Nachbarn und Lärmbelästigung durch Kind

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Beitrag von amicelli09 28.04.10 - 19:37 Uhr

Hallo zusammen,

hatte heute wieder ein Schlüsselerlebnis bei dem ich mich fragte ob ich das alles so falsch sehe oder ob meine Nachbarn einfach nicht das sind das man "verständnisvoll" nennt.

Es geht um meine Tochter. Sie steckt momentan mitten in der Trotzphase und ist bei Wutanfällen leider sehr laut (natürlich gerade im Treppenhaus, etc. - an den unpassendsten Stellen!)

Am Freitag hatten wir bereits die Situation dass ich mein Kind schreiend die Treppe "hochschleifte", es ging gar nichts mehr. Sonst lasse ich sie als unten stehen wenn sie bockt, aber das war so schlimm, war mir nicht sicher ob sie das "überlebt" und nicht noch die Treppe runterstürzt, etc. Jedenfalls war er da schon sehr sauer und riss die Türe auf als wir vorbeikamen. Brüllte "Ruhe".
Ok, das war nicht die feine englische Art aber irgendwie kann ich es auch verstehen. Ich liebe mein Kind über alles und es geht mir auf die Nerven wenn sie so schreit. Wie geht es da erst Fremden? #schein

Heute war es mir dann aber eindeutig zu viel. Wir holten im Keller die Wäsche hoch, Madame wollte nicht alleine hochlaufen, ich erklärte ihr dass ich sie nicht tragen kann da ich die schwere Wäsche tragen muss. Unter Gemecker stieg sie die erste Treppe hoch, wollte dann nicht mehr. Mir fiel beinahe der Arm ab und sagte zu ihr, dass ich nun alleine hochgehe wenn sie nicht mitkommt. Also stand sie im Treppenhaus und heulte. Ich war oben angekommen und erbarmte mich wieder zu ihr hinunter um sie zu holen. Mittlerweile schrie sie "ich will nicht hoch!" "nicht tragen!". Lange Rede, kurzer Sinn: Ich ließ sie wieder stehen. Als ich wieder oben war ging die Nachbarstür auf und er brüllte: "KLAPPE HALTEN DU SCHRECKLICHE BRUT!" #schock#zitter:-[

War leider nicht schnell genug wieder aus meiner Wohnung draußen, sonst hätte ich ihm ein paar Takte erzählt. So konnte ich nur noch hinterherrufen "geht´s noch?", da knallte schon die Tür. Jedenfalls kam dann meine Madame endlich.. :-p#schein

Wie seht ihr denn diese Situationen? Ist er im Recht? Soll ich nun meinem Kind immer seinen Willen lassen nur um meine werten Nachbarn nicht zu erbosen? #zitter

LG von der immer noch Fassungslosen die geschockt ist, dass ihr Kind als "schreckliche Brut" bezeichnet wurde #wolke mit Trotzköpfchen (2 1/2 Jahre)

Beitrag von stolzemutsch 28.04.10 - 19:42 Uhr

Boah, den würde ich etwas erzählen. Da würde ich sturmklingeln, aber bis mein Daumen abfällt.

Sowas geht garnicht. Du bist im Recht, Mieter dürfen sich nicht wegen soetwas beklagen. Ein Wort: Vermieter!

Lg

Beitrag von wasteline 28.04.10 - 19:59 Uhr

Das sehe ich etwas anders.

Natürlich ist die Wortwahl des anderen Mieters unter aller Sau, aber auch die TE kann ihre Erziehungsmaßnahmen nicht im Treppenhaus ausleben. Trotzphase hin oder her.

Das Zauberwort heißt: gegenseitige Rücksichtnahme.

Beitrag von tapsitapsi 28.04.10 - 20:11 Uhr

Ich bin immer noch der Meinung: Kindern und Tieren darf man nicht den Mund verbieten!

Wenn die Kinder grad bockig sind, ist es egal, was man macht. Geschrei gibt es immer! Da gilt es nur, ausstehen. Sonst machst du es noch schlimmer! Die Erfahrung hab ich gemacht.

Pech für den Nachbarn!

Und das Kind schreit ja nicht ständig im Treppenhaus!

Beitrag von windsbraut69 29.04.10 - 06:01 Uhr

Man kann sie aber dort rumschreien lassen, so sie hingehören und es am wenigsten stört.

Gruß,

W

Beitrag von stolzemutsch 28.04.10 - 20:29 Uhr

Das siehst DU so aber es ist nunmal anders:

>>Wie sieht es im Mietrecht aus?

