Wie errechnet sich die Deutsch Note??

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von heinzfurz 28.04.10 - 19:18 Uhr

Folgende Frage:
Die Freundin meiner Tochter hat in diesem Halbjahr folgende Noten in Deutsch, 5 Klasse Gymnasium geschrieben: Diktat 4-, Aufsatz 4, im mündlichen steht sie laut Lehrerin auf 2+
Was kommt Eurer Meinung nach zum Schluss heraus?

Wie viel Prozent mündlich bzw. schriftlich, und zählt die Note aus dem 1. Halbjahr auch, hier hatte sie eine 2

Danke im Voraus
Heinzfurz#tasse

Beitrag von tigerin73 28.04.10 - 20:50 Uhr

Das ist schwer zu sagen...
Zunächst mal zählen für das Jahreszeugnis alle Noten, also die Einzelnoten, nicht die Zeugnisnote. Das Zwischenzeugnis hat rechtlich gesehen keinerlei Bedeutung, es dient nur der Information (zumindest bei uns in Bayern).
Wie die Lehrerin die einzelnen Teilbereiche gewichtet, weiß ich nicht. Wir haben (ist allerdings Grundschule) einen internen Beschluss, dass wir in den Klassen 3 und 4 die mündlichen Noten einfach, die schriftlichen doppelt werten, und das für jeden Teilbereich. Die einzelnen Teilbereiche werden noch mal unterschiedlich gewertet: Aufsatz, Sprachbetrachtung und Lesen doppelt, Rechtschreibung und mündlicher Sprachgebrauch einfach.
Klingt kompliziert, ist auch eine Menge Rechnerei, aber so läuft es bei uns eben...
Frag doch mal nach, wie die Lehrerin die Noten gewichtet?

Gruß

tigerin73

Beitrag von arkti 29.04.10 - 08:36 Uhr

Uns wurde gestern gesagt das die Deutschlehrerin die mündliche Note mit 50 % werten kann.

Beitrag von manavgat 29.04.10 - 08:40 Uhr

Das wäre bei mir eine 3.

4,3 + 4 = 8,3

8,3 : 2 = 4,15 für schriftlich


1,8 + 4,15 = 5,95

5,95 : 2 = 2,925

das ist klar eine 3

Leider machen es sich viele Lehrer zu einfach und würfeln ihre Noten.

Normalerweise ist es so, dass die Halbjahresnote einen Zwischenstand markiert und selbstverständlich im Jahreszeugnis die gesamte Leistung für das Jahr stehen sollte. Meine Tochter war bis letztes Jahr in Bayern auf der Schule, da wurde das so gemacht. Es gab einen Notenbogen, der alle Noten - auch die der Kurzabfragen (zählt zu mündlich) enthält und da wurde dann bis auf 3 Stellen hinter dem Komma ausgerechnet und es gab auch nix zu diskutieren.

Hier in der Schule in Hessen, ist die Notengebung gefühlt, das erste Halbjahr zählt nicht mit und Ungerechtigkeiten bleiben nicht aus. WPU: 1 Referat und das war dann die Halbjahresnote, die dann auch noch - weil nur ein halbes Jahr unterrichtet im Abschluss!zeugnis steht.

Gruß

Manavgat

Beitrag von niki167 29.04.10 - 19:21 Uhr

Ja, das stimmt. Ich bekomme jedes Schuljahr einen neuen Würfel geschenkt, weil der alte so abgenutzt ist!

Beitrag von tinaxx 29.04.10 - 20:30 Uhr

Hast du auch das (bayrische) Sondermodell, auf dem die 1 und 2 fehlt?! Das setze ich ab Klasse 7 bevorzugt in Mathe ein... ;-)

LG,
Tina.

Beitrag von manavgat 30.04.10 - 12:08 Uhr

Ladies,

auch wenn es bei Euch nicht so ist, was meint ihr zu einem Aufsatz, der 2 Kommafehler und 1 Rechtschreibfehler enthält (7. Klasse Real) und unter dem eine 3 prangt. Da hätte auch jede andere Note stehen können, gewürfelt eben.

Frage des Kindes: warum habe ich keine 2? Antwort des doch wahnsinnig pädagogisch geschulten Lehrers: zu viele Fehler!


