Wie hättet ihr reagiert? *lang*

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von thyme 26.04.10 - 20:08 Uhr

Letzten Freitag ist bei uns folgendes geschehen:

Wir wollten um 14 Uhr zu einem Kindergeburtstag. Um 12.30 waren wir fertig mit Essen und ich wollte noch rasch mit dem Staubsauger durch die Wohnung.
Mein Sohn (4) hatte auf Couchtisch eine grosse Lego-Installation aufgebaut. Dazu hatte er seine Riesenkiste mit Legos auf den Teppich gekippt. Nach dem Essen wollte er damit weiterspielen. Ich sagte ihm, dass das ok ist und er noch spielen darf bis wir gehen müssen. Zuvor solle er jedoch noch die paar verstreuten Legos auf den Teppich räumen, wegen dem Staubsaugen.

Als Antwort legte sich unser Trotzkopf mitten in den Legohaufen und spickte die Teile in der ganzen Wohnung umher. Ich meinte darauf: So nicht, mein Kind. Nun musst du halt alle zusammensuchen und in die Kiste versorgen.

Natürlich weigerte er sich und ich beschied ihm, dass wir nirgendwo hingehen, bevor er die Legos nicht eingesammelt hat. Um das folgende Drama kurz zu machen: Das Geburtstagsfest versäumten wir.
Als mich um 16.30 eine Nachbarin in den Garten rief, hab ich von unten gehört, dass er einräumt. Keine zehn Minuten später kam er in den Garten gestürzt um mir strahlend und stolz zu berichten, dass er die Legos nun alle ganz alleine eingeräumt habe. Ich habe ihn in den Arm genommen und gesagt, dass ich froh bin darüber.

So. Soweit die Geschichte. Als ich das später in einer Mütterrunde erzählt hab, war ich über die Reationen erstaunt: Jemand fand, das sei übertrieben und gemein von mir gewesen (versäumter Geburtstag), eine andere meinte, ich hätte mich rächen wollen #gruebel. Nur eine Mutter fand, das sei angemessen gewesen und sie hätte gleich gehandelt. Nun bin ich gespannt, ob ihr auch die Steine hervorholt.

LG thyme, deren kleiner Trotzkopf in den letzten drei Tage ein ungewöhnlich braves Engelchen war.

Beitrag von lilly7686 26.04.10 - 20:14 Uhr

Hallo!

Naja, ein bisschen hart finde ich es schon. Hast du ihm nicht vorgeschlagen, mit ihm gemeinsam aufzuräumen?
Immerhin ist er erst 4.

Andererseits habt ihr wohl eure Regeln und an die muss sich jeder halten. Und wenn du eine Regel aufstellst, dann muss dein Sohn folgen.

Also gesteinigt wirst du hier, zumindest von mir, nicht. Du hättest vielleicht geduldiger sein können. Aber ich versteh schon, dass man manchmal Tage hat, wo man nicht ganz so viel Geduld aufbringen kann.

Rückgängig kannst du es ja nicht mehr machen (aber wenn du doch ne Zeitmaschine hast, lass mir die Baupläne zukommen, ja?) ;-)
Aber für die Zukunft: mehr Geduld aufbringen und anbieten, gemeinsam aufzuräumen.

Sollte jedoch das gemeinsame Aufräumen nicht klappen, ist deine Reaktion gerechtfertigt. Finde ich völlig okay. Aber wie gesagt, kommt drauf an, ob du Gemeinsames Aufräumen angeboten hast oder nicht.

Alles Liebe!

Beitrag von thyme 26.04.10 - 20:35 Uhr

Normalerweise räumen wir zusammen auf, oder ich erzähle eine Aufräum-Geschichte oder so was in der Art. Aber nachdem er die fünf oder zehn Legos nicht zusammengeräumt hat, was ja wohl nicht zu viel verlangt ist und statt dessen sämtliche Leogs in der Wohnung verteilt hat, hatte ich eigentlich nicht mehr so Lust, ihn auch noch dafür zu belohnen.

Beitrag von tauchmaus01 26.04.10 - 20:23 Uhr

Hallo, ich bin auch eine sehr konsequente Mutter;-)
finde aber deine Reaktion auch sehr hart, nicht nur Deinem Kind gegenüber sondern auch dem Geburtstagskind was ja sicher nicht Unmengen an Freunden eingeladen hat.

