Unterhalt/Mangelfall?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von lebelauter 26.04.10 - 11:24 Uhr

hallo,

ich habe in meinem näheren Umfeld eine verheiratete Mutter von 2 süssen Söhnen (2 Jahre und 4 Jahre). Mit ihrem mann lebt die Gute natürlich zusammen. Der jedoch hat aus einer früheren beziehung eine "große" Tochter. Sie ist 14 und lebt bei ihrer Mutter.

Per gerichtlichem Vergleich ist ER dazu verpflichtet, der Mutter der Großen 100 % der jeweiligen Altersstufe zu zahlen. Der Vergleich stammt aber noch aus einer zeit, in der er noch nicht verheiratet war und seine beiden Söhne hatte.#
Sein Einkommen beträgt etwa 28.000 € im Jahr aus selbstständiger Arbeit, davon sind noch KV und Steuern zu zahlen :-(

Weiss jemand, wie sich der Unterhalt berechnet, auch unter Anrechnung von Kindergeld, Selbstbehalt und dem Unterhalt für die beiden Kleinen und seine Ehefrau?

Es geht hier nicht darum, dass er so wenig wie möglich zahlt, sondern darum, was er zahlen muss. Er Zahlt momentan auch mehr als er muss und hat darüber hinaus ein Sparbuch für die Große eingerichtet auf das er regelmässig einzahlt.

Es wäre nur ganz gut zu wissen, was er tatsächlich zahlen muss, denn die Mutter der Großen macht sehr oft Schwierigkeiten wegen des Umgangs ohne sachlichen Grund und so ist die verhandlungsposition einfach besser, wenn man klipp und klar sagen kann, dass man schon mehr tut, als man muss.

LG

LL

Beitrag von witch71 26.04.10 - 11:47 Uhr

Mit der Unterhaltsberechnung kenne ich mich nicht aus, abgesehen davon, dass ich auf die Düsseldorfer Tabelle verweisen kann. ;-)

Was aber wohl nicht funktioniert ist, der Mutter zu sagen, man tue ja finanziell bereits genug für das Mädchen und habe daher ein Recht auf einen störungsfreien Umgang.
Rechtlich haben diese beiden Dinge nämlich nichts miteinander zu tun. Auch ein Vater, der keinen Unterhalt zahlen kann, hat sein Umgangsrecht.

Vielleicht beschreibst Du mal besser, wo das Problem mit dem Umgang liegt, dann kann man vielleicht mit besseren Argumenten ansetzen?

Beitrag von lebelauter 26.04.10 - 11:58 Uhr

Hallo,

ich weiss schon, dass das RECHTLICH keine argumentation ist... TATSÄCHLICH aber schon :-)

Die Mutter möchte sich eben öfters mal nicht an den Umgangsvergleich halten, weil sie zu anderen zeiten Urlaub machen will, weil sie so keine günstigen Flüge bekommt, weil sie zu anderen zeiten lieber ohne Kind wäre und und und... Dabei wurde der vergleich ja extra geschlossen, damits keien Streit gibt uns alle wissen woran sie sind und eine verlässliche und langfristige Lösung haben....

Und das Argument, dass man mehr als man muss fürs Kind zahlt und diese zusätzlichen zahlungen ja auch einstellen könnte (!) (tut man natürlich nicht) könnte dann eben doch ziehen :-)

LG

LL

Beitrag von ppg 26.04.10 - 12:07 Uhr

Sein Einkommen beträgt etwa 28.000 € im Jahr aus selbstständiger Arbeit, davon sind noch KV und Steuern zu zahlen

Ja und da liegt der Hase im Pfeffer:

Der Mann unterliegt einer erhöhten Erwerbsobliegenheit. Wenn er mit seinem Hobby nicht genug erwirtschaftet um seiner Unterhaltspflicht genüge zu tun, muß er sich eine besser bezahlte Arbeit suchen müssen, oder einen Zusatzjob annehmen.

Ein Mangelfall liegt hier m.E. nicht vor.

Allerdings ist Unterhaltsrecht eine sehr komplizierte Angelegenheit. Ich würde an Stelle Deiner Freundin einen Anwalt zu Rate ziehen. Nur allzugroße Hoffnungen sollte sie sich nicht machen.

