Kinder aufopfern müssen.

Weiterhin sind bei uns wichtig: der sensible aber auch humorvolle Umgang und klare Kommunikation miteinander, gegenseitiger Respekt, Zuneigung, Anerkennung, Vertrauen und Annahme. Wir unterstützen Eltern bei der Suche nach den Wegen Konflikte und Probleme zu lösen, die die unterschiedlichen Bedürfnisse und Werte möglichst berücksichtigt.

Auch die Kinderrechte spielen bei uns in den Elternkursen eine wichtige Rolle.

Ein genaueres Bild über unsere Haltung und Inhalte in den Elternkursen gibt Ihnen, wenn Sie möchten, der von Paula Honkanen-Schoberth geschriebene Elternratgeber:

"Starke Kinder brauchen starke Eltern", erschienen in der Urania Verlag, für 12.90 €. Sie ist auch die Mitautorin der Elternkurskonzeption, Familientherapeutin und langjährige Mitarbeiterin im Kinderschutzbund.

Elternkurse werden inzwischen in vielen Orten, bei unterschiedlichen Trägern angeboten, die Kinderschutzbund-Ortsvereine vor Ort sind in der Regel informiert, wo die Kurse laufen.

Und nun möchten wir Ihnen und Ihrem Baby alles Liebe und Gute wünschen, achten Sie auf die positiven Seiten ihres Kindes, und auf die in Ihnen selbst, dies würde Ihnen auch das Motto des ersten Kursabends empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen
Beata Hoffmann
Fachreferentin
Nachzulesen unter:
http://familiennetz.eltern.de/foren/showthread.html?t=144385
#Expertenantworten

Biggi Welter und die Kunst, sein Kind schlafen zu lassen...
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/mebboard.php3?step=1&range=20&action=showMessage&message_id=56060&forum=129
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/beitrag.htm?id=101956

Gudrun von der Ohe Rezension
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/beitrag.htm?id=102109


Gehirnentwicklung
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag/a_Kindheitsforschung/s_763.html
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag/a_Kindheitsforschung/s_2338.html

"Schaden durch Schreienlassen"
ein Text, übersetzt aus "The No-Cry Sleep Solution". da ist auch der Text von Jean Liedloff dabei, die beschreibt, wie sich ein so allein gelassenes wesen fühlt.

SCHREIENLASSEN
Es hört sich so einfach an: Einige Nächte schreien lassen, und dein Baby wird die ganze Nacht schlafen – jede Nacht. Wenn es nur so einfach wäre! Meine Recherchen haben ergeben, dass nur sehr wenige Eltern einen so einfachen Erfolg erleben. Viele müssen wochenlang jede Nacht mit stundenlangem Weinen (dies gilt oftmals für Baby und Eltern), fertig werden. Manche Babys schreien so sehr, dass sie sich übergeben müssen. Einige Eltern stellen fest, dass das nächtlichen Weinen das Verhalten des Kindes am Tag beeinflusst – es wird anhänglich und durcheinander. Viele bemerken, dass jede Art von Rückschlag (Zahnen, Krankheit, Ausfall eines Nickerchens, Urlaub) ihr Kind erneut zum nächtlichen Aufwachen bringt, und sie ihr Kind wieder und wieder schreien lassen müssen. Viele wenn nicht alle Eltern, die auf das Schreienlassen zurückgreifen, glauben aber, dies sei der einzige Weg, ihr Baby zum Durchschlafen zu bewegen.

