Eine Familie die keine ist...

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von lieber anonym 25.04.10 - 16:07 Uhr

Hallo

mich macht seit Jahren schon die Situation meiner Familie fertig. Wir sind drei Geschwister (20,29 und 35 Jahre) und unser Papa ist vor 8 Jahren gestorben. Ich dachte so ein Schicksalschlag hällt die Familie zusammen, aber bei uns genau das gegeteil passiert.

Hautproblem ist das Verhältnis zwischen mir (29) und meinem Bruder (36). Das fing schon in der Pubertät an das er mich nur noch geärgert hat, mich nicht behandelte wie eine Schwester sondern eine weitäufige bekannte die man nicht besonders gut leiden kann. Er ist ein sehr distanzierter Typ auch meiner Mutter gegenüber, redet nie über Gefühle, mach immer ein auf Dicke Hose, große "Fresse" usw. Er will halt immer auf Cool machen. Lebt ganz normal, verheiratet, Haus gebaut, ein Kind und haben sichere Jobs).

Nun hat meine kleine Schwester am Wochenende geheiratet und da war er wieder wie immer. Hat mich zweimal vor allen Gästen blosgestellt, nicht beachtet, ich bin immer nur die, die anders ist, nicht redenwert usw. Und er ist dann immer DER Coole. Er hat alle mit Handgeben verabschiedet, zu mir nur kurz hergenickt. Dabei hab ich ihm immer gezeigt das er mir wichtig ist. Erst vor wenigen Wochen war er im Krankenhaus und ich hab mir voll sorgen gemacht, ihn agerufen und gefragt was er braucht usw. Aber ER und Seine Frau melden sich NIE, nur wenn sie was wollen oder es auf Geburtstag zugeht.

Mich hat er nur einmal gut behandelt. Zu der Zeit wo ich einen Freund hatte, der ihm in den Kram gepasst hat. Dieser war auch cool, sportlich, hat was dargestellt. Zu der Zeit war ich DIE Schwester. Und als ich mich getrennt hab wieder voll der Puh-mann. Warum wieso, das interessiert niemand. Man sieht nur, die hat wieder was falsch gemacht usw.


Mit tut das alles wahnsinnig weh. Da hat man erst schon keine Familie mehr, Papa tot, Eltern waren einzelkinder, Die einzige Oma liegt im sterben zur zeit.

Ich frag mich nur warum das alles? Ich bin doch auch ganz normal, gehe arbeiten, mein Kind ist toll, einziger Haken ist das ich eben kein Beziehungsmensch oder Typ bin, alles geht nach kurzer Zeit schief. Aber man kann doch die eigene Schwester nicht nur dann gut behandeln wenn einem der Partner passt. Das ist doch keine Familie.
Jeder macht nur sein ding, und wenn man aufeinandertrifft ist man enttäuscht danach.

Ich hab nach der Hochzeit die halbe Nacht geheult weil ich mir soo sehr wünsche das wir als Familie normal miteinander umgehn. Was hab ich ihm nur getan das er mich so abwertend behandelt. Ich versteh das nicht.

Jetzt wird es so sein das mein Bruder mit dem Mann meiner Schwester eine super Freundschaft haben wird, da sie die gleichen Interessenteilen, nämlich: den 2. Weltkrieg. Alles wird gesammelt, Daten gefeiert usw...die sind so krank und stellen am 20.4. Teelichter auf. Sie sehen normal aus, aber innerlich sind sie totale Rassisten. Der Frauenarzt meiner schwangeren Schwester ist dunkelhäutig und deswegen geht der Papa dazu nicht mit den zu den untersuchungen!!! Das ist doch krank! Aber ich bin der depp für alle.

Ich hab sowviel schönes für die Hochzeit gemacht, war trauzeugin, hab echt viel Geld ausgegeben und das wo ich echt nicht viel hab. Und dann wird man ab dem abendessen nicht mehr angeguckt. Das tut soo weh.

Ich bin schon an dem Punkt wo ich seh es wäre besser sich von der Familie zu distanzieren aber es fällt so schwer sowas zu akzeptieren. Wie kann es sein das eine Familie zerbricht. Warum macht mein Bruder immer so auf Cool und spaltet alles damit. Weil meine kleine Schwester ntürlich stolz ist einen so coolen Bruder zu haben.Aber in meinen Augen ist das nicht cool, sondern er tut einfach nur weh und ist verletzend, weil er null interesse an Familienleben hat. Er sagt immer wir wären ja alle nicht ganz dicht.

