Schuldgefühle nach Wochenbettdepression

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Beitrag von jaci84 28.04.10 - 09:13 Uhr

Hallo Mädels, ich muss es einfach mal los werden. Paar Tage nach der Geburt von Celenia bekam ich eine Wochenbettdepression und mußte Medikamente nehmen. Deswegen mußte ich auch abstillen und sie bekommt seitdem Flaschennahrung. Mittlerweile funktioniert das alles super, ich nehme keine Medis mehr und wir kommen super zurecht. Ich liebe meine Tochter total. Aber immer wieder bekomme ich Schuldgefühle, weil ich in diese Depression gerutscht bin. Ich hatte damals sogar keine Gefühle für die Kleine. Für mich jetzt kaum mehr vorstellbar. Aber ich denke ich habe versagt. Vorallem weil viele Mütter im Bekanntenkreis erzählen sie kennen das gar nicht und auch meine Eltern und Schwiegereltern taten ganz entsetzt.
Hatte das jemand von euch auch mit der Depression und wir geht ihr damit um, das ihr eben nicht von Beginn an eine super Mutter sein konntet?
Wäre über Erfahrungen super dankbar.
Lg Jaci mit Celenia, die nun schon bald vier Monate wird.

Beitrag von canadia.und.baby. 28.04.10 - 09:20 Uhr

Hallo Jaci,

ich hatte zwar keine Depressionen , aber bitte bitte mach dir keine schuldgefühle.

Solche Depressionen kommen häufiger als man denkt.
Viele bleiben unerkannt.

Deine süße Maus hat die wunderbarste mama die sie sich vorstellen kann , nämlich ihre eigene!

Wenn du es nochmal versuchen willst mit dem stillen , such dir eine Quallifizierte Stillberaterin auf (die mädels hier können die da bestimmt nen link geben).
Wenn ich ist es auch nicht schlimm , denn auch Flaschen Kinder werden Gesund und groß :) (hab hier so ein exempla neben mir :) )

Also kopf hoch und quäl dich nicht so! Du bist eine super Mama die ihr Kind liebt.


Lieben gruß

Beitrag von chibimoon 28.04.10 - 09:25 Uhr

Hallo,

ich kann dich gut verstehen , ich habe dasselbe mitgemacht, nur habe ich keine Medis genommen . Ich habe absolut keinen Bezug zu meiner Tochter gehabt , ich wurde aggressiv wenn sie geschrieen hat#zitter
Aber als mein FA mich dann einweisen lassen wollte, hat irgendwas bei mir "Klick" gemacht.Heute liebe ich meine kleine über alles . Klar habe ich hin und wieder das Gefühl des Versagens wegen der Anfangszeit , aber dafür bekommt sie nun um so mehr Liebe von mir :-)

Und das bekomme ich von ihr zurück indem sie mich total Süß anlächelt in verschiedenen Situationen, und mich anquitscht und versucht mit mir zu brabbeln #verliebt

Ich kann dir nur Raten alles ab jetzt zu geniessen , mach dir keine Vorwürfe du bist noch weitere laaange Jahre ihre engste Bezugsperson , da kommt es auf die ersten paar Wochen in denen es schief gelaufen ist nichtmehr an ( hoffe du weißt wie ich das meine ) :-)

Chibimoon mit Prinzessin ( 6 Monate + 2 Wochen alt )#verliebt

Beitrag von mini-wini 28.04.10 - 09:30 Uhr

Hallo,

ich hatte zwar keine Depressionen, schreibe dir aber trotzdem. Ich denke durchaus, dass du von Anfang an die beste Mami für deine Tochter warst. Schließlich sind die Depressionen nicht deine Schuld, man weiß ja, dass die durchaus vorkommen können wegen den Hormonen.
Und dass die kurzfristig die Liebe zu deiner Tochter quasi überschattet haben, hat nichts damit zu tun dass du sie nicht geliebt hast. Auch ich war die ersten Tage nach der Geburt erst mal mit meinen Gefühlen und Erfahrungen überfordert und müsste lernen mit der neuen Situation umzugehen. Das ist doch ganz normal.
Lass dir bitte von niemandem Schuldgefühle einreden, denn das ist Quatsch. Die musst du nicht haben.

Ich bin sicher du bist ne ganz tolle Mami und willst deine Tochter mit ganz viel Liebe großziehen. Und das ist das einzige was zählt.

Ich wünsch euch alles Gute.