Aha!


Beispiele wie dieses gibt es viele. Ich habe ein Nachhilfeinstitut und bekomme daher auch die Klassenarbeiten meiner Schüler zu sehen. Allein der Aufbau der Arbeiten lässt oft zu wünschen übrig, Kopien von Büchern, so klein und verwischt, dass es kaum lesbar ist, kommen häufiger vor. Da werden Sachen verlangt, die gar nicht auf dem Lehrplan stehen, Fehler nicht korrigiert, der eine Schüler bekommt Teilpunkte, der andere nicht.... Mit der gleichen Antwort!

Es gibt vereinzelt transparente Beurteilungen, aber die sind kein Standard.

Bei dem oben angegebenen Beispiel wurde in der Elternversammlung die Fachbereichsleitung Deutsch dieser Schule gebeten, einen verbindlichen Standard festzulegen (mindestens: Stil, Inhalt, Fehlerquotient, Formalien). Wurde abgelehnt! #schock

Was macht eine Note für einen Sinn, wenn der Schüler nicht weiß, warum er sie bekommen hat?

Gerade auch mündliche Noten werden oft gefühlt vergeben. Da hat man sogar Glück, wenn die Schüler nicht verwechselt werden - kommt immer wieder vor!

Also nicht gleich meinen, das gäbe es nicht oder wenn, dann nur marginal. Es kommt - leider - sehr häufig vor.

Gruß

Manavgat

Beitrag von gslehrerin 30.04.10 - 23:58 Uhr

Die Note eines Aufsatzes begründet sich nicht auf Rechtschreibung!

Susanne

Beitrag von manavgat 01.05.10 - 14:15 Uhr

Das mag in der Grundschule so sein, in der Mittelstufe und der Oberstufe geht Rechtschreibung und Grammatik entweder zu einem Drittel in die Note ein oder es gibt 1 Note bzw. 3 Notenpunkte Abzug.

Gruß

Manavgat

Beitrag von gslehrerin 01.05.10 - 22:11 Uhr

Ich arbeite übrigens in der Sekundarstufe 1, aber danke für die Aufklärung............
Du hast es doch so dargestellt, als läge es angeblich an den 2 Rechtschreibfehlern, und zwar nicht nur zu einem Drittel.
Es mag ja auch am Inhalt gelegen haben, auch der kann ja Fehler enthalten.

Beitrag von manavgat 02.05.10 - 11:53 Uhr

Die Begründung des Lehrers war seinerzeit: zu viele Fehler!

Und dieser Deutschlehrer bewertete immer rein gefühlt. Eine Beschwerde bei der Fachbereichsleitung ergab: klären sie das mit dem Lehrer.

Was soll das? In jedem Betrieb gibt es Qualitätsrichtlinien. Gerade die Bewertung von Klassenarbeiten sollte einen Standardrahmen haben. Wozu braucht man einen Fachbereichsleiter, wenn er seinen Fachbereich nicht leitet, im Sinne von Qualitätssicherung?

Was nützte eine Klassenarbeit, wenn die Bewertung so ausfällt, dass es für den Schüler nicht nachvollziehbar ist?????

und wie gesagt: ich sehe sehr viele mangelhaft konzipierte Klassenarbeiten, gewürftelt benotete Klassenarbeiten, Klassenarbeiten, in denen der Schnitt angehoben wurde, wo man mit 40 % richtig noch ein Ausreichend bekommt (damit man die Arbeit nicht widerholen muss) usw. usw. usw.

Ich rege mich nicht über den einen oder anderen Einzelfall auf, sondern über die Vorgehensweise bei der Notengebung insgesamt.

Wenn Arbeiten richtig korrigiert sind - kommt auch vor - dann ist es für den Schüler eine wertvolle Erfahrung anhand der Einzelbewertung eine Korrektur anzufertigen und die Mängel aktiv zu bearbeiten. Leider ist es eher die Ausnahme, dass ich einen Bewertungsbogen sehe, bei dem die genaue Punktvergabe nach Einzelkriterien ordentlich nachgewiesen ist.

Zuviel Arbeit, vermute ich mal.

