Missbrauchs-Erlebnisse

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Traurig und Verzweifelt 27.04.10 - 21:48 Uhr

Guten Abend!

Ich war heute beim Kinderschutzbund, wegen meiner Tochter.
Das Gespräch war erstmal nur zwischen der MA des Kinderschutzbundes und mir.
Im Laufe des Gespräches kamen MEINE Erlebnisse zu Tage.

Mein Gedanke ist nun, das ICH meiner Tochter eine gewisse *Denkweise* in Bezug auf Männer übertrage und sie sich deswegen auch nicht entziehen konnte.

Gibt es hier Frauen, die Missbraucht wurden und wie leben eure Kinder?

Ich habe nun einen termin auch für MICH ausgemacht (Meine Tochter hat auch bereits Termine diesbezüglich!).

Ich bin wirklich sehr verwirrt und traurig und wirklich sehr geschockt, das es sein könnte, das ich ihr was vorgelebt habe, was ich aber wirklich nicht wollte....

Naja, irgendwie musste ich das wohl mal aufschreiben...

Danke fürs lesen!

Schönen Abend!

Beitrag von ich auch 27.04.10 - 21:58 Uhr

ich habe auch eine belastete vergangenheit, habe aber eine jahrelange therapie hinter mir.
ich hoffe und wünsche mir, dass ich meinem kind etwas anderes vorlebe, ihm selbstbewußtsein lehre. mein kind ist erst 5, aber wir haben bereits bücher, die sich mit dem thema "nein" sagen auseinander setzen.

der erste weg ist doch sich einzugestehen, dass etwas anderes hätte besser laufen können, und sich jetzt nicht zurückzuziehen, sondern sich hilfe zu suchen.

ich wünsche euch viel glück und kraft auf diesem weg!

Beitrag von similia.similibus 27.04.10 - 22:01 Uhr

Ich bin das Kind eines Vergewaltigungsopfers. Nein, ich bin nicht das Ergebnis der Vergewaltigung. Aber man hat mir auch schon gesagt, dass das grausame Erlebnis meiner Mutter auch mich geprägt haben soll, obwohl das lange vor meiner Geburt geschehen ist. Wenn du willst, kannst du mich gern über VK anschreiben.

LG

Beitrag von connie36 27.04.10 - 22:02 Uhr

hi
ersteinmal tut es mir leid, was du offensichtlich als kind erleben musstest.
verstehe ich das richtig, das deine tochter ebenfalls missbraucht wurde?
oder hast du nur den verdacht?
ich bin nicht missbraucht worden, zumindest ist es nciht vollzogen worden.
mich hat als 6 jährige einer in einen keller gezogen, sich die hose runtergezogen, mir seinen ständer gezeigt udn mich gezwungen den anzufassen. er wollte mich ausziehen, und zog mich dazu in einen anderen kellerraum rein, bzw, versuchte es, der ist normalerweise nie abgeschlossen gewesen, aber an dem tag war er es. da er mit der tür abgelent war, konnte ich mich losreissen und den keller raus, und zu meiner mutter, die dann die polizei holte. sie hat mit mir nie darüber gesprochen. ich habe dieses erlebnis viele jahre komplett verdrängt gehabt. erst in der teenie zeit kam es wieder hoch.
muss dazu aber sagen, das ich wie gesagt noch glück dabei hatte.
mittlerweile bin ich seit 16 jahren glücklich liiert und hab mit meinem mann einmal darüber gesprochen, weil mich das thema von zeit zu zeit heimsucht. aber es ist nicht mehr so, das ich öfters daran denke. ich versuche meinen kindern trotzdem jedes mal wenn sie raus gehen klar zu machen, "nicht mit leuten sprechen, die nicht mit mir befreundet sind" mit keinem mitgehen, auch nicht süsse welpen oder katzen anschauen, wenn einer kommt und sagt, mama hat sich verletzt, er bringt sie zu mir...sie sollen an die nächste haustür gehen klingeln und zuhause anrufen.
mehr kann ich leider nicht machen, da ich sie nicht rund um die uhr beobachten kann und will. hoffe nur, das ich sie bei diesem thema genug sensibilisiere.
lg conny

