Spiele um's Töten etc., wie reagieren....

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von susannewerner1 27.04.10 - 08:55 Uhr

Guten Morgen,

mein Sohn ist jetzt 4 1/4 Jahre und in letzter Zeit geht es bei vielen Spielen ums Töten.

Er hatte sich zu Weihnachten die Drachenburg von Playmobil gewünscht und spielt zusätzlich noch gerne mit Dino's. Bisher war das auch kein großes Problem, da es immer nur beim kämpfen blieb. (Ob da ein Zusammenhang mit meinem nachfolgenden Problem besteht, kann ich nicht beurteilen)

Vor einer Woche war er dann bei einem KiGa-Kind zum spielen zu Hause und abends meinte er dann zu mir, er würde mir den Hals umdrehen #kratz#schock
Ich muss dazu sagen, das dieses andere Kind vor ein paar Wochen mal bei uns war und Konstantin an den Hals ging. Ich habe daraufhin ein erstes Wort mit dem jungen geredet und auch mit der Mutter gesprochen, das das gar nicht geht.

Ende letzter Woche erzählte mein Sohn mir, dass er und wiederum ein anderes KiGa Kind den "kleinen Paul" töten wollten (spielerisch). Paul würde immer rufen "macht mich doch tot". Daraufhin haben sie den kleinen Jungen geboxt. Ich habe meinem Sohn erklärt, dass man das nicht macht.

Heute morgen im Bett hat er mir dann erzählt, dass der kleine Junge gestern wieder zu ihm gesagt hätte "mach mich doch tot". Aber dieses mal hat mein Sohn ihm wohl erklärt, dass man das nicht macht :-)

Dennoch bin ich etwas ratlos. Sollte ich die Erzieherinnen mal darauf ansprechen ? Vielleicht wäre das ja ein Thema für den Stuhlkreis #kratz

Habt Ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht und wenn jam wie habt Ihr Euch verhalten ?

#sonneige Grüße

Susanne #klee

Beitrag von krilu3009 27.04.10 - 09:01 Uhr

Tja...ich frag mich das auch schon...wie mit diesem Thema umzugehen am Besten ist...
Malte ist erst 3...aber er hat eine Wasserpistole...zum schiessen... was macht man sonst mit einer Pistole? Ja... äh.
Zum Geburtstag hat er ein Polizei Auto von Playmobil bekommen...die Polizisten hatten auch eine Pistole...eine kleine. Bisher ist er der Meinung, die schiessen auch mit Wasser...
Jungen scheinen da schneller krawalli, wumms und so toll zu finden...
ich schätze ich werde es normal erklären...was man damit macht und was es bedeutet.
Auch das Wort tot...
wobei ich mich wirklich frage, ist es schlimm...also solche Spiele? Ich glaube fast das es dazu gehört... je nachdem... welche Ausmaße das annimmt!
Liebe Grüsse

Beitrag von dodo0405 27.04.10 - 09:02 Uhr

Meine Tochter (3) lässt mich immer an ihrem Apfel abbeißen, dann muss ich tot umfallen und sie küsst mich dann wach... :-)

Kinder bis etwa 10 Jahre verstehen den Begriff "Tod" oder "töten" noch nicht - für sie ist er in etwa gleichbedeutend mit "weggehen"...

Wo ich allerdings einschreiten würde ist bei Boxen, Schlagen, Würgen - wie gesagt, es ist den Kindern oftmals nicht bewusst, was sie damit anrichten können...


Beitrag von schullek 27.04.10 - 09:27 Uhr

das würde ich nicht so sagen.
klar versteht mein 4,5 jähriger nicht in seiner ganzen dimension wie ich, was tot sein bedeutet. aber für ihn ist schon klar, dass es nicht nur weggehen bedeutet. wir reden aber auch schon seit er 2,5 jahre alt ist über das thema, da fing er damit an. und wir haben fast alles dazu durch.

und mein sohn weiss sehr genau, was boxen etc. an richten können.

lg

Beitrag von schullek 27.04.10 - 09:22 Uhr

hallo,

zum einen ist der tod was ganz faszinierendes für kinder. ebenso wie die sog. dunkle seite. also das böse. mein sohn ist anderen kindern ggü. eigentlich noch nie körperlich aggressiv geworden. einmal hat er sich gewährt, weil er ziemlich doll gekratzt wurde. mehr nicht.