Was Experten über die beiderseitige Qual des Schreienlassens sagen
(...) Dr. Paul M. Fleiss und Frederick Hodges in Sweet Dreams (Lowell House, 2000) sagen folgendes über solche Trainingsprogramme für Babys:
Babys und kleine Kinder sind eher emotionale als rationale Wesen. ein Kind kann nicht begreifen, warum Sie seine Rufe nach Hilfe ignorieren. Nicht auf die Schreie Ihres Babys zu reagieren, auch mit der besten Absicht, bedeutet, dass sich Ihr Kind im Stich gelassen fühlt. Babys haben biologische Bedürfnisse, die „Schlafexperten“ entweder ignorieren oder verleugnen. Es stimmt, dass ein Baby, dessen Bedürfnisse ignoriert werden, letzten Endes wieder einschlafen wird, aber das Problem, dass das Aufwachen eigentlich hervorgerufen hatte, bleibt ungelöst. Auch wenn die Eltern nachgesehen haben, um sicher zu gehen, dass das Kind nicht krank ist oder an sonstigem körperlichen Unbehagen leidet, wird der eigentliche emotionale Stress beim Baby bestehen bleiben, wenn sie mit ihm nicht auf eine mitfühlende Weise umgehen, es beruhigen oder stillen, bis es wieder einschläft.
Die vernünftigste und anteilnehmendste Herangehensweise ist ein sofortiges Reagieren auf das Weinen Ihres Kindes. Vergessen Sie nicht, Sie sind die Eltern. Und Ihrem Kind Sicherheit zu geben ist eine der erfreulichsten Aufgaben der Elternschaft. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, das Sie alleine die Macht haben, das Leben Ihres Babys aufzuhellen und Angst und Schmerz von ihm fernzuhalten.

Kate Allison Granju schreibt in Attachement Parenting (Pocket Books, 1999):
Babys sind Menschen, extrem hilflose, verwundbare, abhängige Menschen. Ihr Baby verlässt sich auf Ihre liebevolle Fürsorge. Wenn es weint, signalisiert es – auf die einzige Art, die es kennt – dass es Sie braucht. Sie wissen, wie es sich anfühlt, vor Angst oder Verzweiflung zu weinen. Es fühlt sich schrecklich an. Und für ein Baby ist es nicht anders. Wenn Ihr Baby weint – aus welchem Grund auch immer – erfährt es körperliche Veränderungen. Sein Blutdruck erhöht sich, seine Muskeln erhalten eine erhöhte Spannung, Stresshormone überfluten seinen kleinen Körper. (...)

Dr. William Sears (...) warnt in Nighttime Parenting (Plume, 1999), sogar vorm Schreienlassen:
Eltern, lasst mich euch warnen. Schwere Probleme in der Kindererziehung haben keine einfachen Lösungen. Kinder sind zu wertvoll und ihre Bedürfnisse zu wichtig, als dass sie zu Opfern billiger und oberflächlicher Ratschläge werden dürften.

Wie fühlt sich ein Baby, das man schreien lässt?
Niemand weiß wirklich, wie sich das Schreienlassen tatsächlich auf ein Baby auswirkt. Man kann es schließlich nicht zweimal aufziehen und sich den Unterschied ansehen. Und niemand weiß wirklich, wie sich ein Baby letztlich fühlt, wenn man es weinen lässt. Jean Liedloff präsentiert jedoch eine sehr wahrscheinliche Sichtweise in Ihrem Buch Auf der Suche nach dem verlorenen Glück (Addison-Wesley, 1977). Hier beschreibt sie das Aufwachen eine Babys mitten in der Nacht:

Er wacht auf in dem sinnlosen Schrecken der Stille, der Bewegungslosigkeit. Er schreit. Sein kleiner Körper brennt von Kopf bis Fuß vor Bedürfnis, Verlangen, unaufschiebbarer Ungeduld. Er schnappt nach Luft und schreit, bis sein Kopf nur noch ein einziges Pochen ist. Er schreit, bis seine Brust schmerzt, bis sein Hals wund ist. Er kann den Schmerz nicht mehr ertragen und sein Schluchzen lässt nach und klingt ab. Er lauscht. Er öffnet und schließt seine Fäustchen. Er rollt seinen Kopf hin und her. Nichts hilft. Es ist unerträglich. Er beginnt wieder zu weinen, doch es ist zu viel für seinen überanstrengten Hals; bald hört er auf. Er rudert mit den Ärmchen, und tritt mit seinen Beinchen. Er hört auf, leidend, unfähig zu denken. Er lauscht. Dann schläft er wieder ein.

