Wie kommt man von der Arge los, wenn man eine Partnerschaft eingeht?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von sonnenfinsternis 27.04.10 - 12:13 Uhr

Hallo,

ich bin bisher alleinerziehend gewesen, mit Minijob und bekomme ergänzend ALG 2. Ca. 50 Euro und dann überweisen sie für mich Gas und Wasser an die Städtischen Werke (habe ein eigenes Haus, was nicht abbezahlt ist).

Nun will ich im Juli, bis dahin läuft sein Mietvertrag, mit meinem Freund zusammen ziehen, weiß jemand, wie das funktioniert?

Wann muss ich bei der Arge Bescheid sagen?
Kommt dann nochmal jemand Gas und Wasser ablesen, weil ich ja auch immer jährlich meine Abrechnung für Gas/Wasser/Strom vorlegen musste?

Und wird die Eingliederungsvereinbarung einfach so aufgehoben/nichtig gemacht? (Bestandteil ist, einen versicherungspflichtigen Job zu finden).

Ich habe nämlich schon oft gehört, dass die Arge einen nicht gehen lässt, bevor man keine Arbeit hat?! Aber mit dem Gehalt meines zukünftigen Mannes kommen wir ja auch ohne Arge aus und ich kann ja auch "alleine" ohne Eingliederungsvereinbarung weiter nach einer Arbeitsstelle suchen.

Krankenversicherung ist bei mir kein Problem, da wenn mein Freund bei mir wohnt, wir noch im selben Monat heiraten wollen.

Lässt mich die Arge also gehen, wenn ich sage, ab 1.7. brauche ich kein Geld mehr?

Kann mir jemand helfen?

Viele Grüße

Beitrag von snowwhite1974 27.04.10 - 12:19 Uhr

Hallo,

aber natürlich lässt Du Dich die Arge gehen, wenn Du keinerlei Leistungen bekommst...

Ist nur die Frage, ob Dein Mann bereit ist, Euch komplett zu finanzieren.

Gruß snowwhite

Beitrag von sonnenfinsternis 27.04.10 - 12:23 Uhr

Ok, Danke.

Natürlich ist mein Mann bereit, uns zu finanzieren, wir lieben uns doch.

Er möchte eigentlich auch gar nicht, dass ich mehr arbeiten gehe, da ich mich seiner Meinung nach nicht genügend um die Kinder/Haushalt/Garten kümmern kann.

Es ist ja nicht so, dass ich monatlich gar kein Geld habe. Unterhalt für meine Kinder, Kindergeld und mein Verdienst. Alles zusammen etwas über 1100 Euro.

Dafür gehen andere halbtags arbeiten, manchmal sogar vollzeit!

Beitrag von zwiebelchen1977 27.04.10 - 12:30 Uhr

Hallo

Bedenke auch, das du dann eure KV selber zahlen musst

Bianca

Beitrag von sonnenfinsternis 27.04.10 - 12:45 Uhr

Nein, muss ich ja nicht, wenn wir verheiratet sind.

Beitrag von windsbraut69 27.04.10 - 13:12 Uhr

Ja, dann wird die ARGE Dich sicher nicht zwingen, weiterhin ALGII zu beziehen!
Wenn Du damit zufrieden bist, von einer Abhängigkeit in die andere zu rutschen, ist doch alles prima.

Gruß,

W

Beitrag von sonnenfinsternis 27.04.10 - 13:33 Uhr

Soll ich deshalb mit dem Mann, den ich liebe und der mich liebt, nicht zusammen ziehen, weil ich von einer Abhängigkeit in die nächste rutsche???

Soll ich weiter (bisher erfolglos) nach einem versicherungspflichtigen Job suchen unter dem Druck der Arge? Ich kann mich auch um einen Job kümmern, wenn ich verheiratet bin! (Ob ich was finde, sei nach noch dahingestellt).

Mehr als mich bewerben kann ich nicht, sei es als Arge-Kunde oder als Ehefrau.

Und mein zukünftiger Mann meint es nur gut mit mir, zumal ich ja nicht ganz mittellos bin.

Er weiss halt, wie zeitaufwendig ein "Familienmanagement" ist und gönnt mir den Luxus, zu hause zu bleiben. Er hat es mir angeboten und nicht befohlen!

Mein ältestes Kind geht aufs Gymnasium, das ist alles andere als ein Zuckerschlecken und doch ein Unterschied, ob ich mich gleich nachdem es aus der Schule kommt, um schulische Angelegenheiten kümmern kann oder erst abends um 19 Uhr, wo Mutter und Kind vom Tag gestresst sind.

Wenn dann noch Hobbies aller Kinder dazukommen, die sie ohne Auto nur schwer erreichen können, ist es doch nur gut, wenn sie eine Mutter haben, die ihre Kinder voll und ganz unterstützen kann und sie sich nicht ständig anhören müssen "Mama hat keine Zeit, sie muss arbeiten".







Beitrag von windsbraut69 27.04.10 - 13:42 Uhr

Ja, ich kann nur von mir ausgehen und ich bin es gewöhnt, mich selbst zu versorgen und hasse jegliche Art der Abhängigkeit.
Nach etlichen Jahren Beziehung und mit gemeinsamen Kindern ist das noch etwas anderes, als sich gleich zu Beginn finanziell abhängig zu machen aber wenn es Euch beide nicht stört, ist doch alles gut.

Wie gesagt, ich würde das "Angebot" nicht annehmen wollen und das auch im Hinblick darauf, dass jede Beziehung scheitern kann und man mit zunehmendem Alter und nach längerer beruflicher Auszeit immer schwerer einen Job findet.

