Hausarrest im Zimmer oder auf dem Grundstück?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von fruehjahrskind 26.04.10 - 11:48 Uhr

Hallo,
ich hab mal eine Frage zum Hausarrest. Meine Kinder haben sich gestern nicht an unsere Abmachung gehalten und sind nicht auf dem Spielplatz geblieben, sondern zu einem anderen Kind zum Spielen gegangen.
Daher gab es gestern Ärger und sie haben für heute nachmittag Hausarrest bekommen.
Jetzt bin ich am Überlegen, in wieweit ich das umsetze (ist halt das 1. Mal). Müssen sie auf dem Grundstück bleiben (Garten) oder in der Wohnung?
Wie setzt ihr Hausarrest um?

Grüße
Frühjahrskind

Beitrag von lebelauter 26.04.10 - 12:05 Uhr

Ich sperre Kinder nicht ein.

wenn meine Kinder nicht so groß sind, dass sie allein auf den Spielplatz gehen können, weil sie dann woanders hingehen, dann können sie eben nicht mehr allein auf den Spielplatz...

und wann ICH Lust/Zeit/Muße dazu habe, mich mit ihnen dahinzubewegen, kommt dann aben drauf an....

Zeig Deinen Kindern lieber, dass ein solches verantwortungsloses Verhalten einfach zu Folge hat, das man wieder wie ein Kleinkind behandelt wird in dieser Sache.

LG

Beitrag von rienchen77 26.04.10 - 13:09 Uhr

Hausarrest ohne Garten...


würde ich sagen...

meine Schwester macht das so, da der Bub lange Unterricht hat, darf er ne halbe Stund auf dem Hof, zwecks Sauerstoff und Sonnenlicht und dann den Rest im Zimmer verbringen muß....

Beitrag von marysa1705 26.04.10 - 18:18 Uhr

http://de.wikipedia.org/wiki/Hofgang

Beitrag von rienchen77 27.04.10 - 06:29 Uhr

lol... ja so ähnlich...

Beitrag von jazzbassist 26.04.10 - 12:26 Uhr

Da wir ein Kind habe, dass eigentlich von morgens bis abends draußen ist und Stubenarrest auch nie länger als einen halben Tag ging, hieß das bei uns eigentlich schon Haus ohne Garten. Wenn ich ein Kind hätte, dass so schon selten genug draußen ist - oder das Haus im Sommer nicht klimatisiert ist - würde ich den Garten aber schon erlauben. Nur - bei meinem Sprössling hätte Stubenarrest mit Gartennutzung keinen großen Unterschied mehr zu "keinem" Stubenarrest gemacht - wäre dann etwas witzlos gewesen. Seinen Hund "gassi" führen durfte er aber schon; da hat man dann auch mal weggesehen, wenn das mal eine Viertelstunde länger dauerte ;-)

In der Wohnung war dann aber alles für ihn "erlaubt", was für meinem dann eher hieß: "Den ganzen Tag vor der Xbox hängen." Jopp - es gibt Kinder - für die ist das eine Bestrafung :-p

In Ihrer Situation würde ich dem Kind aber einfach erklären, dass das "heimliche Verschwinden vom Spielplatz" nicht geht; weil Sie sich sonst Sorgen machen; und er beim nächsten mal - wenn er mit einem anderen Kind zum spielen mitgehen möchte - kurz nach Hause rennen und bescheid geben muss. Oder er muss dann kurz zuhause anrufen - je nach dem, was Ihnen lieber ist. Würde ich vom Alter des Kindes abhängig machen und dem Radius, in dem er sich "frei" Bewegen darf. Ich denke nicht, dass das ein Verhalten von Ihrem Kind war, dass man bestrafen muss; es ließt sich eher so, als war ihr Kind mit der Situation einfach überfordert. Hier sollte man ihm helfen, dass er beim nächsten mal eine "Lösungsmöglichkeit" für das Problem: "Sollen wir bei mir spielen?" hat. Ich denke nicht, dass Sie die durch Stubenarrest errechen könnten.

Beitrag von fruehjahrskind 26.04.10 - 12:36 Uhr

Hallo,
ich habe jetzt den Hausarrest verhängt, weil wir das gleiche Problem am Samstag morgen schon hatten. Da wollten sie zu einem Freund und fragen, ob er zum Spielen kommt. Als sie nicht wiederkamen, bin ich suchen gegangen und dann waren sie beim Fußballplatz, weil dieser Freund dort war.
Da habe ich den beiden erklärt, dass sie mir Bescheid sagen müssen, wenn sie woanders hingehen. Entweder kommen sie nochmal kurz vorbei oder sie rufen an (wenn dort wo sie sind ein Telefon ist). Ich hab ihnen auch gesagt, dass ich mir Sorgen gemacht habe, dass etwas passiert sein könnte. Sie haben es auch verstanden. Dachte ich...
Und dann am Sonntag nachmittag das Gleiche wieder. Da reden ja irgendwie nicht zum gewünschten Erfolg geführt hab, hab ich mich für Hausarrest entschieden.
Die Kinder sind 8 und 5 Jahre alt und der Radius "zu Hause - Freunde - Sport-/Spielplatz" ist ca. 300m in einem Wohngebiet.