Wer eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus anmietet, muss damit rechnen, dass die darüberliegende Wohnung auch von einer Familie mit kleinen Kindern angemietet werden kann. Dies gehört zum normalen Mietgebrauch (AG Wedding, MM 2002,429). Von den Nachbarn sind Äußerungen des kindlichen Spiel- und Bewegungsdranges hinzunehmen (LG Lübeck, WuM 1989,627). Selbst wenn die Nachbarn gegenüber dem Vermieter zur Mietminderung berechtigt sind, stellt das Kinderspielen grundsätzlich einen vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache dar. Dies gilt nach Auffassung des Amtsgerichtes Kiel jedenfalls dann, wenn das Spielen „natürlich und wohnungsgeeignet“ ist (AG Kiel, WuM 1986, 240).

Mehr zum Thema:
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Kinder Mietshaus
Zu der vertragsgemäßen Benutzung einer Wohnung gehört es eben auch, dass Kinder entsprechend ihrem Spiel- und Bewegungstrieb in der Wohnung spielen und lärmen. Dabei sind die Geräusche von Rufen und Weinen der Kinder und das laute Ermahnen der Eltern hinzunehmen (AG Oberhausen, WuM 2001,465). <<

Wäre ja noch schöner, dass mein Kind mir auf der Nase rumtanzen kann, nur damit der "nette" Herr seine Ruhe hat.

Beitrag von king.with.deckchair 28.04.10 - 20:40 Uhr

Aha. Es gehört also auch zur vertragsgemäßen Benutzung der Wohnung, wenn ich mein plärrendes und tobendes Kind im TREPPENHAUS! stehe lasse, erst mal die Wäsche nach oben schaffe und dann auch noch weiteres Geplärre zulasse, indem ich das Kind "nicht hoch" und "nicht tragen"-Geheule veranstalten lasse, statt es schleunigst und ohne jede Diskussion unter den Arm zu klemmen und in die Wohnung zu schaffen?!

Beitrag von stolzemutsch 28.04.10 - 21:28 Uhr

jap, soll sie etwa zum fenster rein?

manche haben eine vorstellung. und was lernt mein kind daraus, wenn ich ihn -den nachbarn zuliebe- schnell nach oben bringe? NICHTS NICHTS NICHTS außer, dass seine Mutter mit der Situation überfordert ist. Und wenn sich ein anderer meinem Kind gegenüber so äußern würde, könnte der sein blaues Wunder erleben.

Kinder trotzen nunmal und das wo sie wollen. wenn der nachbar damit ein problem hat, bitte. die TE steht im Recht, so ist es nunmal. Und ja, das Treppenhaus zählt dazu. auch, wenn die kinder auf dem dazugehörigen hof schreien, spielen usw. KINDERLÄRM IST ZU DULDEN

Beitrag von king.with.deckchair 28.04.10 - 22:20 Uhr

"manche haben eine vorstellung."

Ich bin selbst Mutter, Teuerste! Und ich habe mein Kind nicht wieder und wieder im Treppenhaus Zirkus veranstalten lassen. Auch wenn es manchen Müttern so erscheint: Trotzanfälle muss man durchaus NICHT immer einfach nur aushalten.

Und ich habe bei meinem Kind kein ellenlanges Affentheater im Treppenhaus geduldet, noch habe ich das meinen Nachbarn zugemutet.

"KINDERLÄRM IST ZU DULDEN"

Ewiges Geplärre im Treppenhaus ist eben NICHT zu dulden.

Beitrag von stolzemutsch 28.04.10 - 22:47 Uhr

>>Ewiges Geplärre...<<

das sagt doch auch niemand. Wer redet denn davon, dass es ewig anhielt?

Beitrag von windsbraut69 29.04.10 - 06:06 Uhr

Es hielt länger an als nötig.
Was hat ein Kind in dem Alter allein im Treppenhaus zu suchen?

Beitrag von windsbraut69 29.04.10 - 06:03 Uhr

Vielleicht ist es auch so schlau, daraus zu lernen, dass Nachbarn auch Menschen sind und man sich im Treppenhaus ruhig verhält?

Beitrag von wasteline 29.04.10 - 19:14 Uhr

Ich finde es immer wieder klasse, wie Mütter jedes Recht für sich und ihre Kinder in Anspruch nehmen, aber das Recht der Nachbarn mit Füßen treten. Und nein, ich habe nichts gegen Kinder, habe nämlich selber drei.

Ein plärrendes Kind muss man nicht im Treppenhaus stehenlassen (schon gar nicht länger und öfter), man kann es auch zügig in die Wohnung bringen.