LG

Beitrag von woodgo 27.04.10 - 14:02 Uhr

Na wie kann man es Dir eigentlich recht machen?
Ist jemand abhängig von der ARGE passt es Dir nicht, will es einer nicht mehr, es passt Dir nicht.
Was ist verwerflich daran, mit dem Mann zusammen zu ziehen, den man liebt, der einen ernähren kann? Zumal die TE ja nicht geschrieben hat, daß sie sich nicht um Arbeit kümmern will#kratz und selbst wenn nicht, sie bekommt kein Geld vom Staat#augen

Beitrag von windsbraut69 27.04.10 - 14:23 Uhr

Mir ist es doch vollkommen egal, in welcher Abhängkeit sie sich wohler fühlt.

Beitrag von mel1983 27.04.10 - 15:10 Uhr

"Na wie kann man es Dir eigentlich recht machen? "

Keine Kinder, keinem Mann vertrauen und zu den 1100 Euro die sie monatlich hat, noch 3000 Euro dazu, aus "intelligenter" Arbeit ;-)

Beitrag von windsbraut69 27.04.10 - 15:25 Uhr

Mir muß es niemand recht machen.
Für MICH ist so ein Leben in Abhängigkeit nur nicht vorstellbar, vielleicht, weil ich es nicht kenne.

Von Vertrauen ist hier gar keine Rede und von mangelndem Vertrauen schon gar nicht. Ich habe mit "Lebensgefährten" meine ganze Existenz aufgebaut, basierend auf Vertrauen und gegenseitiger Verantwortung...das mach ich aber nur, wenn es auf Gegenseitigkeit beruht und ich nicht nur Nutznießer bin.

Selbst von den 1100 Euro ist doch der größte Teil wieder abhängig vom Unterhaltszahler, auf den man keinen Einfluß hat.

Beitrag von liki 27.04.10 - 15:15 Uhr

hätte sie jetzt geschrieben, sie liebt einen Mann, der auch genügend Geld hat (das tut sie nun Mal, ob es uns passt oder nicht) , sie möchte aber extra NICHT zusammenziehen um weiterhin Gled von der ARGE zu beziehen, wäre sie hier auch zerfleischt worden.

Gruß, liki (auch Selbstfinanzierer)

Beitrag von windsbraut69 27.04.10 - 15:28 Uhr

Kann sein :)

Es geht mir dabei doch aber um SIE, da ich schon beim Gedanken an so eine Situation Unwohlsein empfinde....
Wie gesagt, MIR kann es egal sein, ob sie sich abhängig macht oder nicht.

LG

Beitrag von piep1988 27.04.10 - 13:47 Uhr

>>Wann muss ich bei der Arge Bescheid sagen? <<

Genau genommen, dann wenn der Fall eintritt, kannst Dich aber auch schon vorher zu einem bestimmten Termin dort entweder schriftlich, oder persönlich (da am besten direkt Endbescheid vor Ort ausdrucken lassen) abmelden.

>>Kommt dann nochmal jemand Gas und Wasser ablesen, weil ich ja auch immer jährlich meine Abrechnung für Gas/Wasser/Strom vorlegen musste? <<

Nö, da kommt keiner mehr vorbei, dass ist dann absofort Dein Privatvergnügen.
Sprich kommt die Nebenkostenabrechnung im Bezug, muß die Arge zahlen, auch für Abrechnungszeiträume vorm Bezug, kommt sie nach dem Bezug, ist man selbst derjenige der zahlen muß, auch wenn man im Abrechnungszeitraum im Bezug von ALG II war.

>>Und wird die Eingliederungsvereinbarung einfach so aufgehoben/nichtig gemacht? <<

Normal ja, der die Grundlage für den Vertrag fehlt und auch nicht mehr sanktioniert werden kann, durch den Wegfall der Leistung.
Aber wenn es Dich beruhigt, dann kündigst Du eben die EGV schriftlich wenn Du Dich abgemeldet hast.
Ich persönlich würde mich allerdings nicht mehr damit befassen und mal schauen, ob die Arge mitdenkt ;)

>> Lässt mich die Arge also gehen, wenn ich sage, ab 1.7. brauche ich kein Geld mehr? <<

Ihr bleibt nichts anderes übrig, aber so wie ich das System kenne, werden sie erstmal vermuten, dass Du schon vorher mit Deinem jetzigen Freund und Baldmann zusammengelebt hast und werden anfangen zu schnüffeln, oder verlangen von Dir Nachweise.
Kannst Du natürlich liefern, allerdings könnte es Dir auch egal sein, da Du keine Mitwirkungspflicht mehr hast und wenn die Arge ein Ermittlungsverfahren gegen Euch einleitet, Du natürlich eine entsprechende Gegenanzeige erstatten kannst und solltest.

Hoffe ich konnte Licht ins Dunkel bringen.

Beitrag von liki 27.04.10 - 15:17 Uhr

Hallo!

ich wünsche Dir viel Glück und eine glückliche Ehe!

Trotzdem würde ich Dir raten, die Augen weiter offen zu halten für einen Job.. vielleicht läuft Dir einer über den Weg, bei dem Du nicht direkt ganztags arbeiten musst, aber dennoch Dein eigenes, versicherungspflichtiges Einkommen hast.

Alles Gute!

Liki

Beitrag von windsbraut69 27.04.10 - 15:26 Uhr

Du hast es netter formuliert als ich :)

LG

Beitrag von liki 27.04.10 - 17:18 Uhr

#blume