Fiona- Unser Engel ist gelandet

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von tuttifruttihh 26.04.10 - 11:32 Uhr

Freitag, 16. April 2010

Nachdem ich die letzten Wochen starke Schmerzen an der Symphyse hatte, die auch mit Schmerzmitteln nur schwer auszuhalten waren, wurde beschlossen bei 38+0 einzuleiten. Die Einleitung wurde von meiner Entbindungsklinik vorgeschlagen aber auch von meiner Frauenärztin und meiner Hebamme befürwortet.
Meine Hebamme beschloss, es heute (2 Tage vor der Einleitung) mit Akkupunktur und einem Wehencocktail zu versuchen, in der Hoffnung, dass ich um die Einleitung drum rum komme.

Gesagt getan. Heute um 10:30 habe ich meine zweite Akkupunktursitzung bekommen (vier Nadeln in jedes Bein, 20 min lang) und danach habe ich den Wehencocktail getrunken. Ich fand den gar nicht so schlimm, wie immer alle sagen. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass ich dann starken Durchfall bekomme, aber alles blieb ruhig. Also sollte ich 2 Std. spazieren gehen. Ich schnappte mir also meine Schwester und tigerte mit ihr und meinen Hunden los. Nach einer Stunde wurde meine Schwester dann von meinem Mann abgelöst, der dann Feierabend hatte.

Mein Bauch wurde immer wieder hart, aber es war weder schmerzhaft, noch regelmäßig. Als wir wieder zuhause waren und auf meine Hebamme warteten wurde es dann regelmäßiger. Meine Hebi horchte nach den Herztönen, alles bestens! Also verabschiedete sie sich wieder, sie will heute Abend um 19:30Uhr noch mal nach mir schauen.

Als sie weg war bestellten wir uns eine Pizza, die Wehen blieben. Irgendwie find ichs aber schwierig die genauen Abstände zu ermitteln, weil jede Wehe anders ist. Mal zieht es mehr in den Rücken, mal mehr in den Unterleib und der Bauch ist auch keine große Hilfe, denn mal ist er 30 Sek. hart, mal ganze zwei Minuten. Naja, wir haben dann mal aufgeschrieben und die Wehen kamen in Abständen zwischen 8 und 2 Min.

Nun entfaltete das Rhizinusöl doch noch seine Wirkung. Mist!

Als es mir wieder besser ging beschloss ich in die Wanne zu gehen. Das Bad war (bis auf eineToilettenunterbrechung) sehr entspannt und die Wehen wurden weniger schmerzhaft, verschwanden aber nicht. Nun bin ich raus aus der Wanne und die Wehen sind viel regelmäßiger geworden (alle 4-5 Minuten). Nur sind sie nicht mehr wirklich schmerzhaft.

Ich ging dann gleich nochmal mit meinem Mann und meinen Hunden ne Runde spazieren. Aber die Wehen verschwanden. Abends sollten wir noch ein Glas Rotwein trinken und Liebe machen, aber auch das half nichts. Der Tag ging zu Ende.

Samstag, 17. April 2010

Heute bekam ich den zweiten Wehencocktail, diesmal sollte er auch Eisenkraut enthalten. Ich war guter Hoffnung, denn ich hatte schon den ganzen Vormittag unregelmäßige Wehen. Meine Hebamme rief mich dann aber an und teilte mir mit, dass sie kein Eisenkraut bekommen hätte. Naja, es wird schon so gehen. Also trank ich den Cocktail und ging wieder spazieren. Diesmal allerdings eine kleinere Runde, denn ich hatte die Vermutung, dass es gestern vielleicht einfach zu anstrengend war und der Körper deshalb die Geburt nicht zulassen wollte. Aber es kamen keine Wehen und so gingen wir früh ins Bett, voller Aufregung und Spannung an den morgigen Tag, den Tag der Einleitung.

Sonntag, 18.April 2010

Wir haben kein Auto, so dass meine Mutter uns ins Krankenhaus gefahren hat. Bei ihr haben wir auch unsere Hunde untergebracht. Alles war also prima organisiert.

Im Kreißsaal angekommen wurde CTG geschrieben, das aber keine Wehen anzeigte. Dann passierte laaaaange nichts. Es schien viel los zu sein, ich hörte ein paar Frauen vor Schmerzen schreien, was mir irgendwie Angst machte. Dann wurde ich endlich untersucht und auch während der Untersuchung wurde die Ärztin zu einer Geburt gerufen.