Lösungsmöglichkeiten
Wer sein Baby dazu bewegen möchte, nachts durchzuschlafen, für den gibt es andere, liebevollere Möglichkeiten als das Schreienlassen. Durch das Erkennen, Analysieren und Bewerten der Schlafmuster des eigenen Babys können diese sanft beeinflusst und in die gewünschten Bahnen gelenkt werden. Wie das geht, steht z.B. in dem Buch The No-Cry Sleep Solution von Elizabeth Pantley, einer Elternberaterin und Mutter von vier Kindern. Hier werden verschiedene Schlaflösungen, aus denen man die für sich passenden herauspicken kann, vorgestellt, und ein tränenfreier maßgeschneiderter Schlafplan wird erstellt.


Dr. Posth
http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/beitrag.htm?id=833

Re: Darf man ein 6 Monate altes Baby mal schreien lassen?
Liebe Sabine, Ihre Sorge, daß der kleine Fratz Ihnen auf der Nase herum tanzt, ist ziemlich unbegründet. Ein Lernen im eigentlichen Sinne, d.h. geistige Vorwegnahme eines zu erreichen Ziels, Planung einer adäquaten Handlung aus dem faktischen ("expliziten") Gedächtnis heraus und Schlußfolgerung, Annahme und Ziel auf diese Weise in Übereinstimmung zu bringen, sind von einem kleinen Säugling aus verschiedenen Gründen nicht zu leisten. a) sein faktisches Gedächtnis ist noch unreif, nachweisbar dadurch, daß das diesbzl. Zentrum im Gehirn, der Hippocampus noch nicht optimal arbeitet. b) die für planendes Handeln zuständigen Hirnrindenabschnitte im Frontalhirn des Menschen sind größtenteils noch nicht an das assoziative System angeschlossen. Beweise dafür liefern uns die Positronenemissionstomographie (PET) und die funktionelle Magnetische Resonanztomographie (fMRT). Sorry für soviel Wissenschaftlichkeit, aber wenn ich mir schon die Mühe mache, ständig das ganze wissenschaftliche "Zeug" zu lesen, dann will ich es auch mal in die Welt hinaustragen. Solche Forschungsergebnisse werden übrigens in einigermaßen lesbaren Büchern von internationalen und deutschen Forschern niedergeschrieben.
Zurück zum Thema. Wenn der Säugling also die Zusammenhänge weder verstehen noch lernen kann, was passiert dann? Unglücklicherweise funktioniert sein emotionales Gedächtnis schon, und zwar vom ersten Tag an. Dazu gibt es ein anderes Gedächtniszentrum, die Amygdala oder Mandelkerne. (Das hat man erst in den letzten Jahren entdeckt). Die liegen übrigens ziemlich in der Nähe vom Hippocampus in beiden Schläfenlappen im Gehirn. Und darüber werden nun all die frühen Gefühle (zunächt eben ohne den faktischen Hintergrund) peu a peu abgespeichert. Das hat die Natur deswegen so eingerichtet, daß der Mensch vom ersten Tag an mittels seiner Gefühlshaftigkeit eine primäre Bindung zu seiner Bezugsperson aufbauen kann. Das Gefühl verursacht die Bindung! (Ich weiß nicht, ob J.Bowlby, der die Bindungstheorie aufgestellt hat, auch schon so weit gedacht hat).
Wenn nun der Säugling in dieser "Arbeit" immer wieder heftig erschüttert wird, wird er in seiner Entwicklung Schwierigkeiten bekommen. Mal Schreien, ist sicher kein allzu großes Problem, die Natur hat Sicherungsmaßnahmen und Toleranzspielräume eingebaut, die aber "auszunutzen", damit das ganze Eltern-Kind-Konzept besser in unsere anspruchsvolle, normative Zeit paßt, das halte ich für unstatthaft.
Ich glaube, dieser Schwenk war nötig, um hier einmal mit ein paar alten (pädagogischen) Zöpfen aufzuräumen. Oder? Vielen Dank für Ihre Geduld beim Lesen

