Lest Ihr echt alle Erziehungsratgeber?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von pizza-hawaii 28.04.10 - 09:40 Uhr

Anscheinend lesen hier sehr viele Bücher zum Thema Erziehung. Gibt es denn auch Eltern die einfach nach ihrem Gefühl erziehen?

Ich halte nicht viel von solchen Büchern da die Meinungen, wie auf fast allen Gebieten, sehr weit auseinander gehen. Man müsste da schon aus jeder Ecke ein Buch lesen um sich aus allen Ecken das Beste rauszusuchen, dafür hab ich allerdings keine Zeit, meine freie Zeit verbring ich dann doch lieber mit meinem Kind!

Wie seht Ihr das? Warum lest Ihr solche Bücher oder eben warum lest Ihr sie nicht?

pizza

Beitrag von marion2 28.04.10 - 09:44 Uhr

Hallo,

ich habe dieses Jahr das erste Mal ein Buch zum Thema gelesen. Das lag so rum. ;-)

Grundsätzlich bin ich radikale nach-Bauchgefühlerzieherin.

LG Marion

Beitrag von perserkater 28.04.10 - 22:01 Uhr

Und wie kann es dann sein, dass du Juul zu weichgespült findest wenn du sein Buch nicht gelesen hast?

Das du unbedingt Winterhof als einziges Buch gelesen hast erklärt mir das jetzt so einiges.#schein

LG

Beitrag von marion2 29.04.10 - 10:26 Uhr

Ausgerechnet Winterhoff lag so rum...

Herrn Juul hab ich in nem Interview gesehen, da ist mir schlecht geworden...

Beitrag von hailie 29.04.10 - 12:03 Uhr

und ich hab winterhoff diverse male im interview gesehen und rege mich jedes mal wahnsinnig über seine aussagen auf ... dieser mann kann einfache dinge in komplizierten formulierungen verpacken, sodass sie gut klingen. und die menschen glauben es. #klatsch

Beitrag von marion2 29.04.10 - 12:14 Uhr

Der Mann formuliert doch nicht kompliziert #gruebel ich finde, er ist ganz einfach zu verstehen....Da hab ich aber schon schlimmere gehört.#schein

Was regt dich eigentlich am meisten auf?

Beitrag von hailie 29.04.10 - 13:37 Uhr

verstehen tue ich ihn schon... ;-)
ich meinte damit, dass seine aussagen inhaltlich ganz simpel sind, aber sehr kompliziert ausgedrückt. so klingt es wohl einfach überzeugender.

über seine meinungen mag ich jetzt gar nicht diskutieren, dazu gibt es hier im forum ja genug diskussionen ... und ich muss gleich mit den kindern raus.

Beitrag von braut2 28.04.10 - 09:46 Uhr

Nein, ich lese die Bücher auch nicht. Hab mal angefangen, als unsere Große ein Baby war und schnell gemerkt, daß ich bei jedem Piep und Pups gleich im Buch nachgeschlagen habe... ist das normal, ist das ein Schub, ist das dies, ist das vielleicht das........????? So haben es irgendwie alle gemacht und ich deswegen auch.
Irgendwann hab ich das Buch weggelegt und einfach gehandelt. Und wenn ich nicht wusste ob und wie das Kind krank ist, hab ich meine Hebi oder den Kinderarzt aufgesucht. Und auch da bin ich NICHT zur Stamm"patientin" geworden.
Meine Kinder sind beide nervig, zickig und zuckersüß. Und ich hole mir sicherlich noch mal hier oder da Tipps. Auch hier ;-)
Aber entscheiden WIE wir es machen, und WAS wir machen, werden am End mein Mann und ich selbst #schwitz

Lg b2

Beitrag von mamavonyannick 28.04.10 - 09:50 Uhr

Hallo,

ich habe nicht einen Erziehungsratgeber gelesen und habe es auch nicht vor. Zumindest solange alles so hinhaut wie bisher.
Wer das "braucht", von mir aus. Nur wundere ich mich manchmal auch über Leute, die einen Erziehungsratgeber lesen, obwohl sie überhaupt nicht die Meinung des Autors vertreten und doch auf ganz andere schwören. Warum man das macht, ich weiß es nicht, vllt aus berufl. Zwecken. Aber für den privaten Hausgebrauch - nie. Das wäre, als wenn ich ein Buch über Modelleisenbahnen lesen müsste.

vg, m.