Grüße
Frühjahrskind

Beitrag von mansojo 26.04.10 - 12:33 Uhr

Hallo,

naja das legst du dann fest

ich würde mich mit hausarrest selbst bestrafen(nutzt dir jetzt nischt wollt ich aber mal geschrieben haben;-)

Beitrag von sternenzauber24 26.04.10 - 12:55 Uhr

Hallo,

Bei mir würden sie dann ganz drin bleiben, für einen Tag und dürften mir im Haushalt helfen.
Absprachen müßen bei uns ohne wenn und aber eingehalten werden, und käme sowas öfter vor könnten meine Kinder sich in einer anderen Situation eben auch mal nicht auf mich verlassen.

LG, Julia

Beitrag von fruehjahrskind 26.04.10 - 12:59 Uhr

"und käme sowas öfter vor könnten meine Kinder sich in einer anderen Situation eben auch mal nicht auf mich verlassen."

Hm, davon halte ich aber nichts. Denn was ist das für ein Vorbild? "Wie du mir so ich dir" find ich nicht gut.

Aber ich denke jetzt auch, dass sie heute ganz drin bleiben müssen.
Danke!

LG
Frühjahrskind

Beitrag von sternenzauber24 26.04.10 - 13:24 Uhr

Hallo,

Du das kam bei uns einmal vor, und danach hat mein Sohn sich immer an unsere Vereinbarungen gehalten.
Das heißt ja auch nicht, das man etwas großes nicht einhalten würde.
Aber es war etwas ganz Kleines, nämlich das ich mit ihm sein Zimmer aufräume, obwohl ich es zugesagt hatte. Ich habe ihm erklärt warum, und auch das ich mich so fühle wenn er sich nicht an vereinbarungen hält.
Er hat es also auch mal aus der anderen Sicht kennen lernen dürfen, und daraus gelernt.
Er konnte die Gefühle besser nachvollziehen, warum vertrauen und einhalten so wichtig ist.
Mit Vorbild hat das weniger zu tun, ich bin ja sonst nicht so, es war wirklich eine Ausnahme und das weis er auch.
Er hat aber verstanden das es total doof ist, wenn man absprachen nicht einhält, oder wenigstens absagt oder so..
Wie du mir so ich dir ist es ja nicht automatisch ständig, aber er konnte es so sehr gut nachvollziehen und die Situation war hinterher total entspannt.

LG

Beitrag von sternenzauber24 26.04.10 - 13:28 Uhr

Ergänzung..

Ich habe ja auch geschrieben, das würde ich erst anwenden, wenn sowas öfter vorkäme mit Absprachen nicht einhalten, erst wenn es garnicht anders fruchten würde.

Beitrag von gussymaus 27.04.10 - 10:24 Uhr

das fände ich aber das falsche signal... das sieht ja so aus, als würde ich den ganze ntag strafarbeiten machen...

heißt das dann im umkehrschluss dass mamas zu viel weggehen und deshalb putzen müssen?! also meine jungs würden auf solche ideen kommen... ich finde die "strafe" sollte schon direkt was mit dem vergehen zu tun haben... und das muss auch für das kind einzusehen sein!

Beitrag von sternenzauber24 27.04.10 - 11:58 Uhr

Nein, Strafarbeit natürlich nicht.
Aber wenn sie Zuhause sind helfen sie immer irgendwo, bei uns sind klare Aufgaben verteilt. Ganz automatisch, und entweder sie dürften helfen, oder müßten etwas zur beschäftigung finden.

Bei uns gilt mithelfen nie als Strafe, die Kinder helfen freiwillig. Aber ich denke, rausgehen wäre dann schöner gewesen #schein

Beitrag von kathrincat 26.04.10 - 13:19 Uhr

damit bestrafst du dich doch auch! hausarrest sollte im haus sein, aber ich frage mich echt was das für eine strafe ist, hatte ich als kind ja auch mal, aber da spielt man im haus und gut, ist keine strafe.

die strafe wäre für mich, die drüfen nicht mehr allein auf den spielplatz für einige zeit und ob ich immer lust hätte da hinzugehen, ist die andere fragen, also wären sie max. 1 mal die woche da.