Gruß

Manavgat

Beitrag von gslehrerin 04.05.10 - 22:03 Uhr

Verstehst du es wirklich nicht?
Ein Fehler ist nicht automatisch ein Rechtschreibfehler.
Wie kommst du darauf, dass den Schülern die Bewertungskriterien nicht klar sind? Weil sie nicht drunter stehen? Warst du im Unterricht? Weißt du, was der Lehrer/die Lehrerin dort mit den Schülern gemacht hat? So eine Klassenarbeit/Aufsatz ist das Endprodukt einer Unterrichtsreihe, während der sich die Schüler mit genau dieser Thematik auseinander gesetzt haben. Da ist es z.T. einfach lächerlich, dass alles nochmal drunter zu schreiben. Du solltst mal eine Klassenarbeit in Deutsch Korrektur lesen, dann weißt, was Arbeit ist.
Ich hab schon selbst in einem Nachhilfeinstitut ausgeholfen und weiß, was für qualifizierte Menschen z.T. dort arbeiten.
Und 2er-Schüler besuchen auch kein Nachhilfeinstitut, zumindest kenne ich keinen...

Susanne

Beitrag von manavgat 05.05.10 - 10:54 Uhr

Aha, Du bist also auch so eine Lehrerin, die einfach eine Zahl unter die Note kritzelt.

Anders lässt sich Dein Beitrag ja nicht interpretieren.

Wir haben viele Schüler, die hoch punkten bzw. Einsen und Zweien bringen. Allerdings heilen wir nicht durch Handauflegen, sondern zwischen dem erstmaligen Kommen und den guten Noten liegt ein Weg.

Aber wir beide kommen sowieso auf keinen Nenner.

Gruß

Manavgat

Beitrag von gslehrerin 05.05.10 - 14:39 Uhr

Ist recht so.
Nur: Was für eine Zahl soll denn loch unter die Note?

Mein Tipp: geh zur Uni, studiere 2 Fächer, mach dein Referendariat und schon hast du auch so einen lauen Job!

Beitrag von niki167 30.04.10 - 16:35 Uhr

Na klar! Sonst wäre es doch viel zu gerecht. ;-)

Beitrag von niki167 30.04.10 - 17:12 Uhr

Oh, ich meine nicht, dass das nicht vorkommt!

Mich stört nur die Art, wie es hier dargestellt wird. Und natürlich fühle ich mich angegriffen, wenn behauptet wird, dass dies sehr häufig vorkommt. Ich kann nur sagen, dass in meinem Kollegium das nicht der Normalität entspricht.

Ich wettere hier ja auch nicht über die Nachhilfeinstitute. Hier gibt es nämlich auch eine ganze Menge "schwarze Schafe", denen es nur um das Geld geht und nicht um die Schüler. Da werden nicht sonderlich geschulte "Lehrer" eingestellt, die den Kindern was (falsches) beibringen. Und ich habe dann das Nachsehen und muss in meinem Unterricht diese Fehler wieder ausbügeln. (Oh, jetzt habe ich ja doch gewetter....)

Grüße

Beitrag von connie36 29.04.10 - 18:40 Uhr

hi
soweit ich weiss, zählen mündl. noten nicht ganz voll.
ich schätze mal das sie auf einer knappen 4 dann steht, es sei denn die lehrer lassen noch mitarbeit, heftführung und derlei firlefanz mitzählen, dann müsste sie auf einen schlechten dreier kommen.
lg conny

Beitrag von shorty23 30.04.10 - 21:47 Uhr

Hallo,

zählt da denn noch was rein? Heftführung oder mündliches Abfragen oder gibt es eine separate Lesenote, Gedichtvortrag, Buchvorstellung usw.? Also, wenn es nur die Noten gibt dann wäre es bei mir 3,65 dh wenn es am Ende des Jahres wäre, wär's ne 4 (nur 2. HJ).

Bei uns (BW) ist es so, dass am Ende des Jahres ALLE Noten (1.+2. HJ) miteingerechnet werden. Wie viel schriftl. zu mündl. zählt, darf der Lehrer entscheiden, die meisten machen entweder 1:1 oder 2:3 (mündl.:schriftl). Aber eigentlich muss dies zu Beginn des Schuljahres den Schülern und Eltern mitgeteilt werden (Transparenzerlaß), wie es in welchem Fach gehandhabt wird.

LG