Hausaufgaben "entstressen"

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von giftzwerg01 26.04.10 - 18:22 Uhr

Hallo,

unsere Tochter ist in der 5. Klasse Gymnasium und eine gute Schülerin (Notendurchschnitt im Zwischenzeugnis war 1,9).

Das große Problem sind hier nach wie vor die Hausaufgaben. Sie sitzt stundenrund dabei, fordert viel Hilfe ein und ist am Ende des Tages einfach nur frustriert und gestresst. Dabei haben sie momentan gar nicht so viel auf.

Dieses Problem haben wir eigentlich schon seit der 2. Klasse. Wenn sie aus der Schule kommt, ist die Luft raus. Dann geht gar nichts mehr, die einfachsten Sachen bekommt sie nicht mehr hin. Sie fühlt sich völlig überfordert. Inzwischen hat sie schon Symptome wie Schlafstörungen und Bauchweh.

Ich hätte sie so gerne auf die Realschule gegeben, wenn wir hier noch eine hätten, einfach um den Druck zu nehmen (den sie sich selber macht, uns würde eine glückliche Durchschnittsschülerin völlig reichen!). Leider gibt es in Bremen keine Realschulen mehr, nur noch Gesamtschulen und Gymnasien. Die Gesamtschule in unserem Stadtteil ist sozialer Brennpunkt und hat einen grottenschlechten Ruf. Außerdem gehört sie lt. allen Lehrern auf jeden Fall aufs Gymnasium. Ihre Leistungen sind ja auch entsprechend.

Ich bin ab mittags zu Hause und helfe ihr, wo ich kann, aber andererseits möchte ich auch nicht noch bis zum Abi neben ihr sitzen, das kann ja nicht Sinn der Sache sein.

Ein Erklärungsversuch wäre, dass sie unter Wahrnehmungsstörungen leidet (ist vor 3 Jahren "austherapiert" worden), von daher muss sie sich in der Schule wahnsinnig zusammenreißen und fällt dann zu Hause, im "geschützten Raum" völlig in sich zusammen. Der Verdacht auf ADS stand auch schon im Raum. Aber unsere Tochter ist immer bei allem ein "Grenzfall", lässt sich ihre Schwierigkeiten auch niemals vor Fremden (Ärzten, Therapeuten, Lehrern) anmerken.

Was kann ich denn nur tun, um ihr den Schulalltag etwas leichter zu machen??

LG
Britta

Beitrag von barbarelle 26.04.10 - 18:56 Uhr

Hallo Britta,

ich kenne das Problem aber meine Tochter ist erst in der zweiten Klasse. Ob es so etwas bei euch gibt weiss ich nicht aber ich habe die Hausaufgaben ausgelagert.

Die Caritas hier bietet z.B. so einen Dienst an. ASB und andere Einrichtungen helfen sogar Zuhause im Rahmen der "Hausaufgabenbetreuung". Das Entgeld ist gering und im Rahmen.

Seitdem hat sich bei uns die Situation entspannt. Kind ist wesentlich schneller und motivierter.

Viele Grüße
Barbarelle

Beitrag von giftzwerg01 27.04.10 - 07:40 Uhr

Hallo!

In der 2. Klasse gab es sowas bei uns zeitweise, wurde leider aus Kostengründen wieder eingestampft. Und jetzt, an der weiterführenden Schule, gibt es das sowieso nicht. Schade! Ist eine tolle Sache, da hast du Recht!

Trotzdem danke für deine Antwort!

LG
Britta

Beitrag von connie36 26.04.10 - 20:11 Uhr

hi
wie es mit den anforderungen auf dem gymi ist, kann ich dir erst in ein paar mon. sagen;-) aber was ich raten kann, wäre, da sie ja erfahrungsgemäss dort in der 5. "nur" 1.5 mal nachmittagsschule haben, das sie eine stunde pause nach dem essen macht, das sie raus geht, oder ihr ein spiel miteinander macht, oder sie einfach für sich sein kann.
bei meiner grossen, die jetzt aufs gymi kommt, war es auch seit der 1. klasse so, sie braucht unheimlich lange...einfach weil ihre konzentration nicht mehr vorhanden ist. die ruhephase brachte schon einiges. sie macht die haussis mittlerweile alleine im zimmer, wenn was ist kommt sie raus.
hoffe das bleibt auch so in der weiterführenden schule.
lg conny

Beitrag von giftzwerg01 27.04.10 - 07:46 Uhr

Hallo!

