Die Geburt unserer kleinen Mette-Maus

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von dievio 28.04.10 - 00:02 Uhr

Nach einer weiteren schlimmen Schwangerschaft, in der ich von ständiger Übelkeit und Brecherei geplagt wurde, kam endlich der Tag der Geburt.

Ich habe meinem Mann noch bis um 22 Uhr in der Firma geholfen, dann bin ich hoch in unsere Wohnung und hatte bis 24 Uhr leichte Wehen (wie in den vergangenen Wochen auch). Ich habe mich dann noch einmal hingelegt. Um 3 Uhr nachts, bin ich aufgewacht und weil die Wehen stärker waren, in die Badewanne gestiegen. Die Wehen hörten diesmal jedoch nicht auf und als ich danach auf Toilette war, sonderte sich etwas blutiger Schleim ab.

Ich habe meinen Mann dann gebeten meiner Schwiegermutter Bescheid zu sagen, damit sie auf unsere große Tochter aufpasst. Dann haben wir uns ins Auto gesetzt und sind ins Nord-West-Krankenhaus (Frankfurt) gefahren.

Das NWK hat einen Hebammenkreissaal, den Ersten in Hessen. Nach einem kurzen Gespräch im nächstgelegenen Krankenhaus mit dem Anästhesisten (Er: „Ich suche eine Frau, die eine PDA möchte.“ / Ich: „Da sind Sie bei mir aber total falsch.“ / Er: „Da reden wir in zwei, drei Stunden noch mal drüber.“ ), war die Entscheidung gefallen. Nie wieder eine Geburt im normalen Krankenhaus! Die von Merle (Bericht hier☺ war im Prinzip schön und das, was nicht gut war, lag an den Ärzten. Also war klar, es musste der Hebammenkreißsaal sein.

Um 4 Uhr waren wir da. Wir hatten unsere Ruhe, ein CTG wurde geschrieben, eine Untersuchung gemacht und um 7 Uhr durfte ich in die Wanne. Vorher bekam ich noch zwei Zäpfchen, eines gegen die Schmerzen (hätte ich nicht gebraucht) und eines zur Entspannung, damit der Muttermund aufgeht. Scheint eine Schwachstelle in meiner Familie zu sein, weder bei meiner Mama, noch bei meiner Schwester, noch bei mir, ging der Muttermund bisher ohne Hilfe auf ... Mit den Fingern hat unsere Hebamme dann schon mal ein wenig nachgeholfen. Im Wasser war es schön und die Hebamme hat mir dann noch einen Sekt gebracht. Den habe ich dann auch gerne genommen ... schließlich wollte ich ja, dass der verdammte Muttermund aufgeht ;-)

Mir ging es dann auch echt gut. Mein Mann und ich haben geblödelt und gelacht und nach etwas mehr als einer Stunde, sollte ich dann raus zum frühstück. Ich habe der Hebamme dann gesagt, dass das Essen bestimmt nicht drin bleiben wird und sie musste dann auch zum Putzen kommen (Sorry!), da ich mich zwar in den Eimer übergeben habe, meine Blase (nicht die Fruchtblase) aber dem Druck von oben nicht standhalten konnte.

Wir telefonierten mit meinen Eltern und Schwiegereltern und informierten sie über den Stand der Dinge. Dann hat die Hebamme noch mal geschaut wie weit die Geburt schon fortgeschritten ist, noch mal geweitet und keine 10 Minuten, platzte dann die Fruchtblase. Das war toll, denn bei der ersten Geburt wurde diese aufgestochen. Dann haben wir noch mal Zuhause angerufen und Bescheid gegeben, dass es jetzt wirklich zur Sache geht und dafür gesorgt, das unsere große Tochter versorgt wird.

