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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von johanna1972 29.04.10 - 13:03 Uhr

Hallo zusammen,

ich weiss nicht ob die Frage in diesem Forum richtig ist - falls nicht bitte verschieben.

Meine Freundin hat sich im Dezember einen Gebrauchtwagen (10 Jahre alt) beim Händler incl. der großen Werkstattgarantie gekauft. Nun machte das Auto seit ein paar Tagen komische Geräusche und mein Mann meinte sie sollte doch mal in die Werkstatt fahren. Nun war sie heute bei dem Händler und dieser sagte ihr wohl, dass das Geräusch vom Motor kommt und es sehr wahrscheinlich die Nockenwelle (hoffe das schreibt man so) ist weil sie ohne ÖL (der Öltank war leer) gefahren ist. Die Garantie würde nicht greifen weil es eigenverschulden ist und die Nockenwelle eh nicht in der Garantie enthalten wäre.
Der Händler machte sie noch blöd an dass sie den Ölstand nicht kontrolliert hat - sie müsse doch wissen, dass man jede 3 Tankfüllung bzw. alle 1000 km Öl prüfen und nachfüllen muss.

Nun zu meiner eigentlichen Frage:

Stimmt es mit der Garanite? Muss man wirklich alle 1000 km Öl nachfüllen. Ich fülle doch auch nicht alle 1000 km Öl nach oder kontrolliere es sondern wenn ich oder mein Mann dran denken.

Schon mal vielen Dank für Eure Antworten -

LG Johanna

Beitrag von seikon 29.04.10 - 13:10 Uhr

Also wenn sie tatsächlich mit leerem Öltank gefahren ist, dann fällt das natürlich unter keinerlei Garantie. Das ist tatsächlich selbstverschuldet.

Da das Auto schon 10 Jahre alt ist kann es schon sein, dass da ein erhöhter Ölverbrauch da ist. Generell sollte man regelmäßig den Ölstand kontrollieren, das stimmt. Nachfüllen muss man natürlich nur bei Bedarf, aber kontrollieren sollte man (zumindest bei einem so alten Auto) schon regelmäßig.

Deine Freundin soll das unter "eigene Blödheit" verbuchen und sich freuen, wenn es wirklich nur die Nockenwelle ist. Denn ohne Öl fahren, da hätte noch wesentlich mehr kaputt gehen können.

Beitrag von windsbraut69 29.04.10 - 13:12 Uhr

"Deine Freundin soll das unter "eigene Blödheit" verbuchen und sich freuen, wenn es wirklich nur die Nockenwelle ist. Denn ohne Öl fahren, da hätte noch wesentlich mehr kaputt gehen können. "

Jepp.
Zusätzlich hätte Ihr der Motor auch nachts um 3 auf einsamer Landstraße verrecken können...

LG

Beitrag von windsbraut69 29.04.10 - 13:11 Uhr

Natürlich greift keine Garantie des Händlers für Ihre Verschulden!

Sie muß nicht unbedingt alle 100km Öl nachfüllen, aber oft genug prüfen und das hat sie offensichtlich nicht getan.

Verschleißteile sind eh meist nicht inbegriffen.

Gruß,

W

Beitrag von -kopfsalat- 29.04.10 - 13:17 Uhr

Sie MUSS nicht alle 1000 Km das Öl kontrollieren. Sie MUSS aber dafür sorgen, dass der Wagen nicht ohne Öl fährt. Und dazu sind eben regelmäßige Kontrollen und ggf, das Nachfüllen von Motoröl notwendig. Gerade bei älteren Autos.

Gruß
Salat



Beitrag von zickenhaushalt 29.04.10 - 13:32 Uhr

Den Ölstand zu kontrollieren und gegebenenfalls nachzufüllen, ist natürlich Pflicht des Halters, geht aufgrund dessen, dass sie es nicht getan hat irgendwas kaputt, ist es klares Eigenverschulden.

Liebe Grüße ZH (Autohausmitarbeiterin #schein)

Beitrag von martina129 29.04.10 - 13:47 Uhr

Hallo Johanna,

das mit den zwei Tankfüllungen bzw. den 1000 km konnt ich mir letzte Tage von meinem Mann anhören. Ist wohl eine Faustregel in der KFZ-Branche.

