ALG II - Ferienjobs künftig wohl zum großen Teil anrechnungsfrei

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von king.with.deckchair 27.04.10 - 09:55 Uhr

Seite acht:

http://www.bmas.de/portal/44494/property=pdf/2010__04__21__infos__zu__kabinettsbeschluessen.pdf

"Bislang stand die Einkommensberücksichtigung beim Arbeitslosengeld II und Sozialgeld der Möglichkeit für hilfebedürftige Schüler entgegen, durch Erwerbstätigkeit mit eigenem Einkommen individuelle Wünsche - insbesondere durch aus in den Schulferien ausgeübten Beschäftigungen - zu finanzieren. Wegen der Anrechnung des Einkommens auf das den Schülern zu-stehende Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld haben diese ihre Arbeit subjektiv nicht als lohnenswert empfunden. Die Motivation, Anschaffungen durch eigene Arbeitsleistung zu erwirtschaften, ging dabei ebenso verloren wie die positiven gesellschaftlichen Wirkungen, die von der Ferienarbeit für Kinder und Jugendliche ausgehen können (Heranführung an die Arbeitswelt).
Mit der Verordnung stellt die Bundesministerin für Arbeit und Soziales künftig Einnahmen von Schülern allgemein- oder berufsbildender Schulen aus in den Schulferien für längstens insgesamt vier Wochen je Kalenderjahr ausgeübten Erwerbstätigkeiten anrechnungsfrei, soweit die Einnahmen den Freibetrag von 1.200 Euro nicht überschreiten. Die Verordnung soll pünktlich zum Sommerferienbeginn in Kraft treten."

Das finde ich doch mal eine wirklich gute Sache, insbesondere unter dem Gesichtspunkt "Heranführung an den Arbeitsmarkt". Sicher, Kinder sollen - auch - lernen, dass man die Familie zu unterstützen hat. Aber sind wir ehrlich und erinnern uns an eigene Ferienjobs: Der "Kick" kam doch auch dadurch, dass man mal so richtig "viel" eigenes selbstverdientes Geld hatte. Ich zumindest habe damals einen Lernprozess durchgemacht und Geld noch mehr gewertschätzt.

LG an alle
C.

Beitrag von king.with.deckchair 27.04.10 - 10:00 Uhr

Ich meinte mit dem letzten Satz eher, dass ich wegen der Arbeit, die man erbringen musste, den Wert des Geldes "vernünftiger" gesehen habe. Selbstverdiente 50,- DM waren weniger schnell ausgegeben, als von der Oma geschenkte, weil man das schon mal in Arbeitsstunden umgerechnet hat... und von der Oma geschenke 50,- DM wusste man noch deutlich mehr zu schätzen, weil man wusste, wieviel dafür unter Umständen zu arbeiten ist.

Beitrag von nusch 27.04.10 - 10:40 Uhr

Ich kann Deine Meinung nur voll unterschreiben.

Ich finde auch, dass das eine sehr gute Maßnahme ist.

Beitrag von dalia86 27.04.10 - 12:39 Uhr

das finde ich richtig super #pro im Bekanntenkreis gibt es ein paar Teens, die sich darüber sicher richtig freuen werden.

Welcher Teenie arbeitet schon gerne, um das sauer verdiente erste Geld danach wieder abzudrücken, so kann man sich dann trotz ALGII mal was gönnen und vom ersten eigenen Geld mancht das gleich noch viel mehr Spass. Erinnere mich auch gerade an meine ersten Jobs, gut, toll war´s nicht, aber die "große Summe" auf dem Konto , das war ein klasse Gefühl und man überlegt dann doch dreimal, wofür man es verwenden will.
Auch gerade das Hinführen in die Berufswelt finde ich sehr wichtig, es soll ja doch noch vermittelt werden, dass sich Arbeiten lohnt. Tolle Sache!

LG, D.

Beitrag von king.with.deckchair 27.04.10 - 14:38 Uhr

Das finde ich auch. Sicher, es wird nun einige geben, die sagen "Ja, aber gerade 'die' sollen lernen, dass man das Geld erst mal für den eigenen Lebensunterhalt verwendet." Im Prinzip ja richtig. Aber ich denke auch, den "Spaß" am für sich selbst Sorgen oder besser das Bewusstsein "Wenn ich was arbeite, dann habe ich SPÜRBAR mehr Geld und kann mich auch mal mit einem kleinen 'Luxus' belohnen.", das erleben sie nun mal nicht, wenn sie im Grunde bis auf den jetzigen Freibetrag alles den Eltern abgeben müssten. Außerdem darf man nicht vergessen, dass es hier ja Kinder von Eltern betrifft, die zumeist nicht so viel auf der Tasche haben, dass sie den Kindern "Sonderwünsche" wie einen Führerschein z.B. zahlen können.

Also ich zehre bis heute von meinen ersten Joberfahrungen: Manchmal arbeite ich zwar auch nicht gerade gern und habe keine Lust - aber die Kontostandsanzeige am Ende des Monats gleicht doch einiges aus. ;-)

LG
Ch.