ABER: er liebt alles was böse ist, töten kann, zähne und waffen hat. er ist geradezu angezogen. aber er kennt den unterschied zwischen realität und fiktion in dieser hinsicht. wir haben, weil er sich eben wahnsinnig dafür interessiert, viele bücher zu piraten und rittern etc. hier zu hause. er weiss, was mal war, was erfunden ist.
und ich habe mich, weil mich das ganze kämpfen etc. auch unsicher gemacht hat, mit dem thema beschäftigt un d die quintessenz aller aussagen ist: gerae jungs leben emotionen und aggressionen in solche spielen aus, definieren ihre position in der welt: das böse ist faszinierend, aber sie lernen sie von der wirklichkeit zu unterscheiden.
seitdem bin ich recht entspannt, wenn er wieder spielt und erzählt. ich lass ihn machen, wenns mir zu bunt wird, schreite ich ein udn wir reden mal drüber.

lg

Beitrag von susannewerner1 27.04.10 - 20:19 Uhr

Hallo,

vielen Dank für Deine Antwort. :-)

Klar denke ich auch, dass gerade Jungs faszinierter von all den Sachen sind als Mädchen.
Da Konstantin aber noch nie einem anderen Kind gegenüber agressiv wurde, hatte mich das schon etwas beunruhigt.

LG Susanne#klee

Beitrag von rienchen77 27.04.10 - 09:39 Uhr

lass ihn weiterspielen.... verbietest du das wird es interessant....

Beitrag von lisasimpson 27.04.10 - 10:07 Uhr

Hallo!

Ja- Gewalt hat einfach eine enorme Faszination.
Kämpfen, Kräftemessen, phantasierte Gewalt und phantasiertes töten sind ein menschlicher Bestandteil.
Wir sind eine Spezies, die bereit ist für Ideen, Wertvorstellungen, ideale, Territorien, Rohstoffe, usw. unsere Artgenossen gleich massenweise und fabrikmäßig zu töten.
Unsere Kulturveranstaltungen von Kino, theater, musik,... haben zu einem großen teil (entweder liebe oder) Gewalt zum Thema. Wenn du überlegst, wie oft dir als Erwachsenem Menschen Gewalt (reale oder fiktive) am tag begegnet- angefangen vom aufschlagen der morgentlichen Zeitung, über die Tagesschau bis hin zum krimi am abend oder einem besuch des "hamlet" im theater.

Oder denkst du, daß eines der wichtigsten Gebote der großen Religionen ist, "du sollst nicht töten" oder denkst du, daß ein Quentin Terentino auch nur einen dollar verdienen würde, wen ner mit seiner dargestellten Gewalt nicht faszinieren würde?
Denkst du, daß es tatsächlich eine Modeindustrie schaffen könnte, eltern dazu zu bewegen ihren (klein-) Kinder klamotten in Tarnfleck-Kampfanzugsmanier anzuziehen, wenn uns das nicht antörnen würde?

Wir eltern denken, daß wir dies verniedlichen könnten und daß es doch nichts mit Gewalt zu tun hätte, wenn klein. Kevin seinen kampfanzug anzieht und mit der wasserpistole spielt.
Ganz erschrocken sind wir dann, wenn worte wie "töten" fallen.
diese gehören aber zu diesem spiel dazu..

So, ich merke ich schweife ab:)

Abgesehen davon, daß ich pazifist bin und es mich wirklich abschreckt wenn ich Kinder mit waffen sehe kann ich dir sagen, daß das alles völlig normal ist.
Ich dneke trotzdem, daß du mal mit den erziehern spreche nsoltest, so daß diese auch im kiga das thema aufgreifen können.
denn es ist ebenso wichtig zu erkennen ,warum unsere Kinder gefallen daran finden (und es ein wichtiger teil ihrer entwicklung ist- sehr schön wird dies z.B. bei bruno bettelheim: kidner brauchen märchen" beschrieben) wie auch mit ihnen wege zu finden, diese faszination auszuleben und trotzdem gesellschaftlich akzeptable formen zu wählen!

