Oh Gott wie lange noch?

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Forum: Gesundheit & Medizin

Hier könnt ihr Fragen stellen zu allen Themen rund um Gesundheit, Vorbeugung, Kinderkrankheiten, Hausmittel und Naturheilmittel. Beachtet dabei bitte, dass medizinische Empfehlungen von interessierten Laien nicht den Gang zum Arzt ersetzen können.

Beitrag von npp 27.04.10 - 11:38 Uhr

Hallo Ihr lieben,

meine Oma 74 hat Lungenkrebs. Letztes Jahr im September begann sie mit Chemo welches sie auch 8 Wochen durchzog, danach ging es ihr immer schlechter und sie brach das ganze ab.
Mitlerweile geht es ihr so schlecht das sie nur noch liegt, ihr ganzer Körper Zittert nur noch, sie isst und trinkt kaum noch. Sie hat einen Toilettenstuhl und einen Schieber da sie es nicht mehr auf Toilette schafft.
Wir haben die Oma zuhause und Pflegen sie so gut es geht. Sie schläft keine Nacht mehr, so wechseln meine Mam und ich uns Nacht für Nacht ab nach ihr zu schauen. Da sie ja meistens 4-5 mal klingelt.
Für uns ist das ganze nicht gerade leicht, meine Mutter geht noch ihre 40 Std. arbeiten und ich habe noch eine Tochter von 4 Jahren.
Wir haben uns ein palliativteam zur Hilfe geholt, das lehnt sie aber strickt ab, weil dies eine Sekte ist usw. Sie will nicht hören das sie vielleicht bald stirbt.
Letzte Nacht hat sie bitterlich geweint und mich darum gebeten das ich ihr doch etwas geben soll das sie einschläft und nie mehr wieder aufwacht, ich kann sie doch nicht so leiden lassen, meinte sie.
Jetzt legt sie sich als ein Kissen auf das Gesicht usw.
Zudem kommt noch das sie Diabetikerin ist und sich Insulin spritzen muss. ich kann das nicht und weiß auch gar nicht was ich da wie machen muß.
Ich nehme ihr dann nachdem sie sich unter aufsicht gespritzt hat ihr Insulin weg damit sie sich nicht zuviel Spritzt.
Sie tut mir so leid und ich kann nichts tun. Wie lange muß sie denn noch so leiden. Gibt man Morphium eigentlich nur bei schmerzen?

Danke für´s zuhören.

LG Nicole

Beitrag von joshmom 27.04.10 - 11:46 Uhr

Hallo NIcole,

ja das Morphium gibt man gegen die Schmerzen- bekommt sie denn keins??
Es sediert auch, aber mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an die Dosis. Der "positive" Nebeneffekt, ( so nennt es mein Cousin) vom rauschähnlichen Zustand, lässt mit der Zeit nach!
Bekommt sie kein Schlafmittel?
Lässt sie sich vom Hausarzt beraten?? Vieleicht ist er Palliativmediziner??
Manchmal ist es sinnvoller wenn ein Aussenstehender, mit dem Patienten spricht! Oft denken die, man will ihnen böses, aber es ist ja eigentlich das Gegenteil der Fall.

Holt euch Hilfe, denn Leiden, sollte deine Oma gerade jetzt nicht!!

Alles Gute für euch
Joshmom

Beitrag von npp 27.04.10 - 12:21 Uhr

Nein Morphium bekommt sie keins weil sie meint sie hätte keine schmerzen und wenn sie dann doch welche hat kreichen noch Novalgintropfen aus.
Sie bekommt zudem noch Beruhigungstabletten die auch zum schlafen geeignet sind aber die bringen irgendwie nichts mehr. Ihre Hausärztin kommt dann und bringt etwas anderes.
Ja außenstehende lässt sie gar nicht an sich ran weil sie meint das die ihr alles was böses wollen.

Beitrag von joshmom 27.04.10 - 12:45 Uhr

Und wenn ihr mit der HÄ spricht, sie darum bittet ihr offenzulegen, welche Möglichkeiten sie jetzt noch hat?

Das ist manchmal ganz gut so. Du hast geschrieben das deine Oma sich ein Kissen aufs Gesicht legt. Weiss sie definitv das sie sterben wird?

Ich arbeite in einer Notfallambulanz und zu uns kommen oft Krebspatienten, die keine gute Schmerztherapie haben, aber auch gar nicht wirklich wissen, wie es um sie steht!
Gerade bei diesen Patienten, braucht man sehr viel Zeit und Einfühlungsvermögen, die man aber da nicht unbedingt hat!

Beitrag von npp 27.04.10 - 15:21 Uhr

Ja sie weiß das sie sterben wird das hat ihr das Palliativteam oft genug gesagt, sie will es nur nicht wahr haben. Wir haben aber beschlossen das wir das Team für uns und auch für Notfälle weiter in Gebrauch nehmen.
Sie klammert sich an die hoffnung das sie wieder gesund wird, jetzt hat sie krankengymnastik verlangt das sie wieder laufen lernt, ich denke mal das sie dabei dann merkt das es nicht mehr geht.
Auf der einen seite sagt sie immer, ach die Ärzte die sagen mir nicht was los ist, die reden immer nur drum rum. Und wenn dann mal jemand kommt der ihr sagt das sie nicht mehr auf die Beine kommt, dann regt sie sich auf das sie das selber weiß. Ich weiß auch nicht wie weit ihr Metastasen schon fortgeschritten sind, da sie ja seit September letzten Jahres nicht mehr untersucht wurde.

Beitrag von golm1512 27.04.10 - 13:27 Uhr

Hallo!

Wir haben Morphium damals nicht nur gegen Schmerzen gegeben, sondern auch gegen Luftnot und gegen Angst.
So oder so muss das gut abgesprochen sein und sie sollte es dann auch regelmäßig bekommen.

Schade, dass sie das Palliativteam ablehnt, aber vielleicht könnt ihr -also du und deine Mutter- deren Hilfe und Tips annehmen? Vielleicht kann man das deiner Oma irgendwie anders "verkaufen"? Im Grunde weiß sie doch sehr wohl, dass sie im Sterben liegt. Ihr könntet ihr sagen, dass ihr Hilfe bei der Pflege und z.B. beim Insulin benötigt.
Gibt es vielleicht einen Home-Care-Arzt (So heißen die in Berlin. Keine Ahnung wie das System anderswo funktioniert.) in eurer Nähe? Die Leute vom Palliativdienst werden das wissen. Solche Ärzte wissen gut Bescheid mit Morphium und allen Medikamenten, die man zur Sterbebegleitung einsetzen kann. Die gehen auch nochmal ganz anders damit um als z.B. Hausärzte.

Alles Gute!
Susanne