Beitrag von lisasimpson 28.04.10 - 09:59 Uhr

ich finde die these sehr komisch, die du ja implizit aufstellst- nämlich, daß jeder, der ein buch liest, sofrt sein verhalten in die richtung ändert, die der einstellung des autors entspricht

Ja, ich lese erziehungsratgeber, ich lese aber auch über gartengestaltung und mein garten sieht aus wie sau, ich lese über Politik ohne Politiker werden zu wollen, ich kann Biographien lesen ohne meine eigene dadurch zu verändern, ich kann über Astrophysik lesen ohne gleich nen Teilchenbeschleuniger im garten zu bauen (obwohl?? darüber sollte ich nochmal nachdenken-. würde mein Gartenprobleme gleichzeitig lösen:)

Ich empfinde es als Bereicherung unterschiedliche Positionen zu einem Thema zu lesen und mir meine eigenen Gedanken dazu machen zu können und ich finde es eine Bereicherung mit anderen menschen darüber in einen Diskurs zu gehen (vor allem wenn diese eben mehr als nur eine theorie/ idee,/ einstllung zu einem thema kennen und ebenso ihr eigenes verhalten reflektieren können)

Leider gibt es tatsächlich nicht viele "gute" erziehungsratgeber- also sollte man da vielleicht seinen bücherradius ausbreiten, wenn man wirklich über Erziehung und die unterschiedlichen Ideen etwas erfahren möchte, denn ansonsten wird man nur ein sehr schmales Bild bekommen.

lisasimpson

Beitrag von pizza-hawaii 28.04.10 - 10:15 Uhr

*ich finde die these sehr komisch, die du ja implizit aufstellst- nämlich, daß jeder, der ein buch liest, sofrt sein verhalten in die richtung ändert, die der einstellung des autors entspricht*

Das wollte ich damit nicht sagen.
Für gewöhnlich liest man ja ein Buch zu Unterhaltung oder eben um was zu lernen (also ich zumindest).
Ich stell mir das aber im Bereich Erziehung sehr schwer vor, eben weil die Meinungen so weit auseinander gehen und das doch irgendwann einfach verwirrend ist.
Ich meine damit nicht das man sein Verhalten sofort ändert bis man das nächste Buch liest um sein Verhalten dann erneut zu ändern. Ich finde es einfach schwierig sich aus solchen Büchern Informationen zu holen die einem selbst etwas bringen.

Bei der Gartengestaltung find ich das einfacher, denn das tut Niemanden weh wenn es schief läuft ;-)

pizza

Beitrag von lisasimpson 28.04.10 - 10:24 Uhr

"Bei der Gartengestaltung find ich das einfacher, denn das tut Niemanden weh wenn es schief läuft "

das sehen meine nachbarn anders ;-)

Na,ja,- aber du stellst ja die beiden gegenpositionen "aus dem bauch heraus erziehen" und "erziehungsratgebr lesen" auf.
daher war meien frage schon berechtigt (auch wenn ich wußte, worauf du hinaus willst:-p)

Ich dneke, zu jedem (interessanten) thema- da klammerer ich jetzt den garten mal aus- wirst du unterschiedliche postionen finden. ich kenne kein thema, das nicht davon lebt, daß es unterschiedliche meinungen dazu gibt und unterschiedliche erfahrungen.
es würde ja kein diskussionsforum zu dem thema geben, wenn nicht jeder einen anderen apsekt dazu beitragen könnte.

ich denke, der boom der "ratgeber" ist einfach der, aus dem es auch einen boom solcher foren gibt.
das was "früher" in der Familie, dorfgemeinschaft o.ä. weitergegeben wurde, eigneübt und diskutiert wurde, wird nun eben ausgeweitet.
du bsit ja auch hier um Informationen auszutauschen, neue idee auf dich wirken zu lassen, nachzufragen und deine erfahrungen weiterzugeben.
eine dieser möglickeiten sich also über andere ideen zu informieren sind die "ratgeber".