Beitrag von hope001 28.04.10 - 09:36 Uhr

Hallo,

du musst keine Schuldgefühle haben, die Depression war nicht deine Schuld. #liebdrueck

Wichtig ist, dass man sich Hilfe holt und alles mögliche tut, um die Depression zu bekämpfen, was du getan hast und dir gelungen ist, also erstmal meinen Respekt.
Viele trauen sich nicht, was zu sagen, wenn sie in die Wochenbett oder Kindbettdepression rein rutschen und wollen das alleine regeln, was sehr schwer zu schaffen ist. Es ist ihnen peinlich.
Als Erzieherin habe ich ein zwei Mütter mitbekommen, die beim 2. Kind Depressionen bekamen. Ein Fall besonders schlimm, wo die Mutter in die Psychatrie kam. Sie hat es aber aber auch bewältigt.
Viele Kinder sind mit Flasche glücklich, gesund uns zufrieden groß geworden, also keine Sorge.
Das ältere Semester versteht das mit der Wochenbettdepression nicht, da sie es nicht begreifen können. So etwas gab es früher nicht -was nicht stimmt- es wurde einfach nicht wahr genommen und ignoriert.

Ich wünsche dir alles Gute und mach weiter so,

liebe Grüße,

Hope mit Finn 23 Wochen

Beitrag von hot--angel 28.04.10 - 09:45 Uhr

Liebe Jaci,

ja ich kenn es
aber das wsa du hattest nennt man den Babyblues, die WBD geht über wochen/monate hin.

Mach dich deshalb nicht fertig.
Das was mir geholfen hat, war die Ursache zu kennen.
Dem Körper fehlen plötzlich die ganzen Hormone die die Plazenta gebildet hat und er steht sozu sagen unter Entzug.

Mir ging es damals genauso, ich fühlte mich überfordert, hatte tierische Angst. Usw. Die ganze Palette.

Ich hatte vor dem BB Milch wie ne Kuh. Und durch den BB bin ich sozusagen versiegt und musste auch auf Fertigmilch umsteigen.

Ich habe damals die Depressionstropfen von Homöopathie genommen und binnen einer Woche waren sie wieder weg.
Was mir auch geholfen hat: ich ging unter Leute, hab jeden Tag jemanden besucht.
Und ich hab in dieser Woche keinen bissen gegessen, erst ab dem 4. Tag wieder, Getrunken auch nur gezwungenermaßen.

Ich weiß wie das ist. ABER 80 % aller Mamis haben das, nur spricht leider fast keiner darüber.

Alles Liebe
Isabella mit Tobias (35+0) und 2 #stern im Herzen

Beitrag von taschila 28.04.10 - 12:00 Uhr

Kann dich verstehen. Ich hatte auch am Anfang keine richtige Bindung, wegen ungeplantem Kaiserschnitt mit Vollnarkose, und dazu die Lebensumstellung, dem alten Leben hinterhertrauern. Wollte mir dann einreden, ich sei eine schlechte Mutter und nicht geeignet usw. Hatte einige Zeit BabyBlues und bin an der Wochenbettdepression vorbeigeschrammt. Mit den Homöopathischen Tropfen, drüber sprechen und jeden Tag rausgehen, ging es relativ schnell wieder weg.

Was ist das für ein Gewäsch mit keine "super Mutter" von Beginn an?? Das ist doch völlig normal! In meinem Bekanntenkreis gibt es Frauen, die ähnliche Probleme hatten und das auch zugegeben haben.
Aber wenn du jetzt noch Schuldgefühle wegen der ersten Zeit hast, ist das nicht gut. Schuldgefühle sind der erste Schritt in solche Krisen. An deiner Stelle würd ich mir jemanden suchen, mit dem du darüber sprechen kannst, um das aufzuarbeiten.
LG
Natascha

Beitrag von jaci84 28.04.10 - 12:03 Uhr

Vielen lieben Dank für euere Antworten...es ist heutzutage wirklich so, das man unter enormen Druck steht und als perfekt sein will. Natürlich funktioniert das nicht, aber es gibt so viele Mütter, die einem das so vorspielen und dadurch ist man auch unter Druck und bricht zusammen, wenn man merkt es funktioniert einfach nicht. Ich habe nach vier Tagen nach der Geburt eine Nacht erlebt, wo ich echt hätte aus dem Fenster springen können, weil es so schlimm war. Zum Glück habe ich einen so tollen Ehemann und eine so liebe Hebamme gehabt, das wir das sofort angegangen sind mit Hilfe meiner Hausärztin und einem Psychologen. und durch die Tbl war es total schnell weg und heute kann ich gar nicht mehr nachvollziehen, warum ich da rein gerutscht bin. Aber ihr habt recht, ich sollte froh sein, das ich es geschafft habe udn alles andere ist nicht mehr wichtig. Ist halt nicht einfach, weil man dauernd noch damit konfrontiert wird (als wird man gefragt ob man stillt und dann muss man erklären warum nicht). Aber hauptsache unserer Kleinen gehts gut und so wie sie mit mir lacht, scheint es der Fall zu sein.