Meine Mutter hatte kurz nach Papas tot schon einen neuen. Der ist auch noch dazu gewöhnunsbedürftig.

Ach man, am liebsten wäre es mir wir wären eine ganz normale Sippe, die ab und zu mal zusammen grillt, redet, usw.

Das ganze Jahr gibt es keine gemeinsamen Aktivitäten. Man sieht sich nur zu Feierlichkeiten und dann ist es so kalt.


Kennt ihr jemand bei dem es auch so ist? Ist es in dem Fall besser man distanziert sich? Rede bringt nix, auf sowas lässt er sich gar nicht ein. Er ist so und gut.

Ist halt schlimm wenn man eine Familie hat aber keine ist.

Wie komm ich mit dieser Situation einigermaßen klar?

Danke für´s Lesen. Ich freu mich wenn jemand was dazu schreibt.

Beitrag von unilein 25.04.10 - 17:19 Uhr

Seine Familie kann man sich nicht aussuchen. Du hättest gerne eine, die sich auch wie eine benimmt. So geht es aber vielen Leuten. Ob die nun eine schreckliche Familie haben oder gar keine - es ist eben nicht so, wie sie es gerne hätten. Wie so oft im Leben. Du solltest das beste für dich daraus machen. Dich schützen, dass du nicht an so etwas kaputt gehst wie der Beziehung zu deinem Bruder.

Ein Nazi, der dich wie den letzten Dreck behandelt und nur nett zu dir ist, wenn du einen für ihn akzeptablen Partner hast? Also ein Nazi und ein Sexist? Und du glaubst, der könnte sich so ändern, dass du Spaß daran hättest, mit ihm zu grillen? Nicht? Na denn weg mit dem aus deinem Leben!

Warum sich bemühen, jemand zu gefallen, der es nicht verdient hat? Verwandschaft hin oder her.

Leider hast du nichts über das Verhältnis zu deiner Schwester geschrieben. Hat sie sich denn über deine Bemühungen für ihre Hochzeit gefreut? Wenn sie genauso wenig Interesse an dir hat wie dein Bruder, dann kannst du ja getrost alle Bande kappen zu deiner Familie. Dann bist du frei, dir etwas eigenes aufzubauen. Einen großen Freundeskreis zum Beispiel.

Dass du Bindungsprobleme hast bei der Familie wundert mich übrigens nicht #liebdrueck

Beitrag von Irrlichtchen 26.04.10 - 01:11 Uhr

Ich verstehe deine Trauer um eine intakte Familie, aber ich würde keinen engen Kontakt zu einem Bruder haben wollen, der an *Führers Geburtstag* Kerzen anzündet.
Man kann auch bei Freunden so etwas wie Familie finden.

Beitrag von frauke131 26.04.10 - 11:00 Uhr

Werd erwachsen. Blut ist manchmal dicker als Wasser, aber manchmal passt es eben nicht! Dein Problem ist, dass Du sehnlichst auf die Anerkennung Deines Bruders wartest. Warum? Ich denke nicht, dass man, nur weil es Familie ist, auf Teufel komm raus gemeinsame Aktivitäten braucht. Freunde sucht man sich ja auch, so dass es passt.

Wenn Geschwister sich nicht verstehen, ist das zwar schade, aber nicht zu erzwingen.

Such Dir Freunde und halte Distanz zu Deiner familie!

Beitrag von angelaangela 26.04.10 - 15:00 Uhr

Ja, das ist wirklich traurig und schade. Aber sie werden ihr Leben nicht auf deine Sehnsüchte ausrichten, egal wie lieb du zu ihnen bist.

Du brauchst dich von dieser Familie nicht unbedingt mir großem Brimborium zu distanzieren. Kontakte auf das Nötigste reduzieren reicht. Du wirst dich vielleicht nie auf deinenKraft und deinen Wert besinnen, wenn du am Tropf deines Bruders hänsgt. Ja, es ist traurig, dass sie so sind, aber du WIRST es nicht ändern.

Lass sie in Ruhe, sonst findest du selbst keine.