Beitrag von mamavonyannick 28.04.10 - 21:24 Uhr

Hier gehts aber tatsächlich nicht um ein spielendes Kind, oder.#kratz

An die TE: Wie lang ging denn dieses Theater und wie oft kommt es vor, dass sie so lautstark bockt???

vg, m.

Beitrag von ayshe 28.04.10 - 22:14 Uhr

##
Wäre ja noch schöner, dass mein Kind mir auf der Nase rumtanzen kann, nur damit der "nette" Herr seine Ruhe hat.
##
tja, einerseits wird immer rumgemault, daß man nachgibt und sich anegblich die großen tyrannen heranzieht,
macht man es aber nicht,m dann wird auch wieder nur gemotzt und gepöbelt ;-)



ich finde die von dir genannten urteile echt okay.

Beitrag von petunia72 28.04.10 - 22:21 Uhr

Da steht etwas zur Nutzung der WOHNUNG mit Kindern, aber nicht zum Verhalten im Treppenhaus.

Zum Vergleich: Natürlich darf ich in meiner Wohnung Klavierspielen, aber wenn ich dies im Treppenhaus tue, darf mein Nachbar sich darüber beschweren, oder nicht?

Ich bin ganz erstaunt, dass hier alle der Meinung sind, dass die (nicht sehr fruchtbaren) Erziehungversuche einzelner wichtiger sind als die Bedürrfnisse der Nachbarn...

Weiterhin erstaunt mich, dass es wichtiger ist sich einen Machtkampf mit einem Kleinkind zu liefern, als diesem beizubringen, dass man Rücksicht auf Andere nehmen muss.

Naja, man muss nicht alles verstehen!

LG Tina

Beitrag von ayshe 28.04.10 - 22:22 Uhr

meinst du echt, eine 2-jährige würde aus lauter rücksicht auf einen nachbarn einen wutanfall unterdrücken?

ich glaube das nicht, sie ist 2 jahre!
diese einsicht schaffen sie noch gar nicht.


außerdem wird es ja nicht stunden gedauert haben.

Beitrag von mamavonyannick 28.04.10 - 22:27 Uhr

Muss nicht Stunden dauern. Jeden tag ein paar Minuten würde mir schon reichen. Warum muss ein Kind schreien, wenns nicht die Treppe hoch will? Und wenn es dann doch schreit: Warum muss ich das als Mutter zulassen? Hoch nehmen, hochtragen, Tür zu, fertig. Drnn kann sie mit ihrer Tochter veranstalten, "was sie will". Aber in der Öffentlichkeit kann sie ihr Einhalt gebieten und ihr beibringen Rücksicht zu nehmen. Ob sie es gleich versteht, ist eine andere Sache. Aber irgendwann muss man ja mal anfangen.

Beitrag von asimbonanga 28.04.10 - 22:28 Uhr

So sehe ich das auch.

Beitrag von king.with.deckchair 28.04.10 - 22:30 Uhr

Das gab's noch nie: #pro

Beitrag von mamavonyannick 28.04.10 - 22:31 Uhr

Irgendwann ist immer das erste Mal;-)#huepf

Beitrag von ayshe 28.04.10 - 22:39 Uhr

ja, sicher, ich habe meine tobende kleine in dem alter auch schon schreiend unterm arm gehabt und nebenbei den buggy geschoben, schön schreiend durch alle straßen, ich hatte da auch keine wahl.

ich gehe hier beim post gar nicht davon aus, daß es der absolute dauerzustand ist.
sie wollte die wäsche hochbringen und das kind sollte mit.
vllt war sie ja auch genervt und hat dann eben auch wie geplant erstmal die wäsche hoch gebracht.
man macht auch nicht immer alles wie man es sich vorher erzieherisch durchdacht hat, sondern auch mal gefühlsmäßig und so wie es praktisch erscheint.

ich würde das hier nciht überbewerten.

Beitrag von mamavonyannick 28.04.10 - 22:43 Uhr

Also für mich klingt der Ausgangsthread nicht nach einer einmaligen Geschichte im Treppenhaus.

Beitrag von ayshe 29.04.10 - 09:11 Uhr

nein, nicht einmalig, das schrieb sie auch, aber als dauerzustand würde ich es deshalb auch nicht zwingend deklarieren.

Beitrag von petunia72 28.04.10 - 22:45 Uhr

Sie schrieb, das ihre Tochter ständig "bockt" und sie das Kind normalerweise im Treppenhaus stehen lässt.

Anscheinend war das kein Einzelfall und das finde ich nicht normal!

LG Tina