Beitrag von survivorohnenamen 27.04.10 - 23:17 Uhr

Hallo,

es ist so, dass sich Missbrauchs-Opfer manchmal unbewußt Partner suchen, die ihrem Täter ähneln. Und somit können auch ihre Kinder wieder zu Opfern werden. Ob das bei dir zutrifft kann ich natürlich nicht sagen.
Ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, welche Denkweise du deiner Tochter vorgelebt haben sollst, die sie zum Opfer werden lies. Wie kommst du auf so eine Idee?
Ich wünsche mir, dass meine Tochter nie so etwas wie ich durchmachen muss. Aber ich denke nicht, dass ich ihr irgendwelche Ansichten vermittle, die sie zum Opfer werden lassen könnte. Ich versuche sie eher zu stärken, nein zu sagen, wenn sie etwas nicht will.

Alles Gute für euch und viel Kraft!

Beitrag von Tochter eines Opfers 28.04.10 - 09:40 Uhr

Ich bin das Kind einer Frau, die als Kind und als 14 jährige Missbraucht wurde!

Als Kind von Omas aus dem Dorf di eigentlich aufpassen sollten während mein Oma als Hbamme unterwegs war und später war es 1x der Stiefvater und da ist sie weg von zu Hause!

Geprägt in sofern, dass meine Mutter immer darauf achtete, dass ich nie mit Jungen weg ging. Sie ist hinterher und hat mich gesucht und dann zur Schnecke gemacht. Es gab einige peinl. Situationen obwohl von meiner Site absolut nichts war - ich war eh ein Spätzünder, nur waren meine Freunde meist Jungen!

Sie hatte grausame Ängste!

Sie ist auch heute noch sehr ängstlich bzgl. meiner großen Tochter (9).
Sagt mir immer wieder, dass ich aufpassen soll und alles!
Das belastet mich manchmal, aber meist nicht!
Ich weiß warum sie so ist.
Meine Mutter konnte dagegen nie wirklich körperl. Nähe zulassen oder geben. Ich kenne kuscheln nicht von zu Hause aus!
Ich bin zum Glück anders ...

LG

Beitrag von jeannylie 28.04.10 - 11:50 Uhr

Hallo,
ersteinmal wünsche ich Dir ganz viel Kraft für die Bewältigung Eurer Probleme.

Ich glaube schon dass man das übertragen kann. Aber das muss nicht sei.
Meine Mutter ist ein Missbrauchsopfer und das hat leider ihr und unser komplettes Leben geprägt. (Ihre Mutter stand leider auch nicht für sie ein). Die Ehe mit meinem Vater (Alkoholiker) war 18 Jahre Hölle, weil sie ein typisches Opfer ist.

Bei meiner Schwester hat sich das leider auch negativ ausgewirkt, sie ist auch eher dieser Typus, obwohl es viel besser geworden ist.

Ich möchte Dir aber auch Mut machen. Für mich als zweitgeborene ist das Verhaltensmuster ins völlige Gegenteil verklärt. Für mich war (komischerweise immer schon) klar "Mit mir nicht!" Ich bin eher viel zu rebellisch und kann meinen Mund nicht halten wenn ich das Gefühl habe es wird mir unrecht angetan. Auch nicht immer sehr einfach mit umzugehen :-p

Opfer ziehen also nicht unbedingt immer Opfer heran. Du hast die Möglichkeit Deine Tochter stark zu machen für Ihr leben.

LG #herzlich

Jeannylie

Beitrag von snoopygirl-2009 28.04.10 - 11:51 Uhr

Auch mich kannst du gerne über VK anschreiben, hier möchte ich nichts dazu sagen.

Fühl dich #liebdrueck

Beitrag von nickymaus30 30.04.10 - 18:28 Uhr

du kannst veruchen dein kind zu schützen ein leben lang ...egal wie du es vor oder erlebt hast ..wenn die kinder an solche männer kommen die denken "das ist meine frau mit der kann ich machen was ich will" ..dann kannst du nichts machen ...es wird immer solche "monster" geben und man kann nichts machen und man sieht es keinem an ..

und keiner kann und muss sich schuldig fühlen !!! man kann nicht überall sein um sowas zu verhindern im leben ..traurig aber wahr ..