Das liebe Wörtchen NEIN...

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von stoepsel2008 26.04.10 - 20:58 Uhr

Hallo,

unser Sonnenschein ist jetzt 15 Monate alt und hat das Wörtchen NEIN relativ früh kennen gelernt...;-)

Jetzt meine Frage:

In letzter Zeit komme ich mir vor, wie wenn ich es mind. 500x am Tag sagen kann/soll/muss/darf jedoch will ich ihm auch nicht alles durchgehen lassen...
Was mich etwas nervt (oh Gott, das hört sich voll böse an!), es sind immer die gleichen Sachen. Ich meine damit, irgendwann sollte er es sich doch merken können oder verlange ich viel zu viel #kratz

Ich versuche ihn auch abzulenken, setzt ihn weg oder lass es erst gar nicht so weit kommen jedoch ist des ein Endlosspiel...

Wie war des bei euch so?
Was habt ihr als Alternative gemacht?
Oder heißt es (wie bei so vielen Sachen) Augen zu und durch :-p

Lg Tina #blume

Beitrag von 19jasmin80 26.04.10 - 21:04 Uhr

Das wird nie aufhören #rofl#schein, ich mein damit die ständigen Wiederholungen. Tag ein, Tag aus...

Halt die Ohren steif... sie machens ja nicht mit Absicht. #verliebt

Beitrag von fernweh123 26.04.10 - 21:33 Uhr

Hallo Tina,

verstehe was du meinst, aber überlege gut, ob du bei dem was du "verbieten / verneinen" willst es auch soooo ernst meinst.
Wenn man zu oft NEIN sagt, dann nehmen die Kurzen es irgendwann nicht mehr ernst, wenn du aber weniger Dinge hast, die du richtig KONSEQUENT verbietest, dann dürfte er sich bald merken, dass das ein no-go ist.

Ich sage z.B. nicht nein, wenn unsere Lütte zum gefühlten 100. mal den Papiermüll ausräumt, den ich GERADE wieder eingeräumt habe, aber ein absolutes NEIN bekommt sie, wenn sie an die Steckdosen will (die trotzdem geschützt sind).

Man das hört sich jetzt irgendwie wirr an. #schwitz
Hoffe du verstehst was ich meine. #kratz

Andrea +Naomi*01.11.08

Beitrag von hanni123 26.04.10 - 21:36 Uhr

Huhu,

Du verlangst zuviel... ;-)

Ich finde das hier super, da ist das toll erklärt:

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/stichwortsuche.htm?stichwort=Nein-sagen

LG

Hanna

Beitrag von hailie 26.04.10 - 22:01 Uhr

das wort NEIN habe ich so gut wie nie gesagt. das hatte zur folge, dass es seine wirkung behielt... ;-)

ich habe meiner tochter schon immer kurz und verständlich erklärt, warum sie etwas nicht darf. mit rund einem jahr hat das schon gut geklappt.

sprich mit deiner tochter, statt nur verbote aufzustellen. ein schlichtes NEIN reicht natürlich nicht. warum sollte das kind darauf hören?

lg

Beitrag von stella81 26.04.10 - 22:19 Uhr

Versuchen so wenig wie möglich ein NEIN zu sagen (ich weiß das ist schwer) und es für wirklich gefährliche Sitationen aufheben. Dann aber auch erklären warum es nicht geht usw. Zu viele NEINS verlieren Ihre Wirkung irgendwann. Davon abgesehen verstehen Sie es nicht wenn man nur ein NEIN ohne weitere Erklärungen abgibt.

Beitrag von perserkater 26.04.10 - 22:22 Uhr

Bin zu faul zum schreiben, schließe mich de einfach an.:-)

Beitrag von lisasimpson 27.04.10 - 09:28 Uhr

"das wort NEIN habe ich so gut wie nie gesagt. das hatte zur folge, dass es seine wirkung behielt... "

exakt so siehts aus..

lisasimpson

Beitrag von cajamarca 27.04.10 - 10:31 Uhr

Sich vorher gut überlegen, welche *wenigen* Verbote absolut notwendig sind. Und "nein" nur in diesem Fall benutzen. Und das Verbot dann aber auch konsequent einhalten.
LG Anke

Beitrag von raena 27.04.10 - 12:18 Uhr

Es wird gaaaaaaanz langsam besser ;-) ..... ich glaub so in den nächsten 15-20 Jahren ....#rofl

ansonsten hab ich gestern schon zu einem ähnlichen Frage meinen Senf gegeben:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=3&pid=16521694

Durchhalten :-)

LG
Tanja

Beitrag von miss-lacrima 27.04.10 - 23:06 Uhr

Hallo Tina,

"Nein" gibt es bei uns in 2 Formen. Das wäre

a) "Ach Nee, komm das ist doof, lass lieber ein Buch schauen / Musik anmachen etc" - Also zur Ablenkung bei Sachen die ich einfach nicht so gerne sehe (Papiermüll umschichten, Schränke mit Anziehsachen /Windeln ausräumen etc)

b) "Nein" - ja auch mal laut / ängstlich etc ...zB wenn ich sehe dass Madame gerade (trotz Verbots) den Topf mit heissen Nudeln vom Tisch ziehen will, sich von meiner Hand losreissen will um auf die Straße zu rennen etc. Dieses "Nein" wirkt. Als Sophie mal anfing zu weinen deswegen hab ich ihr natürlich erklärt "Mama hatte Angst dass du dir weh tust" ..."Mama hat sich erschrocken".

Gruß,
Jenny

Beitrag von sunflower.1976 27.04.10 - 23:42 Uhr

Hallo!

Ich schreibe jetzt mal, wie ich es mache (und habe extra die anderen Antworten vorher nur überflogen).

