Frage an erfahrene Stillmütter -lang!-

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von febe 26.04.10 - 20:03 Uhr

Hallo,

ich habe vor einem Monat mein drittes Kind bekomme und habe zum dritten Mal primär abgestillt. Diesmal habe ich es sehr bereut und der Kleine hat einfach nicht aufgegeben und immer wieder nach der Brust gesucht, was ich so von den anderen beiden nicht kannte. Ich habe ihn sowohl direkt nch der Geburt als auch in den ersten Tagen immer wieder saugen lassen und nach einer Weile wurde ich unendlich traurig, dass ich abgestillt habe, fragte meine Hebamme, die mir riet es zu versuchen und ihn immer wieder anzulegen. 2,5 Wochen dauerte es, bis die Milch kam, eine sehr anstrengende Zeit aber es hat sich gelohnt. Ich bin wirklich sehr glücklich den Kleinen stillen zu können, wenn es auch nicht voll ist.
Innerhalb der letzten Woche bin ich von 7 auf drei Fläschchen runter und füttere jetzt noch etwa 250 ml täglich zu, so weit so gut.

Jetzt zu meinen Problemen. Mein Baby tirnkt niemals 20 min an einer Seite. Nach einer Weile wird er richtig ungehalten wackelt mit dem Kopf hin und her und versucht die Brustwarze zu fassen, schreit dann aber stattdessen frustriert. Ich höre auch nur etwa 5 Minuten lang, dass er richtig schluckt, danach nuckelt er weiter und ist dann, wie gesagt frustriert. Nachmittags ist er sehr sehr unzufrieden, schreit viel und lässt sich nur durch Saugen beruhigen aber auch das leider nur bis er frustriert davon ist. An anderer Stelle ist es wiederum so, dass er beim Trinken sehr schnell einschläft, so dass es auch dann nicht zu den 20 min kommt.

Ich habe einfach immer diesen Komplex zu wenig Milch zu haben, was ja auch so ist, immernoch aber in den letzten drei Tagen hat das wieder zugenommen und ich bin versucht wieder mehr zuzufüttern. Ich kenne das Buch von Hanna Lothrop und vielleicht ist er in dem 4-6 Wochen Wachstumsschub, aber ich kann ja nicht mehr tun als ihn jede Stunde anzulegen. Wie komme ich über diese Phase hinweg, wie bringe ich Ruhe darein? Wie bekomme ich den Rythmus auf zumindest alle 2 Stunden? Ich habe ihn in den letzten drei Tagen tagsüber jede 1-2h angelegt, dennoch habe ich nicht genug Milch, was kann ich noch tun?

hattet ihr auch diese Phasen?

febe

Beitrag von rmwib 26.04.10 - 20:19 Uhr

HUHU

erstmal Respekt vor der Entscheidung zurück zum Stillen zu gehen. Toll, dass Du das machst #liebdrueck

Das mit dem Rhythmus ist so eine Geschichte. Schau mal, Dein Baby ist noch soooo klein. Ich würde Dir raten, Dich noch für min. 3-4 Monate ausschließlich nach seinem Bedarf zu richten.

Ist bestimmt mega hart mit noch 2 anderen Kindern zu Hause aber ich glaube am Besten ist es wirklich, weiter anzulegen. Auch stündlich, das gibt sich alleine.

Alles Gute und langzeitstillende Grüße

Beitrag von mini-wini 26.04.10 - 20:25 Uhr

Hallo,

also meine Maus ist jetzt 4 Monate alt und auf die 20 Minuten pro Seite sind wir noch nie gekommen. Mittlerweile ist sie in 5 - 8 Minuten mit einer Seite fertig und ist dann satt. Ich stille immer nur eine Seite.
Also ich wurde an deiner Stelle alle Uhren aus dem Haus verbannen und den Kleinen einfach anlegen wenn er hunger hat und dabei nicht auf die Zeit achten.
Wir haben auch die Wachstumsphasen in denen die Maus mehr quängelt und öfter trinken will.
Ich denke du machst das gut so, und die Fläschchen wieder so zu reduzieren ist doch ne tolle Leistung.#ole
Verlass dich auf dein Bauchgefühl, der Kleine holt sich was er braucht, der kennt noch keine Uhr.
Und die Phasen gehen auch wieder vorbei.