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.php3?step=0&range=20&action=showMessage&message_id=30095&forum=155
Liebe Conny, in der Tat ist es so, daß je älter der Säugling wird, desto genauer nimmt er die Vorgänge in seiner Umwelt wahr. Und er fängt sich an zu sorgen um seine Sicherheit und sein Wohlergehen. Dazu bedarf es zunächst keiner schlimmen Vorerfahrungen. Diese Sorgen und Ängste sind ihm angeboren und rühren aus den Urzeiten der Menschheit her, den Zeiten, in denen es für einen Säugling tatsächlich lebensgefährlich gewesen ist, nicht bei seiner ihn beschützenden Bezugsperson zu sein. Mit Zunahme der Selbstbewußtheit werden diese Trennungs- und Verlustängste immer intensiver, und die bis dahin entstandene Bindung wird nun auf ihre Stärke geprüft. Hat man seinen kleinen Säugling aber zum Einschlafen in der Zeit davor häufig schreien lassen (oft ja nur auf den gut gemeinten Rat Unkundiger hin), ist die Stärke der Bindung nicht in dem Maße gegeben und die Angst beim Säugling größer.
Die logische Schlußfolgerung, gerade jetzt, wenn aus Entwicklungsgründen ein Phase der Prüfung stattfindet, viel Geduld aufzubringen, länger am Bett sitzen bleiben, bis der Säugling wirklich fest eingeschlafen ist und in der Nacht prompt zur Verfügung zu stehen, wenn der Säugling anfängt zu schreien. Das geht eigentlich nur beim gemeinsamen Schlafen (s. gezielter Suchlauf). Die Sicherheit, die er jetzt zusätzlich erfährt, wird für ihn zu einer guten Gewohnheit und schafft Bindungsstärke für weitere Prüfungen. Viele Grüße

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.php3?step=0&range=20&action=showMessage&message_id=26223&forum=155
Sie dürfen Ihre Tochter überhaupt nicht schreien lassen, weder im Stehen noch im Liegen. Denn Schreien bedeutet Streß, und Streß ist erwiesenermaßen ungesund für die Hirnentwicklung und seelische Konstitution. Überdies wird Mutter-Kind-Bindung gestört und das Urvertrauen schwindet. Ihre Tochter braucht ein liebevolles Einschlafritual (gezielter Suchlauf!) zur geeigneten Zeit, wenn sie müde wird. Derjenige von Mutter oder Vater, der das Einschlafritual übernimmt, bleibt solange bei seinem Kind bis es fest eingeschlafen ist. Das Konditionierungsprinzip mit fraktioniertem Schreienlassen ist ungesund für die kindliche Seele und muß aus psychologischen Gründen strikt abgelehnt werden (s. Ferber-Methode im allgemeinen Suchlauf). Viele Grüße