lisasimpson

Beitrag von pizza-hawaii 28.04.10 - 10:30 Uhr

*Ich dneke, zu jedem (interessanten) thema- da klammerer ich jetzt den garten mal aus- wirst du unterschiedliche postionen finden.*

Und genau deshalb finde ich es so schwierig ;-)

Der Vorteil hier: Ich lese viele Meinungen innerhalb eines Threads, muss nicht diverse Bücher lesen um ein umfassendes Bild der verschiedenen Meinungen zu bekommen!

pizza

Beitrag von lisasimpson 28.04.10 - 10:36 Uhr

"muss nicht diverse Bücher lesen um ein umfassendes Bild der verschiedenen Meinungen zu bekommen! "

das ist aber doch ein trugschluß.
du bekommst hier niemals einen Umfassendes bild.
wenn du das möchtest, mußt du dich (wie bei jedem anderen thema auch) intensiver damit auseinander setzten.

Abgesehen von den reinen Informationen, die ein buch in sich trägt (seien diese nun gut oder schelcht, neu oder bereits bekannt, ...) hat die längere Auseinandersetzung mit einem thema ja auch zu folge, daß ich mich selbst, meine Einstellungen und mein verhalten in diesem Zusammenhang reflektiere. Ich vergleiche meine erfahrungen mit dem, was ich hier neu an infos bekomme und gleiche ab- ich vergleiche die infos mit welchen, die ich bereits wo anders und vielleicht in anderem zusammenhang gelesen/ erfahren habe und kan nso mein sichtfeld erweitern (zumdindest, wenn etwas neues dabei ist).

daher kann ich hier nicht ganz nachvollziehen, wie viele so stolz darauf sind, daß sie KEINE bücher lesen und sich gegen diese art der Reflexion zu einem wichtigen Lebensthema wehren .
Ich bin sicher kein freund von erziehungsratgebern - ich bin aber ein großer freund davon sich über themen, die mein leben und mich betreffen zu informieren und mich damit auseinander zu setzten.
die umfasst nun mal auch literatur zu diesen themen..


lisasimpson

Beitrag von mamavonyannick 28.04.10 - 10:52 Uhr

Ich bin nicht stolz darauf, dass ich keine Bücher lese, denn ich lese durchaus Bücher. Und zwar über die Dinge, bei denen ich es für nötig halte, mich weiter zu informieren bzw. einfach zur Unterhaltung.
Da ich bisher bestens mit meinem Kind auskomme, wir ein normales Verhältnis zueinander haben und er in keinster Weise auffällig ist, habe ich bisher es noch nicht für nötig befunden, mein Verhalten durch einen GANZEN Erziehungsratgeber reflektieren zu lassen.
Wenn ich Probleme habe, dann sprech ich es gern mit anderen Leuten, ob hier oder zu hause, durch und höre mir gern deren Meinung an. Denn das reicht, um mein Verhalten zu reflektieren.

Beitrag von mamavonyannick 28.04.10 - 10:53 Uhr

"Denn das reicht, um mein Verhalten zu reflektieren."

zumindest vorerst#schwitz

Beitrag von pizza-hawaii 28.04.10 - 11:06 Uhr

Mir geht es nur um Meinungen und Erfahrungen in der Aussage, ich mache da einen Unterschied zu Informationen!

Wenn mich ein Thema interessiert, dann informier ich mich auch umfassend darüber.
Ich such mir dann ein Thema innerhalb des grossen Feldes Erziehung und informier mich ausgiebig zu diesem einen Teil. Verstehst Du wie ich das meine? Also quasi in Stücken ;-)

pizza

Beitrag von lisasimpson 28.04.10 - 11:12 Uhr

ja, das versteh ich.

Aber das verträgt sich doch nicht mit deiner aussage "Ich halte nicht viel von solchen Büchern".