Gruß Martina

Beitrag von annelie.77 29.04.10 - 13:50 Uhr

Hallo,

ich würde das ein bisschen differenzierter betrachten. Als sie den Wagen gekauft hat, wurde vorher eine Inspektion oder eine andere Durchsicht gemacht? Das ist eigentlich üblich, wenn man eine Garantie abschliesst. Wie viele km ist deine Freundin in den 5 Monaten gefahren? Das klingt für mich alles ein bisschen eigenartig.

Sicherlich muss sie regelmäßig den Ölstand kontrollieren, aber wir reden hier über eine relativ kurze Zeitspanne.

LG

Anne

Beitrag von seikon 29.04.10 - 13:55 Uhr

Also bei einem 10 Jahre alten Auto sehe ich 5 Monate nicht als kurze, sondern eher als lange Zeitspanne. Selbst wenn eine gründlicht Inspektion vor dem Kauf gemacht wurde, dann obliegt es trotzdem der Käuferin den Ölstand regelmäßig zu prüfen.
Gerade bei einem so alten, gebrauchten Auto, welches ich noch nicht kenne kontrolliere ich doch zumindest am Anfang sehr engmaschig die Flüssigkeiten. Zumindest solang, bis man abschätzen kann, wie viel Öl der Wagen tatsächlich verbraucht.

Beitrag von annelie.77 29.04.10 - 14:00 Uhr

Naja, das sehe ich anders, aber egal. Sie ist ja noch im ersten halben Jahr, das ist ja auch nicht ganz uninteressant. Es gibt ja auch in 10 Jahre alten Autos eine Ölstandkontrollleuchte, die hätte sich ja auch melden müssen.

Letztendlich muss sie sich eh mit dem Händler auseinandersetzen, vielleicht können sie sich ja einigen. Ferndiagnosen sind ja ohnehin schwierig ;-)

LG

Anne

Beitrag von vwpassat 29.04.10 - 13:59 Uhr

Da hast Du ja Glück, bin vorgestern aus dem (wohlverdienten) Urlaub zurück und schau grad hier das 1. Mal rein.

Um mir ein Urteil zu erlauben, hätt ich gern noch folgende Info's:

Was für ein Fahrzeug?

Motorisierung?

Kaufpreis?

km-Stand bei Kauf?

Jetziger km-Stand?

Was für eine "große Werkstattgarantie"?

Dann kann ich mich speziell äußern. Bis dahin bleibt mir auch nur der Verdacht des Eigenverschuldens. Ölstand prüfen bei jedem 2. Tanken gehört nunmal dazu.

Beitrag von johanna1972 29.04.10 - 14:13 Uhr

Hoffe, Du hattest einen schönen Urlaub -

Vielen Dank - meine Freundin sitzt noch neben mir und sie gab mir jetzt folgende Infos:

Opel Astra Caravan 1,6 16V, 100 PS, 4300,00 Euro Kaufpreis (in dem Kaufpreis waren der TÜV, AU, die Zulassung, neue Bremsen und die große Werkstattgarantie und ein Gebrauchtwagencheck), KM Stand beim Kauf 121665 jetziger Stand ca. 125000

Es handelt sich um eine Händlergarantie die über die WENA-CAR verwaltet wird und darin sind wohl erhalten: Motor, Schalt- und Automatikgetriebe, ASR, Lenkung, Kraftstoffanlage, Kühlsystem, Elektrische Anlage, Klimaanlage, Sicherheitssystem.
Hoffe, Du kannst damit was Anfangen. Ich habe sie auch nochmal grade gefragt ob das ÖLlämpchen aufgeblinkt oder aufgeleuchtet hat - sie sagt nein.

Danke Dir schon mal - hast Du denn eine Ahnung was so eine Nockenwelle kostet? Der Händler hat ihr wohl Öl nachgekippt und ihr gesagt, das Geräusch wäre leiser geworden, sie soll damit noch ein paar Tage fahren, entweder wäre das Geräusch dann weg oder aber sie müsste die Nockenwelle machen lassen, da würde er ihr eine Werkstatt empfehlen.

