Elterngeld, Elternzeit und Steuerklassen

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Beitrag von hasi59 27.04.10 - 06:35 Uhr

Hallo!

Ich bin derzeit schwanger und überlege, wie man am güstigsten die Elternzeit und das Elterngeld ausnutzen kann.
Folgendes: ich bin Beamtin und habe mit der Steuerklasse 3 netto ca.. 3 mal soviel wie mein Ehemann.

Im Dezember kommt unser erstes Kind zur Welt. Jetzt hab ich mir überlegt, dass mein Mann, während ich im Mutterschutz bin und das volle Gehalt bekomme, 2 Monate Elterngeld bezieht. Nach dem Mutterschutz nutze ich dann die restlichen 10 Monate Eltergeld (dann muss ich nur 10 Monate Elternzeit nehmen oder?).
Muss mein Mann dann auch diese ersten 2 Monate zu Hause bleiben oder kann er den ersten Monat und z.B. den 6. Monat zu Hause bleiben aber das Elterngeld am Anfang erhalten?
Wie mach ich das am günstigsten mit den Steuerklassen? Das Elterngeld fällt ja unter den Progressionsvorbehalt. Wie wird das dann berechnet? Ist es sinnvoll kurz vor der Geburt auf 4/ 4 zu wechseln. Bei Wechsel 5/ 3 würden wir vermutlich zu viel bei der Steuererklärung nachzahlen müssen oder?



LG
Hasi

Beitrag von bibuba1977 27.04.10 - 07:34 Uhr

Hi Hasi,

wenn dein Mann fuer die ersten beiden Lebensmonate EG beantragt, muss er dann auch EZ nehmen. Bedingung fuers EG ist unter anderem, dass man daheim ist! Er kann allerdings bis zu 30 Stunden arbeiten. Das Entgelt wird entsprechend auf das EG angerechnet.

Dir wird der Mutterschutzzeitraum auf jeden Fall auf dein EG-Anspruch angerechnet. Das heisst, du beantragst ihn auch mit. Dir stehen 12 Monate EG minus Mutterschutzzeitraum nach Geburt zu.

Zur Lohnsteuerklasse ist es schwer, pauschal was zu sagen. Wir sind bei III/V geblieben und bekamen eine vierstellige Erstattung. Diesmal sind wir in IV/IV gewechselt, da ich nur kurz arbeiten gehen werde und so mehr EG bekomme. Hinten raus muessen wir dann auch nicht mit einer Nachzahlung rechnen.
Wenn ihr halbwegs sicher gehen wollt und es euch leisten koennt, wuerde ich auf jeden Fall sicherheitshalber in IV/IV wechseln.

Noch ein wichtiger Hinweis: EG wird fuer LEBENSmonate des Kindes beantragt. Ansonsten verschenkt ihr Geld!

LG
Barbara

Beitrag von hasi59 27.04.10 - 08:12 Uhr

Hallo Barbara!

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Hast mir in einigen Punkten sehr geholfen!

Ich werde mal mit unserem Lohnsteuerhilfeverein über die Lohnsteuerklassen reden. Die müssen das ja genau berechnen können.

Wie meinst du das mit den Lebensmonaten des Kindes? Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass das EG ab Geburt (z.B. 14.12.2010) gerechnet wird und somit die 12 Monate EG am 13.12.2011 enden. Oder?


LG
Hasi

Beitrag von bibuba1977 27.04.10 - 12:29 Uhr

Ja, genau das mein ich auch. Es gibt Leute, die den Fehler begehen, Kalendermonate (z.B. 01.10.-31.12.) zu beantragen. Und dann geht eben Geld verloren.

LG
Barbara

Beitrag von susannea 27.04.10 - 13:45 Uhr

Das ist Blödsinn! Er muss keien Elternzeit nehmen, er darf nur nciht mehr als 30h/Woche arbeiten!

Beitrag von susannea 27.04.10 - 13:46 Uhr

Beachte, dass du ja keine Mutterschaftsgeld erhältst und dadurch bei dir die Steuerklasse bis zum Ende des Mutterschutzes die Höhe beeinflusst. Das Elterngeld wird bei dir davon auch bis zur Geburt beeinflusst!