Beitrag von juniorette 26.04.10 - 13:56 Uhr

Hallo,

ich schließe mich lebelauter an:
ich würde dadurch bestrafen, dass sie eine Weile nicht mehr alleine zum Spielplatz dürfen und sie in dieser Zeit auch immer daran erinnern, warum sie das nicht dürfen.

Das dürfte eine ausreichende Strafe sein, wenn alle anderen Kinder in ihrem Alter das dürfen.

Das Entscheidende an einem "Hausarrest" ist für mich übrigens, dass während dieser Zeit keine Besuche von Spielkameraden erlaubt sind.

LG,
J.

Beitrag von ayshe 26.04.10 - 14:09 Uhr

bei uns gibt es keinen hausarrest, hatte ich auch als kind nie.

ich persönlich finde das recht sinnlos.
ich hätte mich dann eben in mein zimmer verzogen und gespielt, gelesen oder gemalt oder.
meine tochter ist da genauso, völlig überflüssig also.

an deiner stelle würde ich sie auch nicht mehr allein zum spielplatz lassen, wenn sie nicht in der lage sind, dort zu bleiben, eine logische konsequenz eben.


zur frage:
was willst du denn damit erreichen?
wenn du ihre lieblingsaktivitäten beschneiden willst, muß du sehen, was und wo sie am liebsten spielen.
oder willst du sie nur von den freunden isolieren?
das solltest du dir alles überlegen, was ist denn das ziel????

Beitrag von jazzbassist 26.04.10 - 15:25 Uhr

Könnte mir mal jemand den Unterschied zwischen der hier genannten logischen Konsequenz - nicht alleine zum Spielplatz zu dürfen - und Hausarrest erklären?

Wenn man bedenkt, dass wir hier von einer 8-Jährigen sprechen - und mein Spatz seine Eltern in dem Alter sicherlich nicht mehr zum Spielen mitgenommen hat, heißt "Nicht alleine zum Spielplatz dürfen" eigentlich "Nicht alleine nach draußen dürfen" (denn ob ein Kind jetzt vom Spielplatz unangemeldet verschwindet, oder vom Sportplatz oder beim besten Freund, oder wenn es vor dem Haus auf der Straße spielt) ist ja so gesehen absolut das Gleiche.

Also ist auch die logische Konsequenz irgendwie nichts anderes als Hausarrest. Es ging ja auch gerade darum, was man unter Hausarrest eigentlich noch versteht. Ob ein Kind dabei dann noch im Garten spielen oder mit anderen Freunden spielen oder Computer spielen darf, ist ja nur noch eine Frage der Gestaltung. Also - wie man ein Kind am besten erreichen kann; und hier sind Kinder ja bekanntlich gänzlich unterschiedlich.

Beitrag von anja1968bonn 26.04.10 - 15:34 Uhr

Ich denke auch, letztlich läuft es darauf hinaus, dass das Mädchen eben mal zu Hause bleiben muss - sei es jetzt innerhalb des Hauses oder im Garten. Die Alternative zu: "Darf nicht alleine auf den Spielplatz, weil sie sich nicht an Absprachen hält" kann ja nicht sein, dass die Mutter dann mit zum Spielplatz geht, obwohl wahrscheinlich weder Erwachsene noch Kinder darauf Lust haben.

LG
Anja

Beitrag von juniorette 26.04.10 - 15:45 Uhr

"Könnte mir mal jemand den Unterschied zwischen der hier genannten logischen Konsequenz - nicht alleine zum Spielplatz zu dürfen - und Hausarrest erklären? "

Na, dass das Kind trotzdem noch alleine zu Freund XYZ oder zum Kiosk in der Nähe darf (nach vorherigem Fragen), aber eben nicht mehr auf den Spielplatz.

Wenn das Kind von Freund XYZ ohne Absprache zu Freund ABC wandert, wissen wenigstens noch die Eltern von XYZ wo das Kind ist (sollten sie zumindest).

Wenn dies auch nicht klappt, werden diese Privilegien eben auch für eine Zeit eingefroren :-)

LG,
J.

Beitrag von jazzbassist 26.04.10 - 18:27 Uhr

Also mein Spatz hatte in dem Alter gefühlte 100 Orte, wo er sich so rumtreiben durfte. Nach dieser Logik hätte er also die Regel (Ich möchte wissen, wo du bist) 99 mal brechen dürfen... Finde ich schon ziemlich inkonsequent - und - verfehlt auch das Ziel ;-)

Beitrag von king.with.deckchair 26.04.10 - 18:33 Uhr

"Also ist auch die logische Konsequenz irgendwie nichts anderes als Hausarrest."