Ich lasse ihr immer eine Pause, aber dann kommt sie irgendwie gar nicht mehr in die Gänge! In der Grundschule hat sie oft VOR dem Mittagessen die Hausaufgaben gemacht, das hat viel besser geklappt. Aber jetzt kommt sie später nach Hause und hat auch mehr auf, so lange können wir mit dem Essen nicht warten...

Schwierig...

Danke dir!

LG
Britta

Beitrag von sora76 27.04.10 - 08:03 Uhr

Hallo!

Also wenn sie so alles in der Schule gibt, kann ich mir sehr gut vorstellen das es dann einfach nichts mehr geht.

Ich würde darüber mal mit den Lehrern reden. Sie hat ja gute Noten. Vielleicht kann man da was machen. Den Stoff scheint sie ja zu können, von daher müßte man sich fragen ob da Hausaufgaben wichtig sind. Wenn sie Gesundheitliche Probleme hat muß man etwas machen.
Eventuell die Hausaufgaben auf das Wochenende schieben, oder sowas.

Ich denke deine Tochter ist einfach überfordert.

LG Sonja


Beitrag von giftzwerg01 27.04.10 - 08:20 Uhr

Danke dir!

Ja, das denke ich auch!

In der Grundschule hatten wir zeitweise eine solche Abmachung mit der Lehrerin, dass sie ihr weniger aufgegeben hat (reduzierter Wochenplan), allerdings ist sie sowieso individueller auf die Kinder eingegangen, da gab es selten für alle die gleichen Hausaufgaben.

Die jetztige Klassenlehrerin ist leider ein absoluter Drachen (sorry!), solche Regelungen sind bei ihr unvorstellbar. Selbst wenn jemand krank war, haben die Hausaufgaben vollständig zu sein. Meine Tochter hat eine Höllenangst, dass sie die Hausaufgaben mal nicht vollständig hat, da gibt es wohl richtig "Einlauf". Sie sagt, selbst wenn ich ihr eine Eintragung ins Heft machen würde, müsste sie die fehlenden Sachen am nächsten Tag nachmachen. Und das bringt ihr dann ja auch nichts...

Sprechen kann ich mit der guten Frau eh nicht, zum letzten Elternsprechtag wurden wir "ausgeladen" und Tel.-Nr. gibt sie nicht raus...

LG
Britta

Beitrag von sora76 27.04.10 - 09:51 Uhr

Hallo!

Das ist Krass. Also bei so ner Frau würde ich zur Schulleitung gehen. Das ist eine Frechheit wie die mit euch umgeht.

Weiß gar nicht ob das geht, aber vielleicht kann ein Arzt sich das anschauen und dementsprechend eine Empfehlung ausschreiben?!

Zumindest wäre bei mir wohl der nächste Schritt mit der Schulleitung zu sprechen. So gehts ja nicht weiter.

LG Sonja

Beitrag von giftzwerg01 27.04.10 - 10:54 Uhr

Ja, die ist klasse... Aber ändern werden wir die nicht mehr, sie ist seit 30 Jahren an der Schule und wird wohl von Jahr zu Jahr wunderlicher. Inzwischen sagen wir uns: Durchhalten, 1 Jahr noch, dann haben sie Lehrerwechsel!

Übrigens ist die Tochter des Schulleiters in unserer Klasse. Er gibt zwar zu, dass unsere Klassenlehrerin manchmal von der Art etwas anstrengend ist, aber er hat seine Tochter extra in die Klasse gegeben, weil sie dort "was lernen und optimal auf die höheren Klassen vorbereitet werden". Fachlich und vom Stoff können wir da auch wirklich nicht meckern.

Die Hausaufgaben sind von der Menge eigentlich (bis auf einige Ausnahmen) auch völlig in Ordnung. Das ist ja eher ein persönliches Problem meiner Tochter. Nur leider können wir da von DIESER Klassenlehrerin keinerlei Unterstützung erwarten.

LG

ritta