Alles Liebe
lisasimpson

Beitrag von susannewerner1 27.04.10 - 20:24 Uhr

Hallo lisasimpson,

#danke für Deine Antwort.

Ja, ich habe mir das im Laufe des Tages durch den Kopf gehen lassen und werde am Donnerstag, wenn ich etwas mehr Zeit habe, mal das Thema im KiGa ansprechen.

LG Susanne#klee

Beitrag von vannchen 27.04.10 - 10:20 Uhr

Hallo,

ich glaube nicht, dass kleine Kinder den Zusammenhang zwischen "Spiel-Tod" und wirlkichem Tod verstehen.
Ich glaube, und erinnere mich an meine eigene Kindheit, das tot eher gleichzusetzten ist mit: du bist raus, du hast verloren.
Z. B. auch bei Gesellschaftsspielen sagt man ja du bist "tot" und dann hat man ja noch 2 Leben usw.
Ich denke damit ist dann etwas vällig anderes gemeint als z.B. der Tod eines Familienmitgliedes oder Haustieres.

also keine Sorge

lg

vannchen

Beitrag von braut2 27.04.10 - 10:36 Uhr

Tja, wann setzt man da Grenzen? Setzt man sie überhaupt?
Meine Tochter (fast 4) hats auch mit dem Thema "Tod". Sie spielen auch öfter mal "tot sein". Aber dann legt sie sich hin und ein anderer muss den Arzt spielen und sie wieder "gesund machen". Das lass ich sie spielen.
Aber der Sohn eines Freundes, der präzisiert das Ganze noch. Nicht nur, daß er mit diversem Spielzeug "kämpfen" spielt und diverse Sendungen dazu guckt (Ben10 usw.), er spielt das im Kiga mit seinen Freunden so durch, daß mittlerweile schon Elterngespräche stattgefunden haben, weil es unter den Jungs -und auch mit unbeteiligten Kindern- zur Brutalität geführt hat (richtig ins Gesicht boxen, mit Stöcken richtig draufhauen etc.pp.). Also da wär bei mir der Ofen schon längst aus.
Auch wenn er hier zu Besuch ist, muss man immer schauen, ob er anderen gegenüber "brutal" wird. Und das "Töten" von irgendwelchen kleinen Tieren gehört auch dazu.
Das ist etwas, was ich definitiv nicht möchte. Und ich versuche meine Töchter da so lang wie möglich von fernzuhalten......ich weiß nicht wielange das klappt, aber ich will es nicht so ausarten lassen.

Lg b2

Beitrag von susannewerner1 27.04.10 - 11:04 Uhr

Hallo b2,

#danke für Deine Antwort.

Klar spielen Jungs wahrscheinlich härter "kämpfen, töten, etc." als Mädchen. Uns sicher ist es auch in diesem Alter normal. Mein Mann sagt immer, er hätte früher kleine Soldaten und Ritter gehbat, die sich gegenseitig besiegt haben. Das ist auch alles in einem gewissen Rahmen wohl normal. Zumal ich auch immer versuche, alles zu erklären.

Aber wenn Kinder bei uns zu Besuch sind, die meinem Sohn an den Hals gehen, dann habe ich kein Vertrauen mehr und kann die Kinder nicht beruhigt alleine im Zimmer spielen lassen. Und nachdem offensichtlich gleicher oder ähnlicher Fall letzte Woche bei diesem Kind zu Hause passiert ist, dann kann ich meinen Sohn dort nicht mehr ruhigen Gewissens hingeben.

Kinder sind ja auch im Rudel stark und stacheln sich gegenseitig an. Das hat mir ja der jüngste Fall gezeigt.

Ich glaube, ich werde das wirklich mal mit den Erzieherinnen besprechen, so dass zu diesem Thema mal ein Stuhlkreis gemacht wird.

Liebe Grüße

Susanne #klee