Ute

Beitrag von elsa345 26.04.10 - 13:37 Uhr

Also ob Du da ev. recht hast, kann ich nicht beurteilen. Deine Aussage aber:

>Wenn er mit seinem Hobby nicht genug erwirtschaftet um seiner Unterhaltspflicht genüge zu tun, muß er sich eine besser bezahlte Arbeit suchen müssen, oder einen Zusatzjob annehmen. <

ist gelinde gesagt, eine Frechheit. Du weißt doch gar nichts über die Umstände. Vielleicht hat er sich ja gerade erst selbständig gemacht und dann ist ein regelmässiges Einkommen i.H.v. 28000,- jährlich nicht unüblich und bestimmt schwer genug zu erwirtschaften. Ausserdem haben wir in D immer noch das verbriefte Recht der freien Berufswahl. Und ein Selbständiger der noch nebenbei Zeit für einen Nebenjob hat, den würde ich gerne kennenlernen, vor allem zu Beginn der Selbständigkeit. Ausserdem hat sie nicht gesagt, das er seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt. Er bezahlt 100% der jeweiligen Altersstufe und das wurde festgestellt. #augen

Beitrag von ppg 26.04.10 - 13:54 Uhr

Es ist vollkommen egal ob er sich gerade Selbständig gemacht hat oder schon seit Jahren herumkrebst.

Der Mann ist zu Unterhalt verpflichtet und hat eine Familie zu versorgen. Da wird vom Gesetzgeber verlangt, das er schaut wie das notwendige Geld hierzu verdient wird!

Ich war auch selbständig, bin auf einigen Rechnungen sitzengeblieben und mußte in Konkurs gehen, weil ich mit den paar Euronen die ich dann noch erwirtschaftet habe keine Familie ernähren konnte. Ist bei One - Man - Shows eben so!

Und auch hier erwirtschaftet der Mann unter Existenzminimum. Da muß er eben die Konsequenzen ziehen und in die Insolvenz gehen oder sich weitere Einnahmequellen erschließen. So einfach macht es der Gesetztgeber gerade Selbständigen nicht, sich aus ihrer Unterhaltspflicht herauszuwinden.

Ich bin übrigens AE Mutter ohne Unterhalt und ohne UVG: Ich habe mich schweren Herzens von einem Gewerbe getrennt, was mir Spaß machte, weil ich in erster Linie dafür verantwortlich bin die Meinen zu Nähren.

Ja, er zahlt 100 % und die wird er vermutlich auch weiterzahlen müssen.

Natürlich gibt es die freie Berufswahl, aber ein unterhaltsverplichteter KV kann nicht der Unterhalt senken, wenn er mit seiner freien Berufswahl nicht ausreichend verdient um seinen Verpflichtungen nachzukommen. Sollte der Mann wegen der Selbstänigkeit einen besser bezahlten Job aufgegeben haben , hat er sich sogar strafbar gemacht, wenn er nun die Unterhaltszahlungen redutzieren will.

Wie gesagt, das ist alles nicht so einfach

Ute

Beitrag von elsa345 26.04.10 - 13:58 Uhr

>Ich bin übrigens AE Mutter ohne Unterhalt und ohne UVG: Ich habe mich schweren Herzens von einem Gewerbe getrennt, was mir Spaß machte, weil ich in erster Linie dafür verantwortlich bin die Meinen zu Nähren. <

Alles klar, keine weiteren Fragen mehr......

Beitrag von ppg 26.04.10 - 14:00 Uhr


Alles klar, keine weiteren Fragen mehr......

Warum??????

Weil ich meine Kinder allein versorgen kann???

Oder eher, weil ich micht notgedrungen besser als Du im Unterhaltsrecht auskenne?

Ute

Beitrag von elsa345 26.04.10 - 14:46 Uhr

Nix von Beidem :-p

Beitrag von badguy 26.04.10 - 15:41 Uhr

;-)

Beitrag von krypa 26.04.10 - 19:52 Uhr

Hallo ppg,

ich meine, Du denkst zu schematisch - am Leben vorbei.

Es kommt ganz drauf an, ob jemand in seinem Beruf einen ausreichend Geld einbringenden Verdienst ermöglicht.
Der arbeitslose Lehrer, der 60 Std. die Woche Taxi fährt, wird wohl kaum für mehr als ein (kleines) Kind Unterhalt zahlen können und auch keinen Nebenjob annehmen können.
Es gibt Viele, die in ihrem Job inzwischen Aufstocker sind.