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.php3?step=2&range=20&action=showMessage&message_id=10241&forum=155
Liebe X, das hier ist kein!Schlafforum. Aber ich will Sie nicht enttäuschen.
Die "Ferber-Methode", wie auch immer genannt, ist ein Konditionierungsprogramm, das Methoden anwendet, die auch bei Tieren wirksam sind. Ein unerwünschtes Verhalten wird als falscher Reiz bezeichnet, und zwar von dem, der die Macht dazu hat. Dieser nutzt nun seine Macht dahingehend aus, daß er den "unerwünschten Reiz" mit einer unerwünschten Reaktion seinerseits koppelt. In praxi heißt das, der Erwachsene erhört das Bedürfnis nach Zuwendung des Kindes eine Zeitlang nicht, damit dieses durch in sich anwachsende Unlust sein unerwünschtes Verhalten reduziert, schließlich aufgibt. Da der Mensch ein sehr anpassungsfähiges Wesen ist, funktioniert dieses Prinzip über kurz oder lang praktisch immer. Damit das ethische Problem bei dem Zwang zu Unlust nicht allzu groß wird, wählt man geschickterweise eine zeitlich fraktionierte Methode, das System funktionierte aber auch, wenn man gar nicht hinginge zum schreienden Kind und es durchschreien ließe, womit wir wieder da sind, wo wir bereits vor 30 oder 40 Jahren standen.
Warum soll man etwas anderes, auch noch viel Anstrengenderes tun, wenn das alte Prinzip, Tür zu und schreien lassen, bis das Kind aufgibt, auch funktioniert? Kurze, lange Antwort: Weil der Mensch eine Seele hat und ihn sein Instinkt dafür weitestgehend verlassen hat. Da die Seele aber ein Unterbewußtsein (Zugang höchstwahrscheinlich das Limbische System über die Amygdala/Mandelkerne)besitzt, in das alle schmerzlichen Gefühle hinein verdrängt werden, um den Moment des Leids auszuhalten, ist sie sozusagen "nachtragend", will heißen, das Unterbewußtsein erinnert einen Menschen immer wieder, z.B. bei ähnlichen Spannungssituation im ganzen nachfolgenden Leben. Das Problem dabei ist aber, daß je weiter der Mensch im Leben sich von den Ursprüngen seiner Leidesgeschichte entfernt hat, desto schwieriger wird es für ihn durch Überlagerungen an eben diesen Ursprung noch einmal zurück zukommen, um etwas dann doch noch zu bewältigen. Folge, er leidet unterschwellig sein Leben lang, weiß teilweise nicht einmal mehr warum eigentlich und wird nun alles für ihn Nützliche tun, den Level dieses Leid möglichst tief zu halten. Dabei ist er zu Vielem bereit im Guten wie im Bösen.
Was also tun? Gehen Sie, wenn sie es nicht sowieso bei sich haben, nachts zu Ihrem Kind, wenn es wirklich weint oder gar schreit, nicht bei jedem Knüttern. Bleiben Sie einfach bei ihm streicheln es, trösten es mit Worten und Gesten, geben ihm vielleicht den Beruhigungssauger oder sein Schmusetuch/ Püppchen/Teddy und warten Sie geduldig, bis es wieder schläft. Die Aufwachzeiten werden mit der Zeit 100% immer weniger, vor allen dann, wenn Sie das Kinderbett mit im Schlafzimmer haben und gar nicht erst aufstehen müssen. Voraussetzung ist, daß das Kind gesund ist, nicht gerade Zähne bekommt, etc. Voraussetzung ist allerdings eigentlich auch, daß das Kind bei den sogenannten 3-Monatskoliken oder "Schreiattacken" in den ersten Lebenswochen auch nicht einfach hat schreien müssen, sondern getröstet und beruhigt wurde. Sehen Sie, wir reden hier über ein, zwei Jahre im Leben eines Menschen, wahrscheinlich mit seine wichtigsten (auch wenn doppelt kluge Psychologen dieses Paradigma derzeit wieder in Frage stellen). Aber der ganze "Rest" dieses Lebens wird Sie weiter und weiter beschäftigen. So, dieses statement war wohl wichtig, sozusagen ein Anti-Ferber-statement. Viele Grüße und viel Erfolg


Hallo, wie Sie bestimmt längst wissen, wird in meinem Forum die Methode des Schreien-lassens als ein frühe Form der Kindesvernachlässigung abgelehnt. Daß in der Bevölkerung immer noch die Uraltsitten der rigiden Säuglingsbehandlung grassieren, ist eigentlich beschämend angesichts der Tatsache, daß in Deutschland immer mehr Kindesmißhandlungen bekannt werden. Auf der einen Seite haben wir in Deutschland immer weniger Kinder und auf der anderen Seite werden die wenigen Kinder, die noch existieren, in ihren natürlichen Bedürfnisse vielfach mißachtet.
Ein Säugling, der schreit, hat ein elementar wichtiges und nur durch den sicheren Kontakt zur Bezugsperson zu stillendes Bedürfnis. Das kann sein Hunger, Schmerz, Angst, Gefühle von Einsamkeit und Unheimlichkeit. Schließlich kommt der kleine Mensch in eine Welt, von der er noch nichts, absolut nichts weiß. Er braucht also dringend eine ganz zuverlässige und liebevolle Bezugsperson, die ihn in diese Welt sicher begleitet. Zu ihr baut er eine lebenslange vertrauensvolle Bindung auf, die primäre Bindung. Ablehnung, Schreien-lassen, Nichtbeachten gefährdet diese Bindung nachhaltig, beeinträchtigen die Gehirnentwicklung und schaffen einen gefährlichen Boden für spätere psychische Störungen.
In meinen 3 Langtexten und in diversen Stichworten, zu finden über den gezielten Suchlauf, z.B. Säuglingsschreien finden Sie die Grundhaltungen, die hier im Forum vetreten werden und nach Möglichkeit Anwendung finden sollen. Wenn Ihnen irgendetwas beim Lesen unklar bleibt, bitte wieder schreiben. Viele Grüße

