Ausschlag

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von diva09 26.04.10 - 19:23 Uhr

Hallo!

Habe eben als ich meine kleine Maus gebadet hab entdeckt, daß sie Ausschlag bekommen hat. Weiß allerdings ncht wovon?!? #gruebel

Habe gestern zum ersten Mal einen Gute Nacht-Brei von HIPP gegeben ud heute das erste Mal Pastinake.
Vom Milchbrei hat sie aber kaum was gegessen und kann ich mir auch nicht vorstellen...

Habt ihr ne Ahnung?

LG Nadine

Beitrag von nashivadespina 26.04.10 - 21:36 Uhr

Wenn Hitzepickel ausgeschlossen sind (die verschwinden ja dann bei Kälte) sollte jetzt die dedektivarbeit losgehen.

Lebensmittelallergien entwickeln sich innerhalb von 48 Stunden..und Kontaktallergien innerhalb von 72 Stunden.Sofortrektionen sind die gefährlichsten (und seltensten)

Von daher kann es vom Milchreis, Von dem Hipp Gute-Nacht-Brei, Pastinake, Spritzmittel, Zusatzstoffe, Shampoo, Duschgel und vielem mehr kommen. Beachte bitte, dass gerade in den Gläßchen usw. nicht das drin sein muss was drauf steht. In Gläßchennahrung ist zb immer Zitronensäure drin (also Säure von Zitrone/Zitrusfrüchten) was häufig Allergien auslöst aber eben nicht aufgeführt sein muss aufgrund der geringen mengen/gesetzesgebung. verlasse dich also nicht darauf und lasse dich von dem satz: "ohne konservierungsstoffe laut gesetzt" auf dem Gläßchen zb nicht verunsichern..das bedeutet lediglich, dass keine zusatzstofe drin sind, die vom gesetz her aufgeführt werden MÜSSEN.
Unser Kinderarzt der gleichzeitig Allergologe ist, hat mir gesagt dass ich selbst kochen und Gläßchen usw. nicht nehmen soll. Allerdings ist bei Frischem auch immer vorsicht geboten..wenn dein Kind zb auf Apfel reagiert -muss das nicht vom Apfel selbst kommen sondern kann eben auch an dem Spritzmittel liegen.

Weiterhin können Allergien auch spontan entstehen. Heißt: wenn dein Baby mal Milch, Brot, Apfel o.ä. vertragen hat muss das Morgen nicht so sein.

Am besten suchst du dir dann auch einen Kinderarzt auf, der gleichzeitig Allergologe ist oder eine Allergologie in der Praxis mit hat. Das ist für euch jetzt ganz wichtig, da ein normaler Kinderarzt nicht das Fachwissen besitzt das ihr aber benötigt. Er würde zb eine Durchfallerkrankung nicht so als Allergische Reaktion in Erwägung ziehen wie ein Kinderarzt der Allergologe ist usw.

Dann solltest du dich darüber infomieren welche möglichen allergiesymptome es gibt .. bei atemnot musst du zb direkt den notarzt rufen.
allergische reaktionen können auch erbrechen, fieber, husten, schnupfen, schwindel, tränende augen, bauchschmerzen, durchfall usw sein.

auch ein Allergietest ist nicht zuverlässig....nur in der Kombination einer eigenen Anamnese...kann man einiger maßen Allergien erkennen / ausschließen. Allergietests alleine erreichen keine sichere Diagnose.

Weiterhin würde ich an deiner Stelle erstmal alles weglassen bis auf die Muttermilch oder definitiv verträgliches..bis sie Allergie komplett abgeklungen ist.

Hier ein Auszug von einer Präventionsdiät die auf eine Empfehlung eines Kinderarztes/Allergologen für Kinder mit Allergien basiert(diesen Weg gehen wir auch):


Am besten selbst kochen und immer allergenarme Ernährung am Anfang bevorzugen

Bei jedem neuen Lebensmittel mindesten 48 Stunden -bei Kontaktallergenen 72 Stunden Pause einhalten. (in dieser Zeit kann der Körper mit einer Allergie reagieren)


Beachte dass auch rein theoretisch Spritzmittel Allergien auslösen können. In einem Lebensmittel sind oftmals meist mehr als nur eine Zutat enthalten.. immer in Erwägung ziehen dass es nicht nur die Möhre ist..sondern vielleicht auch eben das Spritzmittel etc.

man sollte bei einer Unverträglichkeit immer abwarten bis diese komplett abgeklungen ist..und erst dann wieder ein neues Lebensmittel ausprobieren.

Bevor du deinem Baby ein neues Lebensmittel anbietest am besten einen Reibetest machen..wenn dein baby darauf nicht allergisch reagiert..ist eine starke allergische reaktion bei verzehr auszuschließen..hier die anleitung:

http://www.allergie.medhost.de/reibetest.html


*Mit allergenarmer Ernährung starten...erst diese dinge auf die Verträglichkeit prüfen dann erst hochallergene Lebensmittel ausprobieren (liste der allergenarmen lebensmittel kommt gleich)

*gewisse stufen von Käse können ausschlaggebend sein.. wenn dein Kind zb auf Frischkäse reagiert..muss das nicht bei Gouda passieren. Weiterhin wird bei Bioware mehr auf Spritzmittel verzichtet und ist kaum mit Pestiziden belastet als normale handelsübliche Ware.