LG und alles Gute

Beitrag von holunderbluete 26.04.10 - 21:10 Uhr

Auch ich finde toll, daß Du Dich noch für das Stillen entschieden hast. #pro

Meine Maus ist jetzt 6 Wochen alt. Die 4. bis 5. Woche waren für uns auch schwer, da sie einen Schub hatte. Der Rhytmus beim Stillen wird sich bei uns noch oft ändern. Mal alle Stunde, dann mal wieder alle 3 bis 4 Stunden.

Meine Kleine quängelt auch manchmal an der Brust, versucht zu trinken, läßt dann aber gleich wieder los und ist frustriert. Ich habe dann zwei Möglichkeiten:
1. Hoch nehmen und Bäuerchen
2. Schnuller geben, da satt und nur noch Saugdrang vorhanden

Eben vielen meiner Kleinen beim Stillen schon die Augen zu, dann wurde sie beim Saugen unruhig. Sie war müde und wollte nur nuckeln. Wenn dann aus der Brust noch Milch kommt verwirrt sie das. Ich hab ihr den Schnuller gegeben und sie ist fast sofort eingeschlafen. #verliebt

Vielleicht hast du gar nicht zuwenig Milch. Versuche locker dran zu gehen und dann auf Deinen Bauch hören.

Lieben Gruß
holunderbluete

Beitrag von nashivadespina 26.04.10 - 21:12 Uhr

"Mein Baby trinkt niemals 20 min an einer Seite"

Wer hat dir denn gesagt, dass das Baby pro Seite 20 Minuten trinken soll?
Wichtig ist nur, dass das Kind dann trinken darf wann immer es möchte. NUR dann ist die Versorgung alleine über die Muttermilch sichergestellt. Stille nach Bedarf und schaue dabei nicht auf die Uhr.
Mein Kind hat damals nie länger als 3-5 Minuten an der Brust getrunken und war immer propper.

Lege dich mal mit deinem Kind 2-3 Tage ins Bett und stille rund um die Uhr..wann immer dein Baby will..und lasse das Zufüttern komplett weg..am ANfang wird es dann halbstündich oder stündlich kommen wollen (vielleicht auch nicht; schau einfach nicht auf die Uhr) aber es wird nur eine Phase sein (die auch durchaus mal bei Wachstumsschüben wieder vorkommen wird weil Babys einfach auch mal einen anderen Bedarf haben) ..und die Phase wird vorbei gehen. Wenn du dein Kind immer saugen lässt wann es das möchte wird es ganz alleine die Milchproduktion regeln..und zwar so, dass diese genau deinem Baby angepasst ist. :-)
Ich empfehle dir weiterhin ganz dringend eine Stillberaterin kostenlos zu kontaktieren und bei stillfragen nicht deine Hebamme um hilfe zu bitten.

www.lalecheliga.de

Das ist ganz wichtig, da dir scheinbar auch das Grundwissen fürs Stillen fehlt.

"Nach einer Weile wird er richtig ungehalten wackelt mit dem Kopf hin und her und versucht die Brustwarze zu fassen, schreit dann aber stattdessen frustriert. Ich höre auch nur etwa 5 Minuten lang, dass er richtig schluckt, danach nuckelt er weiter und ist dann, wie gesagt frustriert. Nachmittags ist er sehr sehr unzufrieden, schreit viel und lässt sich nur durch Saugen beruhigen aber auch das leider nur bis er frustriert davon ist. "

das liegt wohl daran, dass du ihn an die Flasche gewöhnt hast..da kommt die Milch viel einfacher heraus.
Lasse die Flasche komplett weg..dann wird die Milchproduktion in soweit angeregt, dass er nicht mehr unzufrieden ist.

"An anderer Stelle ist es wiederum so, dass er beim Trinken sehr schnell einschläft, so dass es auch dann nicht zu den 20 min kommt. "

WIe schon oben geschrieben: haltre dich an keine festen zeiten..stille nach bedarf..und lasse dein baby an der brsut einschlafen. einschlafstillen ist völlig normal.