Beispiel: Meine Kinder dürfen soviel Kinder einladen wie sie Jahre alt werden. Bei 4 Jahren also 4 Kinder und wenn dann eines nur deshalb nicht kommt weil es nicht aufgeräumt hat, dann wäre ich auch als Gastgebermutter enttäuscht, immerhin bereitet man ja eine Menge vor.

Ich hätte ihn zum Geburtstag gebracht und dann die Legos in eine Kiste geräumt und für eine Woche weggestellt. Denn wer die rumschmeißt, braucht damit ja nicht spielen #cool

Hast Du Dir mal überlegt wie traurig das Geburtstagskind gewesen sein muß weil ein Gast weniger kommt? Immerhin freuen sich viele Kinder wochenlang auf ihre Feier.

Mona

Beitrag von thyme 26.04.10 - 20:32 Uhr

Ich glaube nicht, dass das Geburtstagskind uns sehr vermisst hat, die beiden zoffen sich nämlich meistens. Ausserdem waren viele andere Kinder dort. Fands eher schade wegen mir, weil ich die Mutter gerne mag.

LG thyme

Beitrag von petunia72 27.04.10 - 08:37 Uhr

Genau das gleiche habe ich auch gedacht!

Auch wenn viele Kinder kommen ist es immer schade und ärgerlich, wenn eines so kurzfristig absagt.
Man hat ja auch für dieses Kind wahrscheinlich etwas vorbereitet.

Vielleicht hat der Junge aber extra so gehandelt, WEIL er nicht auf den Geburtstag wollte? zwei Stunden später konnte er ja anscheinend wunderbar und schnell aufräumen.

Meine Tochter hat auch so Aktionen gebracht, gerade weil sie weiterspielen wollte und ihr eine Geburtstagsparty in dem Augenblick nicht so wichtig war.
Und ich wollte ihr nicht beibringen, dass sie mit Unordnung verbreiten sich vor einer Verabredung drücken kann!

LG Tina

Beitrag von connie36 26.04.10 - 20:24 Uhr

hi
auch wenn es manche kritisieren mögen, ich hätte es auch so gehandhabt.
wenn er aus trotz noch mehr steine durch die landschaft wirft, würde ich mcih auch nicht hinsetzen wollen und mit ihm aufräumen.
lg conny

Beitrag von mamavonyannick 26.04.10 - 20:52 Uhr

Hallo,

nun, solange es sich um einen Kindergeburtstag handelt, hat diese sache sicher funktioniert. Sie ist nur nicht sonderlich praktikabel, wenn es um andere sachen geht wie Arzttermine oder der Geburtstag von einer Person, die dir wichtig ist. In dem Fall hättest du sicher anders reagiert, oder???

vg, m.

Beitrag von thyme 26.04.10 - 21:32 Uhr

Arztermin: Ja, da hätte er nachher aufgeräumt. Da wäre er auch abends nicht todmüde und ausgepowert ins Bett gefallen. Andernfalls: Keine Ahnung, vielleicht nicht.

Beitrag von sternenzauber24 26.04.10 - 21:13 Uhr

Hallo,

Ich finde das Du das so ganz richtig gemacht hast, es ist natürlich hart aber konsequenz ist wichtig.
Und wenn er die Legos absichtlich umher geworfen hat, hätte ich mich nicht zum einräumen angeboten.

LG, Julia

Beitrag von jazzbassist 26.04.10 - 21:18 Uhr

Es gibt hier auf Urbia leider keine „Steine-werfenden“-Smileys …. :-p

Also wenn das ein Kindergeburtstag gewesen wäre, auf den sich mein Sohn gefreut hätte, hätte ich diese Grenze nicht auf - koste es, was es wolle - durchgezogen. Ich finde, dann gibt es weitaus mildere Erpressungs … ähm … Erziehungsmaßnahmen. Das wäre es mir persönlich also nicht Wert gewesen.

Meine Frau hat unseren Spatz in dem Alter aber auch schon mal auf Kindergeburtstagen von ihren Freundinnen o.ä. mitgeschleppt - da wäre es meinem Sohn so gesehen ziemlich egal gewesen, da anwesend zu sein oder weiter mit Lego zu spielen. Dann hätte ich das schon als legitim empfunden, dass durchzuziehen.