Beitrag von hasi59 27.04.10 - 15:19 Uhr

Ja aber das Elterngeld wird ja vom Netto von 12 Monaten berechnet. Denke also bei einem Wechsel kurz vor der Geburt in 4/ 4 kommen wir trotzdem günstiger. Wie gesagt, mein Mann verdient 3 mal so wenig wie ich.

Beitrag von susannea 27.04.10 - 20:07 Uhr

Aber wieso willst du denn unbedingt kurz vor der Geburt wechseln?!?

Wechsel doch erst nach der Geburt wenn du dein Kind auch gleich auf der Steuerkarte eintragen lassen könnt. Das Geld, was ihr bekommt ist ja das selbe und bei deinem Mann wirds wohl kaum was am Elterngeld ändern (jedenfalls weniger als bei dir!).

Steuern zahlt ihr bei 3/5 und 4/4 eh genauso viel, nur das wann ist unterschiedlich!

Beitrag von jeannylie 27.04.10 - 18:13 Uhr

Hallo,
zum Elterngeld kann ich nichts sagen, aber zum Steuerklassenwechsel.

Wenn Du direkt nach der Geburt wechselst, dann hast Du ja ein geringeres netto und erhälst Dein Mutterschaftsgeld ja von der KK plus Aufstockung auf das Netto von Deinem AG. Aber das ist ja in 5 viel geringer!
Du verschenkst also Geld. Wir werden deswegen erst nach dem Mutterschutz wechseln.
(Es sei denn diese Regelungen wären im Ö.D. anders, das weiß ich nicht).

LG

Beitrag von bibuba1977 27.04.10 - 19:49 Uhr

Das ist nicht richtig. Das Mutterschaftsgeld ist eine Entgeltersatzleistung, wird unversteuert ausgezahlt und bemisst sich nach dem durchschnittlichen Netto der letzten 3 Monate. Das heisst, ab dem Moment, wo frau Mutterschaftsgeld bekommt, aendert sich daran nix mehr, wenn sie die Steuerklasse aendert.

LG
Barbara

Beitrag von jeannylie 27.04.10 - 19:57 Uhr

Natürlich ist es eine Entgeltersatzleistung. Aber das sind ja Einkommensteuerliche Kriterien.
Hier geht es ja um die Höhe, bzw. die Grundlage wie dieses bemessen wird.

LG

Beitrag von bibuba1977 28.04.10 - 13:22 Uhr

So wie du schreibst, beziehst du dich auf einen Otto-Normalverbraucher, nicht auf einen Beamten. Die Regelung eines Beamten war mir bis zu diesen Thread hier auch nicht bekannt...
Geht man von einem normalen Arbeitnehmer aus, versteh ich deine Antwort nicht ganz, sorry. Die Grundlage zur Berechnung des Mutterschaftsgeldes ist ja das Nettoentgelt VOR Beginn des Mutterschutzes. Von daher ist es irrelevant, was fuer eine Steuerklasse dann waehrend Mutterschaftsgeldbezugs gilt.

LG
Barbara

Beitrag von susannea 27.04.10 - 20:05 Uhr

Aber dazu müßte man gucken, dass sie ja gar kein Mutterschaftsgeld erhält!

Sie bekommt ihr Gehalt bis zum Ende des Mutterschutzes weiter und das wird normal versteuert!
Also ändert sich heir schon etwas!

Beitrag von susannea 27.04.10 - 20:09 Uhr

Diese Regelung gibt es so nicht. Denn Mutterschaftsgeld wird nach dem Netto vor dem Mutterschutz berechnet.

Für die TE gilts aber so wie du dir das für euch eingebildet hast, weil sie eben kein Mutterschaftsgeld erhält sondern als Beamtin die Bezüge weiter bekommt, damit kreigt sie dann weniger, aber letztendlich hat sie am Ende des Jahres eh die gleiche Summe!

Beitrag von jeannylie 28.04.10 - 09:11 Uhr

Ach so ja, ich verstehe was Du meinst, am Ende des Jahres beim Ausgleich ist es eh wurst, das ist mir klar.
Aber ich irre doch nicht dass wenn man später auf die andere Lst Klasse umsteigt in diesen Monaten mehr "netto" (auch wenns kein klassisches netto ist) raushat...
Hab mich ja selber schlau gemacht :-p
LG