Nö. Wenn ich einfach nur "Du hast Hausarrest!" bestimme, dann ist das einfach nur blödsinniges Machtgetöse. Wenn ich sage "OK, dann darfst du eben erst mal nicht mehr allein auf den Spielplatz, weil ich mich offenbar noch nicht auf dich verlassen kann." dann hat das schon einen anderen Beigeschmack.

Wobei ich mich allerdings frage - ich habe jetzt nicht alles durchgelesen, vielleicht hat sie es ja erklärt - warum ein Achtjähriger "Spielplatzarrest" hat, sozusagen. Ich durfte mich mit acht Jahren in einem gewissen Rahmen frei bewegen und wenn ich mit einer Spielplatzfreundin entschied, dass wir zu ihr gehen, dann war das so. Bei meinem Sohn war es ähnlich.

LG
Ch.

Beitrag von jazzbassist 26.04.10 - 20:36 Uhr

Mein Spatz hatte in dem Alter auch wesentlich mehr Freiräume; wurde also nicht mehr auf Schritt und Tritt beobachtet und musste folglich auch nicht mehr jede geographische Umpositionierung seiner physischen Anwesenheit seinen Eltern mitteilen. Ist aber sicherlich auch eine Frage des Wohnortes, wie viel Freiraum man einem Kind gewähren kann/möchte. Notfalls kann man einer 8-Jährigen hier auch ein ausrangiertes Handy in die Tasche stecken kann, löst die meisten Probleme von alleine…

Ansonsten - das Problem hätte für mich so rein gar nichts mit dem Spielplatz an sich zu tun sondern damit, dass das Kind bewiesen hat, dass man diesem noch nicht vertrauen kann, dass es sich am abgesprochenen Ort auch wirklich aufhält. Ob der abgesprochene Ort jetzt ein Spielplatz oder ein Kiosk oder der Schulweg ist - macht für mich in der Erziehung keinen Unterschied. Von daher sehe ich keinen Sinn darin, dieses Kind jetzt (nur) nicht mehr alleine auf den Spielplatz zu lassen.

Wenn ich dem Kind jetzt aber verbiete, nicht alleine auf den Spielplatz zu dürfen, schon aber, weiterhin alleine nach XYZ zu gehen, gestehe ich mir eigentlich ein, dass es mir entweder völlig egal ist, dass ich im Zweifelsfall eben nicht weiß, wo sich mein Kind aufhält, oder aber, dass ich mich eigentlich schon auf das Kind verlassen kann. In beiden Fällen brauche ich dann aber auch den Spielplatz nicht gesondert zu verbieten; dass wäre für mich dann blödsinniges Machtgetöse. Das Problem ist ja nicht, dass das Kind zu einem Spielplatz gegangen ist, sondern, dass es von einem abgesprochenen Ort verschwunden ist.

Aber wir müssen es ja nicht zwangsläufig Hausarrest nennen, sondern einfach die: „Du darfst nicht mehr alleine raus, weil ich mich nicht darauf verlassen kann, dass du dort bist, wo du sagst“-Konsequenz. Mein Spatz hätte das mit 8 sicherlich durchschaut :-p Also mein Spatz hätte die Mama mit 8 Jahren sicherlich nicht mehr zum Spielplatz mitgenommen. Zumal ich schon darauf vertraue, dass Eltern ihr Handeln auch begründen.

Beitrag von fruehjahrskind 26.04.10 - 21:40 Uhr

Hallo Ch.,
das Problem war ja eben, dass er zwar mit Freund XYZ auf dem Sportplatz war, aber danach (als er keine Lust mehr hatte) zu Freundin ABC gegangen ist. Ich wusste überhaupt nicht, wo er ist. Bzw. wo sie sind, denn die jüngere Schwester war ja mit.

Grüße
Frühjahrskind

Beitrag von sunny42 27.04.10 - 10:08 Uhr

Liebes Frühjahrskind.

Hat sie denn keine Uhr?
Meine Tochter bewegt sich in einem ziemlich großen Umkreis alleine.
Wo sie genau ist, weiß ich nicht und muss ich auch nicht wissen.
Allerdings muss sie sich zu bestimmten Uhrzeiten zu Hause zeigen, damit ich weiß, dass alles in Ordnung ist.
Da sie sich sehr gut an diese Vorgabe hält dehnen sich diese Zeiträume auch immer mehr aus.
Sie weiß genau, dass , wenn sie sich nicht daran hält, diese Zeiträume wieder viel enger werden würden.

Alles Liebe
sunny

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