Beitrag von hailie 25.04.10 - 20:28 Uhr

#pro

Beitrag von mrslucie 25.04.10 - 21:12 Uhr

Hallo,

ja, ich. Aber nicht, weil sie nur auf dem Arm einschlief. Sondern weil meine Tochter damals nie mehr als 20 min am Stück schlief, und das seit Monaten, und wir ihr nicht mehr gerecht werden konnten (sie schlief bei uns im Bett, wurde viel getragen, etc.).

Waren dann bei der Schreiambulanz (nach KiA, Homöopathie, Osteopathie, alles).

Also, falls bei Euch die Nächte so sind, dass Ihr Euch tagsüber selbst nicht mehr kennt, kannst Du micht gerne kontaktieren, dann kann ich mehr erzählen.

Aber wenn's nur um's Einschlafen geht - dafür ist keine Methode geeignet, das regelt sich von allein.

Lg Lucie

Beitrag von nicole9981 25.04.10 - 22:14 Uhr

Hallo!

Ich würde es nicht machen. Egal wie alt.

Als mir bei Nils die Arme schwer wurden habe ich mich einfach mit ihm zusammen hingelegt. Er konnte so bei Mama einschlafen, ich musste ihn nicht umhertragen und konnte einfach wieder aufstehen wenn er schlief. Meist bin ich mit eingeschlafen.

Nils musste nie schreien und brauchte mich über 2 Jahre zum einschlafen. Und heute schläft er problemlos alleine ein ohne Theater und zwar ohne dass wir ihm Druck gemacht haben. Muss dazu sagen dass Nils immer schon auf einer großen Matratze am Boden geschlafen hat. Auch heute hat er kein Kinderbett sondern eines wo ich notfalls auch mit reinpasse...das hat das alles sehr einfach gemacht.

LG Nicole

Beitrag von maya2308 26.04.10 - 10:21 Uhr

Huhu!

Also ich persönlich habe auch von Anfang an Collin immer direkt wach ins Bettchen gelegt. Allerdings hat er nie groß Theater gemacht.

Meistens verliert er 1-2 mal noch den Schnuller und meckert ein wenig. Dann gehe ich rein, gib ihm den Schnuller wieder und er schmeißt dann immer sofort seinen Kopf zur Seite, als wollte er sagen "Gut, und jetzt hau endlich ab, damit ich meine Ruhe habe!". Ich geh dann auch sofort und mach nicht noch erst ne Streichelparade etc.! Denn was Mamis Seele braucht, muss Baby nicht unbedingt immer gut tun! Bzgl. Einschlafen meine ich!

Tja, das Problem mit auf dem Arm einschlafen hört man hier immer wieder. Auch, dass die Muttis dann hier rumheulen, dass sie das Problem nicht mehr rauskriegen! Da frag ich mich doch: "Wieso fangt ihr damit erst an?" Ihr könnt euch doch denken, dass das in die Hose geht und ihr dann euer Kind bis ...ich weiß nicht wie lange...in den Schlaf schuckeln müsst.

Das heißt nicht, dass ich eine Rabenmutter bin und abends nicht für mein Kind da sein will, wenn es Einschlafprobleme haben sollte. aber es gibt wirklich andere Wege, ...auch ohne ferbern, für die die da jetzt so absolut Probleme mit haben!