Alles etwas dubios

LG Johanna

Beitrag von seikon 29.04.10 - 14:38 Uhr

WIE BITTE??????

Sie fährt mit einem vermuteten Motorschaden zum Händler, der sagt, sie hat vermutlich eine kaputte Nockenwelle weil sie ohne Öl gefahren ist und der kippt einfach nur Öl nach und sagt sie soll damit noch weiter fahren?

Rate deiner Freundin bitte umgehend, dass sie den Wagen NICHT mehr bewegen/laufen lassen soll, ehe das nicht geklärt ist. Nicht dass der Händler hier eine Verschleierungstaktik fährt und sich nacher die Hände reibt.
Wenn der Motor bereits aufgrund von fehlendem Öl abnormale Geräusche gemacht hat, dann reicht es definitiv NICHT einfach nur Öl nach zu kippen, sondern man muss mindestens einen kompletten Ölwechsel machen und das Öl auf Metallabrieb untersuchen.

Generell habe ich ja gesagt, fahren ohne Öl gilt als Eigenverschulden. Aber das merkwürdige Verhalten des Händlers jetzt macht mich schon hellhörig.
Wenn es wirklich so vom Händler ausgegangen ist (also nicht dass deine Freundin da gefragt hat, ob man nicht was hindengeln kann, dass sie noch weiter fahren kann), dann ist das absolut nicht in Ordnung so.

Sie soll den Wagen in eine Werkstatt ihres Vertrauens schleppen lassen und mal durchchecken lassen.

Beitrag von vwpassat 29.04.10 - 14:40 Uhr

Das sind dann 3500 gefahrene km.

Wenn man mal stur von den Werksangaben ausgeht, darf ein Fahrzeug bis zu 1 l Öl auf 1000 km "verbrauchen". Macht 3,5 l - der 1.6er-Motor hat eine Ölfüllmenge von ca. 4 l.

Interessant wäre vielleicht in dem Zusammenhang, wieviel Öl fehlte bzw. von der Werkstatt nachgefüllt wurde.

Es ist ne ziemlich grenzwertige Angelegenheit, da einerseits das Gewährleistungsrecht die Beweislastumkehr im ersten halben Jahr vorsieht (Sie könnte dem verkaufendem Händler z.B. anlasten, das Fahrzeug schon mit zu niedrigem Ölstand herausgegeben zu haben). Andererseits ist das Betriebsrisiko voll auf der Käufer/Halterseite, da Betriebsflüssigkeiten nunmal zu kontrollieren sind.

Der Schaden liegt an anderer Stelle, defekte Ventilschaftringe, Kolbenringe oder Kopfdichtung sind meist die Öl"fresser". Erst dann wird die Nockenwelle geschädigt. Es muss also dem Fehler auf den Grund gegangen werden. Je nach werkstatt 500-1000 €.

Übrigens, die Warnlampen für den Öldruck/stand reagieren bei Opel schon seit jeher viel zu spät, wenn meist schon ein Schaden entstanden ist.

Die WENA ist übrigens bekannt dafür, eh NICHT zu zahlen, googel mal etwas danach. wenn noch Fragen sind, ich schau heut abend nochmal rein. Eine vernünftige Garantieversicherung gibt es m.E. gar nicht.

Beitrag von seikon 29.04.10 - 14:49 Uhr

Wundert mich eh, dass das Auto überhaupt noch über so eine Versicherung abgesichert werden konnte. Unser Stammhändler meinte mal, dass solche Gebrauchtwagenversicherungen Autos wohl nur bis 10 Jahre alter und/oder 150.000 km absichern. Und in dem Fall hier würde es ja an den 10 Jahren scheitern.

Naja, scheint ein komplexer Fall zu sein, und ich würde eben der Freundin der TE empfehlen, mit dem Wagen mal in eine andere Werkstatt zu fahren (bzw. sich abschleppen zu lassen) und zumindest das Öl mal auf den metallischen Abrieb untersuchen zu lassen, damit man mal in etwa eingrenzen kann, wo der Schaden liegt.
Und ausserdem natürlich die Kompression prüfen, ob die Kolbenringe usw. undicht sind.