Wie geht ihr mit Schimpfworten um?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von kekschen25 28.04.10 - 20:52 Uhr

Hallo ihr Lieben,
bin momentan etwas ratlos und wüßte gerne wie ihr das macht.
Meine Tochter, dreieinhalb, bringt aus dem Kindergarten lauter heftige Wörter mit heim. Dabei handelt es sich nur um Wörter die wir zu Hause nicht benutzen.
Ich weiß zwar das sie nicht weiß was sie da sagt, aber es verletzt mich trotzdem, wenn sie mich im Zorn mit so schlimmen Wörtern beschimpft.#heul#heul#heul
Momentan ist es so das sie max. dreimal verwarnt wird-danach muss sie 5-10 Minuten auf ihrem stillen Stuhl im Flur sitzen. Das ist so ziemlich das einzige bei dem ich das Gefühl habe das sie sich auch "bestraft" fühlt. Alles anderen Sachen die wir versucht haben (TV-Verbot, Süßigkeiten-Verbot etc.) haben sie nicht interessiert.Wenn die Zeit auf dem Stuhl um ist gehe ich zu ihr, und frage sie ganz ruhig weshalb sie dort sitzen mußte-und meistens kann sie mir auch sagen warum.

Ich denke das das nur mal wieder eine Phase ist-so wie vorher hauen, kratzen und treten-aber ich weiß nicht so genau ob es so richtig ist.
Deshalb wüßte ich gerne wie ihr eure schimpfenden Kinder zur Räson bringt.;-)
Würde mich sehr über Antworten freuen.
LG, ein trauriges Kekschen

Beitrag von kanische 28.04.10 - 20:54 Uhr

ich ignoriere Tim das erstmal völlig. wenn er sich beruhigt hat gehe ich zu ihm hin und frage wo er die Wörter her hat. Dann sage ich ihm, das ich die Wörter nicht zu ihm sage und er es auch nicht zu mir sagen darf. seither haben wir alles so ziemlich im Griff.

andere Tipps habe ich nicht. Durchhalten ist wohl das einzige.

LG

Beitrag von tragemama 28.04.10 - 20:57 Uhr

Ich ignoriere das, sage ihr höchstens ein bißchen später, dass ich nicht möchte, dass sie das sagt, weil das kein schönes Wort ist.

Ich finde "stiller Stuhl", irgendwelche Verbote (vor allem welche, die mit dem "Vergehen" nichts zu tun) haben schlimm, erst recht in dem Alter. Hast Du das Gefühl, damit was zu erreichen? Kann ich mir nicht vorstellen.

Solche "Strafen" gibts bei uns nicht, weil ich nicht glaube, dass das was bringt.

Andrea

Beitrag von kekschen25 28.04.10 - 20:59 Uhr

Ich habe schon das Gefühl das sie so versteht das sowas nicht geht. Wenn ich sie ignoriere, dann macht sie ewig so weiter-und für mich fühlt es sich falsch an dazu gar ncihts zu sagen.
Gruß, Kekschen

Beitrag von cherry19.. 28.04.10 - 20:58 Uhr

erstmal köpfchen hoch. sie meint es ja nicht so ;-)

fakt ist, dass ihr sie in die schranken weisen müsst. jedoch müsst ihr ihr genau erklären, dass das nicht geht. mama und papa machen das auch nicht. sag ihr auch, dass du sehr traurig bist darüber. zu viel beachtung ist denk ich da auch nich gut.

keanu meinte heute das erste mal: "blöder papa" im gespräch. ich habe gleich mit strenger stimme gesagt, dass ich soetwas nicht wieder hören will. hätte er weiter gemacht, hätte ich ihm kurz erklärt, warum nicht und dann hätte ich versucht, aus der situation unbemerkt in eine ander zu kommen. da er jedoch sofort aufhörte, habe ich nichts erklärt, um nicht ein "drama" draus zu machen.

wird schon werden. immer wieder erklären, dass man soetwas nicht sagt. stiller stuhl find ich eher unangebracht. aber das muss jeder selbst wissen ;-) wenns die einzige sache is, die zieht.. versuchs aber doch mal anders. kurz und knappe erklärung und dann ablenken durch ne andere situation

Beitrag von 32und3 28.04.10 - 21:11 Uhr

Hallo,
ich finde ignorieren gar nicht gut. Damit zeigt man doch nur dem Kind, dass man es toleriert und, dass wollen wir doch eigentlich nicht.

Sophie ist auch 3,5 Jahre alt und sagt z.B. "böser Papa". Dann sage ich mit ernster Stimme, dass das nicht stimmt, wir nicht zu ihr sagen und sie auch nicht sagen darf. Evtl. zähle ich noch 2 Beispiele auf, weshalb er lieb ist. Ich sager aber auch (später), dass sie sagen kann, dass sie irgendetwas jetzt blöd findet.

Wenn sie mit wirklich "bösen" Wörtern kommt (z.B. Arschloch), frage ich, was das ist. Sie kann es nie beantworten und dann sage ich, dass sie keine Wörter sagen darf, die sie nicht richtig kennt. Das reicht ihr schon.

Wenn sie allerdings sagt:" Du bist nicht mehr meine beste Freundin", dann ignoriere ich es meistens. Denn das ist ja nun mal blöd ihr "Kinderverständnis" und tut ja so nichts böses.

Aber ich fürchte im Großen und Ganzen muss jeder für sich eine Lösung finden...
Kenne auch jemanden, sie ihr Kind sofort ins Zimmer schickt und Tür zu macht ohne etwas zu sagen.