Das dazu...

LG

Beitrag von under30 26.04.10 - 11:26 Uhr

Hallo,

du hattest eindeutig Glück mit deinem Baby.

Weißt du, nicht alle Babys sind so und lassen sich einfach so ablegen und dann sucht man nach einer Möglichkeit, dass das Baby überhaupt schläft. Selber will man ja auch irgendwann schlafen.

Und ein Baby fordert immer das ein was es braucht, und wenn es eine bestimmte Gewohnheit nicht mehr braucht, lässt es das einfach.

Sollten die Eltern es anders haben, müssen sie die Änderung ganz langsam einführen und keine Hauruckanktion starten.

Die wenigsten Eltern heulen rum, weil sie bestimmte Sachen mit Absicht eingeführt haben, sondern die Babys brauchen es. Manchmal hat man Durchhänger und man kotzt sich hier aus und hofft auf Ideen von anderen erfahrenen Mamas. Etwas passt vieleicht auf die eigene Familie und man probiert es aus ob es auch funktionert. Wenn man nicht fragt, kriegt man auch keinen neuen Input.

Ich habe eine Bekannte, deren erstes Baby war total easy zu händeln, vermutlich wie deines. Jetzt hat sie mittlerweile ein 2-tes 1 J. alt, und die ist wie meine, eine einzige schlafkatastrophe. Sie hat bestimmt nichts anders gemacht, die Kinder sind halt verschieden. Das was bei der großen funktioniert hat, funktioniert bei der Kleinen eifach nicht.

Wenn man so ein einfaches Schlafbaby hat, kann man einfach nicht mitreden. Und ein "Ich habs von Anfang an so gemacht" hilft da leider einfach nicht weiter. Man bekommt höchstens das Gefühl, selber unfähig zu sein, obwohl dass nicht stimmt, das ist nur ein anderes Baby.

So genug geschwafelt.

LG
Theresa

Beitrag von nicole9981 26.04.10 - 11:36 Uhr

@maya2308

Du weißt aber schon dass das nicht immer der Fall ist? Kann sein dass Dein Sohn das mit sich hat machen lassen und das ist auch okay. Unser Großer war auch so. Aber was machst Du wenn das Baby schreit? Schreien lassen? Unser Kleiner hat geschrien und das auch am ersten Tag wenn ich weggegangen bin. Ist das etwa auch anerzogen? Nein, es war einfach so.

Ich denke dass Mamas die nie Probleme in einer solchen Richtung hatten nicht wirklich mitreden können. Du standest nämlich schonmal nicht vor der Frage was Du machst wenn das Baby schreit wenn es im Bett liegt. Ich habe jeweils das eine und das andere gehabt (was schonmal nicht für einen "Erziehungsfehler" spricht.)

LG Nicole

Beitrag von hailie 26.04.10 - 12:26 Uhr

es gibt eben nicht immer andere wege.
meine tochter schlief die ersten 3 monate auch alleine in der wiege ein. ich habe sie wach hingelegt, neben ihr gesessen und ihr etwas vorgesungen... sie hat nicht lange zum einschlafen gebraucht. das hat sich irgendwann geändert - sie brauchte plötzlich unsere nähe und wollte partout nicht mehr abgelegt werden. was tut man da? natürlich, man trägt das schreiende baby in der wohnung herum, damit es zur ruhe kommt. je länger das ganze gedauert hat, desto schwieriger und schlimmer wurde die situation... daher versucht man eben, das müde baby möglichst schnell zum schlafen zu kriegen, gerne auch auf dem arm.

du hattest glück mit deinem sohn.

lg

Beitrag von brille09 26.04.10 - 16:12 Uhr

Also, wenn dein Kind auf dem Arm einschläft, ist es doch prima. Hauptsache es schläft ein. Gibt doch überhaupt keinen Grund, das zu ändern. Klar, mit 2-3 Jahren oder so wird es sicher mal nicht mehr ständig rumgetragen werden müssen (und auch nicht mehr können). Aber jetzt?