Aber aufgeräumt hätte ich für ihn nicht mehr; Legosteine in eine Kiste räumen konnte meiner in dem Alter nämlich bereits ganz vortrefflich. Ich hätte dem Kind einfach gesagt, dass wir um 14 Uhr zu dem Kindergeburtstag gehen, und, wenn die Steine bis dahin nicht Weggeräumt sind, räumt die Mama die Steine am Abend weg. Dann bleibt die Kiste aber morgen mal bei der Mama im Schlafzimmer und er muss sich ein anderes Spielzeug suchen.

Beitrag von thyme 26.04.10 - 21:39 Uhr

Der Geburtstag war ihm nicht sehr wichtig, weil er sich mit dem betreffenden Jungen eher mässig gut versteht und er eigentlich lieber zu Hause spielen wollte. Wir waren aber eingeladen, weil ich die Mama gut kenne und wir in der Nähe wohnen. Wie gesagt, ich hab wohl in erster Linie mich bestraft.

Hmmm... das mit dem Wegräumen ist meinem Sohn ziemlich wurscht. Er kann sich wunderbar mit irgendetwas anderem beschäftigen :-) Ausserdem war der nächste Tag SEIN Geburtstagfest und da gabs dann ganz viele ganz neue Geschenke. Und so gemein, dass ich ihn da nicht hingehen liesse, bin nicht mal ich :-p

Beitrag von jazzbassist 26.04.10 - 22:04 Uhr

Falls es Ihnen mehr hilft, könnten wir auch einfach unterstellen, dass ein 4-Jähriger das Theater absichtlich veranstalte hat, um gerade genau nicht auf den Kindergeburtstag zu müssen - dann hätten Sie sich einfach nur von einem 4-Jährigen austricksen lassen :-p

Beitrag von thyme 26.04.10 - 22:16 Uhr

#schock :-D Na, er ist schon ziemlich gewitzt. Aber auch direkt und schonungslos ehrlich. Er sagt schon, wenn er etwas NICHT will. Aber so wars nicht. Es war ihm, glaub ich, einfach egal ob wir hingehen oder nicht.

Beitrag von petunia72 27.04.10 - 08:57 Uhr

Was hat dann die Aktion gebracht, außer, dass Du auf einen netten Nachmittag verzichtet hast?

LG Tina

Beitrag von thyme 27.04.10 - 09:25 Uhr

Er hat aufgegeräumt :-p
Und er war sehr stolz darauf. Und wir waren danach wieder Freunde. Und wir haben den Rest des Tages zusammen gespielt.

Ach ich weiss auch nicht, ob es nun zu viel war oder nicht. Normalerweise haben wir nicht solche Dramen und meine Erziehung ist nicht aus Stahl gegossen.
Nur hat mir diesmal mein Gefühl gesagt, dass er das alleine schaffen muss. Dass er hinterher unheimlich stolz auf sich war, zeigt mir eigentlich, dass es richtig war, es durchzuziehen.

LG thyme

Beitrag von petunia72 27.04.10 - 16:26 Uhr

Offensichtlich hatte er einen super Tag!

Erst totale Verwüstung angestellt, dann musste er nicht auf den ungeliebten Geburtstag, dann hat er 10 Minuten aufgeräumt und Mama war total happy und hat ihn geknuddelt und geküsst und hatte den Rest des Tages nur Zeit für ihn!

Gut gemacht!

Tina

Beitrag von jazzbassist 27.04.10 - 14:19 Uhr

Mein Spatz hatte mit 5 seinen Hund bekommen und - mein Kleiner wollte natürlich unbedingt, dass der Hund bei ihm im Zimmer schläft. Wir hatten ihm erklärt, dass wir mal eine Ausnahme machen können, wenn er mal Angst hat oder sich nicht so Wohl fühlt. Was sagt der 3-Käse-Hoch am nächsten Abend?

Der Hund hat Stubenarrest. #huepf

Die sind in dem Alter bereits viel hinterlisgtiger, als man meint :-p

Beitrag von thyme 27.04.10 - 14:38 Uhr

Nicht schlecht! :-D Ich muss auch oft über die ausgeklügelten Argumente lachen, die mein Grosser bei Gelegenheit in Feld führt!

LG thyme

Beitrag von any1978 26.04.10 - 21:33 Uhr

Hallo,
für mich wäre das nichts ,mir hätte das viel zu lange gedauert und ich hätte kein Geburtstag abgesagt weil mein Kind seine Legos nicht aufräumt!
Bei mir kommt immer der Müllsack ;-) ich bitte sie 2 mal etwas wegzuräumen beim 3.mal sag ich das ich in 5 Min mit dem Sack komme.
Das klappt bei uns SUPER :-p erst haben sie mich nicht für voll genommen bis ichs gemacht hab,habs natürlich nicht abgemüllt sondern nur für in paar Tage verschwinden lassen!