Wie gesagt- ich halte auch nicht viel von den meisten Büchern.
Ich würde trotzdem nicht sagen, daß es schlecht ist, aus unterschiedlichen quellen meinungen, einstellungen, theorien oder erfahrungen zu erwerben.

ich rechne die zeit auch nicht mit zeit für/ mit meinen kindern auf. für mich ist lese nein wichtiger bestandteil meines lebens- mal les ich sachen, die mir echt nen neuen blick auf manches geben, mal ärgerer ich mich, wieder den alten scheiß in neuer verpackung gelesen zu haben, mal denk ich "das könnt ich aber besser" und mal reitzt es mich nach einer neuen lektüre ein ganz altes werk rauszuholen und nochmal im original nachzulesen, wo der autor da wieder abgekupfert hat...

lisasimpson

Beitrag von pizza-hawaii 28.04.10 - 11:28 Uhr

Nun ja viele Bücher sind mir zu allgemein, zu umfassend, behandeln zu viele Themen und bis jetzt fahre ich mit der Bauchgefühlsnummer ganz gut, allerdings ist mein Sohn auch erst sechs Monate, kann sich also durchaus noch ändern ;-)

Für mich persönlich ist es momentan schwierig da Infos raus zu ziehen.

Ehrlich gesagt hatte ich auch nicht erwartet das hier viele tatsächlich verschiedene Autoren lesen ;-)

pizza

Beitrag von kaffetante 28.04.10 - 11:36 Uhr

Na, mit sechs Monaten habe ich auch noch aus dem Bauch heraus erzogen - da interessierten mich mehr die Stillbücher :-p.

Warte mal ab, bis er in den KIGA kommt, dann schaffst Du Dir das erste Buch an ;-), da es Dir nicht zusagt das Zweite und irgendwann hast Du ein Interesse für die unterschiedlichen Stile entwickelt.

Und wie lisasimpson schon sagt, Du erkennst Dich fast überall teilweise selbst und das reflektieren des eigenen Verhaltens ist manchmal wichtiger als das Verhalten des Kindes, denn oft ist Dein Verhalten verantwortlich für das des Kindes (ich glaube Juul sagt das :-p - das hatte ich dort gelesen und es kam mir in einer schweren Zweit zu Gute).

Liebe Grüße

Beitrag von pizza-hawaii 28.04.10 - 11:56 Uhr

Nun, ich lese auch keine Stillbücher, keine Bücher zum Thema Beikost, etc. ;-)

Aber ich verstehe was Du meinst, allerdings macht man sich im Vorfeld ja schon viele Gedanken und viele lesen dann auch schon, zumindest hier so im Umkreis.

Ich will auch nicht ausschliessen das ich in drei Jahren zum Buch greife aber es wird mir schwer fallen dann was passendes zu finden -vermutlich werd ich den halben Laden aufkaufen ;-)

pizza

Beitrag von kaffetante 28.04.10 - 12:05 Uhr

Da taugt ja auch nur ein einziges Buch etwas und Beikost war auch für mich mehr was fürs Gefühl.

Als meiner 6 Monate haben mich solche Art von Bücher nicht die Bohne interessiert - ich wusste ja nicht, was auf mich zu kommt. Und später, da hast Du Recht, findest Du eh nicht das Richtige.

Als Akuthilfe bräuchte mann da so ein Hauen-Beissen-Schubsen-Bocken-Trotzen-Frechsein-Cool Down Sammelwerk.

LG

Beitrag von pizza-hawaii 28.04.10 - 12:10 Uhr

*Als Akuthilfe bräuchte mann da so ein Hauen-Beissen-Schubsen-Bocken-Trotzen-Frechsein-Cool Down Sammelwerk.*

Oder Valium ;-)

pizza

Beitrag von kaffetante 28.04.10 - 12:23 Uhr

Aber dann für Mutter und Kind #schein.

So viel Spaß noch bei Eurer Diss, ich muss jetzt meine Kids einfangen. Ein erholsamer Bürohalbtag geht zu Ende ;-)...

Beitrag von ayshe 29.04.10 - 08:24 Uhr

ja, ich habe auch gern im vorfeld einiges gelesen.

ich habe auch viel über das stillen gelesen.
natürlich hatte ich vorher keine ahnung, wie es dann bei mir laufen wird.
aber mir eben einfach manches schon mal im hinterkopf und ehrlich gesagt, ich konnte genau deshalb auch sehr locker und entspannt an die sache rangehen.
es kann ein sicherheitsgefühl geben.