Dann wurden die Wehen langsam stärker. Die Abstände bleiben eigentlich gleich, aber die Intensität nahm zu. Ich habe die Hebamme gerufen und sie brachte mich in den Kreißsaal. Auf dem Flur, erklärte sie mir noch einmal, dass ich nicht so tief einatmen soll, da ich zuviel Sauerstoff im Blut hatte und mir davon schwindelig wurde. Im Kreißsaal, riet sie mir mich auf den Rücken zu legen. Sie richtete dann das bett sehr hoch auf, so dass ich eher saß.

Bei der Untersuchung stellte sie fest, dass der Muttermund immer noch nicht vollständig auf war. Sie half erneut manuell nach. Zu diesem Zeitpunkt setzten dann auch die Übergangswehen ein. Diese waren extrem fies und ich dachte mir: „Du blöde Kuh! Warum wolltest du bloß keine PDA.“ Aber drei wehen später waren sie schon vorbei und die Presswehen setzten ein ... Das Schlimmste war also bereits geschafft.

Der Rest war wirklich super. Ich finde dieses Gefühl so toll, so irre, so unbeschreiblich ... dafür gibt es keine Worte. Ich habe diesmal alles viel intensiver mitbekommen. Ich habe deutlich gemerkt, wie ich den Kopf geboren habe und mir auch Zeit gelassen, bis ich dann noch einmal gepresst habe um „den Rest“ auf die Welt zu bringen.

Es war wirklich ganz, ganz toll. Die Hebammen waren ganz großartig. Obwohl ich bei der ersten Geburt einen großen Schnitt bekommen hatte, schafften sie es meinen Damm zu schützen und nur ein winziger Riss entstand. Er wurde dann mit einem Stich genäht.

Wir mussten dann noch 6 Stunden im Krankenhaus bleiben. Mein Mann hat versucht zu schlafen. Und ich habe versucht meine kleine Tochter zufrieden zu stellen. Sie war extrem hungrig und ich hatte kaum Vormilch.

Wir waren ein wenig die Sensation auf der Station, immer wieder kamen Ärzte und Hebammen zu uns. Sie gratulierten uns und beglückwünschten uns zu unserer tollen Geburt. Und obwohl es im NWK sehr nett waren, waren wir froh gegen Abend nach Hause fahren zu können.

Unsere große Tochter, Merle, war gleich von ihrer kleinen Schwester begeistert. „Mama, ich trag sie ins Bett.“ Ich: „Ähhhh, nein! Aber du darfst sie zudecken.“

Die kommenden Wochen waren dann noch ziemlich anstrengend, aber schön. Merle (die Grosse) wurde drei Tage nach der Geburt krank, mit hohem Fieber, ich bekam einen fiebrigen Milcheinschuss, Mette Neugeborenen Gelbsucht. Stillen war extrem schwierig und wenn es das erste Kind gewesen wäre, dann hätten wir die Gradwanderung Zufüttern-Stillen nicht hinbekommen, da bin ich mir recht sicher. Nach eineinhalb Wochen hatten wir aber auch dies geschafft und ich konnte voll Stillen. Nach 3 Wochen (einen Tag vor meinem 30ten Geburtstag) setzten bei der Kleinen schlimme Koliken ein.
Nächtelang hat sie geweint, es war furchtbar und absolut Herz zerreissend.

Aber wir haben es geschafft. Das erste halbe Jahr ist bald vorbei. Die Kleine ist nach wie vor recht schreckhaft, auch der bauch tut ihr immer mal wieder weh. Dennoch, der anstrengendste Teil liegt bereits hinter uns. Ich bin froh mich für den Hebammenkreißsaal entschieden zu haben. Diese Geburt war so toll, so perfekt. Wir sind sehr glücklich und stolz und auch dankbar, denn ohne unsere tollen Hebammen wäre es viel, viel schwieriger gewesen.

Beitrag von dievio 28.04.10 - 00:11 Uhr

Hier der Link:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=43&tid=2607681&pid=16539816

Beitrag von libe-berlin 28.04.10 - 00:48 Uhr

Schöne Berichte von 2 tollen Geburten :-) Freut mich sehr, dass alles so toll gelaufen ist für euch ! Gute Hebammen sind einfach Gold wert !!!