Viel Erfolg

Beitrag von bine3002 28.04.10 - 21:17 Uhr

Lustig, denn bei uns ist es genau andersrum:

"Böser Papa" finde ich nicht wirklich schlimm und sage nichts dazu.

"Du bist nicht mehr meine Freundin" kommentiere ich dagegen mit "Ich bin sowieso nicht deine Freundin, ich bin deine Mama." Und das wiederum sage ich, weil es mir wichtig ist, dass ich eben nicht den Status einer Freundin habe und haben will.

Beitrag von 32und3 28.04.10 - 21:41 Uhr

Abend nochmal ;-)

Deine Meinung bei dem Thema mit der "Freundin" teile ich eigentlich. Die ersten Male habe ich das auch Sophie erklärt. Aber irgendwann dachte ich mir, dass ich weiß, dass ich ihre Mama bin und ihr auch das Gefühl 100% vermittel. Und irgendwann wird sie das auch so sehr gelernt haben, dass sie das nicht mehr sagt. Aber es tut eben keinem weh...

Nur wenn sie "böser Papa" sagt, habe ich angst, dass sie eines Tages "ar*** Papa" sagt...

Ist schon oft ein Balanceakt zwischen was muss sein, wieviel Freiheit braucht das Kind und kann ich meine Entscheidung vor mir erklären...

Liebe Grüße

Beitrag von bine3002 28.04.10 - 21:49 Uhr

"Ist schon oft ein Balanceakt zwischen was muss sein, wieviel Freiheit braucht das Kind und kann ich meine Entscheidung vor mir erklären..."

Ja das stimmt.


"Nur wenn sie "böser Papa" sagt, habe ich angst, dass sie eines Tages "ar*** Papa" sagt..."

Hm... aber dann "tadelst" Du sie ja im Prinzip für etwas, was sie vielleicht in der Zukunft tut. Oder wie? Bitte nicht als Kritik verstehen, ist nur eine Verständisfrage.

Beitrag von bine3002 28.04.10 - 21:14 Uhr

Ehrlich gesagt sehe ich das gelassen.

Wenn es um Worte wie "scheiße" oder "kacke" geht... na ja, ich denke, manche Sachen muss man einfach mal beim Namen nennen ;-) D.h. das darf bei uns ZU HAUSE gesagt werden.

Bei heftigeren und wirklich ordinären Worten (kommt ganz selten vor) oder in unangebrachten Situationen (z. B. lauthals im Supermarkt "scheiße" schreien) verschlägt es mir meist erstmal die Sprache und dann muss ich grinsen. Das wiederum versuche ich zu verbergen. Dann frage ich sie, ob sie weiß, was das bedeutet. Da sie das in der regel nicht weiß, frage ich sie dann, ob es besonders schlau ist, etwas zu sagen, von dem man nicht weiß, was es bedeutet. Ich bitte sie dann, so etwas nicht zu sagen, weil das kein "schönes Wort für einen so süßen Mund" ist. Das weitere Gespräch verläuft dann in etwas so:
"Ich bin nicht süß!"
"Klar bist Du süß!"
"Aber ich bin groß!"
"Das schließt sich doch nicht aus, mein Schatz! Ich bin doch auch süß oder?"
"Ja Mama, Du süße liebe Mama!" #verliebt

Ich denke, je mehr Aufhebens man um solche Dinge macht, umso interessanter werden sie.

Ich muss allerdings auch sagen, dass wir über den Tag verteilt die verschiedensten Wortkreationen und seltsame Kosenamen verwenden, sodass unsere Tochter vermutlich gar nicht weiß, welche Worte wirklich unangebracht sind. Sie hat einen großen Wortschatz an lustigen und netten Schimpfworten, sowas wie "Rübennase" oder "alte Fischflosse" und das ist für mich OK. Ich denke halt: Man muss doch auch mal schimpfen dürfen. Immer noch besser als hauen.

Beitrag von kekschen25 28.04.10 - 21:25 Uhr

Hallo,
wenn sie so Schimpfwörter wie "Rübennase" benutzen würde, hätte ich auch kein Problem.
Aber wenn meine Tochter so richtig in Fahrt ist, dann kommen Sachen wie "Arschloch" oder "Scheißkopf"(was immer das sein soll#kratz).Und diese Wörter find ich schon sehr grob...
LG, Kekschen

Beitrag von bine3002 28.04.10 - 21:38 Uhr

Ja, das finde ich auch zu heftig und würde das in die Kategorie "ordinär" einordnen.

Aber ich denke trotzdem, dann man seine Wut auch mal rauslassen muss. Wie wäre es, wenn Du ihr Alternativen nennst? Du erklärst ihr, dass diese Worte nicht OK sind, weil sie von der Allgemeinheit als verletzend empfunden werden. Dass es aber gleichzeitig OK ist, wenn man sauer ist und dass sie stattdessen etwas sagen (oder tun) darf, was für dich OK ist, also z. B. "Sag doch lieber Rübenase." oder "Schrei lieber mal richtig laut" oder "Box in ein Kissen, wenn Du sauer bist!"

Im Moment "empfiehlst" Du ihr eher, ihre Wut zu unterdrücken. Da sitzt sie dann auf ihrer Treppe (stiller Stuhl) und wird nur noch wütender. Und je heftiger die Wut in ihrem Bauch, umso "größer" werden die Worte.