Ergebnis der Untersuchung: Die Lütte ist 3600g schwer und hat einen KU von 34cm. Der Befund war Muttermund fingerduchlässig und Gebärmutterhals verkürzt. Die Ärztin nahm mich stationär auf und gab mir einen Infozettel über die Einleitung.

Dann sagte sie, ich solle nach Hause gehen und morgen früh wieder kommen, es ist zu viel los. Ich dachte ich höre nicht richtig!

Ich hatte einen TERMIN ZUR EINLEITUNG für heute gemacht. Wieso schicken die mich dann wieder weg???

Ich habe dann meine Hebi angerufen aber die konnte mir auch keinen Rat geben, fand das Verhalten des Krankenhauses aber auch merkwürdig.

Na toll, ich sitz jetzt jedenfalls hier zuhause und habe Angst, dass mir das gleiche morgen nochmal passiert. Außerdem finde ich niemanden, der mich morgen früh ins KH fahren kann, weil natürlich alle arbeiten, werden uns also einen Krankentransport rufen müssen. Der Tag war gelaufen, alles war blöd.

Dazu kommt, dass die letzten Tage schon anstrengend waren durch die Wehencocktails und die letzte Nacht, in der ich sehr schlecht geschlafen habe und sehr früh aufgestanden bin. Und das gleiche kommt diese Nacht nochmal auf mich zu. Am liebsten wäre ich in ein anderes KH gefahren, aber meine Hebi meinte dort würde man die Geburt heute auch nicht einleiten.

Montag, 19. April 2010

Die Nacht war erstaunlich ruhig und entspannt und auch der Morgen lief viel routinierter ab als gestern. Sollte das Ganze vom Vortag etwa doch zu etwas gut gewesen sein? Nun ja, wir haben uns einen Krankentransport gerufen. Im Krankenhaus angekommen wurde ich wieder ans CTG geschlossen. Als es fertig war kam eine Hebamme zu uns und sagte, dass es im Moment kein Wehenzimmer gäbe und wir erst mal auf Station gebracht werden weil niemand weiß, wann so ein Zimmer frei wird. Wir kamen also auf Station, zu einer Frau ins Zimmer, die ein 3 Wochen altes Baby hatte. Wir schauten ein wenig fern, lösten Kreuzworträtzel und aßen etwas. Immer wieder fragten wir die Schwestern, wann es losgeht und immer bekamen wir die gleiche Antwort: In einer halben Stunde. Es war egal, ob wir um 12, um 14 oder um 16 Uhr fragten. Um 16 Uhr wurde es mir dann aber zu bunt und ich erklärte der Dame, dass sich die ganze Einleitungsgeschichte schon über mehrere Tage zieht und langsam echt die Nerven strapaziert. Sie rief also nochmal im Kreißsaal an und, oh Wunder, es gab plötzlich doch ein freies Wehenzimmer. Wir bezogen das Zimmer, machten es uns gemütlich denn mir wurde wenig Hoffnung gemacht, dass die Geburt schnell von Statten gehen würde. Das Zimmer war aber schön. Hatte zwar keinen Fernseher, aber dafür war es ein Einzelzimmer mit eigenem Bad (zu dem es allerdings von einem anderen Zimmer noch einen Zugang gab). Um 17 Uhr bekam ich ¼ Tablette und dann hieß es warten. Die Frau im Zimmer nebenan (die „unser“ Bad mitbenutzte) hatte anscheinend schon starke Schmerzen denn sie schrie, übergab sich und hatte Durchfall. Das machte mir irgendwie Angst und wir beschlossen eine Runde zu drehen.

Wir aßen ein Stück Torte in der Cafeteria und gingen in den Raum der Stille, wo ich ein Gebet für die bevorstehende Geburt in ein Buch schrieb. Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt, aber anscheinend wurde mein Gebet erhört, denn alle Bitten gingen später in Erfüllung.
Um 21 Uhr wurde die nächste Tablette gelegt und es wurde wieder CTG geschrieben (während der ganzen Einleitung/Geburt wurden bestimmt 30 CTG’s geschrieben). Mein Mann bekam ein Bett in mein Zimmer gestellt und wir schliefen schnell ein. Es war erstaunlich ruhig im Kreißsaal und so war die Nacht sehr erholsam. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass es die letzte erholsame Nacht in nächster Zeit werden würde.

Dienstag, 20. April 2010

Morgens bekam ich nach dem Wecken die nächste Tablette und Thomas und ich beschlossen für ihn etwas zu essen zu kaufen (er wurde im Krankenhaus nicht mitverpflegt). Das war ein ganz schöner Fußmarsch aber gebracht hat es wenig. Zwar wurde der Bauch hart aber es war weder schmerzhaft, noch regelmäßig.