Wir haben einige klare Verbote, die ich auch konsequent durchsetze (überwiegend Sachen, bei denen sich die Kinder gefährden könnten)

Es gibt auch Dinge, die ich eigentlich nicht möchte, aber wo ich es nicht ganz so eng sehe. Wir haben die Wohnung recht kindersicher eingerichtet, so dass wir uns viele Verbote ersparen, also z.B. Schranksicherungen, keine Blumentöpfe auf dem Boden o.ä.

Außerdem versuche ich Verbote positiv zu formulieren, also klare Handlungsanweisungen zu geben.
Beispiele:
- "Lass XY liegen!" anstatt "Nein, nein, nein, du darfst das nicht anfassen!"
- "Lass den Herd los" anstatt "Nein, du darfst den Herd nicht anfassen!"
- "Bleib auf dem Bürgersteig!" anstatt "Nein, Du darfst nicht auf die Straße laufen!"

Warum ich das so mache, hat zwei Gründe. Zum einen stelle ich es mir für ein Kind sehr frustrierend vor, dauernd "nein" zu hören. Das wäre ja so, als wenn wir an einem neuen Arbeitsplatz ständig zu hören bekommen, was wir falsch gemacht haben, was man nicht darf usw. anstatt klar gesagt zu bekommen, WAS und WIE gemacht werden soll.
Außerdem schalten Kinder schnell auf Durchzug, wenn sie das "Nein" zu häufig hören. Dann reagieren sie in wirklich wichtigen Situationen nicht mehr.

Zudem blendet das Gehirn die Wörter "nein" und "nicht" unbewusst aus. Das geht auch Erwachsenen so.
Wenn Du Lust hast, mach mal das folgende Spielchen mit:
Du bekommst jetzt die Aufgabe, zwei Minuten nicht an Deinen Sohn zu denken. Denk jetzt nicht, auf gar keinen Fall an Deinen Sohn! Denk in den nächsten zwei Minuten gar nicht an Deinen Sohn!






Was ist passiert? Du hast wahrscheinlich Schwierigkeiten gehabt, nicht an Deinen Sohn sondern an etwas anderes zu denken. Bekommst Du statt dessen die Aufgabe, in den nächsten zwei Minuten an Deine schönste Urlaubsreise zu denken (wieder mit dem - diesmal unausgesprochenen - Ziel nicht an Deinen Sohn zu denken) wird das kein Problem sein. Du denkst wahrscheinlich die ganze Zeit an die Reise und nicht an Deinen Sohn.
Genauso geht es Kindern. Das Gehirn nimmt die Wörter "nicht" und "nein" nicht so deutlich war, wie den Rest des Satzes.


Ich versuche außerdem, meine Kinder zwei Mal zu ermahnen und beim dritten Mal eine logische (!) Konsequenz auszuführen (die ich beim zweiten Mal schon ankündige).
Beispiel, wenn mein kleiner Sohn sein Essen wirft (macht er manchmal, wenn er - fast - satt ist):
Beim ersten Mal:
"Lass die Nudeln auf Deinem Teller liegen!"
Beim zweiten Mal:
"Lass die Nudeln auf Deinem Teller liegen sonst ist das Essen zuende!"
Beim dritten Mal führe ich die Konsequenz aus, ohne viel schimpfen oder zu lamentieren.

Bei meinem großen Sohn hat das bisher gut geklappt und wir kommen ohne viele "neins" aus (auch wenn mir ab und zu eins rausrutscht) und auch ohne Strafen wie Fernsehverbot, Süßigkeitenverbot oder ähnliche nutzlose Sachen. Und auch mit meinem kleinen Sohn ist es so eher stressfrei, obwohl er einen ganz schönen "Dickkopf" hat.

LG Silvia


Beitrag von stoepsel2008 28.04.10 - 20:24 Uhr

Hallo Silvia,

#danke für deine Antwort!!!

Ich finde, du hast das super geschrieben...
So wie du, sehe ich des ganze eigentlich auch jedoch war ich mir bisher noch nicht sicher ob es bei einem 15 monate alten kind so funktioniert.

habe es gleich mal ausprobiert und siehe da, es ist für (wahrscheinlich alle) stressfreier...

lg tina #blume

Beitrag von sunflower.1976 29.04.10 - 13:41 Uhr

Hallo!

Danke für Deine positive Rückmeldung!

Klar, es ist immer ein Lernprozess für Kinder, bis sie verstanden haben, was sie dürfen und was nicht und es gibt immer wieder mal Wutanfälle. Das ist normal.
Mir selber geht´s auch besser, wenn ich nocht ständig "nein" schreien muss. Ws ja nicht heißt, dass meine Söhne alles dürfen... Bei meinem großen Sohn hat die "Strategie" gut funktioniert. Anfangs musste ich bewusst drauf achten, wie ich ein Verbot formuliere (also ohne "nein" und "nicht"), aber mit der Zeit geht´s automatisch.

LG Silvia

Beitrag von lexa8102 28.04.10 - 22:00 Uhr

Hallo Tina,

also wir haben versucht, so viel wie möglich im Haus kindersicher zu machen, damit ich so selten wie möglich Nein sagen muss. Am Ende reagiert er gar nicht mehr drauf, weil er es ständig hört.

Muss ich es dann mal sagen, kann er nicht reagieren. Hab mal gelesen, dass die Kleinen dann einfach nicht mit dem was sie tun aufhören können auch wenn sie es wöllten (schwer zu glauben, was). Ich nehme ihn dann immer aus der Situation raus, wenn er nicht von selbst aufhört.

Und die ewigen Wiederholungen werden wohl noch ne Weile so gehen. Sie verstehen es, denke ich, noch nicht so wirklich.

VG,
Lexa