"Ich habe einfach immer diesen Komplex zu wenig Milch zu haben, was ja auch so ist, immernoch aber in den letzten drei Tagen hat das wieder zugenommen und ich bin versucht wieder mehr zuzufüttern. Ich kenne das Buch von Hanna Lothrop und vielleicht ist er in dem 4-6 Wochen Wachstumsschub, aber ich kann ja nicht mehr tun als ihn jede Stunde anzulegen. Wie komme ich über diese Phase hinweg, wie bringe ich Ruhe darein? "


indem du dich mal entspannst und einssiehst, dass ausschließlich nach bedarf stillen dazu führt, dass die versorgung des kindes alleine über die muttermilch sichergestellt ist. woher weißt du denn dass du zu wenig milch hast? hat es unnormal abgenommen? nachgewiesenermaßen? lege einfach "rund um die uhr" an...gebe keine stillzeiten vor, lasse die flasche weg und ernähre dich gesund. gönnt euch ruhe. wenn dein kind dabei gut gedeiht, nicht unnormal abnimmt und ausreichend nasse windeln hat..brauchst du dir KEINE sorgen machen, dass du zu wenig milch hast. du wirst nicht zu wenig haben, wenn du nach bedarf stillst!

"Wie bekomme ich den Rythmus auf zumindest alle 2 Stunden? Ich habe ihn in den letzten drei Tagen tagsüber jede 1-2h angelegt, dennoch habe ich nicht genug Milch, was kann ich noch tun? "

vergiss einen festen stillrhytmus und lege einfach an wenn das baby möchte. dann ist dein problem gelöst.

Beitrag von febe 27.04.10 - 10:12 Uhr

Hallo, vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!

ich glaube nicht, dass es mir an Grunwissen fehlt, nach dem zu urteilen, was Du schreibst habe ich wahrscheinlich eher zu viel gelesen. Mir fehlt es aber auf jeden Fall an praktischer Erfahrung und an Erfolgserlebnissen.

Ich habe in mehreren Büchern gelesen, dass die Prolaktinausschüttung nur dann richtig angeregt wird, wenn eine Brustwarze 15-20 min stimuliert wird, daher meine Vermutung, dass er länger trinken sollte. Das stimmt dann wohl nur in der Theorie und ich werde mir keine Gedanken mehr darüber machen.

ich habe auch gelesen, dass nach einer Stunde ca 40% der Milch wieder da ist. Da mache ich mir schon Gedanken, wenn er jede Stunde trinkt, wie soll er bei nur 40% einmal richtig satt werden.

Es geht auch nicht um einen Rythmus, der mir das Leben erleichtern soll sondern darum dass er endlich mal richtig satt und zufrieden sein soll, für ihn. Er weint sehr viel und das er dann Hunger hat kann ich eindeutig sehen (bin zwar nicht still aber dafür Baby-erfahren).
das tut mir schon leid, denn wenn ein Baby richtig satt ist und ruhig wach sein kann oder ein Weilchen schlafen kann, so ist das doch nicht nur für die Mutter schön...

Tja, das mit dem ins Bett für drei Tage ist auf Grund meiner Situation leider nicht möglich, ich stille ihn schon nach Bedarf aber wie gesagt, ich habe das Gefühl nach einer Weile saugt er an einer leeren Brust und will Milch!

ich möchte einfach mal das Gefühl haben dass er an der Brust richtig satt wird. Und ich habe wie gesagt bereits drei Tage damit zugebracht ihn stündlich zu stillen, aber er wird nicht satt!

Bin einfach ein wenig verzweifelt, er schreit viel und die Situation wird immer schwieriger und das nachdem alles so gut aussah.

Übrigens: abgenommen hat er nicht, im Gegenteil er hat knapp 2kg mehr als beider Geburt und er ist jetzt 5 Wochen alt. Das mit dem Wachstumsschub könnte also hinhauen. Er trinkt also auf jeden Fall genug um zuzunehmen aber nicht genug um zufrieden zu sein. Wenn ich ihm ein Fläschchen gebe ist er hinterher satt und zufrieden kann herumschauen und gut schlafen.

oje! febe

Beitrag von nashivadespina 27.04.10 - 13:40 Uhr

Ich frage mich wo du das mit den 40% gelesen hast. Mag ja sein, dass die Brust dann zu 40% mit Milch gefüllt ist..aber es kommt auch Milch aus deinen Brüsten sobald dein Kind saugt-egal ob da nun noch Milch vorhanden ist oder nicht.