Wieder CTG, nächste Tablette, nochmal CTG und wieder spazieren gehen. Es war ein wunderschöner Tag und im Krankenhaus gab es eine Menge zu sehen. Als wir dort waren fand dort ein regelrechter Krimi statt. Das SEK und MEK waren in der Eingangshalle, weil ein Bandenkrieg zu eskalieren drohte (ein Bandenmitglied lag wohl auf der Intensivstation und die Großfamilie wurde von einer anderen Großfamilie bedroht). Wir liefen also immer mal wieder dort vorbei, in der Hoffnung ein paar Neuigkeiten zu erfahren. Irgendwann kam aber ein Polizist zu uns und meinte, wir sollten lieber gehen. Falls es eskaliert könnte ich mit meinem dicken Bauch nicht weglaufen. Naja, irgendwie hatte er ja auch recht.

Abends bekam ich die letzte Tablette und kurz darauf fuhr Thomas nach Hause denn es tat sich ja doch nichts und er hatte nicht genügend Klamotten eingepackt um tagelang im Krankenhaus zu bleiben. Vorm schlafen sollte noch ein CTG geschrieben werden aber ich war so erschöpft, dass ich zu der Zeit bereits schlief. Um 23 Uhr wachte ich aber wieder auf mit ziemlichen Unterleibschmerzen. Ich überlegte, ob das denn nun die Wehen sein könnten aber war mir nicht sicher, denn der Bauch wurde nicht hart. So wartete ich bis 1 Uhr, versuchte weiter zu schlafen aber die Schmerzen wurden immer doller, kamen und gingen.

Ich sagte der Hebamme Bescheid, dass die Wehen anscheinend eingesetzt haben und sie schloss mich ans CTG an. Meine Maus flüchtete aber permanent, so dass wir keine vernünftigen Herztöne bekamen und so zu liegen war mehr als unangenehm. Nach einer Stunde hatten wir endlich eine vernünftige Aufzeichnung und die Hebi bot mir ein Schmerzmittel an, damit ich noch ein wenig schlafen könnte. Das war irgendwas Homöopathisches und half überhaupt nicht.

Mittwoch, 21. April 2010

Mittlerweile war es 3 Uhr nachts und ich rief Thomas an um ihn auf den neusten Stand zu bringen. Dann fragte die Hebi, ob ich mich nicht doch noch für einen Kaiserschnitt entscheiden könnte, denn ich wimmerte bereits vor Schmerzen und das CTG zeigte keine einzige Wehe an. Sie sagte, ich könne eine PDA bekommen, wenn der Muttermund bei 3cm ist. Es soll nochmal CTG geschrieben werden und dann untersucht sie mich. Mit dieser Aussicht ließen sich die Wehen gleich besser aushalten, denn ich wusste, dass ich nicht mehr allzu lange aushalten müsste.

Um halb 5 wurde ich untersucht und ich hätte die Hebamme knutschen können, als sie sagte: „Jap, Muttermund 3cm, Sachen packen und ab in den Kreißsaal!“. Dort angekommen bekam ich ein Mittel zur Kreißlaufstabilisierung und auch Thomas trudelte ein. Den hatte ich zwischendurch noch angerufen. Zwischen 5 und halb 6 kamen die Anästhesisten und legten mir die PDA. Thomas hat somit nur wenige Wehen mitbekommen in denen ich jammerte und japste. Das war ihm glaube ich auch ganz recht so, denn da ich nicht mal seine Hand zerquetschen wollte (da hat ja keiner was von) fühlte er sich sehr hilflos. Die PDA wirkte schnell und ich fühlte mich wie im 7. Himmel, die Beine wurden angenehm warm und schwer. Keine Schmerzen mehr! Ich hätte sogar schlafen können aber jedes Mal, wenn ich die Augen schloss hört ich ein „Schatz, alles ok?“ oder ein „Schatz, geht’s Dir gut?“. Ich kam an den Wehentropf aber spüren konnte ich die Wehen nicht.