Nahrungsmittelauswahl für allergenarme Ernährung:

Nahrungsmittel die in der Aufbauphase der allergenarmen Ernährung grundsätzlich vermieden werden sollten:

*Eier
*Milch und Milchprodukte
*Fisch und Schalentiere
*Zitrusfrüchte aller Art
*Kiwis, Ananas, Mangos, Pfirsiche, Rhabarber
*Weizenmehl
*Nüsse, Mandeln, Pistazien, Ölfrüchte, Sonnenblumen-,Pinien-, Kürbiskerne
*Tomaten, Sellerie, Paprika, Rettich, Radieschen, Meerettich, Hülsenfrüchte (getrocknete Bohnen, Erbsen und Linsen), Sauerkraut
*Beerenfrüchte (Ausnahme: Blaubeeren)
*exotische Gewürze wie Vanille, Zimt, Curry, Muskat etc.
*Kresse, Basilikum
*Schweinefleisch
*Haushaltszucker und brauner Zucker, Süßwaren, Honig, Ahornsirup


Nahrungsmittel die erfahrungsgemäß selten allergische Reaktionen auslösen:

Gemüse:
Grüne Gurke, Zuchini, Kürbis, Aubergine, Fenchelgemüse, Pastinakenwurzel, Petersilien- und Schwarzwurzeln, Karotten, Teltower Rüben/weiße Rüben, Steckrüben/Kohlrüben, Spargel, Chicoree, alle grünen Salate (Kopfsalat, Feldsalat, Eisbergsalat etc.),
Spinat, Mangold, rote Beete, Lauch, alle Kohlarten (zB Blumenkohl, Kohlrabi, Weißkohl, Rotkohl, Chinakohl), grüne Bohnen, grüne Erbsen, frische Champignons, frische Austernpilze, Bataten, Kartoffel, Topinambur

Früchte:
Birne, säurearmer Apfel (beide Obstsorten sollten bei der Provokation ohne Schale und ohne Kernhaus verabreicht werden, nach gutem vertragen kann auch die Schale mitgegessen werden)Melone, Avocado, Süßkirschen, Weintrauben, Blaubeeren, Pflaumen, Mirabellen und Aprikosen, ungeschwefelte Sultanien, Backpflaumen, getrocknete Aprikosen (generell ungeschwefeltes Trockenobst verwenden), Datteln, Feigen, Bananen

Getreide:
Amarant, Quinoa, Tapiokasago, Reis, Buchweizen, Gerste, Hafer, Esskastanienmehl (Maronen)

Fleisch:
Geflügel (Huhn, Hähnchen, Pute, Ente, Gans), Lamm, Rindfleisch, Kaninchen, Kalbfleisch, Ziege, Pferdefleisch. (von den verträglichen Fleischsorten können die Kochbrühe und in kleinen Mengen, die Innereien mitverwendet werden)

Kräuter und Gewürze:
ohne Provokation: Meersalz(Vollmeersalz), Jodsalz, weißer Pfeffer
mit Provokation: Knoblauchgranulat, Petersilie, Dill, Schnittlauch, Liebstöckel, Kerbel, Bohnen- und Gurkenkraut, getrockneter Majoran, Oregano und Thymian.

Süßungsmittel:
wie Gewürze in kleinen Mengen verwenden. Reiner Traubenzucker (Dextropur), Süßstoff in flüssiger Form (Achtung kein Süßstoff in Pulverform da er Milchzucker enthalten kann), Apfel- oder Birnendicksaft

Säuerungsmittel:
verdünnte Essigessenz (siehe Dosierungsanleitung)

Bindemittel:
Reis-, Mais- und Kartoffelstärke, Tapioka (Stärke aus der Maniokwurzel) Nestargel, Biobin

Backtriebmittel:
Trockenhefe, Weinsteinbackpulver (Vorsicht oft Maisstärke als Trägersubstanz enthalten) Sauerteig, Hirschhornsalz, Natron

Öle und Fette:
raffinierte Pflanzenöle, Sonnenblumenöl, Distelöl, Maiskeimöl, Olivenöl. Milcheiweißfreie Margerine (zb Deli Reform Diätmargerine)

Getränke:
Mineralwasser, Schwarzer Tee, Lindenblüte-, Holunder-, Steifmütterchen-, Fencheltee.

Säfte:
Apfel-, Birnen-, Trauben-, Süßkirschen-, Pflaumensaft.

Zubereitung:
Wärme- beziehungsweise hitzebehandelt sind Nahrungsmittel generell allergenärmer als im rohen Zustand. Das enthaltene Eiweiß wird unter der Wärmebehandlung verändert, das heißt denaturiert und dadurch verträglicher. Daher: neue Nahrungsmittel zuerst immer in gekochter, gedünsteter, gedämpfter, oder gebratener Form einsetzen oder auch in der Mikrowelle zubereiten.

Wichtige Hinweise:
*Bevorzugen sie bei Gemüse, Obst und Fleisch frische Ware. Falls diese nicht erhältlich ist, können sie auch auf Tiefkühlkost ausweichen. Konserven sollten nicht eingesetzt werden, es sei denn sie stellen die Konserven selbst (ohne Zucker und Konservierungsmittel) her.
*Verwenden sie keine Fertig- oder Halbfertigprodukte


ja es ist viel... aber ihr schaft das schon :-)
#liebdrueck