Das dein Baby in dem Alter unruhig ist und oft gestillt werden möchte ist normal. Jedes Kind ist unterschiedlich. Die meisten Babys wachen in dem Alter alle 2 Stunden o.ä. auf ...sie sind eben noch so Klein und müssen sich gewöhnen. Stillen dient nicht nur der alleinigen Nahrungsaufnahme...

wenn du das gefühl hast dass er an deiner "leeren" Brust saugt stimmt das so aber nicht..klar wird deine Brust dann nicht so mit Milch gefüllt sein als wenn sich welche angesammelt hat..aber dein baby saugt weil noch eine geringere Menge herauskommt..hinzu kommt dass er durch dieses saugen so die Milchproduktion ankurbelt, dass sie deinem baby angepasst ist.

was heißt denn du hast 3 tage versucht stündlich zu stillen? Hast du ihn auch halbstündlich angelegt wenn er wollte? Richte dich bitte nicht nach der Uhr! DIes führt zum abstillen, da sich die Milchmenge dann nicht genau deinem Baby anpassen kann.

und nun noch zu deinem letzten satz:

"Übrigens: abgenommen hat er nicht, im Gegenteil er hat knapp 2kg mehr als beider Geburt und er ist jetzt 5 Wochen alt. Das mit dem Wachstumsschub könnte also hinhauen. Er trinkt also auf jeden Fall genug um zuzunehmen aber nicht genug um zufrieden zu sein. Wenn ich ihm ein Fläschchen gebe ist er hinterher satt und zufrieden kann herumschauen und gut schlafen. "

er nimmt nicht ab-also hast du genug milch.
dass dein kind *zufrieden* an der flasche einschläft hängt ausschließlich damit zusammen dass du zufütterst..und so deine Muttermilch noch nicht deinem Baby angepasst ist. Sobald dein Baby ganz ohne zuzufüttern an deiner Brust saugt..wird er auch (ab und zu) so zufrieden an deiner Brust sein! Unabhängig DAVON ist es VÖLLIG normal dass Kinder in dem Alter unausgeglichen usw sind und seltener ganz entspannt herumschauen.

Lass die Flasche weg..stille immer wann dein Baby will..lass es nuckeln...JEDER ZEIT..eine woche geb ich euch in diesem fall..dann hatts sich wieder eingependelt. Vertrau euch einfach!



Beitrag von febe 28.04.10 - 10:24 Uhr

Danke,

solche Beiträge machen mir echt Mut! Schon alleine zu wissen, dass er nicht 20 min saugen "sollte" hat unsere Situation sehr entspannt und auch Deine Aussage, dass immer Milcg nachfließt. Wenn man nicht so ein Bild hat, wie es sein sollte ist manches einfacher!

febe

Beitrag von lea9 26.04.10 - 21:56 Uhr

Ich finds toll, dass du dich so anstrengst, dass es noch klappt. Das hab ich noch nie gehört und finde es wirklich bewundernswert.

Ansonsten schließe ich mich meiner direkten Vorschreiberin an. Sie hat das super aufgeführt.

Nur kurz: Mein Baby trinkt immernoch jede Stunde, manchmal alle 2, selten 3. Also das hat nix mit zu wenig Milch zu tun. Außerdem trinkt es max. 5min. Und ist seeeehr propper. Das hat nichts mit der Länge zu tun, es saugt einfach effektiv anscheinend.

Beitrag von schnee-weisschen 27.04.10 - 19:02 Uhr

Hey,

Du beschreibst, dass er nach einer Zeit, in der er richtig schluckt beim Trinken, frustriert ist und nur noch nuckelt.
Genau da unbedingt weiter nuckeln lassen und nicht abdocken, weil Du denkst, die Brust ist leer.

Der Milchspendereflex wird ein zweites Mal ausgelöst, wenn Du ihn weiterhin an der Brust lässt und kalorienreiche, sättigende Hintermilch kommt.
Du wirst es hören, dass er nach ner ganzen Zeit dann wieder richtig "schluckt".


LG

sw