MfG krypa

Beitrag von ppg 26.04.10 - 20:14 Uhr

Es gibt arbeitslose Lehrer????#kratz

Was haben die denn gemacht??? Sich an den Schülern vergriffen???

Es herrscht Lehrermangel, wenn also ein Leherer Taxi fährt, hat er sich massiv was zu Schulden kommen und sollte dann tunlist keine weiteren Kinder zeugen, wenn er schon das eine , was er hat nicht ernähren kann

Nein Krypa, ich weiß durchaus, das es viele Menschen in diesem Land gibt, die schlecht bezahlt sind.

Aber bitte, dann kann man eben nur so viele Kinder zeugen, wie man auch finanzieren kann. Mach ich nicht anders! Ich hätte auch gern 4 Kinder gehabt, aber dann wäre Vollzeit Arbeit unmöglich und ich war und bin nunmal der Ernährer der Familie.
Auch Männer sollten eine gewisse Kontrolle über ihre Fortpflanzungsorgane haben. Oder willst Du uns mit deinem Post sagen, das dies leider nicht möglich ist , weil Männer alles begatten müssen, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist????

Na, komm - das ist doch zu billig

ute

Beitrag von krypa 26.04.10 - 21:00 Uhr

Hallo ppg,

es gibt durchaus in gewissen Fach- und Stufenbereichen
arbeitslose Lehrer.
Wenn man/frau schon Kinder hat und dann arbeitslos wird, was ist dann? Außerdem entstehen ca. 40-50 % aller Kinder ungeplant, wußtest Du das nicht?

Hör mal auf mit Deinen unangemessenen Spottanmerkungen und Hohnfantasien; wem sollen die denn dienen?

MfG krypa

Beitrag von mariella70 27.04.10 - 12:05 Uhr

"""Hör mal auf mit Deinen unangemessenen Spottanmerkungen und Hohnfantasien; wem sollen die denn dienen?"""
Höre du doch mal auf, bei jedem Widerspruch persönlich zu werden.
Es hilft immer gern mit der Draufsicht aus
Mariella

Beitrag von purzel21 27.04.10 - 11:37 Uhr

>Natürlich gibt es die freie Berufswahl, aber ein unterhaltsverplichteter KV kann nicht der Unterhalt senken, wenn er mit seiner freien Berufswahl nicht ausreichend verdient um seinen Verpflichtungen nachzukommen.<

Die Jobs hier in D scheinen bei dir ja massig vorhanden zu sein...und natürlich gerade die, wo man mit monatlich 3000 € netto nach Hause geht...! #pro Gute Aussage!

Mein Freund ist die ganze Woche von Mo.-Fr. nicht Zuhause...beruflich eingebunden und bekommt trotzdem nur einen Lacher von Lohn. Und? Er muss auch an 2 bzw. 3 ( 1 Kind haben wir zusammen) Unterhalt zahlen...ja und er ist ein Mangelfall und ihm wurde nicht auferlegt seinen Job zu kündigen oder nebenher noch arbeiten zu gehen! Schließlich soll er ja auch noch Umgang wahrnehmen und das würde schlecht gehen, wenn er am WE z.B. noch arbeiten müsste....

Ich würde die ganze Situation mal etwas differenzierter betrachten, denn nicht jeder KV kann einfach so seinen Job schmeissen oder nebenher noch arbeiten....und es ist egal für wieviel Kinder er da KU zahlen müsste...

Was soll ein Mann machen, der 3 Kinder aus einer Ehe hat??? Plötzlich Scheidung und dann??? Wird ihm dann auch vorgeworden, er hätte mit seiner Frau nicht soviele Kinder machen sollen???

Manchmal verstehe ich solche Aussagen echt nicht...#gruebel

LG

Beitrag von mirabelle 26.04.10 - 19:29 Uhr

Wie bereits gesagt wurde: der Mann unterliegt der gesteigerten Erwerbsobliegenheit.

http://www.jurathek.de/showdocument_print.php?session=0&ID=7131

Der Mann deiner Freundin muß sich eben einen Job suchen, mit dessen Einkommen er allen unterhaltspflichtigen Kindern gerecht wird.

Der Unterhalt wird wohl nicht zu kürzen sein, d.h. in seinem Fall wird es keinen Magelfall geben.

M.