Beitrag von thyme 26.04.10 - 21:41 Uhr

Wie gesagt, wegräumen interessiert unseren Sohn nicht. Er ist da ganz flexibel und macht einfach was anderes. Wir haben das ein, zweimal versucht und sind damit grandios gescheitert.

LG thyme

Beitrag von thyme 26.04.10 - 21:43 Uhr

Ausserdem; Bald werden deine Kinder merken, dass du die Spielsachen nicht wirklich wegwirfst. Und was machst du dann?

Beitrag von coconutkiss169 27.04.10 - 08:57 Uhr

Bei uns kommt auch der blaue Sack, wenn etwas überhaupt nicht aufgeräumt werden will...;-)

Allerdings sind wir gerade am Zimmer renovieren und da habe ich beim Ausräumen die Stofftiere für übergangsweise in den Sack gestopft... Ui, wie war das Geschrei groß #schrei
Sie haben jetzt aber verstanden, dass ich es nicht wegwerfe (zumindest die Kleine, die Große wusste das ja vorher schon #cool). Hoffentlich zieht die "Drohung" beim nächsten Mal noch#gruebel

Liebe Grüße und noch einen schönen Tag #sonne!

Beitrag von lisasimpson 26.04.10 - 21:59 Uhr

hallo!

ich dneke, ich hätte schon mitgehofen und versucht keinen Machtkampf (wer hälts länger aus/ wer ist hartnäkiger) draus gemacht.
ich bin mir fast sicher, daß ich (und auch du:) die situation nach ner haleben stunde so entspannen hätte können, daß wir aufräumen und Kindergeburstag gut hinbekommen hätten und ich (sowie du:) meinen standpunkt hätte klar machen können (sache nwerden erst aufgeräumt, bevor was anders gemacht werden kann bzw. sachen werden nicht rumgeschmissen, ansonsten müssen sie aufgeräumt werden- ich weiß nicht anz genau, was dein standpunkt da sein sollte).

grundsätzlich kann ich deine idee aber nachvollziehen und ich finde sie sehr einsichtig.
denke aber wie gesagt trotzdem, daß ich nach einiger zeit ein "friedensangebot" gemacht hätte und wir zu lauter musik die steine in die kiste gekloppt hätten..

Alles Liebe
lisasimpson

Beitrag von thyme 26.04.10 - 22:13 Uhr

Mein Standpunkt war der folgende: Ich habe dich gebeten, ein paar wenige Legos vom Parkett auf den Teppich zu räumen, damit ich drum herum staubsaugen kann. Ich hab ihn anfangs NICHT gebeten, die ganze Kiste einzuräumen. Er hätte ja auch noch spielen dürfen.

Wir räumen abends zusammen auf, und machen uns ein Spiel daraus. Aber ich hatte keine Lust, ihm dabei zu helfen, nachdem er den gesamten Kisteninhalt quer durch die Wohnung geschleudert hat.

Der eigentliche Deal war der: Ich räume sein Zimmer auf, er dafür die Legos - die wenigen, die ursprünglich herumlagen. Als ich mit dem Zimmer fertig war und ich ihn an die Legos erinnerte, kam das mit dem Rumgezappel und Steine werfen.

Ich kann kurz zusammenfassen, was ich anschliessend alles versucht hab:

- Erklären: dass es schade ist, wenn wir den Geburtstag verpassen.
- Locken: Komm, du machst das jetzt schnell, dann gehen wir zusammen aufs Trampolin, wenn du schon nicht auf den Geburtstag willst.
- Animieren: Komm, wir machen ein Wettrennen draus. Ich räume die Küche auf und du die Legos und der Sieger kann ein Spiel wählen
- Erpressen: Ich geh jetzt mit deiner kleinen Schwester in den Garten. Wenn du fertig bist mit zusammenräumen, darfst du gerne auch kommen.

#kratz

Dann hab ich irgendwann drum herum den Haushalt gemacht, war mit der kleinen Schwester eine Weile im Garten, hab eine Vesper gereicht (ja, auch dem Grossen!), Wäsche gewaschen, etc. Er lag dabei die ganze Zeit auf dem Legohaufen und hat sich in aller Ruhe geweigert, sie einzuräumen.



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