Wir vertrieben uns die Zeit mal wieder mit Kreuzworträtzeln und Thomas las mir aus der neuen „Eltern“- Zeitschrift vor. Zwei Mal wurde die PDA nachgespritzt. Die Hebamme und eine Schwesternschülerin untersuchten mich hin und wieder und die Zeit verging wie im Fluge. Irgendwann bereitete die Schwesternschülerin alles für die Geburt vor und die Hebamme erklärte mir, dass sie mir nicht jeden Schmerz bei der Geburt wegspritzen könnte. Sie tastete nach dem Muttermund: 10cm. Sie erklärte mir, wie ich pressen soll und ich realisierte immernoch nicht, dass es gleich ernst werden würde. Und dann ging es los: Beine anwinkeln und pressen. Ich spürte keine Wehen und auch das CTG zeigte nichts an. Und trotzdem: Pressen. Erst auf der Seite, dann auf dem Rücken. Und dann sagte die Hebi: „Da sieht man schon die Haare, sie hat sie Haarfarbe vom Papa. Papa, willst‘ mal gucken?“ Ja, Papa wollte. Dann fragte sie mich: „Und Mama, mal das Köpfchen fühlen?“ Ich lehnte ab, mit der Begründung sie ja gleich im Arm zu halten. Mit der nächsten Wehe kam das Köpfchen und ein paar Sekunden später ohne Wehe der Rest. Thomas schnitt die Nabelschnur durch (wollte er eigentlich nicht) und erzählte mir später, dass man ganz schön kräftig schneiden muss um die Nabelschnur durch zu bekommen. Dann bekam ich meine Maus auf den Bauch.

Sie roch einzigartig, war voller Käseschmiere und ein bisschen blutig. Sie blinzelte, aber anscheinend war es ihr zu hell.

Dann sollte die Nachgeburt kommen aber nichts tat sich. Ich bekam nochmal Wehenmittel gespritzt und die Hebamme fing an auf meinem Bauch rumzudrücken und an der Nabelschnur zu ziehen. Und endlich war sie da, anscheinend vollständig. Doch dann wurde mir speiübel, mein Blutdruck ging in den Keller, ich hatte eine Sturzblutung und der Notalarm wurde ausgelöst. Da ich mich übergeben musste wurde mir Fiona weggenommen und Thomas gegeben. Ihr ging es gut aber die beiden wurden nun vor die Tür geschickt.

Plötzlich standen 15 Leute um mich rum. Oberärzte, Anästhesisten, Hebammen und ich begriff garnicht, was geschah. Ich hörte nur: OP, Vollnarkose, Ausschabung. Und dann sagte die Hebi, dass ich kein Schmerzempfinden hätte durch die PDA und man die Ausschabung ambulant machen könnte. Gesagt, getan. Ich hatte zwar starke Schmerzen, war aber froh keine Vollnarkose bekommen zu müssen. Die Plazenta war doch nicht vollständig raus gekommen, aber das konnte man nicht sehen, da sie sehr sauber abgerissen ist. Nun wurde mein Kreislauf stabilisiert und meine Geburtsverletzungen (habe gar nicht gemerkt, dass ich gerissen bin obwohl das vorher meine größte Angst war) wurden genäht, was eine ganze Stunde dauerte. Ich hörte Thomas fragen, ob er zu mir dürfte aber die Ärztin war fast fertig mit nähen und ich wollte ihm den Anblick ersparen, so dass er noch ein paar Minuten warten sollte. Später erzählte er mir, dass er die ganze Zeit nicht wusste, was mit mir war. Eigentlich wusste er nicht mal, dass ich noch lebe, denn es kam ein blutverschmierter Arzt nach dem anderen aus dem Raum.

Nun war es aber überstanden und wir verbrachten ein paar wunderschöne Stunden zu dritt im Kreißsaal, verbreiteten die freudige Nachricht. Die kleine Fiona hat einer Person eine ganz besondere Freude gemacht: Sie ist am 85. Geburtstag ihrer Uroma geboren.

Wir genießen jede Minute mit unserer kleinen Prinzessin und ich danke Gott dafür, dass wir die Geburt gesund überstanden haben und dass ich eine nahezu schmerzfreie Geburt hatte.

Hier noch die Daten:
Fiona Leonie
3680 Gramm
51cm
36cm KU
21. April 2010 um 12:24 Uhr

http://buettnersbauchzwerg.soo-gross.de/home.html

Beitrag von xeraniia 26.04.10 - 11:42 Uhr

Huhu ihr :-)
Ein toller Geburtsbericht!! Ich muss gestehen, ich hab ein paar Mal geschaut, ob deine Maus schon da ist. Und irgendwann auf eurer HP gelesen, dass ihr bereits zu dritt seid #herzlich Herzlichen Glückwunsch!!!

Schade, dass es hinterher noch so turbulent wurde und man deinen Mann nicht aufgeklärt hat. Ich wünsche euch dennoch eine schöne Kennenlernzeit und hoffe, dass es bei mir auch bald losgeht #blume

Liebe Grüße